Außerschulische Lernorte waren im Geschichtsunterricht schon immer von großer Bedeutung. Der Stellenwert hat sich mit der Zeit jedoch verändert und somit ist das Lernen an Orten außerhalb der Schule noch wichtiger geworden. Außerschulische Lernorte stellen für Schüler und Schülerinnen immer eine Abwechslung zum Schulunterricht dar und fördern die Klassengemeinschaft. Außerdem ist es unbestritten, dass das neue Lernumfeld den SuS neue Zugänge öffnet und die Lernbereitschaft erhöht. Trotz der Tatsache, dass es mit sehr viel Aufwand verbunden ist einen außerschulischen Lernort ergiebig in den Unterricht einzugliedern, bietet er immense Möglichkeiten für die SuS. Die Möglichkeiten und Grenzen außerschulischer Lernorte soll, nach einer Definition dieser, im Folgenden erläutert werden. Anhand des konkreten Beispiels des EL-De Hauses in Köln soll die Komplexität, die richtige Durchführung und die Funktion von außerschulischen Lernorten veranschaulicht werden. Hierbei soll insbesondere dargestellt werden, wie wichtig eine effektive Vor- und Nachbereitungsphase ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Außerschulische Lernorte
2.1. Primäre Lernorte
2.2. Sekundäre Lernorte
3. Möglichkeiten und Grenzen für den Geschichtsunterricht
4. Ein Beispiel: Das EL- DE Haus
4.1. Vorbereitungsphase
4.2. Exkursion
4.3. Nachbereitungsphase
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz und praktische Umsetzung außerschulischer Lernorte im Geschichtsunterricht, um zu analysieren, inwiefern diese das schulische Lernen bereichern und historisches Bewusstsein fördern können. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie eine strukturierte Vor- und Nachbereitung die Effektivität solcher Exkursionen sichert.
- Bedeutung und Definition außerschulischer Lernorte
- Differenzierung zwischen primären und sekundären Lernorten
- Didaktische Möglichkeiten und Herausforderungen im Fach Geschichte
- Praktische Planung einer Exkursion am Beispiel des NS-Dokumentationszentrums "EL-DE Haus"
- Förderung von sozialem Lernen und Methodenkompetenz
Auszug aus dem Buch
3. Ein Beispiel: Das EL- DE Haus
Der erste außerschulische Lernort der hier vorgestellt werden soll ist das sogenannte EL- DE Haus im Norden der Kölner Altstadt. Es wurde 1988 von der Stadt errichtet. Das EL- DE Haus bietet sich meiner Auffassung nach besonders gut als außerschulischer Lernort an. Vorerst sollten die Fakten rund um diesen außerschulischen Lernort erläutert werden. Durch seinen Standort im Zentrum von Köln ist es schlichtweg für alle Schulen in und außerhalb von Köln komfortabel und preiswert mit der Straßenbahn zu erreichen. Dies senkt den Aufwand an Organisationsarbeit der Lehrkräfte für die Exkursion. Der Eintritt ist für alle SuS kostenfrei. Ein weiterer großer Vorteil, da die SuS nun lediglich unter Umständen ein Bahnticket selber zahlen müssten. Kosten und Lage sprechen dafür, dass das EL-DE Haus ein guter Ort für außerschulisches Lernen ist. Die Öffnungszeiten lassen sich ebenfalls dem Schulalltag anpassen. Das EL-De Haus öffnet um 10 Uhr, sodass man mit der Anfahrt eventuell vorher noch eine Stunde unterrichten könnte.
Das EL-DE Haus ist ein Dokumentationszentrum für den Nationalsozialismus. Dabei ist es außerdem noch Gedenkstätte, Bildungsstätte und Lernort in einem. Der Ort selber spielt dabei eine entscheidende Rolle, da das Gebäude von 1935 bis zum Kriegsende als Zentrale der Geheimen Staatspolizei genutzt wurde. Ein besonderer Aspekt ist das Hausgefängnis, das sich im Keller des EL- DE Hauses befindet. Die Zellentrakte sind intakt und lassen „in eindrucksvoller Weise etwas von der Angst und dem Schrecken erahnen, die die damals hier Inhaftierten durchleiden mussten.“ Auch die Gedenkstätte ist hier eingerichtet worden. Die regionale Geschichte der Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus wird auf zwei Etagen aufwendig dargestellt und ausgestellt. Dabei haben es sich die Initiatoren zur Aufgabe gemacht die Geschichte in ihrer Gesamtheit darzustellen und nicht nur einzelne Aspekte. Des Weiteren gibt es viele konkrete Beispiele, anhand dessen dargestellt werden soll, wie die Nationalsozialisten damals fungierten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz außerschulischer Lernorte als Ergänzung zum Schulunterricht und stellt das methodische Vorgehen sowie die Literaturgrundlage dar.
2. Definition Außerschulische Lernorte: Dieses Kapitel definiert den Begriff des außerschulischen Lernorts auf Basis der Lernorttheorie und differenziert zwischen primären, institutionellen und sekundären Lernorten.
3. Möglichkeiten und Grenzen für den Geschichtsunterricht: Hier werden die Chancen für situiertes Lernen sowie die Herausforderungen wie erhöhter Organisationsaufwand und planerische Risiken diskutiert.
4. Ein Beispiel: Das EL- DE Haus: Dieses Kapitel dient als konkrete Fallstudie, die Planung, Durchführung (Führung, Gruppenarbeit) und Nachbereitung einer Exkursion in das Kölner NS-Dokumentationszentrum detailliert darlegt.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung des Lernens außerhalb der Schule für die Entwicklung historischer Kompetenzen und den Ausgleich sozialer Defizite zusammen.
Schlüsselwörter
Außerschulische Lernorte, Geschichtsunterricht, EL-DE Haus, Nationalsozialismus, Historische Orte, Gedenkstätte, Exkursion, Lernorttheorie, Didaktik, Methodenkompetenz, Soziales Lernen, Vorbereitungsphase, Nachbereitungsphase, Primärerfahrungen, Erinnerungskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von außerschulischen Lernorten für den Geschichtsunterricht und untersucht, wie diese Lernumgebungen zur Bereicherung des Lernprozesses beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Kategorisierung außerschulischer Lernorte, die didaktische Einbettung in den Unterricht sowie die Analyse von Chancen und Grenzen bei der Durchführung von Exkursionen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Vor- und Nachbereitung der Lernort "außerhalb der Schule" effektiv genutzt werden kann, um Schülern Geschichte als lebendige Realität näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der detaillierten Ausarbeitung eines Praxisbeispiels (EL-DE Haus), das als Modell für eine strukturierte historische Exkursion dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, eine Chancen-Nutzen-Analyse für den Unterricht sowie eine umfassende Darstellung der Planung einer Exkursion in das EL-DE Haus inklusive Vor- und Nachbereitungsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Außerschulische Lernorte, Geschichtsunterricht, EL-DE Haus, Didaktik und historische Orte.
Warum wird das EL-DE Haus in Köln als Modell herangezogen?
Das EL-DE Haus wird gewählt, da es ein vielseitig nutzbares, historisch authentisches Dokumentationszentrum ist, das durch seine Infrastruktur (Bibliothek, Führungsservice) und regionale Relevanz ideale Voraussetzungen für schulisches Lernen bietet.
Welche Rolle spielt die Vor- und Nachbereitungsphase?
Diese Phasen sind laut Autor elementar wichtig, um die Schüler nicht zu überfordern, die erlebten Eindrücke zu reflektieren und sicherzustellen, dass die Exkursion nicht oberflächlich bleibt, sondern in den Unterrichtskontext integriert wird.
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- Anonym (Author), 2013, Vergangenheit real machen. Der Geschichtsunterricht und ausgewählte Außerschulische Lernorte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278045