John Stuart Mill - Prinzipien der Freiheit und Individualität


Seminararbeit, 2004
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografische Details

3. Prinzipien der Freiheit und Individualität
3.1 Freiheitsprinzip
3.2 Individualitätsprinzip

4. Fazit

5. Schlusswort

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Freiheit das zu tun, was einem beliebt, scheint heutzutage vielerorts gang und gebe zu sein. Seine Freiheit auszuleben heißt auch, die Freiheit anderer zu respektieren und zu tolerieren. Frei zu sein, sich frei zu fühlen, sehen wir als selbstverständlich an. Freiheit meint zum einen Willensfreiheit, also die Möglichkeit, das eigene Handeln selbst bestimmen zu können.1 Die Freiheit ist ein sehr zu differenzierender, beladener Begriff. Es wurden und werden so genannte `Freiheitskriege´ geführt; selbsternannte Freiheitskämpfer wollen ihre Ziele mit den unterschiedlichsten Mitteln durchsetzen. Sie nehmen die Einschränkung der Freiheit Anderer in Kauf, um ihre eigene durchzusetzen. Die Abwesenheit von Freiheit wird angenommen, wenn der Wille durch Gewalt gebrochen wird. Eine Zwischenstellung nimmt die Beschränkung des Willens durch äußere Zwänge ein. Dabei wird der freie Wille formal anerkannt, praktisch aber im Sinne des Zwangs kanalisiert , so dass eine Entscheidungsfreiheit nicht gegeben ist.2 Das Konstrukt Freiheit ist allgegenwärtig. Sie wird täglich gebraucht und missbraucht. In einem demokratischen Staat, der sich durch bestimmte Freiheiten, wie Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit, auszeichnet lässt, ist die Freiheit an Gesetze gebunden.

Andererseits kann Freiheit als Gut bezeichnet werden, über das verfügt werden kann. John Stuart Mill erkannte u.a. die Vielseitigkeit des Konstruktes Freiheit und führte mit seinem Werk »Über die Freiheit« erstmals u.a. den Sachverhalt an, dass sich eine Gesellschaft selbst zum Freiheitsbewusstsein erziehen muss. Dabei wies er der Ausbildung einer Individualität, der individuellen Freiheit, als ein wertvolles Gut, enormer Bedeutung zu. In dieser Arbeit wird eine Differenzierung beider Prinzipien, Freiheit und Individualität vorgenommen. Seine Erziehung, die maßgeblichen Einfluss auf sein Wirken genommen hatte, wird dementsprechend aufgeführt.

2. Biografische Details

John Stuart Mill wurde am 20.Mai 1806 in London geboren. Sein Vater James Mill, selbst Philosoph und Volkswirtschaftler, war zusammen mit Jeremy Bentham Begründer und Verfechter des englischen Utilitarismus. Der Utilitarismus als [ ] Theorie der Ethik, des Rechtes und der Sozialphilosophie [besagt, dass] eine Handlung dann als ethisch gut beurteilt werden [kann], wenn sie für das Glück der meisten Menschen förderlich oder nützlich ist3. James Mill unternahm eine höchst fragwürdige Erziehung seines Sohnes. In einem Brief an einen Verwandten schildert James Mill seine Absichten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: John Stuart Mill zur Erziehung seines Sohnes wie folgt: Lassen

Sie uns einen wohlüberlegten Versuch unternehmen, um zu sehen, wer von uns beiden in zwanzig Jahren den vollkommensten und tugendhaftesten jungen Mann vorzuweisen hat... Ich weiß nicht, wieweit ich von meinen guten Vorsätzen abrücken werde, wie es mir sonst in den meisten Fällen widerfährt, aber ich habe derzeit die feste Absicht, mich hierbei so weit wie möglich zu betätigen, um zu sehen, was die Macht der Erziehung bewirken kann.4 Diese Absichten verfolgte James Mill mit Nachdruck. Er wollte seinen Sohn zu einem vielseitig gebildeten Menschen erziehen, ihn mit zeitgenössischen Gesellschaftswissenschaften vertraut machen und dazu alte und neue Sprachen lehren. Das Erziehungsexperiment, mit seinem Sohn als Opfer, bestand aus vielen und umfangreichen Aufgaben. So musste sich John Stuart schon im Alter von drei Jahren der griechischen Sprache und der Arithmetik annehmen. Latein kam im Alter von acht Jahren hinzu. Nachdem er sich dann mit zehn Jahren die ganze Elementarmathematik erarbeitet hatte und mit der Differentialrechnung begann, konnte man ihn schon als einen kleinen Gelehrten beschreiben.5 Von einer kindgerechten Entwicklung kann allerdings nicht gesprochen werden. Die Ausprägung dieser experimentellen Erziehung kann durch weitere Modalitäten belegt werden. Denn [ ] mit elf verschlang er physikalische und chemische Abhandlungen, im zwölften kannte er alle wichtigeren Schriftsteller des Altertums, schrieb eine Geschichte der römischen Regierungsgrundsätze und begann das Studium der Logik, als 13jähriger machte er einen vollständigen Kursus der Nationalökonomie durch6. Diese unermüdlichen Anstrengungen prägten den Menschen John Stuart Mill. Im weiteren Verlauf seiner Entwicklung zu einem Gelehrten gründete er mit 16 Jahren eine utilitarische Gesellschaft, mit 19 einen Debattierklub. Bald darauf begann seine schriftstellerische Tätigkeit. Schon 1821 begann er das Studium des römischen Rechts, verfasste seine ersten Zeitungsartikel und engagierte sich in der radikalen Bewegung. Nachdem er im Jahr 1832 der Ostindischen Handelsgesellschaft betrat, übernahm er dort, wie schon sein Vater, eine gut dotierte Stelle im India House als Beamter. Nach diesen ersten Jahren umfangreichen Literaturstudiums und fortwährender Aneignung neuen Wissens verfiel Mill 1826 in eine Depressionsphase, in der er sich neuerer Literatur, so u.a. der Poesie Goethes zuwandte. 1836 stirbt sein Vater.7 Die starke Nähe zu seinem Vater spiegelte sich zunächst auch in seinen Ansichten wider, die somit sehr konform zu denen seines Vaters waren. Viele seiner Werke begann er zwar schon zu dieser Zeit zu verfassen, veröffentlichte sie aber erst später. Als er zum Anfang der vierziger Jahre erste Bücher zur Wirtschaftstheorie und politischen Ökonomie verfasste, stand er endgültig nicht mehr im `Schatten´ seines Vaters. Auch wenn James Mill und Jeremy Bentham als Begründer des Utilitarismus gelten, ist John Stuart Mill derjenige, der den Begriff des Utilitarismus endgültig verankerte.8 Im Jahr 1843 veröffentlichte Mill sein Werk »System der deduktiven und induktiven Logik«. Nicht nur wegen der acht Auflagen in 30 Jahren kann das Werk als Hauptwerk Mills bezeichnet werden. Mit A System of Logic , in dem die allgemeine Methodologie der Wissenschaften dem Empirismus und Positivismus verpflichtet wurde, und den Principles of Political Economy - with Some of Their Applications to Social Philosophy im Jahr 1848, erhielt er viel Beachtung. Letzteres Werk erschien 1871 schon in der siebenten Auflage und wurde zum ökonomischen Standardwerk der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.9

Neben seinem Vater hatte Harriet Taylor größten Einfluss auf Mill. 1830 schloss Mill die erste Bekanntschaft mit ihr. Seit dieser Zeit arbeiteten beide miteinander u.a. am eben genannten Werk. Schließlich wurde die Ehe im Jahre 1851 geschlossen. Mill selbst beschrieb dies als die wertvollste Freundschaft seines Lebens.10 Durch diese starke Verbindung zu seiner Frau und dem daraus resultierenden Einfluss entstanden grundlegende Ausarbeitungen zu später veröffentlichten, dann mehrheitlich populärwissenschaftlichen Abhandlungen. Darunter zählen »Über die Freiheit«, »Repräsentativverfassung«, »Utilitarismus« und »Die Hörigkeit der Frau«. Im Jahr 1858 starb seine Frau. Im darauf folgenden Jahr erschien das Werk »Über die Freiheit«, in dem Hill für Kompromissbereitschaft plädierte und für liberale Werte eintrat. Dazu zählte er die Freiheit des Gedankens, des Gewissens und die Versammlungsfreiheit.11

[...]


1 Aus: "Freiheit". Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

2 Aus: Ebd.

3 Aus: "Utilitarismus." Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

4 Aus: Schmidt, D.: Mutmassungen über Harriet. Onlinedokument in: http://harriet-taylor- mill.de/html/mutmassungen_ueber_harriet_tay.html (letzter Zugriff am 08.07.2004)

5 Vgl.: Vorländer, K.: Geschichte der Philosophie. Bd. 2, 5. Aufl., Leipzig: Heiner u.a., 1919. Seite 380. in: Directmedia: Geschichte der Philosophie: Darstellungen, Handbücher, Lexika. Digitale Bibliothek Band 3. Berlin, 1998.

6 Aus: Ebd.

7 Vgl.: Directmedia: Philosophie von Platon bis Nietzsche. Digitale Bibliothek Band 2. Berlin, 1998. Seite 51894ff.

8 Vgl.: Pesch, V. in: Massing, P./Breit, G.(Hrsg.): Demokratie Theorie: Von der Antike bis zur Gegenwart. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung; Band 424, 2. Aufl., Bonn, 2003. Seite 161.

9 Vgl.: Directmedia: Philosophie von Platon bis Nietzsche. Digitale Bibliothek Band 2. Berlin, 1998. Seite 51894ff.

10 Vgl.: Rinderle, P.: John Stuart Mill. München: Beck, 2000. Seite 26.

11 Vgl.: Directmedia: Philosophie von Platon bis Nietzsche. Digitale Bibliothek Band 2. Berlin, 1998. Seite 51894ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
John Stuart Mill - Prinzipien der Freiheit und Individualität
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Klassiker der Staatsphilosophie
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V27956
ISBN (eBook)
9783638298667
ISBN (Buch)
9783638901758
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John, Stuart, Mill, Prinzipien, Freiheit, Individualität, Klassiker, Staatsphilosophie
Arbeit zitieren
Matthias Endlich (Autor), 2004, John Stuart Mill - Prinzipien der Freiheit und Individualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27956

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