Körperbildveränderungen bei querschnittgelähmten Menschen


Hausarbeit, 2013

17 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstrakt
Hintergrund
Ziel
Methode
Ergebnisse

Abstract english
Background
Aim
Method
Results

1 Einleitung

2 Background

3 Methodik
3.1 Literaturrecherche
3.1.1 Suchstrategie
3.1.2 Beschreibung eingeschlossener Studien
3.2 Methodik der Studien
3.2.1 Studiendesign
3.2.2 Datenerhebung
3.2.3 Datenanalyse
3.2.4 Ethische Aspekte
3.3 Gütekriterien der Studien

4 Ergebnisse
4.1 Sich nicht anschauen und berühren wollen
4.2 Soziale Isolation
4.3 Selbstvertrauen
4.4 Rollstuhl

5 Diskussion und Ausblick

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstrakt

Hintergrund

In Deutschland leben schätzungsweise 100.000 Menschen mit einer Querschnittlähmung. Die Gründe hierfür sind sehr vielfaltig und erstrecken sich von Unfällen bis hin zu Tumorerkrankungen. Eine Querschnittlähmung bedeutet für den Betroffenen einen großen Einschnitt in seinem alltäglichem Leben und geht mit zahlreichen Veränderungen und Umstellungen ein her.

Ziel

Um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten muss zunächst der Einfluss der Erkrankung auf das Leben der Betroffenen verstanden werden. Es ist die Frage zu klären, welche Einschränkungen oder Veränderungen querschnittgelähmte Menschen erleben und was diese in der Konsequenz für die Pflege bedeuten.

Methode

Die Untersuchung erfolgt auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche in den Datenbanken Pubmed, Carelit, Medpilot und Cinahl mit den Schlagwörtern spinal cord injury, body image, quality study. Es werden drei Studien vergleichend ausgewertet.

Ergebnisse

Querschnittgelähmte Menschen erleben vielfältige Einschränkungen und psychische Belastungen durch veränderte Körperfunktionen und veränderte Identitäten. Die Bewältigungsstrategien reichen von sich krank fühlen bis zur Umdeutung des Lebens und einer damit verbundenen neuen Lebensausrichtung.

Für die Pflege gilt es diesen Prozess zu erkennen und querschnittgelähmte Menschen empathisch zu begleiten und zu unterstützen.

Abstract english

Background

In Germany approxymately 100.000 people living with spinal cord injury. The reasons for this diverse a lot and extend from accidents to tumor diseases. Paraplegia means for the persons concerned a large incision in their everyday life and goes along with numerous changes and adjustments .

Aim

There is a need to understand the impact on life situation to assure a good treatment. The aim of this review is to answer the question, which disabilities or changes paraplegic people get to know and what they mean to nursery.

Method

The investigation is based on a comprehensive literature search of the databases PubMed, Carelit, MedPilot and CINAHL using the key words spinal cord injury, body image, quality study. There are three studies evaluated and analysed.

Results

People with a paraplegic experience a variety of restrictions and mental burdens by altered bodily functions and a changing identity. The coping strategies differs from feeling sick to the reinterpretation of life and related new lifestyle.

Important for the nursery is to identify the process and to accompany and support those people emphatically.

1 Einleitung

Der Eintritt einer Querschnittlähmung ist ein dramatisches Ereignis. Kommt es zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall dazu, ist oft eine notfallmedizinische Behandlung am Unfallort notwendig. Der Betroffene wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo die frakturierte oder luxierte Wirbelsäule zunächst chirurgisch stabilisiert und das Rückenmark entlastet wird. Darauf folgt eine oft Monate dauernde Rehabilitation in spezialisierten stationären Einrichtungen, bei denen es darum geht, vertraute Aktivitäten des täglichen Lebens, die plötzlich nicht mehr in gewohnter Weise durchgeführt werden können, neu zu erlernen. Dies ist ein sehr schwieriger und ungewohnter Prozess für jeden Menschen. Ist die Rehabilitation abgeschlossen, so muss der Betroffene den Alltag wieder aufnehmen und versuchen alle Veränderungen durch die Querschnittlähmung zu akzeptieren und zu integrieren.

Es stellt sich hierbei nun die Frage: Was istüberhaupt eine Querschnittlähmung und welche Auswirkungen hat sie auf das Leben der Betroffenen?

Bei einer Querschnittlähmung kommt es zur Unterbrechung (Läsion) der motorischen und sensiblen Bahnen im Rückenmark sowie zu einer Zerstörung von Nervenzellen am Ort der Verletzung und deren Umgebung (vgl. Haas, 2012, S. 27f). Dies äußert sich im Ausfall der Bewegungsfähigkeit der Muskulatur und der Sensibilität unterhalb der Verletzung und einer Störung des autonomen Nervensystems (vgl. Haas, 2012, S.28). Diese Symptome werden vom Patienten unmittelbar nach der Verletzung wahrgenommen. Der Patient merkt zum Beispiel, dass er seine Beine nicht mehr bewegen kann und damit seine sensiblen Funktionen gestört sind.

Querschnittlähmungen werden in zwei große Gruppen eingeteilt: die Paraplegien und die Tetraplegien.

Bei einer Paraplegie liegt die Schädigung des Rückenmarks auf Höhe des Brust- oder Lendenmarks, bei einer Tetraplegie auf Höhe des Halsmarks (vgl. Hass, 2012, S.28). Die Läsionshöhe wird aufgrund des untersten noch intakten neurologischen Segments bestimmt. Bei einer Paraplegie sind die unteren Extremitäten (beide Beine) und Teile des Rumpfes von der Lähmung betroffen. Bei einer Tetraplegie sind zusätzlich die oberen Extremitäten (beide Arme) betroffen. Mit steigender Höhe der Lähmung sind immer mehr Muskeln der Arme betroffen (vgl. Haas, 2012, S. 28ff).

Komplette oder inkomplette Lähmungen unterscheidet man heute nach den Kriterien der ASIA (American Spinal Injury Association) an der Sensibilität rund um den Darmausgang (perianale Sensibilität) (vgl. Haas, 2012, S.29).

Sind in den perianalen Segmenten S4 und S5 noch Berührungsempfindung oder Schmerzempfindung vorhanden, und/oder besteht eine willkürliche Analkontraktion, bezeichnet man die Lähmung als inkomplett (vgl. Haas, 2012, S. 30).

Besteht unterhalb des neurologischen Niveaus partielle Sensibilität oder Motorik, wird dies als Zone mit teilweise erhaltener Funktion (Präservation) bezeichnet (vgl. Haas, 2012, S.30f). Diese Restfunktionen können manchmal funktionell ausgenützt werden (z.B. für den Transfer vom Rollstuhl ins Bett usw.).

Eine Querschnittlähmung beeinträchtigt also die Motorik und Sensibilität der jeweils betroffenen Körperpartien wie auch die Funktion der inneren Organe (vgl. Haas, 2012, S.25). Das bedeutet, dass viele querschnittgelähmte Menschen nicht mehr stehen und laufen können, ihren Körper nicht mehr in gewohnter Art und Weise wahrnehmen können und nicht mehr in der Lage sind, die Urin- und Stuhlausscheidung zu kontrollieren (vgl. Haas, 2012, S.25). Bei querschnittgelähmten Menschen, bei denen die Verletzung im Halsbereich eintritt, sind auch die Arme und Hände betroffen. Die bedeutet, dass die Hände nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr zum Greifen benutzt werden können. Was bedeutet das also demnach im Alltag? Hohe querschnittgelähmte Menschen sind also nicht mehr in der Lage sich selbst die Nase zu putzen, eine Tasse Kaffee oder Tee einzuschenken oder jemandem die Hand zu reichen (vgl. Haas, 2012, S.25). Sie benötigen in fast allen alltäglichen Dingen Hilfestellung.

2 Background

Mit Eintritt einer Querschnittlähmung erfährt der Betroffene zahlreiche Veränderungen an seinem Körper und wird besonders in der Frühphase der Erstrehabilitation unweigerlich mit diesen Veränderungen und den damit verbundenen Funktionsdefiziten konfrontiert. Einige Funktionen kommen, je nach Ausmaß der Rückenmarksschädigung, nach dem Abklingen des spinalen Schocks zurück. Andere lassen sich eventuell trainieren und benötigen mehr Zeit zur Rekonvaleszenz, andere sind jedoch für immer verloren (vgl. Haas, 2012, S.288).

Der Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper ist für jeden Menschen eine sehr traumatische Erfahrung und hat sehr stark vom eigenen Köperbild und der Selbstwahrnehmung abhängende Auswirkungen. Es stellt sich hierbei nun die Frage: Wie stellt sich das individuelle Körperbild dar?

Das Körperbild umfasst die Art und Weise, in der sich ein Mensch selbst sieht und glaubt, von anderen gesehen zu werden (vgl. Haas, 2012, S. 287). Nach Smith (1984) hat jeder ein Bild von sich selbst, das von Geburt an vorhanden ist und sich im Laufe des Lebens weiterentwickelt. Dabei spielen Umweltfaktoren und gesellschaftliche Werte eine entscheidende Rolle (vgl. Taleporos &McCabe, 2002, S.971).

Price (1990) beschreibt in seinem „Body Image Model“ drei gleichwertige Komponenten, die untereinander in Verbindung stehen und das Körperbild ausmachen:

- body reality (Körperrealität) ist der Anteil, der den menschlichen Körper objektiv mit seinen Fähigkeiten und Defiziten darstellt. Es ist sozusagen eine Bestandsaufnahme, die durch Alterungsprozesse oder Krankheiten beeinflusst werden kann. Die Körperwirklichkeit ist, abhängig von jedem einzelnen, mehr oder weniger weit vom Körperideal entfernt (vgl. Haas, 2012, S.287).
- body ideal (Körperideal) ist demgegenüber eine idealisierte Idee, ein Bild in der Vorstellung eines jeden Individuums, wie der Körper optimalerweise beschaffen sein sollte. Sowohl kulturelle als auch soziologische Einflüsse prägen das subjektive Idealbild mit Normen aus den Medien und der Gesellschaft (vgl. Haas, 2012, S.287).
- body presentation (Körperpräsentation) beschreibt Price als vermittelnde

Komponente in der Diskrepanz zwischen body reality und body ideal. Es ist demnach die Präsentation des Körpers gemeint, die zumindest teilweise von jedem einzelnen beeinflusst werden kann (vgl. Haas, 2012, S.288).

3 Methodik

Um die Erlebenswelt der betroffenen Männer zu untersuchen, wurden Studien gesucht, die in der Tradition des von Blumer (1938) geprägten Begriffs des symbolischen Interaktionismus den subjektiven und individuellen Sinnzuschreibungen nachzugehen versuchen (vgl. Flick, 2010, S. 81ff). Blumer formuliert in diesem Zusammenhang folgende Prämissen:

„Die erste Prämisse besagt, daß (sic) Menschen `Dingen“ gegenüber auf der Grundlage von Bedeutungen handeln, die diese Dinge für die besitzen(...). Die zweite Prämisse besagt, daß (sic) die Bedeutung solcher Dinge aus der sozialen Interaktion, die man mit seinen Mitmenschen eingeht, abgeleitet ist oder aus ihr entsteht. Die dritte Prämisse besagt, daß (sic) diese Bedeutungen in einem interpretativen Prozeß (sic), den die Person in ihrer Auseinandersetzung mit den ihr begegnenden Dingen benutzt, gehandhabt und abgeändert werden“ (Blumer, 1973, S. 81 zitiert nach Flick, 2010, S. 83).

Aus dieser Grundannahme resultiert die Konsequenz, dass zentraler Ansatzpunkt der

Forschung die Erkenntnis darüber ist, welchen subjektiven Sinn Individuen ihren Handlungen und ihrer Umwelt beimessen und welche Bedeutung sie Gegenständen, Ereignissen oder Erfahrung zukommen lassen (vgl. Flick, 2010, S.82f).

3.1 Literaturrecherche

Das Review erfolgt nicht als systematisches Review sondern ist auf drei Studien beschränkt. Da sich das Thema der vorliegenden Hausarbeit mit dem Erleben der Krankheit beschäftigt, wurde auf qualitative Studien fokussiert. Es wurde in den Datenbanken MEDPILOT, PubMed, CINAHL und CARELIT eine Literaturrecherche zum Thema durchgeführt.

3.1.1 Suchstrategie

Die Schlagwörter, die bei der systematischen Suche ohne zeitliche Eingrenzung benutzt wurden, waren Kombinationen von: spinal cord injury, body image, quality of life, quality study. Lediglich Studien und Veröffentlichungen, die mit einem Abstract gelistet waren und zwei der Schlagwörter beinhalteten wurden in die Analyse mit aufgenommen. Für die Datenbank MEDPILOT ergaben sich 11 Treffer, für die Datenbank CINAHL drei Treffer. PubMed listet 68 Treffer. Für die deutschsprachige Literaturdatenbank CARELIT ergaben sich zunächst keine Treffer. Bei Ausweitung auf das alleinige Schlagwort Querschnittlähmung zeigten sich 58 Treffer, von denen drei Treffer qualitative Studien waren.

3.1.2 Beschreibung eingeschlossener Studien

Die Studien sollen sowohl einen Zeitraum kurz nach Diagnosestellung als auch eine Langzeitperspektive abdecken und unterschiedliche Therapiebehandlungen aufführen. Im Hintergrund steht dabei die Frage, ob sich bei unterschiedlicher Krankheitsdauer veränderte Sichtweisen ergeben. Auf Grundlage der oben dargestellten methodischen Überlegungen werden Studien gesucht, die als Datenerhebungsmethode ein Gespräch in Form von Leitfadeninterview oder Diskussion wählen. Dabei soll in der Einleitungsfrage dem Gesprächspartner größtmöglicher Spielraum hin zu einem narrativen Erzählen gegeben werden. Gewünscht ist dadurch ein erhöhter Grad an Authentizität.

Die Literaturauswertung umfasst drei Studien, die eine ausreichende methodische Güte aufweisen. Sie sichten zudem hinreichend die relevante Hintergrundliteratur und beschreiben eine Forschungslücke. Im Folgenden werden die Studien kurz vorgestellt:

Eine Studie befasst sich mit den Auswirkungen einer Querschnittlähmung auf das Körperbild und die damit verbundenen körperlichen Behinderungen (Georg Taleporos & Marita McCabe 2002).

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit Interpretationen von Patientenerzählungen aus dem direkten Zeitraum der Erkenntnis querschnittgelähmt zu sein (Vibeke Lohne, 2008).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Körperbildveränderungen bei querschnittgelähmten Menschen
Hochschule
Hochschule Bochum
Note
1.0
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V278812
ISBN (eBook)
9783656716136
ISBN (Buch)
9783656715887
Dateigröße
864 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körperbildveränderungen, menschen
Arbeit zitieren
Samira Rubel (Autor), 2013, Körperbildveränderungen bei querschnittgelähmten Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278812

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