Täglich wird in den Medien über die Zerstörung der Umwelt, den Klimawandel sowie deren Ursachen und Folgen berichtet. Der Mensch ist hierbei nicht unschuldig, die-ses Wissen ist seit vielen Jahren kein Geheimnis mehr. Dass der Mensch durch die Befriedigung von unendlichen Bedürfnissen die Umwelt schädigt, ist den meisten klar. Welche exakten Auswirkungen dieses unbewusste Konsumieren hat, wird bis-her jedoch kaum beachtet. Dabei könnten schon kleine Maßnahmen im alltäglichen Leben die Umwelt schonen. Nachhaltiges Konsumieren bzw. bedachter Konsum sind gefragt. Doch was genau ist das überhaupt? Welche Auswirkungen hat das Kaufverhalten in Bezug auf die Umwelt und ist eine Umstellung dessen überhaupt notwendig? Unwissenheit auf der einen und Ignoranz auf der anderen Seite sind große Problemfelder, deren Vorhandensein auf Kosten der Natur gehen. Die Zahl derer, die über das Wissen der theoretischen Grundlagen nachhaltigen Konsums verfügen, ist aktuell leider noch beträchtlich höher, als die Anzahl derjenigen, die ihr Wissen konkret in die Tat umsetzen. Fakt ist, dass jeder Einzelne zum Erhalt und zur Verbesserung der Umwelt beitragen kann, wenn er von seinem bisherigen Kon-summuster abweicht. Es stellt sich somit die Frage: Inwiefern ist umweltbewusstes Denken und Handeln in den Köpfen der Menschen bereits verankert, welche Bedeu-tung hat es und wie orientiert sich ihr Kaufverhalten am Prinzip der Nachhaltigkeit? Durch die immer stärker werdende mediale Präsenz des Klimawandels zeigt sich bereits der Trend in Richtung nachhaltiger Lebensstile. Folglich haben mehr Men-schen die Problematik zur Kenntnis genommen, welche durch ihre Aktualität und Brisanz zu einem zentralen Thema der Gesellschaft geworden ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leitbild der Nachhaltigkeit
2.1 Definition Nachhaltigkeit
2.1.1 Historischer Hintergrund des Begriffs „Nachhaltigkeit“
2.1.2 Aktuelle Bedeutung von Nachhaltigkeit
2.2 Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.3 Indikatoren der Nachhaltigkeit
3. Kaufverhalten von Konsumenten
3.1 Definition und Bedeutung von Konsum
3.2 Einflussfaktoren beim Konsum hinsichtlich Nachhaltigkeit
3.2.1 Low-Cost-Hypothese
3.2.2 Sozio-ökologisches Lebensstilkonzept
4. Vereinbarkeit von Kaufverhalten und Nachhaltigkeit im Bereich der Ernährung
4.1 Bedeutung und Maßnahmen nachhaltigen Konsums
4.2 Umfrage: „Wie nachhaltig wird in unserer Region eingekauft und welche Beweggründe spielen bei Konsumenten eine Rolle?“
4.2.1 Methodik
4.2.2 Auswertung und Analyse der Ergebnisse
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem alltäglichen Kaufverhalten von Konsumenten und dem Leitbild der Nachhaltigkeit, insbesondere im Bereich der Ernährung. Das primäre Forschungsziel besteht darin, zu ergründen, inwiefern umweltbewusstes Denken tatsächlich in die Praxis umgesetzt wird und welche individuellen sowie sozioökonomischen Faktoren diesen Entscheidungsprozess beeinflussen.
- Historische Herleitung und moderne Definition des Nachhaltigkeitsbegriffs
- Analyse der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales)
- Theoretische Betrachtung von Einflussfaktoren wie der Low-Cost-Hypothese und sozio-ökologischen Lebensstilkonzepten
- Empirische Untersuchung mittels einer Verbraucherumfrage zum Einkaufsverhalten in der Region
- Identifikation von Hindernissen und Anreizen für ein nachhaltigeres Konsumverhalten
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Low-Cost-Hypothese
Die von Andreas Diekmann und Peter Preisendörfer 1992 entwickelte Low-Cost-Hypothese ist ein klassisches ökonomisches Erklärungsmodell für Konsumentscheidungen im Hinblick auf umweltfreundliches Verhalten. Nach ihrer These wird ein vorhandenes Umweltbewusstsein bei Konsumenten nur dann in die Tat umgesetzt, wenn das Ausführen dieser Einstellung mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden ist. Hierbei spricht man von einer Niedrigkostensituation bzw. Low-Cost-Situation, wie z.B. den Kauf eines geringfügig teureren Bio-Produkts. In diesem Fall besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass die eigentlichen Überzeugungen der Verbraucher verhaltensrelevant werden.21 Gegenteilig fällt das tatsächliche Verhalten in Hochkostensituationen aus. Beim Verzicht eines eigenen Autos neigen Konsumenten nur sehr selten dazu, umweltkonform zu handeln. Die Kosten beschränken sich demnach nicht nur auf monetäre Gesichtspunkte, sondern auch auf den Nutzen für den Verbraucher. In der Darstellung wird deutlich, dass mit zunehmenden Kosten die Ausführung ökologischen Handelns abnimmt (siehe Abb. 2). Da das Kaufverhalten auch von kognitiven und psychologischen Determinanten geprägt ist, werden an diesem Punkt die Grenzen dieser Theorie deutlich.22 Um die Diskrepanz von Einstellung und reellem Kaufverhalten genauer erklären zu können, müssen diese weiteren Faktoren mit einbezogen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Umweltzerstörung durch menschliches Konsumverhalten ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Verankerung und Bedeutung von nachhaltigem Handeln im Alltag.
2. Leitbild der Nachhaltigkeit: Hier werden die historische Entstehung des Begriffs in der Forstwirtschaft sowie die moderne Definition der Brundtland-Kommission dargelegt und die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit sowie deren Indikatoren erläutert.
3. Kaufverhalten von Konsumenten: Dieses Kapitel definiert den Konsumprozess und analysiert theoretische Einflussfaktoren wie die Low-Cost-Hypothese und das sozio-ökologische Lebensstilkonzept, um die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu erklären.
4. Vereinbarkeit von Kaufverhalten und Nachhaltigkeit im Bereich der Ernährung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit dem Bereich der Ernährung und präsentiert die Ergebnisse einer eigenen empirischen Umfrage zur Nachhaltigkeit im Einkaufsverhalten der Region.
5. Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine nachhaltige Wende nicht allein durch Konsumenten, sondern nur durch das Zusammenspiel von Politik, Unternehmen und Gesellschaft erreicht werden kann.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Kaufverhalten, Konsum, Umweltbewusstsein, Low-Cost-Hypothese, Lebensstilkonzept, Ernährung, ökologischer Fußabdruck, soziale Dimension, intra- und intergenerationale Gerechtigkeit, nachhaltiger Konsum, Umfrage, Konsumprozess, soziokulturelle Milieus, Handlungsfeld Ernährung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Umweltbewusstsein von Konsumenten und deren tatsächlichem Kaufverhalten im Bereich der Ernährung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die Definition von Nachhaltigkeit, die ökonomischen und psychologischen Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten sowie die praktische Umsetzung nachhaltigen Einkaufens ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, inwiefern umweltbewusstes Denken in den Köpfen der Menschen verankert ist und wie sich dieses konkret im Kaufverhalten widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche zu einschlägigen Theorien mit einer eigenen empirischen Verbraucherumfrage, die online durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachhaltigkeitsindikatoren und Konsummodellen sowie eine detaillierte Analyse der Ergebnisse der regionalen Umfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Nachhaltigkeit, Kaufverhalten, Low-Cost-Hypothese, soziale Gerechtigkeit und das Lebensstilkonzept.
Wie korreliert der Bildungsstand mit dem Umweltbewusstsein der Befragten?
Die Untersuchung zeigt, dass ein höherer Bildungsgrad tendenziell mit einem besseren theoretischen Wissen über den Nachhaltigkeitsbegriff korreliert, jedoch nicht zwingend zu einem nachhaltigeren realen Einkaufsverhalten führt.
Welche Rolle spielt die "Low-Cost-Hypothese" in dieser Studie?
Sie dient als Erklärungsmodell dafür, dass Konsumenten eher zu nachhaltigen Produkten greifen, wenn der preisliche Mehraufwand gegenüber herkömmlichen Alternativen gering ist.
Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede im Kaufverhalten wurden identifiziert?
Die Umfrage ergab, dass Frauen ökologischen Produkten eine höhere Bedeutung beimessen als Männer und bei Kaufentscheidungen verstärkt soziale Aspekte sowie das eigene Gewissen einbeziehen.
- Quote paper
- Sophia Rauch (Author), 2013, Vereinbarkeit von Kaufverhalten und Nachhaltigkeit im Bereich der Ernährung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280332