Hexen üben seit jeher eine gewisse Faszination auf uns aus. Zur Zeit der Hexenverfolgung war diese Faszination eher durch Angst und Furcht geprägt und resultierte in einer grausamen Hetzjagd.
Ein Werk hat wie kein anderes Buch die Hexenverfolgung vorangetrieben : Der „Malleus maleficarum“, heute bekannt unter dem Titel „Hexenhammer“, welcher 1487 von Heinrich Kramer (Institoris) veröffentlicht wurde. In der vorliegenden Arbeit möchte ich den „Malleus maleficarum“ und seine Hintergründe unter die Lupe nehmen und die Fragen klären: Wer genau hat den Hexenhammer verfasst? Was wissen wir über den Verfasser? Worum geht es inhaltlich? Und welche Auswirkungen hatte dieses Werk? In der Stadt Eichstätt lebt das Thema Hexenverfolgung momentan dank Wolfram Kastner wieder auf. Laut Eichstätter Journal fordert die Initiative um den Münchner Künstler eine namentliche Rehabilitation der in Eichstätt hingerichteten Hexen und ein Denkmal in der Stadtmitte, ggf. nach eigenen Entwürfen. In einem zweiten Abschnitt wird folglich die Hochphase der Eichstätter Hexenverfolgung und hierbei besonders der Fall der Kurnigunde Sterzl beleuchtet und der Ablauf ihres Prozesses skizziert.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Der Hexenhammer und seine Hintergründe im Allgemeinen
2.1) Zur Person des Verfassers
2.2) Verfasser und Autorisierung des „Malleus maleficarum“
2.3) Inhalt
2.4) Auswirkung und Bedeutung
3) Der konkrete Fall der Kunigunde Sterzl bei den Eichstätter Hexenprozessen
3.1) Hexenprozesse in Eichstätt
3.2) Der Fall der Kunigunde Sterzl
4) Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die Bedeutung des "Malleus maleficarum" (Hexenhammer) als zentrales Instrument der Hexenverfolgung und analysiert beispielhaft an Hand des Falles der Kunigunde Sterzl die spezifischen Abläufe der Hexenprozesse in Eichstätt.
- Entstehungsgeschichte und Autorenschaft des Malleus maleficarum
- Inhaltliche Struktur und frauenfeindliche Tendenzen des Werkes
- Bedeutung als Katalysator der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung
- Analyse des Eichstätter Fragenkatalogs im Vergleich zum Hexenhammer
- Detaillierte Fallstudie zum Prozessverlauf gegen Kunigunde Sterzl
Auszug aus dem Buch
Ablauf des Prozesses
Der Ablauf des Hexenprozesses gegen Kunigunde Sterzel verlief ziemlich typisch für die Hexenprozesse in Eichstätt. Alles begann damit, dass Kunigunde von 17 Bürgerinnen und Bürgern denunziert bzw. angezeigt wurde und daher wegen Verdacht auf Hexerei am 08.05.1620 in Haft kam. Für eine Verhaftung genügten im Allgemeinen meist wenige Anzeigen. Das Stadtgericht hatte zur Klärung der Hexenprozesse extra eine Malefizkommission eingerichtet, die für Verhör, Verurteilung und Ausführung der Strafe zuständig war. Alles wurde protokolliert, wodurch wir den Prozess auch heute noch gut nachvollziehen können. Da Frau Sterzl schwor, dass sie unschuldig sei und alle Vorwürfe des Fragenkatalogs dementiert, wird die das Verhör, wie es gängige Praxis war, unter Folter weitergeführt (peinliche Befragung).
Nachdem sie sich entkleiden musste und auf „Hexenmale“ untersucht worden war (es wurden keine gefunden), wurde Kunigunde Sterzel unter der Methode „Leer aufziehen“, das heißt mit auf dem Rücken zusammengebundenen Armen aufgehängt, weiterbefragt. Als sie nach insgesamt dreimal Aufziehen immer noch ihr Unschuld beteuert, wird die Befragung nach einer Pause ohne Folter weitergeführt, mit demselben Ergebnis. Bereits am nächsten Tag gibt sie in einem ersten Geständnis zu Gottesleugnung betrieben und einen Teufelspakt geschlossen zu haben. Es dauert nur vier weitere Verhörtage bis Kunigunde Sterzel gesteht Schadenszauberei an Personen gemacht zu haben, womit ihr Todesurteil zwar bereits feststeht, aber dennoch wird sie noch weitere 24 Tage verhört und verbringt insgesamt 72 Tage in Haft. Dies sollte dazu dienen, Namen ihrer Komplizinnen zu erfahren und hat genau dies zur Folge: Kunigunde nennt insgesamt 59 Personen, die ebenfalls in die nächtlichen Treffen involviert sein sollen, davon werden 13 auch tatsächlich später wegen Hexerei hingerichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Faszination für das Thema Hexenverfolgung und führt in das zentrale Werk, den Hexenhammer, sowie in das Fallbeispiel der Eichstätter Verfolgungen ein.
2) Der Hexenhammer und seine Hintergründe im Allgemeinen: Dieses Kapitel analysiert die Person des Verfassers Heinrich Kramer, die Umstände der Autorisierung des Werkes sowie dessen inhaltliche frauenfeindliche Ausrichtung und dessen Bedeutung als Motor der Hexenverfolgung.
3) Der konkrete Fall der Kunigunde Sterzl bei den Eichstätter Hexenprozessen: Hier wird der historische Kontext der Hexenverfolgung in Eichstätt dargelegt und der detaillierte Prozessablauf gegen Kunigunde Sterzl inklusive der Analyse des Eichstätter Fragenkatalogs besprochen.
4) Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Rolle des Hexenhammers als Katalysator und reflektiert die Grausamkeit der Eichstätter Prozesse als historisches Zeugnis vergangener Denkweisen.
Schlüsselwörter
Hexenhammer, Malleus maleficarum, Heinrich Kramer, Hexenverfolgung, Eichstätt, Kunigunde Sterzl, Inquisition, Teufelspakt, Schadenszauberei, Hexenprozess, Fragenkatalog, Folter, Frauenfeindlichkeit, Rechtsprechung, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Wirksamkeit des „Hexenhammers“ von Heinrich Kramer und verknüpft dessen theoretische Grundlagen mit der praktischen Anwendung in den Hexenprozessen der Stadt Eichstätt.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des Inquisitors Heinrich Kramer, der Entstehung und dem Inhalt des Hexenhammers sowie der detaillierten Fallstudie zum Prozess der Kunigunde Sterzl im Jahr 1620.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das theoretische Regelwerk des Hexenhammers die Hexenverfolgung vorantrieb und wie sich dieses Gedankengut in konkreten juristischen Verfahren, wie in Eichstätt, in Form von Fragenkatalogen und Folterpraktiken widerspiegelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor nutzt eine historisch-kritische Analyse, basierend auf zeitgenössischen Quellen wie dem Eichstätter Fragenkatalog sowie der aktuellen Forschungsliteratur zur Kirchen- und Rechtsgeschichte.
Was genau wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Hexenhammers als Instrument des Fanatismus und die detaillierte Skizzierung des Eichstätter Prozessablaufs, insbesondere der systematischen Befragung und Folterung von Kunigunde Sterzl.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika sind Hexenverfolgung, ideologische Radikalität, juristische Instrumentalisierung, systematischer Prozessablauf und die Rolle des Teufelspakts.
Warum war der "Malleus maleficarum" so einflussreich?
Der Hexenhammer bot in einer verunsicherten Zeit ein praxisnahes und scheinbar legitimiertes Regelwerk, das es den Verfolgern ermöglichte, Hexerei als systematisches Verbrechen zu definieren und zu verfolgen.
Was macht den Fall der Kunigunde Sterzl besonders bemerkenswert?
Kunigunde Sterzl ist ein historisch gut dokumentiertes Beispiel für die Eichstätter Prozesse; der Prozess illustriert eindrücklich, wie durch den standardisierten Fragenkatalog und gezielte Folter ein Geständnis erzwungen und ein Todesurteil herbeigeführt wurde.
- Citar trabajo
- Alexander Oster (Autor), 2013, Der Hexenhammer und seine Hintergründe. Die Hexenprozesse in Eichstätt am Beispiel der Kunigunde Sterzl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279142