Beratung und Konfliktbewältigung, als einer der wichtigsten Bestandteile der Sozialen Arbeit.
Wie weichen beide strukturell von einander ab und kann ein guter Berater auch ein guter Mediator sein?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegender Aufbau eines Beratungsgespräches
2.1. Joining (Ankommen)
2.2 Gegenwärtiges Szenario
2.3 Gewünschtes Szenario
2.4 Lösungsstrategie
3 Grundlegender Aufbau einer Konfliktschlichtung (Mediation)
3.1 Vorstellung/ Einleitung
3.2 Klärung von Sichtweisen, Emotionen und Motiven
3.3 Lösungen
3.4 Abschluss
3.5 Nachsorge
4 Strukturanalytischer Vergleich
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strukturellen Ähnlichkeiten und methodischen Unterschiede zwischen Beratungsgesprächen und Konfliktschlichtungen (Mediation) in der Sozialen Arbeit, um die Frage zu klären, inwiefern die benötigten Kernkompetenzen für beide Verfahren kongruent sind.
- Struktureller Vergleich von Beratungs- und Mediationsprozessen
- Anwendung von Kommunikationsmodellen wie SOLER und MOPS
- Unterschiede in Sitzordnung und Rollenverständnis
- Methoden zur Lösungsfindung und Zielsetzung
- Integration von Konfliktanalysetools in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2.1. Joining (Ankommen)
Hauptbestandteil des Joinings ist das Klären der Rahmenbedingungen eines Beratungsgespräches, um dem KL einen geschützten Raum zu bieten und eine erste Beziehung zu ihm aufzubauen.
Der BE sollte dem KL die Platzwahl überlassen und sich dann selbst am besten gegenüber platzieren. Körperspräche des BE spielt sowohl in den ersten Momenten, als auch für den weiteren Verlauf des Gespräches eine entscheidende Rolle. Das Akronym SOLER ist eine Zusammenfassung von Mikrofertigkeiten des aufmerksamen Zuhörens und beinhaltet die folgenden fünf Aspekte:
S (squarely) bedeutet, dass der BE dem Ratsuchenden offen ins Gesicht schaut, um ihm Involviertheit zu vermitteln.
O (open) heißt für den BE, dem Klienten gegenüber eine offene Haltung einzunehmen, um zum Ausdruck zu bringen, dass eine Bereitschaft zur Kommunikation besteht.
L (leaning) beinhaltet eine leicht nach vorne gebeugte Körperhaltung des BE, um Aufmerksamkeit zu demonstrieren.
E (eye contact) ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des aufmerksamen Zuhörens. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Ratsuchende es nicht als Anstarren empfindet.
R (relaxed) ein entspanntes und natürliches Auftreten seitens des BE vermittelt Ruhe und kann sich auf den Klienten niederschlagen. (vgl. Ertelt u. Schulz, 2011)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Beratung und Mediation trotz ihrer strukturellen Gemeinsamkeiten als unterschiedliche methodische Ansätze zu betrachten sind.
2 Grundlegender Aufbau eines Beratungsgespräches: Das Kapitel beschreibt den prozessualen Aufbau eines Beratungsgesprächs in vier Phasen, von der Beziehungsaufnahme über die Problemanalyse bis hin zur Lösungsstrategie.
2.1. Joining (Ankommen): Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung der Beziehungsaufnahme und die Anwendung von Mikrofertigkeiten wie dem SOLER-Modell für den Gesprächsbeginn.
2.2 Gegenwärtiges Szenario: Hier wird die Phase der Problemanalyse behandelt, in der mittels aktiven Zuhörens und W-Fragen die aktuelle Lebenslage des Klienten explorativ erschlossen wird.
2.3 Gewünschtes Szenario: Dieses Kapitel widmet sich den Methoden, mit denen der Klient unter Beraterunterstützung eine positive Zukunftsvision entwickeln kann, beispielsweise durch Wunderfragen.
2.4 Lösungsstrategie: Hier liegt der Fokus auf der Hilfe zur Selbsthilfe, wobei das MOPS-Akronym zur Unterstützung bei der Setzung realistischer Handlungsziele dient.
3 Grundlegender Aufbau einer Konfliktschlichtung (Mediation): Das Kapitel erläutert die fünf Phasen der Mediation, wobei die Allparteilichkeit des Mediators und die Einigung zwischen den Konfliktparteien im Zentrum stehen.
3.1 Vorstellung/ Einleitung: Die Phase der strukturellen und inhaltlichen Rahmung der Mediation, inklusive der Vereinbarung von Kommunikationsregeln.
3.2 Klärung von Sichtweisen, Emotionen und Motiven: Dieser Abschnitt beschreibt, wie der Mediator durch strukturierte Gesprächsführung Verständnis für die Positionen und tieferliegenden Motive der Parteien schafft.
3.3 Lösungen: Hier wird dargelegt, wie der Mediator die Parteien zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungsansätzen motiviert, ohne die Lösung selbst vorzugeben.
3.4 Abschluss: Dieser Teil beschreibt die protokollarische Fixierung der Ergebnisse zur Sicherung der Verbindlichkeit der getroffenen Vereinbarungen.
3.5 Nachsorge: Eine kurze Erläuterung zur Bedeutung der Überprüfung der Einhaltung von Vereinbarungen nach Abschluss der Mediation.
4 Strukturanalytischer Vergleich: Das Kapitel führt die vorangegangenen Analysen zusammen, um die Unterschiede in Zielsetzung, Sitzordnung und methodischem Vorgehen zwischen Beratung und Mediation herauszuarbeiten.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die grundlegenden Kompetenzen für beide Disziplinen sehr ähnlich sind und ein kompetenter Berater auch befähigt ist, Mediationsprozesse professionell zu leiten.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Beratungsgespräch, Mediation, Konfliktschlichtung, Joining, SOLER, MOPS, Kommunikationsfertigkeiten, Klientenorientierung, Lösungsstrategie, Allparteilichkeit, Konfliktanalysetools, Gesprächsführung, Ressourcenaktivierung, Strukturanalytischer Vergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die methodischen Strukturen und Kernprozesse von Beratung und Mediation im Bereich der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der professionelle Gesprächsaufbau, Kommunikationstechniken, Beziehungsgestaltung und der Vergleich zwischen beratenden und vermittelnden Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Beratung und Mediation herauszuarbeiten, um zu prüfen, ob sich diese methodischen Ansätze in ihrer Grundstruktur stark unterscheiden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine strukturanalytische Untersuchung durchgeführt, die die methodischen Abläufe (Phasenmodelle) beider Disziplinen systematisch miteinander vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Phasen von Beratungsgesprächen und Mediationen sowie deren direkten strukturanalytischen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere SOLER-Modell, MOPS-Zielsetzung, Allparteilichkeit des Mediators und klientenzentrierte Beratung.
Worin liegt der Hauptunterschied in der Sitzposition zwischen Beratung und Mediation?
In der Beratung sitzt der Berater dem Klienten meist direkt gegenüber, während in der Mediation eine Dreieckskonstellation bevorzugt wird, um direkte Konfrontationen zwischen den Konfliktparteien abzumildern.
Warum wird im Mediationsprozess häufiger ein Protokoll angefertigt als in der Beratung?
Das Protokoll in der Mediation dient der verbindlichen Fixierung von Vereinbarungen zwischen zwei Parteien, während die Beratung oft als fortlaufender Prozess zur persönlichen Entwicklung ohne zwingenden Protokollzwang stattfindet.
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- Edith Mohn (Author), 2014, Strukturanalytischer Vergleich von Beratung und Konfliktbewältigung in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279909