Synonymie, Polysemie und Homonymie. Einführung in die englische Semantik


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Synonymie
2.1. Fünf verschiedene Arten von Synonymie
2.1.1. Regionale Varietäten
2.1.2. Unterschiedliche Stilrichtungen
2.1.3. Unterschiede durch wertende oder emotionale Bedeutung
2.1.4. Beschränkung durch Kollokation
2.1.5. Wörter, die sich nur „ähnlich“ sind
2.2. Synonymähnliche Phänomene
2.3. Verfahren um Synonymie zu testen

3. Polysemie

4. Polysemie versus Homonymie

5. Homonymie

5.1. Homographie und Homophonie

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Liguistik ist die Semantik der einzige Bereich der sich ausschließlich mit der Bedeutungsseite von Sprachen beschäftigt. In der lexikalischen Semantik geht es also vorrangig um die Bedeutung von Wörtern, den Zusammenhang zwischen Wortbedeutung und der Wirklichkeit, die Offenlegung semantischer Strukturen innerhalb einer Sprache.

Wenn wir die Bedeutung eines Wortes erklären wollen, müssen wir auf die Bedeutungsbeziehungen zwischen Wörtern eingehen, auf die sog. Sinnrelationen.

In die Gruppe der Sinnrelationen fällt auch die Synonymie. Die Synonymie ist eine paradigmatische Relation, d.h. sie stellt die Wahl zwischen lexikalischen Alternativen dar. Mehrere unterschiedliche Lexeme haben dieselbe deskriptive Bedeutung.[1]

Im Gegensatz dazu gibt es den Fall der lexikalischen Ambiguität. Hier verhält es sich so, dass ein Lexem mehrere unterschiedliche deskriptive Bedeutungen hat. Diese sind entweder miteinander verbunden, von einander ableitbar, haben denselben etymologischen Hintergrund. In diesem Fall spricht man von Polysemie. Oder aber es ist weder synchron also auch diachron möglich eine Verbindung zwischen den verschiedenen Bedeutungen herzustellen[2]. In diesem Fall handelt es sich um Homonymie.

Auf diese drei Teilbereiche der strukturellen Semantik werde ich nun im Folgenden näher eingehen.

2. Synonymie

Synonymie (griech. s yn - = ‚zusammen mit‘, onoma = Name) oder auch Synonymik ist die Bedeutungsgleichheit oder eine weitgehende Bedeutungsähnlichkeit zweier oder mehrerer Wörter. Man kann auch von deskriptiver oder kognitiver Synonymie sprechen, da sich die Ähnlichkeit oder Gleichheit alleine auf die deskriptive Bedeutung bezieht. Synonyme haben die gleichen semantischen Merkmale.[3]

Die englische Sprache ist besonders reich an Synonymen, was mit ihrer historischen Entwicklung zusammenhängt. So entstand das Englische aus zwei Hauptquellen: Dem Angelsächsischen auf der einen Seite und Latein, Französisch und Griechisch auf der anderen Seite. Diese verschiedenen Einflüsse haben dafür gesorgt, dass es im Englischen eine besondere Häufung von Synonympaaren gibt.

Für den gleichen Oberbegriff steht häufig ein angelsächsisches/germanisches Wort, ein französisches und ein lateinisches zur Verfügung, z.B. kingly, royal, regal. Diese Wörter sind allerdings nicht vollkommen synonym, sie haben über die Zeit vielmehr feine Bedeutungsverschiedenheiten entwickelt.[4]

Im Falle von Synonymie gilt es also zwischen totaler und partieller Synonymie zu unterscheiden.

Totale, bzw. strikte Synonymie liegt dann vor, wenn zwei Lexeme in allen Kontexten austauschbar sind und „dieselbe deskriptive, expressive und soziale Bedeutung haben“[5]. Viele Linguisten sind jedoch der Auffassung, „dass es in der Sprache totale Synonymie nicht gibt.“[6] Zwei, zueinander, synonyme Wörter haben zwar weitestgehend eine Bedeutungsähnlichkeit, jedoch keine Bedeutungsgleichheit. Denn wozu sollte eine Sprache zwei, in ihren Gebrauchsbedingungen völlig identische Wörter beherbergen? Tatsächlich ist es meist so, dass sich ein Lexem durchsetzt oder sich über die Zeit eine Bedeutungsdifferenzierung entwickelt.

F.R. Palmer formuliert, stellvertretend für viele: „ It can, however, be maintained that there are no real synonyms, that no words have exactly the same meaning. Indeed it would seem unlikely that two words with exactly the same meaning would both survive in a language.”[7]

2.1. Verschiedene Arten von Synonymie

Die Existenz von totaler oder absoluter Synonymie wird alleine durch die sprachliche Realität unwahrscheinlich und kommt nur sehr selten vor. Laut Palmer gibt mindestens fünf Arten[8] in denen sich Synonyme unterscheiden. Fünf verschiedene Aspekte, die das Bestehen von absoluten Synonymen noch unwahrscheinlicher machen. Diese gilt es im Folgenden darzustellen.

2.1.1. Regionale Varietäten

Ein für die Semantik nicht besonders bedeutender Punkt sind die regionalen, bzw. geographischen Unterschiede. So entstehen manche Synonympaare durch verschiedene Dialekte einer Sprache. So ist das Wort für Herbst in den Vereinigten Staaten fall wohingegen es in Großbritannien autumn ist. Solche Synonympaare entstehen durch verschiedene Dialekte und regionale Unterschiede, werden in der Semantik also nicht anders behandelt als Synonympaare aus verschiedenen Sprachen.

2.1.2. Unterschiedliche Stilrichtungen

Eine weitere Differenzierungsart sind die sog. Registerunterschiede oder unterschiedliche Stilrichtungen. Mehrere Wörter haben zwar dieselbe Bedeutung sie unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Stil. So kann ich zwar mit verschiedenen Synonymen inhaltlich dasselbe aussagen, allerdings mit völlig verschiedenen Stilrichtungen. (Z.B. to die, to pass away, to bite the dust) Ich kann während einer Unterhaltung ohne Probleme den Stil meiner Aussage ändern um einen dementsprechenden Effekt zu erzielen. Oft ändert sich nicht nur die Wortwahl bei der Änderung der Stilebene, sondern auch die Grammatik oder die Aussprache.

[...]


[1] Kortmann: Liguistik:Essentials. S.155.

[2] Kortmann: Liguistik:Essentials. S.170.

[3] Kortmann: Liguistik:Essentials. S.166.

[4] Leisi: Das heutige Englisch: Wesenszüge und Probleme. S 46ff.

[5] Lyons: Die Sprache. S.139.

[6] Welte: Englische Semantik. S. 108.

[7] Palmer: Semantics. S.60.

[8] Palmer: Semantics. S.60f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Synonymie, Polysemie und Homonymie. Einführung in die englische Semantik
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V280985
ISBN (eBook)
9783656751830
ISBN (Buch)
9783656751496
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
synonymie, polysemie, homonymie, englische, semantik
Arbeit zitieren
Verena Schmidt (Autor), 2009, Synonymie, Polysemie und Homonymie. Einführung in die englische Semantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280985

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