Zielsetzung der folgenden Arbeit ist es, die grundlegendsten Maße und Verfahren zur Performancemessung von (Aktien-)Portfolios vorzustellen. Einige Kennzahlen sind teilweise auch aus der Aktienbewertung bekannt und können auf Fondsanteile übertragen werden.
In den ersten beiden Kapiteln erfolgt eine Begriffsdefinition. In den folgenden Kapiteln 4 und 5 werden jene klassischen Kennzahlen zur Messung der Performance dargestellt und erklärt, die man als privater Investor bei den zahlreichen Fondsstudien und Fondstests am häufigsten wieder findet. Darauf folgen im letzten Kapitel dieser Arbeit eine Kritik an die klassischen Messverfahren aus ethisch-nachhaltiger Sichtweise, und der Hinweis auf die Möglichkeit der Anwendung von ethischen Kennzahlen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Performance
3. Definition der Performanceanalyse
4. Rendite
4.1 Basisformel der Renditemessung
4.2 Zeitgewichtete Rendite
4.3 Renditeberechnung bei thesaurierenden Investmentfonds
4.4 Behandlung von Ausschüttungen
4.5 Berechnungsmethode der OeKB
4.6 Kritik an die Verfahren der Renditemessung
5. Risiko
5.1 Klassische Risikomaße
5.2 Risikomaße auf Basis der modernen Kapitalmarkttheorie (CAPM)
6. Global Investment Performance Standards (GIPS)
7. Kritik aus ethischer Sicht und mögliche ethische Kennzahlen
8. Studien zur Performancemessung ethisch-nachhaltiger Investmentfonds
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die grundlegenden Maße und Verfahren zur Performancemessung von Portfolios vorzustellen und kritisch zu beleuchten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Einbindung ethisch-nachhaltiger Aspekte liegt. Die zentrale Fragestellung konzentriert sich darauf, wie klassische Kennzahlen für private Investoren interpretiert werden können und inwieweit diese durch ethische Kennzahlen sinnvoll ergänzt werden müssen, um eine ganzheitliche Erfolgsbeurteilung zu ermöglichen.
- Grundlagen der Rendite- und Risikomessung bei Investmentfonds.
- Erläuterung klassischer Performancekennzahlen wie Sharpe-Ratio und Treynor-Ratio.
- Kritische Analyse der modernen Kapitalmarkttheorie aus ethischer Sicht.
- Einführung in ethische Kennzahlen wie EDA, TKey und GCA.
- Empirischer Überblick über Studien zur Performance nachhaltiger Fonds im Vergleich zum Markt.
Auszug aus dem Buch
4. Rendite
„Das mit einer Geldanlage über eine gewisse Zeitdauer hinweg erzielte Ergebnis in Relation zum anfänglich investierten Betrag wird als Rendite bezeichnet.“
Grundsätzlich lassen sich zwei Betrachtungsweisen der Rendite berücksichtigen. Einerseits die gesamte erwirtschaftete absolute Rendite des Fonds und andererseits die relative (aktive) Rendite – jene Rendite des Investmentfonds, die die Benchmark übersteigt. In weiterer Folge wird von der absoluten Rendite ausgegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die grundlegendsten Maße zur Performancemessung von Aktienportfolios vorzustellen und eine ethische Kritik an klassischen Modellen zu formulieren.
2. Definition der Performance: Erläutert die Performance wissenschaftlich als zweidimensionale Maßgröße, die neben der Rendite auch das Risiko zur Erfolgsermittlung heranzieht.
3. Definition der Performanceanalyse: Beschreibt die Aufgaben der Performanceanalyse, insbesondere die Performancemessung zum Vergleich der Attraktivität und die Performanceattribution zur Ursachenanalyse.
4. Rendite: Behandelt die mathematischen Grundlagen und Verfahren zur Renditeberechnung, inklusive Sonderfällen wie thesaurierenden Fonds und der OeKB-Methode.
5. Risiko: Analysiert die theoretischen und praktischen Risikomaße, von der klassischen Volatilität bis hin zu kapitalmarkttheoretischen Modellen wie dem Betafaktor.
6. Global Investment Performance Standards (GIPS): Stellt internationale Regeln zur Performancemessung und -dokumentation vor, um Transparenz und Vergleichbarkeit für Investoren zu schaffen.
7. Kritik aus ethischer Sicht und mögliche ethische Kennzahlen: Übt Kritik an der rein rationalen Betrachtungsweise der Kapitalmarkttheorie und stellt neue Kennzahlen zur Bewertung ethisch-nachhaltiger Geldanlagen vor.
8. Studien zur Performancemessung ethisch-nachhaltiger Investmentfonds: Fasst den Stand empirischer Forschung zusammen, die untersucht, ob nachhaltige Fonds eine Über- oder Underperformance gegenüber traditionellen Anlagen erzielen.
Schlüsselwörter
Performance, Rendite, Risiko, Volatilität, Sharpe-Ratio, Treynor-Ratio, Jensen-Alpha, CAPM, Investmentfonds, Benchmark, Nachhaltigkeit, Ethische Kennzahlen, Portfolio-Management, GIPS, Kapitalmarkttheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Methoden der Performancemessung von Investmentfonds und untersucht kritisch deren Anwendbarkeit auf ethisch-nachhaltige Anlagestrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die mathematische Erfassung von Rendite und Risiko sowie die wissenschaftliche Validierung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Finanzanlagen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Anleger fundierte Werkzeuge zur Leistungsbewertung an die Hand zu geben und aufzuzeigen, wie ethische Werte in die Analyse einfließen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu finanzmathematischen Standardmodellen, wie CAPM, und vergleicht diese mit empirischen Studien zu nachhaltigen Investmentfonds.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Definition von Performance und Risiko, mathematische Berechnungsmethoden und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Modellen in der ethischen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Performancemessung, Kapitalmarkttheorie, Sharpe-Ratio, systematisches Risiko und nachhaltige Investments.
Wie unterscheidet sich die OeKB-Methode bei der Renditeberechnung?
Die OeKB-Methode geht davon aus, dass Ausschüttungen fiktiv wieder in den Fonds investiert werden, wobei sie die Zahl der Fondsanteile erhöht und somit eine vergleichbare Performancemessung ermöglicht.
Warum wird die klassische Normalverteilungshypothese kritisiert?
Kritiker führen an, dass die Normalverteilung die Realität an den Finanzmärkten nicht korrekt abbildet und das tatsächliche Risiko extremer Marktschwankungen systematisch unterschätzt.
Welche Rolle spielen "Ethische Kennzahlen" wie EDA?
Kennzahlen wie der "Ethisch dynamische Anteil" (EDA) dienen als Orientierungshilfe, um das Verhältnis von nachhaltigem zu unproblematischem Volumen innerhalb eines Fonds transparent zu machen.
Was besagen die Ergebnisse der untersuchten Studien zu ethischen Fonds?
Die Ergebnisse zeigen kein einheitliches Bild; die empirische Forschung kann jedoch keine allgemeine Underperformance von nachhaltigen Fonds gegenüber konventionellen Benchmarks nachweisen.
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- Rudi Oberdorfer (Author), 2007, Performancemessung ethisch-nachhaltiger Investmentfonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278285