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Rechtsstaatsgarantien im europäischen Kartellrecht

Titre: Rechtsstaatsgarantien im europäischen Kartellrecht

Essai Scientifique , 2014 , 7 Pages

Autor:in: André Morgenstern (Auteur)

Droit - Droit civil / Droit commercial, Droit des sociétés, Droit des cartels, Droit des affaires
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Die Entscheidungspraxis der Kommission in Kartellsachen verstößt – insbesondere im Hinblick auf das Bußgeldverfahren gemäß Art. 23 VO 1/2003 – gegen elementare Rechtsstaatsgarantien. Der nachfolgende Beitrag zeigt, inwieweit einzelne rechtsstaatliche Grundsätze zu Gunsten wettbewerbspolitischer Erwägungen bewusst aufgeweicht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Rechtsnatur der Geldbuße

1. Auffassung des EuGH

2. Auffassungen in der Literatur

3. Stellungnahme

III. Ausgewählte Problemkreise

1. Gesetzlichkeitsprinzip

a) Vorbehalt des Gesetzes

b) Bestimmtheitsgrundsatz

aa) Art. 23 VO 1/2003

bb) Bußgeldleitlinien der Kommission

cc) Aktuell: BGH, KRB 20/10 – Grauzement

c) Rückwirkungsverbot

2. Ne bis in idem

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die aktuelle Entscheidungspraxis der Europäischen Kommission in Kartellsachen – insbesondere im Bußgeldverfahren gemäß Art. 23 VO 1/2003 – gegen grundlegende Rechtsstaatsgarantien verstößt und ob diese zugunsten wettbewerbspolitischer Erwägungen aufgeweicht werden.

  • Rechtsnatur der kartellrechtlichen Geldbuße
  • Gesetzlichkeitsprinzip und Vorbehalt des Gesetzes
  • Bestimmtheitsgrundsatz bei Bußgeldentscheidungen
  • Rückwirkungsverbot und Rechtssicherheit
  • Verbot der Doppelbestrafung (ne bis in idem)

Auszug aus dem Buch

1. Auffassung des EuGH

Der EuGH hat sich zur Rechtsnatur der Geldbuße noch nicht explizit geäußert. Er lässt diese Entscheidung in der Rechtssache Lafarge ausdrücklich offen. Dennoch gibt es Indizien, dass der EuGH die Geldbuße in erster Linie dem Verwaltungsrecht zuordnet. So bezeichnet er das Bußgeldverfahren in den Rechtssachen Internationales Chininkartell und Consten/Grundig explizit als Verwaltungsverfahren und stellt in der Rechtssache Käserei Champignon klar, dass das Bußgeld der wirksamen Durchsetzung des Gemeinschaftsrechts und der Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Verwaltung diene.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob Geldbußen im europäischen Kartellverfahren einen strafrechtlichen Charakter aufweisen und welche verfahrensrechtlichen Garantien daraus für Unternehmen resultieren.

II. Rechtsnatur der Geldbuße: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Ansichten zur Einordnung der Geldbuße zwischen reinem Verwaltungsrecht, strafrechtlicher Natur oder einer Einordnung als Maßnahme „sui generis“.

III. Ausgewählte Problemkreise: Dieses Kapitel prüft kritisch, wie das Gesetzlichkeitsprinzip (einschließlich Bestimmtheitsgrundsatz und Rückwirkungsverbot) sowie das Verbot der Doppelbestrafung im Kontext der Kommissionspraxis angewendet werden.

IV. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Rechtsstaatsgarantien zugunsten einer effektiven Abschreckung aufgeweicht werden, und fordert eine präzisere gesetzliche Regelung.

Schlüsselwörter

Europäisches Kartellrecht, Geldbuße, Rechtsstaatsgarantien, Art. 23 VO 1/2003, Bußgeldbemessung, Gesetzlichkeitsprinzip, Bestimmtheitsgrundsatz, Rückwirkungsverbot, Ne bis in idem, Europäische Kommission, Wettbewerbspolitik, Europäischer Gerichtshof, Sanktionen, Rechtssicherheit, Kartellverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Vereinbarkeit der Bußgeldpraxis der Europäischen Kommission im Kartellrecht mit elementaren rechtsstaatlichen Grundsätzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Rechtsnatur von Geldbußen, das Gesetzlichkeitsprinzip, das Rückwirkungsverbot sowie das Verbot der Doppelbestrafung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, ob und inwieweit rechtsstaatliche Garantien durch die Kommission zugunsten wettbewerbspolitischer Ziele bewusst aufgeweicht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine rechtsdogmatische Analyse unter Auswertung aktueller Rechtsprechung des EuGH und der Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkrete Anwendung des Gesetzlichkeitsprinzips, die Problematik der Bußgeldleitlinien und die Grenzen der Doppelbestrafung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Kartellbußgeld, Rechtsstaatsgarantien, Vorhersehbarkeit, Sanktionen und Europäisches Wirtschaftsrecht.

Wie bewertet der Autor die Bußgeldleitlinien der Kommission?

Er kritisiert diese als mangelhaft in der Bestimmtheit und Transparenz, was dazu führe, dass die Bußgeldbemessung oft als unvorhersehbare „Lotterie“ wahrgenommen wird.

Was fordert der Autor als Konsequenz für die Zukunft?

Er fordert eine klare primärrechtliche Regelung der Bußgeldbemessung durch den Unionsgesetzgeber, statt diese dem weitgehend freien Ermessen der Kommission zu überlassen.

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Résumé des informations

Titre
Rechtsstaatsgarantien im europäischen Kartellrecht
Université
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Cours
keine
Auteur
André Morgenstern (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
7
N° de catalogue
V278886
ISBN (ebook)
9783656718482
ISBN (Livre)
9783656719243
Langue
allemand
mots-clé
rechtsstaatsgarantien kartellrecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
André Morgenstern (Auteur), 2014, Rechtsstaatsgarantien im europäischen Kartellrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278886
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