Durch mein "Zigeunerleben", eine Karriere, die mich von Deutschland nach Canada, Amerika und schließlich Japan geführt hat, wurde ich immer wieder zu Vergleichen, "Blicken über meine jeweiligen Grenzen", stimuliert, die ich in mehreren Essays beschrieb, jedoch nicht publiziert habe. Diese Aufsatzsammlung ist hauptsächlich für Kollegen geschrieben, denen es ähnlich erging, aber auch für "Geisteswissenschaftler", die wie ich gelegentlich oder sogar häufig über die Grenzen ihres jeweiligen Arbeitsgebietes hinausschauen. Es ist zugleich eine Abschiedsgeste an die, deren Publikationen mich immer wieder zum Nachdenken angeregt haben.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
DER BLICK ÜBER DIE GRENZE
ÜBER DIE NOTWENDIGKEIT VON STRUKTUR IN KUNST.
REFLEXION ÜBER ABSTRAKTE KUNST
WORAN ICH GLAUBE
ÜBER DEN AUTOR
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, deutsche Literatur und Kunst im globalen Kontext zu verorten, den Wert von Struktur in der Ästhetik zu begründen und persönliche philosophische sowie religiöse Überzeugungen des Autors einer kritischen Reflexion zu unterziehen.
- Vergleichende Analyse westlicher und nicht-westlicher Literaturen
- Strukturtheoretische Untersuchung von Kunstwerken
- Kritik an der abstrakten Kunst und deren Entwicklung
- Philosophische Auseinandersetzung mit Determinismus und Willensfreiheit
- Die Rolle der Religion als kulturelles Phänomen
Auszug aus dem Buch
DER BLICK ÜBER DIE GRENZE
Wer sich die Unbefangenheit des Fragens bewahrt hat (wie einige unser besten Studenten), mag gelegentlich von einem hochspezialisierten Forschungsprojekt aufschauen und sich klar zu machen suchen, wie unsere deutsche Literatur im Zusammenhang der “Weltliteratur” steht, wodurch sie sich von dem unterscheidet und abgrenzen lässt, was in der übrigen Welt als Dichtung produziert wurde. (Ich sage “wurde”, weil wir hier von der neuesten Entwicklung, etwa nach dem letzten Weltkrieg, absehen müssen).
Eine solche “globale” Frage jagt uns zuerst geradezu einen Schreck ein. Sie mutet uns naiv an und ihre Beantwortung hoffnungslos. – Es empfiehlt sich, sie in zwei zu teilen, nämlich in die, wie sich die deutsche Literatur von der “westlichen”, bzw. “abendländischen” (also der Europas und Amerikas) unterscheidet, - und in die, wie wiederum die letztere von den voll entwickelten Literaturen anderer Hochkulturen abgegrenzt werden kann.
Die erste Frage ist schwerer zu beantworten, als die zweite, obwohl man sich mit ihr häufiger beschäftigt hat (zumeist indirekt in kulturkundlichen Werken). Der Grund dafür liegt in der größeren Verwobenheit und gegenseitigen Beeinflussung der westlichen Literaturen, die nationale Eigenheiten oft verwischt.
Die Kulturverbindungen mit den asiatischen, afrikanischen und mohammedanischen Kulturen haben sich dagegen viel stärker in den bildenden und dekorativen Künsten abgespielt. Den eigenartigsten Fall der Abkapselung einer hochentwickelten asiatischen Kultur bis in die Neuzeit bietet Japan, weshalb uns die japanische Literatur als Hauptvergleichsmoment für die Beantwortung der zweiten Frage dienen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
VORWORT: Der Autor erläutert seine Motivation zur Veröffentlichung dieser Essays, die aus einem Leben zwischen verschiedenen Kulturen entstanden sind.
DER BLICK ÜBER DIE GRENZE: Eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die den deutschen "introvertierten" Charakter von anderen westlichen und asiatischen Literaturen abgrenzt.
ÜBER DIE NOTWENDIGKEIT VON STRUKTUR IN KUNST.: Definition und Erläuterung des Strukturbegriffs in der Kunst als notwendige Bezogenheit verschiedener Schichten eines Werkes.
REFLEXION ÜBER ABSTRAKTE KUNST: Eine kritische Untersuchung des Abstraktionsprozesses in der Kunst, der bis zur "gegenstandslosen" Kunst reicht und dessen Risiken der Sinnentleerung beleuchtet werden.
WORAN ICH GLAUBE: Eine persönliche philosophische Rechenschaftslegung des Autors über Fragen der Religion, des Determinismus und der Willensfreiheit.
ÜBER DEN AUTOR: Kurzbiografie von Wolfgang Victor Ruttkowski und seinem akademischen Hintergrund.
Schlüsselwörter
Deutsche Literatur, Weltliteratur, Strukturtheorie, Abstrakte Kunst, Ästhetik, Literaturtheorie, Determinismus, Willensfreiheit, Religionsphilosophie, Kulturvergleich, Japanische Literatur, Ontologische Schichten, Kunstpsychologie, Idealismus, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst eine Sammlung von Essays, die sich mit literaturwissenschaftlichen, ästhetischen und philosophischen Fragestellungen auseinandersetzen, insbesondere im Hinblick auf den Vergleich zwischen westlichen und östlichen kulturellen Prägungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der komparativen Literaturwissenschaft, der Strukturästhetik, der Kunstkritik hinsichtlich Abstraktion sowie einer philosophischen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Glauben und Schicksal.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Blick über gewohnte Fachgrenzen hinaus zu schärfen und die Einzigartigkeit des kulturellen Erbes sowie die Bedingungen von Kunst und menschlicher Existenz zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende, kulturwissenschaftliche und ästhetisch-theoretische Methode angewandt, die durch ontologische Schichtenmodelle und philosophische Reflexion untermauert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung der deutschen Literatur, der Notwendigkeit von Struktur für die Qualität von Kunst sowie einer tiefgreifenden Kritik an der gegenstandslosen modernen Kunst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Literaturvergleich, Strukturästhetik, Abstraktion, Determinismus, Willensfreiheit und Religionsphilosophie charakterisiert.
Warum lehnt der Autor den Begriff der "Willensfreiheit" ab?
Der Autor argumentiert deterministisch: Er sieht Handlungen, Gedanken und Entschlüsse als innerhalb der Persönlichkeit determiniert an und betrachtet die Willensfreiheit als eine Fiktion westlichen Denkens.
Wie bewertet der Autor die gegenstandslose Kunst?
Er kritisiert die gegenstandslose Kunst als eine Form, die bei extremer Ausprägung den Sinn verliert und bei der sowohl die künstlerische Gestalt als auch der Gehalt zugunsten eines rein formalen, oft "akademischen" Zufalls verkümmern.
- Citation du texte
- Dr. Wolfgang Ruttkowski (Auteur), 2014, Der Blick über die Grenze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278846