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Mittelalterliche und moderne Ängste im Vergleich

Mit Beispielen aus der mittelhochdeutschen Epik und der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts

Title: Mittelalterliche und moderne Ängste im Vergleich

Exam Revision , 2013 , 32 Pages

Autor:in: Bachelor Ramona Schilling (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Was sind Emotionen? Woher kommen Sie? Wie haben Sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und Verändert?
Diesen Fragen wird mit Beispielen wie "Erec" oder Kafkas "Verwandlung" erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Thema 2: Modul II: Wissenskulturen und Wissensgeschichte

Was sind Emotionen?

Begrifflichkeit Affekt, Emotion, Gefühl

Emotionalität und Rationalität

Emotion und Rationalität im Mittelalter

Definition der Angst

Phänomenologie der Angst

Grundstruktur der Angst

Biologische und anthropologische Grundlagen

Funktionen der Angst

Einzelne Formen des Angsterlebens

Angst nach Freud

Theologie der Angst

Psychologie der Angst

Muster der psychologischen Angst

Die Funktion der Gefahr

Angst, Umwelt und Organismus in der frühen Neuropsychologie nach Kurt Goldstein

moderne Ängste

moderne Angst allgemein

Angst und Freiheit

Angst vor der Zukunft/Fortschrittsangst

Angst vor dem Altern/Tod

Angst vor allem und jedem

Angst und Evolution

Ängste in Mittelalter und Aufklärung

Mittelalter

vor der Aufklärung: Naturfurcht

Aufklärung

Angst in der Literatur

Mittelalter

Moderne

Regeln der emotionalen Kommunikation zwischen Autoren und Leser

Literaturgeschichte der Angst als Diskurs- und Literaturgeschichte ab ca. 1800

Um 1800: Literarische Angst in der schwarzen Romantik

Um 1900: Die Kulturkritik der Angst

1920: Die Erschütterung

Nach 1945: Existenzialismus und literarische Referenzen auf Krieg, Holocaust und Terror

1970er und 1980er: Ökologie und Geschlechtercodierungen der Angst

Nach 9/11: Alarmbereitschaft, Katastrophenerwartung und Prävention

Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)

Angst als Wirkung der Großstadt

Angst in der Kindheit

Franz Kafka: Die Verwandlung (1869 – 1945)

Die Verwandlung: Ängste

Angst in der mittelhochdeutschen Epik

Hartmann von Aue: Erec

Autor

Inhalt

Der Doppelweg

Doppelte Angst von Enite

Erecs Angst

Vergleich von Erec und Enite

Heinrich von Veldeke: Eneasroman

Autor

Inhalt

Konsequenzen auf drei Ebenen der Narratologie

Ängste im Eneas

Unterweltfahrt

Kampf und Krieg (als „verneinte“ Angst)

Liebe (Dido, Lavinia und Eneas)

Angstdarstellungen in anderen Medien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturhistorische und literarische Entwicklung von Angst im Vergleich zwischen dem Mittelalter und der Moderne. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Ursachen, Funktionen und Ausdrucksformen von Angst durch gesellschaftliche Transformationen – von der religiös geprägten Weltordnung bis zur säkularisierten, technisierten Gegenwart – gewandelt haben.

  • Historischer Wandel der Emotionswahrnehmung und Angstbegriffe.
  • Interdependenz von Emotionalität und Rationalität im Wandel der Zeit.
  • Literarische Angstvermittlung in der mittelhochdeutschen Epik und der Moderne.
  • Existenzielle Ängste und die Rolle der Entfremdung in der Industriegesellschaft.
  • Fallbeispiele: Rilkes "Malte Laurids Brigge" und Kafkas "Die Verwandlung".

Auszug aus dem Buch

Angst in der Kindheit

"die Angst, daß ein kleiner Wollfaden, der aus dem Saum der Decke heraussteht, hat sei, hart und scharf wie eine stählerne Nadel; die Angst, daß dieser kleine Knopf eines Nachhemdes größer sei, als ein Kopf, groß und schwer, die Angst, daß dieses Krümchen Brot, das jetzt von einem Bette fällt, gläsern und zerschlagen unten ankommen würde, und die drückende Sorge, daß damit eigentlich alles zerbrochen sei, alles für immer. Die Angst, daß er nichts sagen könnte, weil alles unsagbar ist, und die anderen Ängste, ...die Ängste." --> Malte hat schon in der Kindheit Angst und kann Erlebnisse nicht erzählen, weil ihm die Kraft fehlt, das erlebte noch einmal zu durchleben (als in der Dunkelheit unter dem Tisch aus der Wand eine Hand entgegenkam, eine größere ungewöhnlich magere Hand", vor der ihm graut)

Zusammenfassung der Kapitel

Was sind Emotionen?: Dieses Kapitel beleuchtet grundlegende Fragen zur Natur von Emotionen und diskutiert kontrovers, ob diese universelle Konstanten oder historisch-kulturelle Konstrukte darstellen.

Begrifflichkeit Affekt, Emotion, Gefühl: Hier werden die terminologischen Abgrenzungen zwischen Affekt, Emotion und Gefühl erörtert, wobei der Fokus auf ihrer jeweiligen philosophischen und psychologischen Herkunft liegt.

Emotionalität und Rationalität: Dieses Kapitel analysiert das historische Spannungsfeld zwischen Verstand und Gefühl, von der antiken Einheit bis hin zur modernen Trennung und gegenseitigen Beeinflussung.

Emotion und Rationalität im Mittelalter: Unter Bezugnahme auf Norbert Elias wird das mittelalterliche Verständnis von Affektkontrolle und die fehlende Trennung von privatem und öffentlichem Körper untersucht.

Definition der Angst: Dieser Abschnitt widmet sich den sprachlichen Wurzeln des Angstbegriffs sowie dessen phänomenologischer Einordnung.

Phänomenologie der Angst: Es werden die verschiedenen Intensitätsstufen und der temporale Charakter der Angst im Spektrum von der Unruhe bis zur Todespanik beschrieben.

Grundstruktur der Angst: Hierbei werden die Ausprägungen Bangnis, Grauen sowie das Zusammenspiel von Angst und Phantasie analysiert.

Biologische und anthropologische Grundlagen: Die Arbeit beleuchtet hier die ursprüngliche Funktion der Angst als Warnsystem zur Selbsterhaltung angesichts sozialer oder existenzieller Gefahren.

Funktionen der Angst: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Angst bei der Verhaltensregulation, ihre Verbindung zur menschlichen Imagination und ihre Bedeutung als "Spielraum der Freiheit".

Einzelne Formen des Angsterlebens: Es erfolgt eine Differenzierung in vitale Todesangst, Raumängste, soziale Ängste und existentielle Ängste.

Angst nach Freud: Die psychoanalytische Perspektive unterscheidet hierbei zwischen Realangst und neurotischer Angst sowie deren Verdrängungsmechanismen.

Theologie der Angst: Die Arbeit untersucht das christliche Weltbild, die Angst als Herrschaftsinstrument und Martin Luthers Konzept der Rechtfertigung.

Psychologie der Angst: Hier werden allgemeine Muster der Angsterfahrung und die frühe Neuropsychologie nach Kurt Goldstein zusammengefasst.

moderne Ängste: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Angstkonstellationen der Moderne, geprägt durch Komplexität, Säkularisierung und Beschleunigung.

Angst und Freiheit: Es wird erörtert, wie persönliche Freiheit in kollektive Strukturen eingebunden wird, um existenzielle Zukunftsangst zu mildern.

Angst vor der Zukunft/Fortschrittsangst: Die Arbeit diskutiert die kritische Ambivalenz des technischen Fortschritts und die wachsende Umweltangst.

Angst vor dem Altern/Tod: Hier wird der Wertewandel in der Produktionsgesellschaft beleuchtet, in der das Altern und der Tod aus dem Alltag verdrängt werden.

Angst vor allem und jedem: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der Medien bei der Erzeugung irrationaler Ängste und die Entstehung von Panikpotenzialen.

Angst und Evolution: Es wird die evolutionäre Bedeutung der Angst als Überlebensinstinkt und ihre Problematik in der modernen Zivilisation dargestellt.

Ängste in Mittelalter und Aufklärung: Dieser Teil vergleicht die religiös motivierten Ängste des Mittelalters mit den neu entstehenden "inneren Ängsten" der Aufklärung.

Angst in der Literatur: Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Angst als zentrales Thema deutscher Literatur seit 1800.

Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910): Eine tiefgehende Analyse von Maltes Konfrontation mit der Großstadt Paris und seiner existentiellen Angst vor dem Ich-Verlust.

Franz Kafka: Die Verwandlung (1869 – 1945): Untersuchung der Motive wie Existenzangst, Ohnmacht und soziales Versagen im Kontext der Kafka'schen Vater-Sohn-Problematik.

Angst in der mittelhochdeutschen Epik: Hier werden die Darstellungsmöglichkeiten von Angst in der Literatur vor 1200 analysiert.

Hartmann von Aue: Erec: Analyse der "Doppelten Angst" bei Enite und der Ehrensorge bei Erec als treibende Kräfte der Handlung.

Heinrich von Veldeke: Eneasroman: Die Arbeit untersucht, wie dieser Epos durch Liebesmonologe und Innenschau den Grundstein für eine psychologische Heldenzeichnung legte.

Ängste im Eneas: Analyse der Angst in der Unterweltfahrt und als "verneinte" Angst im Kampf sowie die Funktion der Liebesangst.

Angstdarstellungen in anderen Medien: Ein kurzer Vergleich zur Bildenden Kunst anhand der Manessischen Liederhandschrift und Edvard Munchs "Der Schrei".

Schlüsselwörter

Angst, Emotion, Rationalität, Mittelalter, Moderne, Literatur, Psychologie, Existenzangst, Fortschrittsangst, Entfremdung, Rilke, Kafka, Erec, Eneas, Phänomenologie

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Phänomens Angst vom Mittelalter bis in die Moderne, sowohl aus kulturhistorischer als auch aus literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zentrale Felder sind die Veränderung von Emotionsregeln, das Spannungsfeld zwischen Emotionalität und Rationalität sowie die Darstellung von Angst in der deutschsprachigen Literatur von der mittelhochdeutschen Epik bis zum Expressionismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Wandlung der Angst von einer oft externen, religiös oder sozial begründeten Größe im Mittelalter hin zu einer internalisierten, diffusen existentiellen Erfahrung der Moderne aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der kulturhistorische Analysen (nach Elias) mit psychologischen Theorien (nach Freud) und literaturwissenschaftlichen Interpretationen kombiniert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil behandelt die Definition und Phänomenologie der Angst, ihre theologische und psychologische Einordnung, sowie detaillierte Fallanalysen literarischer Texte wie "Malte Laurids Brigge" und "Die Verwandlung".

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Angst, Existenzangst, Literatur, Mittelalter, Moderne, Entfremdung und psychologische Innenschau sind die prägenden Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die "Angst" bei Enite und Erec im Roman "Erec"?

Während Enites Angst primär durch Selbstaufgabe und Sorge um den Ehemann geprägt ist, resultiert Erecs Angst aus der Sorge um seine gesellschaftliche Ehre und die Vermeidung von Schande.

Warum spielt die Unterweltfahrt im "Eneasroman" eine besondere Rolle für das Verständnis von Angst?

Die Unterweltfahrt dient als Indikator dafür, dass Eneas eine menschliche Reaktion auf das Unbekannte zeigt, wobei die Angst als Signal fungiert, dass der Held den vertrauten Bereich verlässt.

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Details

Title
Mittelalterliche und moderne Ängste im Vergleich
Subtitle
Mit Beispielen aus der mittelhochdeutschen Epik und der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts
College
University of Tubingen
Author
Bachelor Ramona Schilling (Author)
Publication Year
2013
Pages
32
Catalog Number
V278545
ISBN (eBook)
9783656711070
ISBN (Book)
9783656712275
Language
German
Tags
mittelalterliche ängste vergleich beispielen epik literatur jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor Ramona Schilling (Author), 2013, Mittelalterliche und moderne Ängste im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278545
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