Welche Ausbildung brauchen Pflegende? Bildungsprozesse in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung


Seminararbeit, 2014

14 Seiten, Note: Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Bildungsproblematik

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Bildung
2.2 Ausbildung
2.2.1 Qualifikation
2.2.2 Kompetenzen
2.3 Pflege
2.3.1 Inhaltliche Merkmale
2.3.2 Strukturelle Merkmale
2.4 Professionalität
2.5 Professionelles Handeln

3 Pflegeausbildung
3.3 Gegenwärtige Pflegeausbildung
3.4 Zukünftige Pflegeausbildung
3.5 Krankenpflegeschule versus Fachhochschule

4 Aspekte der Sozialisation und der Psychologie im Bildungswesen

5 Zusammenfassung

6 Reflexion

7 Literaturverzeichnis

Im Rahmen des Propädeutikums der Gesundheits- und Pflegepädagogik habe ich in dem Unterrichtsfach „Grundlagen der Andragogik und Pädagogik“ verschiedene Ansichten von Bildung und Ausbildung, psychologische Aspekte und Betrachtungsweisen der Sozialisation kennengelernt. Einige waren bereits vor der Präsenzphase bekannt, andere wurden während der Präsenzphase näher erläutert. Um sämtliche Inhalte miteinander in Verbindung zu bringen und Bezüge herzustellen, bedarf es einer umfassenden Vernetzung des Gelernten.

Für den Abschluss der Lehrveranstaltungen „Erziehung, Unterricht und Bildung“, „Psychologie in der Bildungswissenschaft“ und „Sozialisation und Entwicklung“ ist eine wissenschaftliche Arbeit über Bildungsprozesse in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung zu verfassen.

Zu Beginn dieser Arbeit werden der theoretische Hintergrund und die allgemeinen Begrifflichkeiten von Bildung und Ausbildung sowie der Begriff der Pflege beschrieben. Basierend auf diesen Erläuterungen wird Bildung in Zusammenhang mit der Pflege gebracht und in weiterer Folge Bezug dazu genommen. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den psychologischen und sozialisatorischen Aspekten der Ausbildung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Stellung zur (Aus-)Bildung von Pflegenden zu beziehen und diese mittels Literaturrecherche zu argumentieren.

Als Praxisanleiter auf der Abteilung für Anästhesie, extern Vortragende in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule und angehende Pflegepädagogin ist es notwendig sich intensiv mit Bildung und Ausbildung auseinander zu setzen. Daher kann ich mich mit der vorgegebenen Fragestellung „Welche (Aus-)Bildung brauchen Pflegende und welche Konsequenzen hat dies für die berufliche Ausbildung?“ sehr gut identifizieren und freue mich darauf, diese Frage bezugnehmend auf die gelernten Inhalte erörtern zu dürfen.

1 Einführung in die Bildungsproblematik

Die Ausbildung in Österreich unterliegt derzeit einem starken Wandel und befindet sich in den Anfangsstadien einer Umstrukturierung. Dies beginnt bereits im Primär-, zieht sich über den Sekundär- bis hin zum teritären Bildungsbereich. Somit ist auch die Ausbildung des Berufsbilds „Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege“ davon betroffen.

Einerseits wird die Ausbildung der Pädagogen/innen reformiert, andererseits die Ausbildung der Schüler/innen und Lernenden hinterfragt. Unterrichtsmethoden und Unterrichtsinhalte werden in Frage gestellt, eine neue Lernkultur wird angedacht und andere Schulsysteme wie Montessori oder Waldorfpädagogik gewinnen an Attraktivität. Darüber hinaus steigen die fachlichen und auch menschlichen Anforderungen an die Pädagogen/innen und die Erwartungen von Schülern/innen und Eltern an diese. Daraus folgt, dass die Ansprüche, welche an die Ausbildung gestellt werden, stetig zunehmen und der daraus wachsenden Problematik in verschiedenen Kompetenzbereichen gerecht werden müssen.

Die Grundstruktur des österreichischen Bildungssystems stammt noch immer aus dem 19. Jahrhundert und hat nach wie vor einen ständischen Charakter. Österreichische Bildungsstatistiken zeigen, dass oftmals der Bildungsgrad der Kinder von Generation zu Generation weitervererbt wird. Im bestehenden ständischen System dominiert die Differenzierung, Selektion und Elitenförderung. Die bereits sehr frühe Selektion begünstigt den wachsenden Bildungsnotstand und die dadurch von Eltern vorgegebene Bildungslaufbahn. Dadurch wird nachvollziehbar, warum Österreich bei einer Studie der Bertelmann-Stiftung beim gerechten Zugang zur Bildung unter 31 OECD-Staaten nur auf Platz 24 gereiht wird.[1]

Dass es in Österreich einer generellen Bildungs- und Schulreform bedarf, zeigt die jährlich erscheinende Veröffentlichung der OECD "Education at a Glance / Bildung auf einen Blick", welche bildungspolitische Fragen aus einer internationalen Perspektive beleuchtet. Auch internationale Vergleichsstudien wie PISA lassen daran keinen Zweifel. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die finanziellen Mittel für eine umfassende Umstrukturierung aus politischer Sicht derzeit nicht aufgewendet werden können. Somit ergibt sich die Frage: „Was kann mit den vorhandenen finanziellen Mitteln im Sinne einer neuen Bildungspolitik verändert werden?“.

2 Theoretischer Hintergrund

In dem Essay von Peter Bierri „Wie wäre es, gebildet zu sein?“ wird der grundlegende Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung erläutert. Demnach machen Menschen Bildung mit sich und für sich, während Ausbildung durch andere erfolgt.[2]

Die heutige Gesellschaft sieht Bildung als Produkt und Element des Modernisierungsprozesses. Aus diesem Blickwinkel erscheint ein kontinuierlicher Bildungsprozess als notwendig. Bildung ist aber nicht zwangsläufig mit Ausbildung in Verbindung zu bringen. Die Anforderungen an Bildung und Ausbildung sind unterschiedlich zu sehen. Während in einer Ausbildung der Anspruch auf den Erwerb von Qualifikationen besteht, ist Bildung davon gänzlich zu trennen.

2.1 Bildung

Eine einheitliche Begriffserklärung für Bildung gibt es nicht, da jeder eine andere Vorstellung davon hat. Bildung wird oft mit Schule und der Vermittlung von Wissen in Verbindung gebracht. Es wäre allerdings ein Fehler Bildung auf diese Erklärung zu reduzieren. So ist Bildung vielmehr als ein Prozess der Individualisierung zu sehen, welcher eng mit der Persönlichkeitsentwicklung verknüpft ist.

Bildung wird mit den beiden Begriffen Prozess und Ergebnis in Verbindung gebracht. Ob der natürliche Prozess das mögliche Ergebnis bestimmt oder das gewollte Ergebnis den zu veranstaltenden Prozess, bleibt unter den Pädagogen strittig.[3] Auch die Frage nach der Zweckerfüllung von Bildung bleibt größtenteils unbeantwortet, da darüber weder Einigkeit noch Klarheit besteht.[4] Somit lässt sich erklären, warum sich viele Experten zu Bildung so divergent äußern.

2.2 Ausbildung

Im Gegensatz zur Bildung, welche man sich laufend selbst aneignet, passiert Ausbildung durch Dritte. Um diese fundiert anbieten zu können, bedarf es Strukturen, Methoden und der Festlegung von Bildungsstandards. Die damit in Verbindung gebrachte empirische Bildungsforschung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der institutionalisierten Bildung. Definitionsgemäß fragt die Bildungsforschung nach dem Verlauf von Bildungsprozessen, „wer welche Qualifikationen und Kompetenzen im Bildungssystem erwirbt, wovon dieser Qualifikations- und Kompetenzerwerb abhängig ist, und welche Auswirkungen er hat“ [5] . Somit kann Ausbildung nur die Rahmenbedingungen für Bildung schaffen, denn Ausbildung kann nur erfolgen, wenn man Bildung zulässt.

2.2.1 Qualifikation

Als Qualifikation sind Fertigkeiten und Erkenntnisse anzusehen, die für die Bewältigung von beruflichen Anforderungen notwendig sind. Als Schlüsselqualifikationen beschreibt Mertens (1974) überfachliche Qualifikationen, welche sie in Basis- und Horizontalqualifikationen unterscheidet. Sie versteht darunter Kenntnisse und Fähigkeiten, die keinen direkten Bezug zur unmittelbaren Berufspraxis haben, sondern in verschiedenen Situationen eingesetzt werden können.[6]

2.2.2 Kompetenzen

Kompetenzen gelten als Voraussetzungen für den Erwerb von Qualifikationen. Sie lassen sich als „Lernerfolg in Bezug auf den einzelnen Lernenden und seine Befähigung zu eigenverantwortlichem Handeln in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen“ [7] definieren. Qualifikation hingegen bezieht sich auf die Verwertbarkeit.[8]

2.3 Pflege

Pflege definiert sich durch inhaltliche Bestimmungsversuche und durch Strukturmerkmale des pflegerischen und pädagogischen Handelns. Inhaltliche Merkmale umfassen die Aufgaben von und Anforderungen an Pflegende sowie Theorien, Menschenbilder und Paradigmen. Strukturell beinhaltet pflegerisches und pädagogisches Handeln neben Wissensarten, das Theorie-Praxis-Verhältnis und die Professionalität.[9]

[...]


[1] vgl. http://derstandard.at/1308186303131/Welche-Reformen-braucht-Oesterreich-wirklich

[2] vgl. http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleDAIPS-1.182217, 04.04.2014

[3] vgl. Von Hentig (2009) S.20

[4] vgl.Von Hentig (2009) S.16

[5] Reinders, Ditton, Gräsel, Gniewosz (2011) S.13

[6] vgl. Grasserbauer (2013) S.8/48 ff

[7] Grasserbauer (2013) S.10/56

[8] vgl. Grasserbauer 82013) S.10/56

[9] vgl. Grasserbauer (2013) S.1/4

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Welche Ausbildung brauchen Pflegende? Bildungsprozesse in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Veranstaltung
Andragogik / Pädagogik
Note
Gut
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V276782
ISBN (eBook)
9783656705932
ISBN (Buch)
9783656707547
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, ausbildung, pflegende, bildungsprozesse, gesundheits-, krankenpflegeausbildung
Arbeit zitieren
Christine Lackinger-Schmutz (Autor), 2014, Welche Ausbildung brauchen Pflegende? Bildungsprozesse in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276782

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