“The wind of change are blowing, and it is no longer a mild breeze.”
Eines der größten Themengebiete innerhalb der sozial- und naturwissenschaftlichen Disziplinen ist das Studium von Change, über dessen Entstehung, Entwicklung, Transformation, Verfall und Rückgang von menschlichen und natürlichen System. Viele der theoretischen Literaturen sind dem Thema Change gewidmet, wie auch Forscher enthusiastisch dieses Phänomen untersuchen und eine Vielzahl an empirischen Erkenntnissen hervorgebrachten. Aber was macht diese Thematik so interessant, da Change ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Lebens ist.
Diese selbstverständliche Gewissheit des Wandels formuliert zugleich die wissenschaftliche Neugier, denn faktisch ist Change die vorhersehbarste Eigenschaft der heutigen Wirtschaft. Wichtiger ist jedoch ist die steigende Geschwindigkeit des Entstehens, denn die stetig kürzer werden Zeitzyklen bis zur nächsten Veränderung löste die Neugier der Forscher aus um mehr über die Change Geschwindigkeit und Sequenzen der Tätigkeiten in Change Prozessen zu erfahren. Das Forschungsfeld der Prozessstudien über Change in Organisationen und Management lädt Forscher dazu ein, in eine Welt der Prozesse einzutauchen, wie organisationale und führungsändernde Phänomene auftauchen, verändern und sich über die Zeit verbreiten.
Im Forschungsgebiet des Management Accounting (MA) stellte bereits Hopwood (1987) fest, dass nur sehr wenig über Voraussetzungen und organisationalen Konsequenzen eines Accounting Change bekannt ist. Seitdem ist der Change Begriff ein fester Bestandteil innerhalb der Management Accounting (MA) Forschung, und bis heute existiert eine erhebliche Anzahl von MA Forschungsarbeiten über Changes aus MA Sicht. Burns und Scapens (2000) formulierten erstmals unter dem Begriff Management Accounting Change (MAC) ein komplexes Rahmenwerk zur Beantwortung der Frage nach dem Warum und Wie MA zudem geworden ist, wie es gegenwertig ist bzw. nicht zudem wurde, wie es hätte sein sollen. Seit dieser Veröffentlichung ist die Anzahl von Veröffentlichungen über MAC stark angestiegen wobei die Definition des Change von den MA Forschern vermieden wurde.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Change und Stabilität
II.1 Would/Should/Could be Changed, Change, will Change?
II.2 Forschungstheorien zur Erklärung von „Change Prozessen“
II.3 „Change-Prozesse“ in Unternehmen
II.3.1 Institutionelle Perspektive auf „Change-Prozesse“ in Unternehmen
II.3.2 Organisationale Perspektive auf „Change-Prozesse“ in Unternehmen
II.4 Vertiefende Anmerkungen über „Change-Prozesse“
III. Strategic Management Accounting
III.1 Rahmenwerke des Strategic Management Accounting
III.2 Forschungsarten im Strategic Management Accouting
III.3 Aktuelle Entwicklungen des Strategic Management Accounting
III.4 Kritische Betrachtung der SMA Veröffentlichungen
III.4.1 Kritische Betrachtung der SMA Rahmenwerke
III.4.2 Kritische Betrachtung der empirischen SMA Forschung
IV. Beitrag aktueller Forschungsergebnisse im SMA zu Change Prozessen in Unternehmen
V. Ergebnisse und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit besteht darin, den umgekehrten Wissensfluss von der Forschung zum Strategic Management Accounting (SMA) hin zu den Forschungsarbeiten über organisationale Change-Prozesse zu untersuchen, um Synergien zwischen diesen Disziplinen aufzuzeigen und die Rolle von Controlling-Informationen in Veränderungssituationen zu klären.
- Theoretische Grundlagen und Charakteristika von organisationalen Change-Prozessen
- Kritische Analyse von Rahmenwerken und Forschungsarten im Strategic Management Accounting
- Identifikation von Treibern und Abläufen in Change-Prozessen basierend auf einem Literaturreview
- Analyse des Beitrags von SMA-Informationen zur Unterstützung von Change-Entscheidungen und zur Unternehmensleistung
- Reflexion über die Rolle des Managements bei der Gestaltung und Kommunikation von Veränderungsprozessen
Auszug aus dem Buch
II.1 Would/Should/Could be Changed, Change, will Change?
Das Forschungsfeld über Change ist ein komplexes Themengebiet, denn nicht jeder Change ist gleich. Hingegen wird das Wesen von Change von Forschern meist als eine Selbstverständlichkeit erachtet aber dessen Definition wurde bis heute vermieden. Im folgendem werden die kongruentesten Merkmale kurz zusammengefasst.
Allgemein kann jeder Change nach Greenwood und Hinigs (1996) in den Dimensionen des Umfangs und dessen Geschwindigkeit unterschieden werden. Der Umfang beschreibt das radikale Aufbrechen existierender Strukturen und die inkrementelle Feinabstimmung innerhalb der vorherrschenden Rahmenbedingungen. Der Grad der Geschwindigkeit bestimmt die zeitliche Dimension zwischen den Extremen der evolutionären (langsam und stetig) und revolutionären Change Abläufe (schnell und diskret), welche auch nach Klarner und Raisch (2013) als Frequenz und Rhythmus eines Changes definiert werden kann.
Ein weiteres allgemeingültiges Merkmal ist nach Plowman et al (2007) die Natur eines Changes, welches die Unterscheidung zwischen un-/geplanten Ereignissen umfasst, wie auch die räumliche Abgrenzung durch den Grad der Betroffenheit und die Art von losen bzw. engen Verbindungen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Change-Managements dar, erläutert die Ausgangslage im Management Accounting und leitet die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise des Literaturreviews ab.
II. Change und Stabilität: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zum Change-Begriff, beleuchtet institutionelle sowie organisationale Perspektiven auf Veränderungsprozesse und diskutiert die Bedeutung von Zeit und Dynamik in der Change-Forschung.
III. Strategic Management Accounting: Hier erfolgt eine theoretische Aufarbeitung von SMA-Rahmenwerken, die kritische Diskussion gängiger Forschungsarten sowie eine Untersuchung aktueller Entwicklungen und Schwachstellen innerhalb der SMA-Literatur.
IV. Beitrag aktueller Forschungsergebnisse im SMA zu Change Prozessen in Unternehmen: Dieses Kapitel führt die Erkenntnisse aus der Change-Forschung mit den SMA-Beiträgen zusammen und diskutiert den Einfluss von Informationen und Managemententscheidungen auf den Erfolg von Veränderungsprozessen.
V. Ergebnisse und Diskussion: Die abschließende Diskussion resümiert, dass SMA einen wertvollen, wenn auch noch zu wenig genutzten Beitrag zur effektiven Steuerung von Change-Prozessen leisten kann und skizziert weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Strategic Management Accounting, SMA, Change-Prozesse, Management Accounting Change, MAC, Unternehmensstrategie, Organisationale Veränderung, Literaturreview, Controlling-Informationen, Change Management, Strategische Planung, Institutionelle Theorie, Organisationale Routinen, Unternehmensleistung, Performance Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Strategic Management Accounting (SMA) und organisationalen Change-Prozessen in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung und Dynamik von Veränderungsprozessen sowie die Rolle, Anwendung und der wissenschaftliche Stand des Strategic Management Accounting.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welchen Beitrag aktuelle Forschungsergebnisse des SMA zu Change-Prozessen leisten können, um bestehende Erklärungslücken in der Literatur zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einem umfassenden Literaturreview von unternehmensbezogenen Fallstudien und einschlägiger SMA-Literatur im Zeitraum von 2000 bis 2014.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Change-Konzepte, die Evolution und Kritik des SMA sowie die Verknüpfung beider Felder hinsichtlich Strategieentwicklung und Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Strategic Management Accounting (SMA), Change-Prozesse, Management Accounting Change (MAC), Strategieentwicklung und Unternehmenseffizienz.
Was bedeutet das „SMA-Paradox“?
Das SMA-Paradox beschreibt die Divergenz zwischen dem hohen konzeptionellen Anspruch des SMA und dessen in der Praxis oftmals geringer Verbreitung oder mangelndem Verständnis.
Warum ist das Thema der „Zeit“ so relevant für die Untersuchung?
Zeit ist ein entscheidender Faktor, da Change-Prozesse dynamisch sind und die zeitliche Dimension sowie die Geschwindigkeit maßgeblich beeinflussen, ob und wie SMA-Informationen wirksam zur Entscheidungsunterstützung beitragen können.
- Citar trabajo
- Timo Tempel (Autor), 2014, Der Beitrag aktueller Entwicklungen im Strategic Management Accounting zu Change Prozessen in Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277422