In dieser Arbeit wird die Implementierung einer expertenbasierten Dekubitusprophylaxe in einem betriebswirtschaftlichen Kontext und unter Berücksichtigung von pflegerischen Qualitätskonzepten dargelegt. Dabei wird zu Beginn grundsätzlich auf Definition und Relevanz der Dekubitusprophylaxe eingegangen. Der grundlegenden Einführung folgt eine Einordnung von betrieblichen Einflussfaktoren bei der Implementierung sowie die Darlegung von bereits bestehenden Qualitätskonzepten der Pflege und deren Beziehung zum Expertenstandard bei Implementierung. Dabei werden grundsätzliche betriebliche Rahmenbedingungen erläutert, die bei der Einführung von Expertenstandards aus unserer Sicht relevant sind. Danach wird aus pflegespezifischen Gesichtspunkten der Einfluss und die Relevanz des Pflegeprozesses bei der Implementierung beleuchtet. Es folgt eine Darlegung von Implementierungsprozessen der Pflege. Das Phasenschema des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege zur Implementierung wird hierbei als ein professionelles Modell zur Umsetzung des Expertenstandards vorgestellt. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Darlegung der angenommenen Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung in einem betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext.
Aus dem Inhalt:
- Definition und Relevanz der Dekubitusprophylaxe,
- Betriebliche Einflussfaktoren und Qualitätskonzepte der Pflege,
- Implementierungsprozesse der Pflege,
- Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung im betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2 Definition von Dekubitusprophylaxe
3 Relevanz der Dekubitusprophylaxe
4 Betriebliche Einflussfaktoren und Qualitätskonzepte der Pflege
4.1 Der Expertenstandard unter Berücksichtigung von betrieblichen Gesichtspunkten und bestehenden Qualitätsmethoden der Pflege
4.2 Der Pflegeprozess und die Implementierung des Expertenstandards
5 Implementierungsprozesse der Pflege
5.1 Das Phasenschema des DNQP zur Implementierung
5.2 Definition des Phasenmodells
5.3 Die vier Phasen der Implementierung
5.3.1 Fortbildungen
5.3.2 Anpassung des Expertenstandards an die Zielgruppe
5.3.3 Einführung des Expertenstandards
5.3.4 Datenerhebung mittels Auditinstrument
6 Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung im betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext
6.1 Thematische Hinführung
6.2 Definition von Prozessen
6.3 Der Expertenstandard im Produktionsprozess des Krankenhauses
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die prozesshafte Implementierung einer expertenbasierten Dekubitusprophylaxe in Krankenhäusern unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen und pflegerischer Qualitätskonzepte. Dabei wird analysiert, wie pflegerische Expertenstandards effizient in den Klinikalltag integriert werden können, ohne die Qualität der Patientenversorgung zu beeinträchtigen.
- Implementierungsprozesse nach dem Phasenschema des DNQP
- Verzahnung von Pflegeprozess und Expertenstandards
- Betriebswirtschaftliche Aspekte und Prozessmanagement im Krankenhaus
- Kosten-Nutzen-Betrachtungen der Dekubitusprophylaxe
- Bedeutung der Qualifizierung und Mitarbeiterbeteiligung (Bottom-up-Ansätze)
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Dekubitusprophylaxe
Das Thema Dekubitus und Dekubitusprophylaxe nimmt einen sehr breiten Raum in der Fachliteratur der letzten Jahre ein. Nach unserer Beobachtung wurde wohl kaum einem anderen Thema so viel Beachtung entgegengebracht. Daraus lässt sich unserer Ansicht nach ableiten, dass die Entstehung von Dekubitalulzera für die Berufsgruppe der Pflegenden das Pflegeproblem schlechthin zu sein scheint und dass das Auftreten beziehungsweise Nicht-Auftreten von Dekubitalulzera in Einrichtungen des Gesundheitswesens Vermutungen über deren pflegerische Qualität anstellen lässt. Sogar vom „Schreckensgespenst der Pflege“ (Sowinski/Maciejewski 2002, 3) ist zu lesen. Jedoch auch in unserer pflegerischen Praxis konnten wir übereinstimmend feststellen, dass das Thema Dekubitusprophylaxe für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen von überaus hoher Wichtigkeit ist.
Der Dekubitus, auch Druckgeschwür genannt, leitet sich aus dem lateinischen „decumbere“ und „decubitum“ ab und bedeutet „sich niederlegen“, beziehungsweise „wund liegen“. Es kommt zu einer Schädigung der Haut infolge eines länger anhaltenden Drucks. Dabei werden pflegediagnostisch vier Dekubitusstadien unterschieden. Unter Prophylaxe ist die Verhütung von Krankheiten zu verstehen, beziehungsweise die Prävention, das Zuvorkommen oder die Vorbeugung. Daraus ableitend lässt sich festhalten, dass die Dekubitusprophylaxe eine pflegerische Intervention zur Verhütung von Dekubitalulzera ist, die man planen, durchführen, dokumentieren und auf ihre Eignung hin evaluieren muss. Zudem beinhaltet sie „Maßnahmen zur Erkennung und Einschätzung des Dekubitusrisikos“. Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS) führt auf, dass das „Vorgehen nach dem aktuellen (…) anerkannten Stand der medizinischen und pflegerischen Erkenntnisse“ zu erfolgen hat und das Institut für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte Pflegeforschung (IGAP) erläutert in diesem Zusammenhang, dass „zur Durchführung dieser Maßnahmen (…) Fachwissen und ein ausreichendes Maß an Zeit benötigt“ werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Zielsetzung der Arbeit sowie des methodischen Vorgehens bei der Implementierung von Expertenstandards.
2 Definition von Dekubitusprophylaxe: Klärung der Fachbegriffe und Definition der Dekubitusprophylaxe als zentrale pflegerische Aufgabe.
3 Relevanz der Dekubitusprophylaxe: Erörterung der gesundheitlichen, ökonomischen und haftungsrechtlichen Bedeutung des Dekubitusrisikos.
4 Betriebliche Einflussfaktoren und Qualitätskonzepte der Pflege: Analyse der organisatorischen Rahmenbedingungen und der Integration von Qualitätsmanagement in den Klinikbetrieb.
5 Implementierungsprozesse der Pflege: Detaillierte Darstellung des DNQP-Phasenmodells zur Einführung von Expertenstandards in der Praxis.
6 Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung im betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext: Diskussion der Auswirkungen von Expertenstandards auf Wertschöpfung und Produktionsprozesse im Krankenhaus.
7 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Notwendigkeit und den Herausforderungen einer wissenschaftlich fundierten Dekubitusprophylaxe.
Schlüsselwörter
Dekubitusprophylaxe, Expertenstandard, DNQP, Pflegeprozess, Qualitätsmanagement, Krankenhausmanagement, Prozessorientierung, Patientenversorgung, Pflegequalität, Gesundheitsökonomie, Implementierung, Pflegedokumentation, Risikoeinschätzung, Mitarbeiterzufriedenheit, Wissensmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Einführung von Expertenstandards zur Dekubitusprophylaxe in Krankenhäusern, wobei der Fokus auf der Verbindung zwischen pflegerischer Fachlichkeit und betriebswirtschaftlichem Management liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung des Pflegeprozesses, Methoden der Qualitätsentwicklung, die Implementierung von Standards nach dem DNQP-Modell sowie ökonomische Aspekte wie Prozessmanagement und DRG-Einflüsse auf die Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Modell für die erfolgreiche Implementierung von Expertenstandards aufzuzeigen, das sowohl die fachliche Qualität erhöht als auch im komplexen betriebswirtschaftlichen Gefüge eines Krankenhauses Bestand hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren stützen sich auf eine fundierte Literaturanalyse und verknüpfen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse mit betriebswirtschaftlichen Konzepten zur Prozessgestaltung und zum Qualitätsmanagement.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Prophylaxe, die konkreten Schritte der Implementierung (Phasenmodell) und die betriebswirtschaftliche Analyse der Auswirkungen auf die Krankenhausleistungsproduktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Dekubitusprophylaxe, Expertenstandard, Pflegeprozess, Qualitätsmanagement, Prozessorientierung und Gesundheitsökonomie.
Warum ist die Wahl des Pflegeprozesses als Basis für die Implementierung so wichtig?
Der Pflegeprozess dient als strukturiertes Problemlösungsverfahren, das eine standardisierte, aber dennoch individuell anpassbare Pflege ermöglicht und somit die Voraussetzung für die Verstetigung von Expertenstandards schafft.
Welche Rolle spielt das "Bottom-up"-Prinzip bei der Umsetzung?
Das Bottom-up-Prinzip ist entscheidend, um die Motivation der Pflegenden zu steigern, da sie aktiv an der Gestaltung ihrer Standards beteiligt werden, was die Identifikation mit den neuen Anforderungen erhöht.
Wie gehen die Autoren mit der Problematik des hohen Dokumentationsaufwands um?
Sie diskutieren die Notwendigkeit der „Entbürokratisierung“ und schlagen vor, durch den Verweis auf bestehende Standards in der Dokumentation effizienter zu arbeiten und diese nur bei Abweichungen detailliert zu begründen.
Inwiefern beeinflusst der DRG-Kostendruck die Implementierung der Standards?
Der Kostendruck schafft Zielkonflikte, doch die Autoren argumentieren, dass eine professionelle Prophylaxe durch Expertenstandards langfristig wirtschaftlich ist, da sie teure Komplikationen vermeidet und die Ergebnisqualität optimiert.
- Quote paper
- Carmen Wolfsteiner (Author), Michelangelo Ferrentino (Author), 2006, Prozesshafte Implementierung von expertenbasierter Dekubitusprophylaxe in einem betriebswirtschaftlichen und pflegerisch - qualitativen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280450