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Der "Lanzelet" Ulrichs von Zatzikhoven

Eine Untersuchung zur Bedeutung von Konflikten und Konsensbestrebungen innerhalb von wehselreden

Título: Der "Lanzelet" Ulrichs von Zatzikhoven

Trabajo de Seminario , 2014 , 20 Páginas

Autor:in: Miriam Gräfenstein (Autor)

Filología Clásica - Otros
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Oft scheinen im Kontext menschlicher Kommunikation Sagen und Meinen zu d ifferieren;
die "conditio communicationis humanae" ist reich an Missverständnissen, welche durch
die menschliche Natur und deren Kommunikationssystem mit allen Elementen, die dieses
bedingt und von welchen dieses wiederum bedingt wird, hervorgerufen werden. Die
Unmöglichkeit sich diesen direkten und indirekten Regularien zu entziehen, lässt den
Schluss zu, dass Verstehen im Zuge von Kommunikation wohl Ausnahme ist und vom
Missverstehen überwogen wird.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen ausgehend von dieser Annahme Konsens- und
Konfliktpotentiale mittels einer Typologisierung der Gespräche zwischen Lanzelet und
Galagandreiz' Tochter, Ade und Iblis und deren Bedeutungsmöglichkeit bezüglich der
Ausformungen der weiblichen Figurencharaktere bis zum Ende des erste n Teiles des
Textes untersucht werden.
Die Quellenlage zur mittelhochdeutschen dialoglinguistischen Forschung, welche am
ausgedehntesten noch zu den Thematiken Streit, Lehrgespräch und Minnegespräch
angelegt ist, machte es notwendig, sich dem Thema "Dialog im Lanzelet" aus
unterschiedlichen Richtungen und Perspektiven zu nähern.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Vorüberlegungen

II.1 Dialog oder Gespräch

II.2 Grundannahmen zur wehselrede

II.3 Erscheinungsformen der wehselrede

III Dialogtypologie nach Franke

IV Zu untersuchende wehselreden

IV.1 Galagandreiz' Tochter

IV.2 Ade

IV.3 Iblis

V Résumé

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Dialoge zwischen der Figur Lanzelet und den weiblichen Charakteren Galagandreiz' Tochter, Ade und Iblis im Artusroman von Ulrich von Zatzikhoven. Ziel ist es, mittels einer dialoglinguistischen Typologisierung – basierend auf den Modellen von Wilhelm Franke – Konfliktpotenziale und Konsensbestrebungen in diesen Gesprächen zu analysieren und deren Bedeutung für die Charakterisierung der weiblichen Figuren bis zum Ende des ersten Textteils aufzuzeigen.

  • Literarische Dialoganalyse des "Lanzelet"
  • Typologisierung von Gesprächen nach Wilhelm Franke
  • Untersuchung von Konsens- und Konfliktpotentialen
  • Analyse der weiblichen Figurencharaktere
  • Zusammenhang zwischen Minnethematik und Kommunikation

Auszug aus dem Buch

IV.3 Iblis

Als Lanzelet das Kloster Jammervolles Zinsgut passiert, erfährt er, „das Iweret waere über daz klôster herre“ (V. 3838) und dass jener „ein tohter êrbaere“ (V. 3878) hat. Wer auch immer um die Gunst der Tochter streiten wolle, müsse Iweret „in dem Schoenen Walde bestân“ (V. 3887). Tatsächlich vom Wunsch getrieben, dem Auftrag der Meerfee zu entsprechen und Iweret zu besiegen, gelangt Lanzelet zur beschriebenen Linde und beginnt, nach Iweret zu läuten. Unterdessen begibt sich Iweins Tochter, „diu schoene Iblis“ (V. 4060), zur Linde, da sie Lanzelets Erscheinen dort träumte, „alle ir sinne kêrt an sîn minne“ (V. 4225 f.) und daraufhin beschließt, keinen anderen zum Mann zu nehmen als den, den sie nächtens gesehen hat.

Tatsächlich findet Iblis Lanzelet am vermuteten Ort vor und grüßt ihn. Der junge Held antwortet mit Dank und Schmeichelei, aber auch, dass er auf den Kampf mit dem Vater der Dame besteht und schließt mit den Worten „selfiu got, en sint mir niht gehaz!“. Iblis gesteht Lanzelet ihre Liebe und bittet ihn mehrmals, vom Kampf mit Iweret abzusehen. Der junge Ritter schlägt ihre Bitten aus und begründet dies auf erneutes Drängen hin schließlich damit, dass er dadurch nur Unehre gewinnen würde und macht sich kampfbereit. Iblis beginnt so zu weinen „daz siu vergaz ir wîsheit und ir witze“ (V. 4330 f.); sie dringt erneut in Lanzelet, mit ihr zu fliehen. Es folgen vier Sprecherwechsel, die die Position der Sprechenden zum Ausdruck bringen: Noch immer ist Iblis bestreb, mit lobenden Reden und der Schilderung ihrer Zuneigung Lanzelet vom Kampf fernzuhalten, noch immer will Lanzelet gegen Iweret kämpfen und konstatiert: „ob ir mich minnent, als ir jehent, sô ist mir liep, daz ir gesehent, daz ich durch iuch getar wol bestân, swaz ein ritter sol.“ (V. 4349 ff.) Da Iblis nun einsehen muss, dass sie den Geliebten nicht um ihrer Liebe willen zu ihm vom geplanten Kampf abbringen kann, versucht sie, ihn durch Beschreibung ihres Vaters, der „ein alsô vreislich man“ (V. 4355) sei, abzuschrecken und appelliert an das Ehrgefühl Lanzelets: „ob ir mîner minne geruoht, herre, sô gedenkent mîn“ (V. 4358 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung führt in die dialoglinguistische Thematik ein und erläutert die methodische Herangehensweise an die Untersuchung der "wehselrede" im Lanzelet.

II Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Dialog und Gespräch geklärt und der Begriff der "wehselrede" als analytisches Werkzeug eingeführt.

III Dialogtypologie nach Franke: Das Kapitel stellt die von Wilhelm Franke entwickelte Dialogtypologie vor, welche die Kategorien kompetitiv, koordinativ und komplementär definiert.

IV Zu untersuchende wehselreden: Dieser Hauptteil analysiert die konkreten Gespräche Lanzelets mit Galagandreiz' Tochter, Ade und Iblis hinsichtlich ihrer kommunikativen Strukturen.

V Résumé: Das Résumé fasst die Ergebnisse der Dialoganalysen zusammen und ordnet sie in den Kontext der Figurencharakterisierung und der Minnethematik ein.

Schlüsselwörter

Lanzelet, Ulrich von Zatzikhoven, Dialoganalyse, Wehselrede, Mittelhochdeutsche Epik, Wilhelm Franke, Minnegespräch, Kommunikationswissenschaft, Literaturwissenschaft, Konfliktpotenzial, Konsens, Erzähltheorie, Figurencharakterisierung, Literatur des Mittelalters, Dialogtypologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung literarischer Dialoge im "Lanzelet" des Ulrich von Zatzikhoven, wobei ein Fokus auf der Kommunikation zwischen dem Helden und weiblichen Figuren liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themenfelder sind die dialoglinguistische Analyse, das Spannungsfeld von Minnebeziehungen sowie die Untersuchung von Kommunikationsmustern in mittelalterlichen Erzähltexten.

Welches ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, durch die Typologisierung der Gespräche zwischen Lanzelet und drei spezifischen weiblichen Figuren aufzuzeigen, wie Konflikte und Konsensbestrebungen zur Charakterisierung dieser Figuren beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der historischen Dialogforschung und stützt sich methodisch insbesondere auf die Dialogtypologie von Wilhelm Franke.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten "wehselreden" mit Galagandreiz' Tochter, Ade und Iblis und untersucht, wie die jeweilige Dialogform (kompetitiv, koordinativ oder komplementär) die Dynamik zwischen den Figuren prägt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lanzelet, Dialoganalyse, Wehselrede, Minnethematik, Konfliktpotenzial, Kommunikation und Figurencharakterisierung.

Warum wird der Begriff "wehselrede" anstelle von "Dialog" verwendet?

Die Autorin verwendet "wehselrede", um eine unbeabsichtigte hierarchische Bewertung zwischen den Begriffen "Dialog" und "Gespräch" zu vermeiden und eine neutrale Bezeichnung für wechselseitige Kommunikationshandlungen zu etablieren.

Wie unterscheidet sich die Beziehung zu Ade von der zu Iblis?

Während der Dialog mit Ade komplementäre Züge trägt und Ade oft die Initiative ergreift, ist die Beziehung zu Iblis von einem kompetitiven Dialog geprägt, in dem sich Lanzelet über die Wünsche der Dame hinwegsetzt, um seine Treuepflicht zu erfüllen.

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Detalles

Título
Der "Lanzelet" Ulrichs von Zatzikhoven
Subtítulo
Eine Untersuchung zur Bedeutung von Konflikten und Konsensbestrebungen innerhalb von wehselreden
Universidad
University of Göttingen
Autor
Miriam Gräfenstein (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
20
No. de catálogo
V279379
ISBN (Ebook)
9783656731214
ISBN (Libro)
9783656731207
Idioma
Alemán
Etiqueta
lanzelet ulrichs zatzikhoven eine untersuchung bedeutung konflikten konsensbestrebungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Miriam Gräfenstein (Autor), 2014, Der "Lanzelet" Ulrichs von Zatzikhoven, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279379
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