In der vorliegenden Arbeit werden die Instrumente und Methoden vorgestellt, die ein geplantes Vorgehen beim Qualitätsmanagement erst ermöglichen. Qualitätsentwicklung erfordert wie jede Art von systematischem Vorgehen ein Modell, an dem sich die Projektverantwortlichen orientieren können und die einzelnen Schritte konzipieren.
Das Evaluationsmodell ist für eine pragmatische Projektdurchführung genauso geeignet wie der Ansatz der Aktionsforschung (z.B. Gagel 1995) oder das Marketing-Modell (z.B. Becker 1999). Für welches Modell man sich in der Praxis letztendlich entscheidet, ist auch abhängig von den eigenen Präferenzen. Generell ist es aber so, dass die Modelle einen gezielten und geplanten Ansatz für die Durchführung von Projekt- oder Forschungsvorhaben darstellen.
Aus dem Inhalt:
- Standards
- Konfliktmanagement
- Change management
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Evaluationsmodell
2.1 Auftrag:
2.2 Problemanalyse
2.3 Bestandsaufnahme (Ist-Analyse, erste Selbstbewertung)
2.4 Konzeptionsphase
2.5 Planungsphase
2.6 Implementierungsphase
2.7 Bewertung
3 Standards
4 Dokumentation
5 Konfliktmanagement
6 Change management
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist die Vermittlung professioneller Methoden zur Einführung und Optimierung eines Qualitätsmanagementprogramms (QMP) im Gesundheits- und Sozialwesen, um durch systematische Prozesse die Qualität in der Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.
- Grundlagen des Evaluationsmodells zur pragmatischen Projektdurchführung
- Bedeutung der strukturierten Problemanalyse und Bestandsaufnahme
- Etablierung fachlicher Standards zur Qualitätssicherung
- Methoden des Konfliktmanagements und Change Managements in Veränderungsprozessen
- Integration von Dokumentationssystemen für kontinuierliche Qualitätsverbesserungen
Auszug aus dem Buch
2 Das Evaluationsmodell
In den 70iger Jahren hat sich im Bereich der Implementierung politischer und sozialwissenschaftlicher Programme die Evaluationsforschung durchgesetzt, deren Anliegen in einer methodisch anspruchsvollen Vorgehensweise zur Einführung innovativer Modifikationen in der öffentlichen Verwaltung, Wirtschaft oder in der Politik bestand. Ziel der Evaluation ist es: “politisches-administratives (gesundheitspolitisches-medizinisches) Handeln im Kontext seiner gesellschaftlich-ökonomischen Rahmenbedingungen und Prämissen zu analysieren und über die theoretische und empirische Aufhellung von Abhängigkeiten, interessenselektiven Mechanismen und Handlungsbarrieren aufklärend und gesellschaftsverändernd (innovationsfördernd) zu wirken.” (Wollmann 1997)
Gerade die bereits etablierten Institutionen im Versorgungssystem implizieren eine - auf der Basis kooperationsfähiger Akteure - rationelle und rationale Vernetzung auf der Ebene der Strukturqualität.
Der klientenorientierte Versorgungsprozess (Prozessqualität) wiederum bedarf einiger forschungsrelevanter Zusatzaspekte - wie Diagnose, Therapie, Rehabilitation, Telemedizin, digitale Patientenakte und Pflege -, die auf den derzeitigen Stand der Patientenbedürfnisse und Bedarfe, den Anforderungen an einen kontinuierlichen und vollständigen Krankheitsverlauf abzielen.
Dabei zeigt sich, um dies nochmals herauszustellen, dass die Logik des Forschungsablaufes gewährleistet sein muss, insbesondere die Rückkoppelung zwischen Implementierungs- und Konzeptionsphase. Probleme, Defizite oder unberücksichtigte Aspekte, die in der Implementierungsphase offensichtlich werden, können durch den Rückkoppelungsprozess wiederum eine Modifikation der Konzeption gewährleisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die notwendigen Instrumente und Methoden für ein systematisches Vorgehen bei der Qualitätsentwicklung vor.
2 Das Evaluationsmodell: Hier wird der Prozess der Evaluationsforschung als pragmatisches Modell für die Durchführung von Projektvorhaben erläutert.
3 Standards: Das Kapitel definiert Anforderungen an Standards und beschreibt deren Funktion als objektive Handlungsrichtlinien.
4 Dokumentation: Hier wird die Dokumentation als expliziter Nachweis standardgemäßer Arbeitsweisen und Grundlage für Verbesserungsprozesse dargestellt.
5 Konfliktmanagement: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit von Konfliktmanagement-Ansätzen zur Vermeidung von Blockaden durch persönliche oder hierarchische Konflikte.
6 Change management: Das Kapitel beschreibt Methoden, um Veränderungsprozesse in Organisationen zielgerichtet zu koordinieren und Mitarbeiter aktiv einzubinden.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der vorgestellten Management-Methoden und deren Bedeutung für professionelle Qualitätsprozesse.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Evaluationsmodell, Problemanalyse, Prozessqualität, Strukturqualität, Ergebnisqualität, Standards, Dokumentation, Konfliktmanagement, Change Management, Krankenhaus, Gesundheitswesen, Patientenversorgung, Selbstbewertung, Implementierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Methoden und Strategien zur Einführung und Optimierung eines Qualitätsmanagementprogramms (QMP) im Gesundheits- und Sozialwesen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Evaluationsmodell, die Arbeit mit Standards, eine systematische Dokumentation sowie Ansätze des Konflikt- und Change Managements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Projektverantwortlichen einen pragmatischen Leitfaden an die Hand zu geben, um Qualitätsprozesse in ihrem Unternehmen erfolgreich zu etablieren und zu steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen modellgestützten Ansatz der Evaluationsforschung und integriert Methoden wie Ist-Analysen, Projektgruppenbildung und Change Management.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Phasen der Projektentwicklung – von der Problemanalyse über die Konzeption bis hin zur Bewertung – sowie spezifische Methoden für den Praxisalltag detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Qualitätsmanagement, Evaluationsmodell, Prozessqualität, Standards, Konfliktmanagement und Veränderungsmanagement.
Welche Rolle spielt die Dokumentation für die Qualitätssicherung?
Die Dokumentation dient als expliziter Nachweis der Arbeitsqualität, ermöglicht die Analyse von Defiziten und ist somit eine unabdingbare Basis für kontinuierliche Verbesserungsprozesse.
Warum ist Konfliktmanagement ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements?
Da Qualitätsprojekte oft Ängste und Abwehrhaltungen hervorrufen, ist ein adäquates Konfliktmanagement entscheidend, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten und die Akzeptanz des Projekts zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Dr. phil. Rudolf Kutz (Autor:in), 2005, Methoden des Qualitätsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278219