Die nachfolgende Bestandsaufnahme wird zeigen, dass eine Gleichberechtigung von Frauen bei der Vergütung ebenso wenig gegeben ist, wie bei der Karriereentwicklung. Tagtäglich tauchen daher auch Schlagworte wie „Gender Mainstream“, „Frauenquote“, „Lohndiskriminierung“, „Equal Pay Day“ und „Girls Day“ in den Medien auf (vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2012). ,Ziel dieser Arbeit ist es, diese geschlechterspezifischen Ungleichheiten darzustellen und deren Ursachen kritisch zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Vergütung und Karriereentwicklung von Frauen in der Berufswelt. Bestandsaufnahme und kritische Analyse.
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Vergütung
2.2.1 Definition
2.2.2 Bestandsaufnahme
2.3 Karriereentwicklung
2.3.1 Definition
2.3.2 Bestandsaufnahme
2.3.2.1 Privatwirtschaft
2.3.2.2 Öffentlicher Dienst
2.4 Ursachen der Entgeltungleichheit und der Karrierehindernisse
2.4.1 Horizontale und vertikale Segregation
2.4.2 Teilzeit und Erwerbsunterbrechung
2.4.3 Organisationskulturelle Rahmenbedingungen
2.4.4 Selbstdarstellung und –vermarktung von Frauen
2.5 Kritische Würdigung
3. Abschließende Bemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die anhaltenden geschlechterspezifischen Disparitäten in der deutschen Berufswelt mit dem primären Ziel, die Ursachen für die Entgeltlücke (Gender Pay Gap) sowie die Hürden bei der Karriereentwicklung von Frauen kritisch zu analysieren und den Diskurs über notwendige gesetzliche Rahmenbedingungen zu beleuchten.
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Gleichstellung
- Untersuchung von Vergütungsstrukturen und Entgeltunterschieden
- Evaluation von Karrierehindernissen in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst
- Diskussion von Segregationseffekten und organisationskulturellen Barrieren
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Horizontale und vertikale Segregation
Als eine Ursache für Entgeltungleichheit und für die Karrierehindernisse wird in den einschlägigen Studien auf die ungleiche Verteilung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt entsprechend ihrem Anteil an den Erwerbstätigen verwiesen. Sie wird als geschlechtsspezifische Segregation bezeichnet. Dabei wird differenziert zwischen einer horizontalen und vertikalen Segregation.
Die horizontale Segregation befasst sich mit der Ungleichverteilung der Geschlechtergruppen auf Berufe, das heißt der Einteilung der Berufswelt in weibliche und männliche Tätigkeitsfelder (vgl. Achatz et al 2010, S. 93). Während Frauen verstärkt in den Arbeitsfeldern Gesundheit, Soziales, Erziehung und in den kaufmännischen Berufen zu finden sind, bevorzugen Männer eher den technischen oder handwerklichen Bereich. So wählen über die Hälfte der jungen Frauen aus der Vielzahl von 350 Ausbildungsberufen nur zehn Berufe aus, wie z.B. Bürokauffrau, Medizinische Fachangestellte oder Hotelfachfrau (vgl. BMFSFJ 2010: Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern, S. 9 / Elvira 2002, S. 25). Dadurch wird das Berufsspektrum eingegrenzt, das heißt Frauen sind bei weitem nicht so breit aufgestellt wie Männer: So verteilen sich 90 Prozent der Frauen auf etwa 20 Prozent der Berufe, bei den Männern hingegen 90 Prozent auf etwa 40 Prozent der Berufe (vgl. Feldhoff 1998, S. 44f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Einführung in die Problematik der ungleichen Erwerbsbeteiligung und Vergütung von Frauen trotz bestehender Gleichstellungsbemühungen.
2. Vergütung und Karriereentwicklung von Frauen in der Berufswelt. Bestandsaufnahme und kritische Analyse.: Umfassende Untersuchung der rechtlichen Situation, der Entgeltstrukturen sowie der Karrierehindernisse unter Berücksichtigung von Segregation und Unternehmenskultur.
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen: Darstellung der verfassungsrechtlichen und europäischen Grundlagen sowie der gesetzlichen Regelungen wie dem AGG und dem BetrVG.
2.2 Vergütung: Definition des Entgeltbegriffs und detaillierte Bestandsaufnahme der Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern.
2.3 Karriereentwicklung: Analyse der Aufstiegschancen und der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst.
2.4 Ursachen der Entgeltungleichheit und der Karrierehindernisse: Detaillierte Betrachtung von Strukturfaktoren wie Segregation, Teilzeit, Organisationskultur und Selbstdarstellung.
2.5 Kritische Würdigung: Reflexion über die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen und die Notwendigkeit, den Fokus von individuellen Defiziten auf strukturelle Rahmenbedingungen zu lenken.
3. Abschließende Bemerkung: Plädoyer für verbindliche gesetzliche Regelungen und Quoten, da freiwillige Vereinbarungen das Ziel der Gleichstellung bisher nicht erreichen konnten.
Schlüsselwörter
Gleichstellung, Vergütung, Karriereentwicklung, Gender Pay Gap, Segregation, gläserne Decke, öffentliche Dienst, Privatwirtschaft, Teilzeit, Erwerbsunterbrechung, Organisationskultur, Stereotype, Entgeltungleichheit, Führungspositionen, Frauenförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bestehenden Disparitäten bei Vergütung und beruflicher Karriereentwicklung von Frauen in Deutschland und bewertet die Ursachen dieser Ungleichheiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die rechtliche Gleichstellung, die Analyse des Gender Pay Gaps, die Karrierechancen in verschiedenen Sektoren sowie die Auswirkungen von Organisationskulturen auf Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in der Berufswelt aufzuzeigen und zu untersuchen, warum bisherige Maßnahmen zur Gleichstellung nicht zu einer ausreichenden Angleichung geführt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Analyse aktueller Statistiken, Studien und gesetzlicher Rahmenbedingungen, um eine Bestandsaufnahme der Situation zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, Analysen zu Vergütung und Karriere, die Untersuchung von Ursachen (wie Segregation und Teilzeit) sowie eine kritische Würdigung der aktuellen politischen Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gleichstellung, Gender Pay Gap, Karriereentwicklung, gläserne Decke und Organisationskultur.
Wie unterscheidet sich die Situation im öffentlichen Dienst von der Privatwirtschaft?
Der öffentliche Dienst weist durch verbindliche Tarifstrukturen und Gleichstellungsgesetze meist geringere Entgeltunterschiede auf, kämpft jedoch wie die Privatwirtschaft mit dem Problem der gläsernen Decke in Führungspositionen.
Welche Bedeutung haben Stereotype für die Karriere von Frauen?
Stereotype wie „think manager – think male“ führen dazu, dass Frauen karriererelevante Kompetenzen seltener zugeschrieben werden, was ihren Aufstieg in Führungspositionen aktiv behindert.
- Quote paper
- Jakob Fischer (Author), 2014, Lohn und Karriere von Frauen in der Berufswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277536