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Die Karte im Unterricht. Geschichtskarten und ihr Einsatz im Anfangsunterricht

Título: Die Karte im Unterricht. Geschichtskarten und ihr Einsatz im Anfangsunterricht

Tesis (Bachelor) , 2014 , 59 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Eric Buchmann (Autor)

Didáctica - Historia
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Die Karte ist „ein Stiefkind des Geschichtsunterrichts.“ Ist sie das?
Karten spielten eine wichtige Rolle für den Geschichtsunterricht, als es das Fach noch nicht einmal gab. „So ist bekannt, dass schon der berühmte kartographisch gebildete Theologe Philipp Melanchthon Wandkarten für seine Vorlesungen fertigen ließ.“ Karten dienten bereits damals der Veranschaulichung der Theorie des oft als abstrakt und trocken empfundenen Stoffes. Sie waren eine willkommene visuelle Abwechslung zu den Texten, die der kundige Schüler oder Student sonst bekam.
Mit dem Aufkommen des Faches Geschichte – am Anfang im Verbund mit der Geographie(!) – spielten Karten weiterhin eine herausragende Rolle und es begann seit dem 19. Jahrhundert die „systematische Erarbeitung von Schulgeschichtskarten und Schulgeschichtsatlanten, die bald zu unverzichtbaren Medien für historisches Lernen wurden.“ Es entwickelte sich eine eigene Kartenkultur im Verbund mit dem Geschichtsunterricht.
Heute wird sie sooft verwendet, dass sie bisweilen als originelles Medium gar nicht mehr wahrge-nommen wird. Sie gehört zum Geschichtsunterricht wie das Skelettmodell zur Biologie oder der Spannungsmesser zur Physik. Beinahe, könnte man meinen, ist die Karte zur unvermeidlichen Grundausstattung geworden, zum Inbegriff des Geschichtsunterrichts per se.
Dennoch: Viele Schüler und Lehrer arbeiten nur widerwillig mit ihr. Zu unübersichtlich, zu abstrakt, zu altmodisch kommt sie daher. So unvermeidlich wie sie im Unterricht ist, so einfallslos und langweilig wirkt sie auf Viele. Also doch ein „Stiefkind des Geschichtsunterrichts“?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Karten in der Geschichtsdidaktik

2.1 „Mental Maps“

2.2 Historische Karten und Geschichtskarten

2.3 Kartenklassifikation

2.4 Darstellungselemente

2.5 Methoden des Kartenlesens

3. Karten im Geschichtsunterricht

3.1 Lernpsychologische Voraussetzungen

3.2 Kartenarbeit in Klasse 5 – Einführung und erste Anleitung

3.2.1 Karteneinsatz am Beispiel: Mit Alexander dem Großen bis ans Ende der Welt?

3.3 Kartenarbeit in Klasse 6 – Aufbau von Kartenkompetenz

3.3.1 Karteneinsatz am Beispiel: Unterwegs mit Reisekönig Karl dem Großen

3.4 Kartenarbeit in Klasse 7 bis 10 – Ein Ausblick

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich der Herausforderung, Geschichtskarten als lebendiges und handlungsorientiertes Medium im Anfangsunterricht der Klassen 5 und 6 zu etablieren. Das primäre Ziel besteht darin, den Mythos der "verstaubten" Geschichtskarte zu widerlegen und Lehrkräften einen Leitfaden an die Hand zu geben, wie durch gezielte, schrittweise Anleitung eine nachhaltige Kartenkompetenz bei Schülerinnen und Schülern aufgebaut werden kann, um Geschichte plastisch und fassbar zu machen.

  • Theoretische Einordnung der Karte in die Geschichtsdidaktik und Abgrenzung von historischen Karten und Geschichtskarten.
  • Analyse lernpsychologischer Voraussetzungen für den effektiven Karteneinsatz im Anfangsunterricht.
  • Praktische Erprobung handlungsorientierter Methoden anhand konkreter Unterrichtsentwürfe (Alexander der Große & Karl der Große).
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Kartenkritik und -analyse in der Sekundarstufe.
  • Entwicklung von Strategien zur Förderung der Kartenprogression bis zur zehnten Klasse.

Auszug aus dem Buch

Die Wandkarte

Die ständige, kaum übersehbare Präsenz der Wandkarte macht das Medium Karte zu einem wahren Erlebnis, ganze Wände lassen sich eindrucksvoll damit tapezieren. Als permanenter Begleiter im Unterricht, nichts, was einfach zugeklappt oder weggelegt werden kann, thront sie stets ehrfürchtig über der Klasse. Die löchrige, ramponierte Wandkarte auf dem brüchigen Kartenständer ist eines der eindrücklichsten Symbole des Geschichtsunterrichts. Wie aus grauer Vorzeit stammend spannt sie sich vor den Schülern auf, die meist nervös auf die vertraute Frage des Lehrers warten: „Kannst du das mal an der Karte zeigen?“ Dennoch müssen sich Lehrer seit einiger Zeit damit abfinden, dass die Wandkarte immer seltener wird. „Das hat verschiedene Gründe: die Zunahme und Verbesserung der Schulbuchkarten, die Konkurrenz der Transparentkarten, den hohen Anschaffungspreis und die relativ aufwendige Handhabung.“ Im Zeitalter des offenen Unterrichts passt sie kaum mehr in die Klasse, denn im Gegensatz zu Schulbuchkarten, mit denen sich problemlos auch Einzel- und Gruppenarbeit durchführen lässt, erfordert die Wandkarte stets einen „lehrerzentrierten Frontalunterricht.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert das Image der Geschichtskarte als "Stiefkind" des Unterrichts und legt dar, wie durch falsche Anwendung Langeweile entsteht und durch handlungsorientierte Konzepte widerlegt werden kann.

2. Karten in der Geschichtsdidaktik: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es die Bedeutung von mentalen Karten, die Klassifikation von Kartenarten und -typen sowie die grundlegenden Elemente und Interpretationstechniken erläutert.

3. Karten im Geschichtsunterricht: Der Schwerpunkt liegt hier auf der praktischen Umsetzung und den lernpsychologischen Grundlagen, illustriert durch Unterrichtsentwürfe zur Einführung der Kartenarbeit in Klasse 5 und 6.

4. Zusammenfassung: Hier wird resümiert, dass Karten unverzichtbare Visualisierungsmittel bleiben, sofern sie den Stellenwert einer Kulturtechnik erhalten, die gezielt und reflektiert vermittelt wird.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Kartenkompetenz, Geschichtskarte, Anfangsunterricht, handlungsorientiert, mental maps, Karteninterpretation, Alexander der Große, Reisekönigtum, Kartenprogression, Medienkompetenz, historische Quellen, didaktische Reduktion, Kartenklassifikation, Kartenkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Geschichtskarten als unverzichtbare, aber oft unterschätzte Medien des Geschichtsunterrichts durch handlungsorientierte Ansätze wieder attraktiv und wirksam für das historische Lernen gestaltet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die theoretische Einordnung der Karte in die Geschichtsdidaktik, die lernpsychologischen Voraussetzungen für den Einsatz in der Unterstufe sowie konkrete Methoden der Kartenarbeit und Kartenproduktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Leitfadens für Lehrkräfte, um Schülerinnen und Schülern durch sukzessive Anleitung eine nachhaltige Kartenkompetenz zu vermitteln und den "Mythos der verstaubten Karte" zu widerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der geschichtsdidaktischen Forschung und stellt diese den praktischen Anforderungen und Möglichkeiten des aktuellen Geschichtsunterrichts gegenüber.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kartentypen und Interpretationstechniken sowie in praktische Anwendungsszenarien für die Klassen 5 und 6, konkret am Beispiel von Alexander dem Großen und Karl dem Großen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kartenkompetenz, Handlungsorientierung, Anfangsunterricht, Kartenklassifikation, Kartenkritik und Kartenproduktion.

Wie werden Karten für den Geschichtsunterricht definiert?

Karten werden nicht als neutrale Abbilder der Wirklichkeit, sondern als künstliche, interpretative Darstellungen begriffen, die komplexe historische Zusammenhänge reduzieren und zeichenhaft verdichten.

Warum ist das "Synthetische Verfahren" laut Arbeit so wichtig?

Das Synthetische Verfahren, also die aktive Kartenproduktion durch die Schüler (z.B. Ausmalen oder Einzeichnen), ist entscheidend, da das selbst Erarbeitete besser im Gedächtnis bleibt und ein tieferes Verständnis für die Schichtung von Kartendaten fördert.

Welche Rolle spielt die "Kartenkritik" in höheren Klassen?

In den Klassen 7 bis 10 rückt die Kartenkritik in den Fokus, um den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Karten auch manipulativ eingesetzt werden können und stets eine subjektive Perspektive des Autors darstellen.

Warum wird für den Anfangsunterricht das Thema "Alexander der Große" gewählt?

Das Thema eignet sich ideal, da es personalisierende und emotionale Aspekte vereint, die der lernpsychologischen Phase der 5. Klasse entsprechen, und gleichzeitig die geographische Verortung historischer Ereignisse in großem Maßstab ermöglicht.

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Detalles

Título
Die Karte im Unterricht. Geschichtskarten und ihr Einsatz im Anfangsunterricht
Universidad
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Calificación
1,7
Autor
Eric Buchmann (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
59
No. de catálogo
V278940
ISBN (Ebook)
9783656729235
ISBN (Libro)
9783656729310
Idioma
Alemán
Etiqueta
handlungsorientierter karteneinsatz kompetenzentwicklung anfangsunterricht faches geschichte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Eric Buchmann (Autor), 2014, Die Karte im Unterricht. Geschichtskarten und ihr Einsatz im Anfangsunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278940
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