Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Wie das Kind sprechen lernt. Die Rolle der Sprache bei der gemeinsamen Formbildung

Titel: Wie das Kind sprechen lernt. Die Rolle der Sprache bei der gemeinsamen Formbildung

Seminararbeit , 2013 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jakob-Benjamin Hafner (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich in einer zehnseitigen Fassung mit dem Phänomen des gemeinsamen Formbildens zwischen Mutter und Säugling. Dieser Prozess ist enorm wichtig, um dem Kind zum sprechen zu verhelfen. Es wird anhand von Beispielen analysiert, welche Vorgänge und Arten von Formbildung bei diesem Phänomen auftreten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Spiel und Form für Sprache und Lernen

2. Gemeinsame Formbildung beim Spiel zwischen Mutter und Kind

2.1 Form und Ablauf des Spiels

2.2 Die Fallstudie „Jonathan“

2.2.1 Veränderungen und Entwicklungen

2.2.2 Ergebnisse und Bemerkungen

2.3 Die Fallstudie „Richard“

2.3.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Jonathan

2.3.2 Verlauf und Beobachtungen zu Spiel und Verhalten von Richard

3. Schlussgedanke

3.1 Ziele und Erkenntnisse des gemeinsamen Formschaffens

3.2 Formatbildung, –überschneidung und –austreten im Alltag

4. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage von Jerome Bruners Interaktionstheorie, wie durch das gemeinsame, ritualisierte Spiel zwischen Mutter und Kind sprachliche Formate entstehen und welche Rolle die Sprache bei der Entwicklung sozialer und kognitiver Fähigkeiten des Kindes spielt.

  • Die Analyse der Interaktionstheorie nach Bruner und der Bedeutung von "Formaten".
  • Untersuchung der gemeinsamen Formerzeugung durch spielerische Interaktion.
  • Fallstudien zur Entwicklung des Sprachgebrauchs bei Kindern im frühen Alter.
  • Die Rolle der Rollenverteilung und des Rollenwechsels im Spiel.
  • Der Übergang von "natürlichen" zu "kulturellen" Kommunikationsmitteln.
  • Phänomene der Formatüberschreitung und des Sprachgebrauchs im Alltag.

Auszug aus dem Buch

2. Gemeinsame Formbildung beim Spiel zwischen Mutter und Kind

Das interaktive Spiel zwischen Mutter und Kind entspricht einem festen Format. Unter einem Format versteht Bruner ein „eingespieltes, standardisiertes Ablaufmuster von Handlungs- und Redeaktivitäten zwischen Kind und Erwachsenem.“ (Bruner, 1997, S. 131)

Die häufigste Form der Interaktion und gemeinsamen Formerzeugung zwischen Kind und Mutter ist demnach das gemeinsame Spiel, bei dem die variable Verteilung der Rollen eine wichtige Rolle spielt. Als Analogie verwendet Bruner hier die Sprachspiele nach Ludwig Wittgenstein, welcher jedes dieser Spiele als eine in sich geschlossene „Lebensform“ darstellt (vgl. Bruner, 1997). Die Handlungen in solchen Spielen sind idealisiert, das heißt sie sind auf die spezielle Situation des Spiels angepasst und nur unter diesen Umständen sinnvoll und gültig. Außerdem ergibt sich ihr Ziel aus dem Spielen selbst heraus und entspricht somit nicht der Realität.

Als Beispiel wird das Wiedererscheinen eines verdeckten Gesichtes mit dem Ausruf „Buuh!“ genannt. Der Ausruf hat außerhalb des Spiels keine funktionale Bedeutung, spielt in der „Lebensform“ allerdings eine wichtige Rolle und ist konventionalisiert sowie syntaktischer Natur. Das ganze Spiel wird mit Sprache begleitet. Zusätzlich besitzen nach Bruner (1997) interaktive Spiele eine eigene „Tiefenstruktur“ und einige Realisierungsregeln für die „Oberfläche“ des Spiels. Beim Beispiel des Versteckenspiels versteht Bruner (1997) unter der Tiefenstruktur das kontrollierte Verschwinden und Wiedererscheinen. Mit Oberflächenstruktur ist die weitere Ausgestaltung des Spiels durch Benutzung von Hilfsmitteln wie etwa Türchen oder Zwischenwänden gemeint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Spiel und Form für Sprache und Lernen: Einführung in die Interaktionstheorie nach Bruner und die Bedeutung des gemeinsamen Spiels für die kindliche Entwicklung und den ersten Spracheinsatz.

2. Gemeinsame Formbildung beim Spiel zwischen Mutter und Kind: Theoretische Erläuterung der "Formate" sowie detaillierte Fallstudien zu den Kindern Jonathan und Richard hinsichtlich ihrer Spielentwicklung.

2.1 Form und Ablauf des Spiels: Methodische Einführung in die Beobachtung der Fallstudien im häuslichen Umfeld.

2.2 Die Fallstudie „Jonathan“: Analyse des Spielverlaufs mit einem Spielzeugclown und der Entwicklung von Jonathans aktiver Beteiligung.

2.2.1 Veränderungen und Entwicklungen: Detaillierte Betrachtung der sprachlichen und aktiven Fortschritte Jonathans im Verlauf des Beobachtungszeitraums.

2.2.2 Ergebnisse und Bemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung des Lernfortschritts bei Jonathan hin zu einer fein abgestimmten Spielteilnahme.

2.3 Die Fallstudie „Richard“: Vorstellung des zweiten Fallbeispiels mit Fokus auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Spielverhalten.

2.3.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Jonathan: Gegenüberstellung der beiden Fallstudien hinsichtlich persönlicher Spielgestaltung und Aktivitätsgrad.

2.3.2 Verlauf und Beobachtungen zu Spiel und Verhalten von Richard: Analyse von Richards Spielentwicklung bis hin zur Fähigkeit, das Spiel ohne Partner zu führen.

3. Schlussgedanke: Synthese der Erkenntnisse über die Bedeutung ritualisierter Spiele für das Erlernen von Sprachmustern und logischen Strukturen.

3.1 Ziele und Erkenntnisse des gemeinsamen Formschaffens: Reflexion über Spiele als "Hilfssysteme" zur Vorbereitung auf das soziale und kulturelle Leben.

3.2 Formatbildung, –überschneidung und –austreten im Alltag: Diskussion über die Übertragung spielerisch erlernter Sprachmuster in den allgemeinen Sprachgebrauch.

4. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Interaktionstheorie, Jerome Bruner, Formatbildung, Spracherwerb, Mutter-Kind-Interaktion, Spielentwicklung, Fallstudien, Sprachgebrauch, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Lebensform, Kleinkind, Kommunikation, Ritualisierung, Kulturelle Mittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie durch ritualisiertes, gemeinsames Spiel zwischen Mutter und Kind sprachliche Strukturen und "Formate" entstehen, die dem Kind den Einstieg in die Kommunikation ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Interaktionstheorie nach Jerome Bruner, die Bedeutung von Formaten für das Lernen, der kindliche Spracherwerb sowie die Beobachtung der Spielentwicklung in Fallstudien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache als Medium in standardisierten Spielabläufen dazu beiträgt, dass Kinder vom passiven Beobachter zum aktiven, sprachlich handelnden Akteur werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Bruners Interaktionstheorie und veranschaulicht diese durch die Analyse von zwei Fallstudien (Jonathan und Richard), bei denen die häusliche Interaktion über einen längeren Zeitraum beobachtet wurde.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des "Formats" als Lernstruktur und die detaillierte Auswertung der Beobachtungen der Kinder Jonathan und Richard beim Spiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Interaktionstheorie, Formatbildung, Spracherwerb, Mutter-Kind-Spiel, soziale Entwicklung und Kommunikation.

Welche Rolle spielt der "Rollentausch" bei der Entwicklung der Kinder?

Der Rollentausch ist ein zentrales Element, da er dem Kind ermöglicht, die aktive Position zu übernehmen und selbst die Führung im Spiel zu übernehmen, was als Meilenstein der kommunikativen Entwicklung gilt.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung von Richard von der bei Jonathan?

Richard zeigte ein höheres Interesse am Vorgang des Verschwindens und Wiedererscheinens und übernahm früher eine aktive Rolle, wobei er später sogar in der Lage war, das Spiel ohne die direkte Beteiligung seiner Mutter fortzuführen.

Was versteht man in diesem Kontext unter einer "Formatüberschreitung"?

Damit ist das Phänomen gemeint, bei dem sprachliche Elemente, die eigentlich in einem spezifischen Spiel (Format) erlernt wurden, plötzlich auch in anderen Alltagssituationen, wie etwa bei einer Begrüßung, verwendet werden.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie das Kind sprechen lernt. Die Rolle der Sprache bei der gemeinsamen Formbildung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (IPS)
Veranstaltung
4th - Psycholinguistics
Note
1,0
Autor
Jakob-Benjamin Hafner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V277354
ISBN (eBook)
9783656701798
ISBN (Buch)
9783656702696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kind sprechen sprache fortbildung eltern psycholinguistik psycho linguistik psychologie lernen säugling baby mutter beziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jakob-Benjamin Hafner (Autor:in), 2013, Wie das Kind sprechen lernt. Die Rolle der Sprache bei der gemeinsamen Formbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277354
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  9  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum