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Voraussetzungen für Moral und Gerechtigkeit in Gesetzen

Titel: Voraussetzungen für Moral und Gerechtigkeit in Gesetzen

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2012 , 12 Seiten

Autor:in: Julia Sonnenwald (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wir leben nur den Schatten der Idee Gerechtigkeit“, diese Aussage traf Platon vor mehreren tausend Jahren und diese hat bis heute Gültigkeit. Die Frage nach gerechten oder moralischen Gesetzen stellt sich heute mehr denn je. Auf unserer Erde existieren hunderte verschiedener Staatsformen mit differenten Gesetzesauffassungen, von Demokratien bis zu diktatorischen Regimen. All diese Staatsformen verfassen und vollstrecken unterschiedliche Gesetze. Aber wie kann es möglich sein, dass Gesetze lokal und temporal unterschiedlich sind?
Der UN-Gerichtshof setzt sich mit eben dieser Frage öfter auseinander, indem er über Staatsoberhäuptern, deren Gesetze nicht auf dem natürlichen Recht beruhen, richtet. Welche Bedingungen müssen nun erfüllt sein, damit Gesetze moralisch richtig sind und im Einklang mit dem natürlichen Recht stehen? Diese Frage soll in der folgenden Arbeit unter Berücksichtigung moralphilosophischer Ansätze geklärt werden. Desweiteren muss eine Auseinandersetzung mit den Begriffen positives und (Kriele, 2004) natürliches (überpositives Recht) Recht stattfinden. Da ohne eine genaue Begriffsdefinition die Fragestellung nicht erörtert werden kann. Hierbei soll ein Hauptaugenmerk auf den Theorien von Hart und dessen Auseinandersetzung mit dem rechtsethischen Normativismus gerichtet werden.
Abschließend soll die Todesstrafe unter den zuvor erörterten Bedingungen auf ihren moralischen Charakter hin untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Definition von positivem und natürlichem Recht

1.1 Begriffserklärung: Positives Recht / Rechtspositivismus

1.2 Begriffserklärung : natürliches Recht

1.3 Interdependenz zwischen Rechtspositivismus und der Naturrechtstheorie

2. Auseinandersetzung mit der Theorie des rechtsethischen Normativismus nach Hart

2.1 Überblick über den rechtsethischen Normativismus

2.2 Interdependenz zwischen Recht und Moral

3. Voraussetzungen für gerechte Urteile und Strafen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Gesetze als gerecht oder moralisch eingestuft werden können, unter besonderer Berücksichtigung moralphilosophischer Ansätze und der Spannung zwischen positivem Recht und Naturrecht.

  • Unterscheidung zwischen positivem Recht und natürlichem Recht
  • Analyse der Theorie des rechtsethischen Normativismus nach Hart
  • Untersuchung der Interdependenz zwischen Recht und Moral
  • Kriterien für gerechte Urteile und Strafmaßnahmen
  • Ethische Bewertung der Todesstrafe vor dem Hintergrund des Naturrechts

Auszug aus dem Buch

2.2 Interdependenz zwischen Recht und Moral

Die Kernfragestellung dieses Abschnittes ist es, welcher Zusammenhang zwischen Recht und Moral besteht. Zum einen wird Recht mittels des Gesetzgebers durch einen „formalen, demokratischen Akt“ festgesetzt, Moral hingegen nicht. Zum anderen wird Recht mit dem Inkrafttreten des Gesetzes wirksam, Moral ist temporal unabhängig. Die Moral ist an das Individuum geknüpft, Recht hingegen an einen Staat. Der Staat setzt die Gesetze um, auch wenn das Individuum diese für Unrecht hält. Kant stellt in seiner Moraltheorie zwei Pole einander gegenüber: den äußerlichen Zwang des Rechts und der innere Zwang des moralischen Gewissens. Wildt definiert ebenso zwei Pole: die Rechtspflicht und die Moralpflicht. Beide stehen auch für ihn einen Zusammenhang miteinander.

Des Weiteren befindet sich Recht in einer hierarchischen Struktur, Moral dagegen ist absolut. Entweder ein Individuum handelt nach moralischen Leitsätzen oder nicht. Dies kann für den Einzelnen zu moralischen Dilemmas führen. Da es Situationen geben kann, in denen Recht und Moral – „Rechtspflicht“ und „Moralpflicht“ unterschiedliches Handeln verlangen. Dies veranschaulichen die Nürnberger Prozesse, in denen die Frage im Raum stand: Haben die Naziverbrecher nur ihre „Rechtspflicht“ erfüllt und sind somit nicht für die Folgen ihres Handelns verantwortlich zu machen, oder hätten sie im Sinne der „Moralpflicht“ die Befolgung der „Rechtspflicht“ verweigern sollen? In der Antike wäre der Urteilsspruch eindeutig ausgefallen, da zu diesem Zeitpunkt Recht und Moral vereint waren und das Gesetz a priori gerecht war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition von positivem und natürlichem Recht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Rechtspositivismus und des Naturrechts sowie deren wechselseitige Abhängigkeit.

2. Auseinandersetzung mit der Theorie des rechtsethischen Normativismus nach Hart: Hier wird die normative Verbindung von Recht und Ethik untersucht und das Verhältnis zwischen den Pflichten des Staates und der moralischen Verantwortung des Einzelnen beleuchtet.

3. Voraussetzungen für gerechte Urteile und Strafen: Dieses Kapitel definiert vier zentrale Kriterien, die bei der Urteilsfindung berücksichtigt werden müssen, um Strafgerechtigkeit zu gewährleisten.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer praktischen Anwendung der erörterten Theorien auf die Todesstrafe, um deren moralische Vertretbarkeit anhand des Naturrechts zu prüfen.

Schlüsselwörter

Positives Recht, Naturrecht, Rechtspositivismus, Moral, Rechtsethik, Hart, Kriele, Radbruch, Todesstrafe, Rechtsstaat, Normativismus, Gerechtigkeit, Rechtspflicht, Moralpflicht, Menschenrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralphilosophischen Frage, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit staatliche Gesetze und richterliche Urteile als gerecht oder moralisch legitim gelten können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Abgrenzung von positivem Recht und Naturrecht, die Bedeutung der Moral im Rechtssystem sowie die ethische Fundierung von Strafen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Recht und Moral zueinander in Beziehung stehen und wann positives Recht seine moralische Gültigkeit verliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse angewandt, die auf der Auseinandersetzung mit einschlägiger rechtsphilosophischer Fachliteratur (u.a. von Kelsen, Hart, Kriele und Radbruch) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Rechtsbegriffen, der Theorie des rechtsethischen Normativismus nach Hart sowie den notwendigen Pfeilern für eine gerechte Strafzumessung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturrecht, Rechtspositivismus, Rechtspflicht, Moralpflicht und Gerechtigkeitsgehalt charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Moralpflicht von der Rechtspflicht laut der Arbeit?

Die Rechtspflicht ist an staatliche Vorgaben gebunden und oft formalistisch, während die Moralpflicht das individuelle Gewissen anspricht und eine eigenständige Abwägung des Menschen erfordert.

Warum wird die Todesstrafe als Beispiel herangezogen?

Die Todesstrafe dient als ideales Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie Gesetze zwar formal korrekt sein können, aber dennoch im Widerspruch zum natürlichen Recht auf Leben stehen.

Welche Rolle spielt der Richter bei der Urteilsfindung?

Der Richter trägt die Verantwortung, das positive Recht mit ethischen Grundsätzen wie Vernunft, Verantwortung und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Voraussetzungen für Moral und Gerechtigkeit in Gesetzen
Autor
Julia Sonnenwald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V276653
ISBN (eBook)
9783656705857
ISBN (Buch)
9783656707288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
voraussetzungen moral gerechtigkeit gesetzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Sonnenwald (Autor:in), 2012, Voraussetzungen für Moral und Gerechtigkeit in Gesetzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276653
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Leseprobe aus  12  Seiten
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