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Ganztagsschulen als Kompensationsmodell

Ganztagsschulen als Lösung systemischer Probleme des deutschen Schulsystems?

Title: Ganztagsschulen als Kompensationsmodell

Term Paper , 2012 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Arts Robert Möller (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Die Qualität einer Schule lässt sich nicht anhand ihrer Öffnungszeiten definieren. Vielmehr wird eine gute Schule die an sie gestellten Anforderungen auch in der bisher zur Verfügung stehenden Zeit erfüllen, während eine schlechte dies nicht zwangsläufig nur deswegen schafft, weil sie die Kinder auch nachmittags betreut.
Seit vielen Jahrzehnten existierte die Schulform der Ganztagsschule als Randerscheinung des deutschen Bildungssystems, mit einigen Zeitpunkten der Aufmerksamkeit durch die öffentliche und politische Diskussion, zumeist aber eher als alternativ und reformpädagogisch attribuiert. Mit der Auswertung der ersten PISA-Studie zu Beginn des 21. Jahrhunderts und dem anschließend rege geführten Diskurs über das vermeintliche Versagen des deutschen Schulsystems kam diese Schulform erneut in den Fokus der öffentlichen und wissenschaftlichen Betrachtung, nicht zuletzt, weil die Kultusministerkonferenz in ihren ersten Maßnahmen zur Bewältigung des PISA-Schocks eben jene Schulform als Ausweg aus der Bildungsmisere etablierte. In dieser Ausarbeitung soll nun der Frage nachgegangen werden, ob die Ganztagsschule dieser Anforderung überhaupt gerecht werden kann und ob sie tatsächlich zur Beseitigung der Defizite des deutschen Bildungswesens beitrage kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Geschichtlicher Abriss zur Entwicklung der Ganztagsschulen in Deutschland

4. Herausforderungen und Handlungsfelder der Ganztagsbildung

5. Konzeptionelle Kritik an ganztägigen Schulformen

6. Das Verhältnis zwischen Familie und Ganztagsschule

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die Schulform der Ganztagsschule konzeptionell dazu geeignet ist, die durch PISA-Studien identifizierten systemischen Defizite des deutschen Bildungssystems zu beheben, und welche Auswirkungen die Ausweitung des Schulbetriebs auf das Verhältnis zwischen Schule und Familie hat.

  • Historische Entwicklung und Einordnung von Ganztagsschulmodellen.
  • Anforderungen an moderne Bildungs- und Betreuungskonzepte.
  • Kritische Analyse verschiedener Organisationsformen (offen vs. gebunden).
  • Soziale Selektivität und Chancen der ganztägigen Bildung.
  • Veränderung der Erziehungsverantwortung und Kooperation zwischen Elternhaus und Schule.

Auszug aus dem Buch

6. Das Verhältnis zwischen Familie und Ganztagsschule

In Deutschland hat sich traditionell eine starke Trennung zwischen Schule und Familie entwickelt. Nichtsdestotrotz entwickelt die Schule als Institution eine gewisse Macht über die Familie, da der spätere Erfolg in der Erwerbswelt, und damit verbundene Erfolgskriterien des gesellschaftlichen Lebens, maßgeblich vom Schulerfolg abhängig sind. Einhergehend mit den bereits genannten gesellschaftlichen Entwicklungen, wie beispielsweise steigende Frauenerwerbsquoten, zunehmend gewandelte oder prekäre Familienformen und steigendes Armutsrisiko nimmt die Erwartung an die Schule zu, diesen Veränderten Familiensituationen entsprechend Rechnung zu tragen. War es traditionell Aufgabe der Familie, das Kind in Erziehung und Sozialisation auf die Schule vorzubereiten, es ‚schulkompatibel‘ zu machen, muss dieser Prozess zunehmend auch durch die Schule geleistet werden.

Wie bereits erwähnt wurde, liegt genau hier einer der Ansatzpunkte für die Ganztagsschule. Bedingt durch die Intensivierung der sozialen Kontakte zwischen ansonsten separiert voneinander Aufwachsenden ist das Ziel verbunden, verschiedene soziale und ethnische Milieus zusammenzuführen und so Chancengleichheit herzustellen. Besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten können von diesem Konzept profitieren. Diese Effekte können jedoch nur auftreten, wenn verbindliche Ganztagsformen angewandt werden und die so entstehende soziale Heterogenität mit Hilfe professioneller, pädagogischer Begleitung auch konfliktbeherrschend gestaltet wird.

Das BMFSFJ wiederspricht der offenkundigen Vermutung, dass Eltern dadurch aus ihrer Verantwortung der Kindeserziehung entlassen, oder gar aktiv ausgeschlossen würden. Die Betonung liegt dabei auf der Schaffung sogenannter Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen den Lehrern, Eltern und Erziehern. Diesen liegt die Einsicht zu Grunde, dass Familie und Schule gleiche Ziele zum Wohle des Kindes verfolgen. Der Begriff der Partnerschaft ist dabei nicht zufällig gewählt, sondern beschreibt das Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus als gleichberechtigt. Hier stellt sich eine Konfliktsituation ein, da die individuellen Ziele, Ansichten und Interessen zwischen diesen beiden Parteien durchaus sehr unterschiedlich sein können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Ganztagsschulen vor dem Hintergrund der PISA-Diskussion und Formulierung der zentralen Fragestellung nach der Eignung dieses Modells zur Beseitigung von Bildungsdefiziten.

2. Begriffsbestimmung: Definition und Differenzierung der verschiedenen Ganztagsschulmodelle basierend auf dem UNESCO-Modell und den Kriterien der Kultusministerkonferenz.

3. Geschichtlicher Abriss zur Entwicklung der Ganztagsschulen in Deutschland: Rückblick auf die historische Bedeutung der Ganztagsschule und die erneute politische Relevanz nach dem PISA-Schock.

4. Herausforderungen und Handlungsfelder der Ganztagsbildung: Analyse der gesellschaftlichen und bildungspolitischen Anforderungen, die an Ganztagsschulen als Lern- und Lebensraum gestellt werden.

5. Konzeptionelle Kritik an ganztägigen Schulformen: Kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung und den organisatorischen Schwächen der verschiedenen Ganztagsschultypen.

6. Das Verhältnis zwischen Familie und Ganztagsschule: Untersuchung der verschobenen Verantwortlichkeiten zwischen Elternhaus und Schule sowie der Notwendigkeit einer kooperativen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Grenzen von Ganztagsschulen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und systemischer Reformen.

Schlüsselwörter

Ganztagsschule, Bildungspolitik, PISA-Studie, Bildungsdefizite, Chancengleichheit, Schulentwicklung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungspartnerschaft, soziale Integration, Lernkultur, Ganztagsbildung, Schulform, Kompetenzvermittlung, Sozialisation, Bildungslandschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Ganztagsschulen als Instrument zur Bewältigung systemischer Probleme im deutschen Bildungssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Einordnung, die konzeptionelle Vielfalt, die gesellschaftlichen Anforderungen an die Betreuung und die Kooperation zwischen Schule und Eltern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist festzustellen, ob Ganztagsschulen konzeptionell in der Lage sind, Bildungsdefizite zu beseitigen und den Anforderungen an Chancengleichheit gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung auf Basis bildungspolitischer und bildungswissenschaftlicher Literatur sowie empirischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Begriffsbestimmung, der historischen Entwicklung, den Herausforderungen für die Ganztagsbildung, einer konzeptionellen Kritik und der veränderten Eltern-Schule-Beziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ganztagsschule, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Erziehungspartnerschaft und soziale Integration.

Was versteht man laut KMK unter einer "voll gebundenen" Ganztagsschule?

Voll gebunden bedeutet, dass alle Schüler an mindestens drei Wochentagen zur Teilnahme am siebenstündigen schulischen Angebot verpflichtet sind.

Inwiefern beeinflusst das Familienmilieu den Erfolg an Ganztagsschulen?

Der Autor führt aus, dass die Passung zwischen dem familiären Primärhabitus und dem schulischen Sekundärhabitus maßgeblich über den Bildungserfolg entscheidet und Ganztagsschulen auf diese Unterschiede sensibel reagieren müssen.

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Details

Title
Ganztagsschulen als Kompensationsmodell
Subtitle
Ganztagsschulen als Lösung systemischer Probleme des deutschen Schulsystems?
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Die politische und kulturelle Formierung von Familie
Grade
1,3
Author
Master of Arts Robert Möller (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V279782
ISBN (eBook)
9783656727620
ISBN (Book)
9783656727583
Language
German
Tags
ganztagsschulen kompensationsmodell lösung probleme schulsystems
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Robert Möller (Author), 2012, Ganztagsschulen als Kompensationsmodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279782
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