Was sind die Determinanten von Migration? Dieser Frage wird in der folgenden Arbeit am Beispiel der USA nachgegangen. Zuerst werden Fachartikel vorgestellt, welche sich mit einer ähnlichen Themenstellung befassen und deren Ergebnisse zusammengefasst. Danach werden allgemeine Daten zur Migration in den USA, die sich aus dem Datensatz entnehmen lassen, dargestellt. Des Weiteren werden die zur Beantwortung der Frage genutzten und neu generierten Variablen vorgestellt. Den Kern der Arbeit bildet eine Regressionsanalyse, welche den Einfluss der vorher erörterten Determinanten auf die Migration zeigen soll. Zuletzt werden die Ergebnisse dieser Arbeit mit denen der am Anfang vorgestellten Fachartikel verglichen.
Die Regressionsanalyse wird mit Hilfe eines im Seminar erarbeiteten bilateralen Datensatzes durchgeführt (migrationLFP1314_B). Dieser beinhaltet die Migration 155 verschiedener Länder in Relation zueinander, wobei jedes Land zum einen als Ursprungs- und als Zielland der Migration gelistet wird. Die Migrationsdaten sind für die Jahre 1960 bis 2000 in 10-jahres-Abständen verfügbar, wobei die Anzahl der Länderpaare von 1970 auf 1980 um circa 5000 Beobachtungen ansteigt. Ob die Variation für die USA ebenfalls signifikant ist, wird später untersucht. Des Weiteren gibt der Datensatz einem die Möglichkeit, zwischen männlichen und weiblichen Migranten zu unterscheiden, was für die Determinanten der Migration in dieser Arbeit jedoch irrelevant ist. Es wird aber bei den „Allgemeinen Informationen“ kurz erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Forschungsstand
3. Allgemeine Informationen
4. Variablen
4.1. Generierte Variablen
4.2. Regressionsvariablen
5. Regressionsanalyse (Ergebnisse)
5.1. Immigration
5.2. Emigration
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Determinanten von Migrationsbewegungen am Beispiel der USA. Dabei wird mittels einer Regressionsanalyse auf Basis eines bilateralen Datensatzes der Einfluss verschiedener Faktoren wie Sprache, Distanz, Wirtschaftsleistung und sozialer Indikatoren auf die Ein- und Auswanderung beleuchtet und mit bestehender Fachliteratur verglichen.
- Analyse bilateraler Migrationsströme zwischen 155 Ländern über den Zeitraum 1960 bis 2000.
- Untersuchung ökonomischer Faktoren (BIP pro Kopf, Gini-Koeffizient, Beschäftigungsrate) als Einflussgrößen.
- Berücksichtigung soziokultureller und geografischer Aspekte wie Sprache, koloniale Beziehungen und Distanz.
- Vergleichende Einordnung der Ergebnisse zu bestehenden Forschungsergebnissen.
- Methodische Anwendung der Regressionsanalyse zur Identifikation signifikanter Migrationsdeterminanten.
Auszug aus dem Buch
5.1. Immigration
Wenn eine gemeinsame offizielle Sprache in Ziel- und Ursprungsland gesprochen wird, erhöht dies die Immigration in die USA um circa 113000 Personen in dem kompletten Beobachtungszeitraum von 1960 bis 2000. Da die Kenntnis der Sprache im Zielland die Emigration erleichtert, ist dies ein nachvollziehbarer Wert. Es erhöht die Verständigungsmöglichkeiten und die Chancen einen Beruf zu finden sind um einiges stärker, wenn man nicht zuerst die Sprache lernen muss.
Wie in dem Artikel „Language and Migration to the United States“ von Hilary Parsons Dick untersucht wird, spielen die Sprache und kulturelle Einflüsse eine entscheidende Rolle in der Herausforderung der kulturellen Eingliederung in die Gesellschaft und der Entstehung von Subkulturen (Dick 2011). Der Einfluss der kolonialen Beziehungen ist mit einem Unterschied in der Migrantenzahl von circa 226000 noch signifikanter. Da koloniale Beziehungen in der Anfangszeit der Untersuchungen ab 1960 eine noch größere Rolle spielten als am Ende, ist dieses Ergebnis ebenfalls erwartungsgetreu.
Je höher die Entfernung der beiden Länder zueinander ist, desto geringer ist die Migration. Diese verringert sich mit jedem Kilometer um circa 33 Personen. Zu bemerken ist, dass bei dieser Variable die Aussage am signifikantesten ist (p-value=12,1%). Dieser Einfluss ist unerwartet hoch. Wenn man jedoch Abbildung 2 betrachtet, in welcher die Variablen „total_a“ und „dist“ miteinander multipliziert werden und pro Jahrzehnt für das Zielland USA abgetragen werden, erkennt man, dass die Bedeutung der Distanz im Laufe der Zeit immer geringer wird. Vor allem von 1990 auf 2000 ist ein deutlicher Sprung zu erkennen. Je höher der Wert ist, desto mehr Migranten wandern in die USA, trotz der gleichen Distanz. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Mobilität auf weltweiter Ebene immer erschwinglicher wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Forschungsfrage, den Aufbau der Arbeit und stellt den für die Analyse verwendeten bilateralen Datensatz vor.
2. Forschungsstand: Hier werden relevante Fachartikel zur Migration in die USA vorgestellt, deren Ergebnisse mit den Daten dieser Arbeit in Bezug gesetzt werden.
3. Allgemeine Informationen: Dieser Abschnitt liefert statistische Basisdaten zur Migration in den USA sowie Informationen zu den verwendeten Variablen wie dem Gini-Koeffizienten und dem Human Capital Index.
4. Variablen: Es werden die für die Regressionsanalyse notwendigen Modifikationen von Variablen sowie die Auswahl der Regressionsvariablen definiert.
5. Regressionsanalyse (Ergebnisse): Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Regressionsanalysen für Immigration und Emigration und interpretiert die Einflüsse der untersuchten Faktoren.
6. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, mit der Literatur verglichen und die Bedeutung der identifizierten Migrationsdeterminanten reflektiert.
Schlüsselwörter
Migration, USA, Immigration, Emigration, Regressionsanalyse, Determinanten, Gini-Koeffizient, Human Capital Index, bilaterale Migrationsdaten, sprachliche Einflüsse, koloniale Beziehungen, Distanz, Beschäftigungsrate, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren (Determinanten), die Migrationsbewegungen in die und aus den USA beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Einwanderung (Immigration) und Auswanderung (Emigration) der USA im Zeitraum 1960 bis 2000 unter Berücksichtigung ökonomischer, geografischer und soziokultureller Einflussgrößen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine Regressionsanalyse auf Basis eines bilateralen Datensatzes zu bestimmen, welche Faktoren signifikanten Einfluss auf das Migrationsverhalten haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Regressionsanalyse auf Basis eines Längsschnitt-Datensatzes durchgeführt, um Zusammenhänge zwischen Migrantenzahlen und verschiedenen unabhängigen Variablen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den Forschungsstand, die Beschreibung des Datensatzes und der Variablen, die Durchführung der Regressionsanalyse sowie die detaillierte Interpretation der Ergebnisse für Immigration und Emigration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Migration, USA, Regressionsanalyse, Determinanten, Arbeitsmarkt, Human Capital Index und ökonomische Faktoren.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der Migration laut der Untersuchung?
Eine gemeinsame offizielle Sprache in Ziel- und Ursprungsland wirkt signifikant positiv auf das Migrationsniveau, da sie Verständigung und Integration erleichtert.
Warum wird der Gini-Koeffizient in der Analyse verwendet?
Der Gini-Koeffizient dient als Ersatzvariable zur Messung sozialer Ungleichheit bzw. der Wirksamkeit sozialer Programme, da für diese keine direkten Daten vorhanden sind.
Wie verändert sich der Einfluss der Distanz auf die Migration über die Zeit?
Die Bedeutung der geografischen Distanz nimmt im Laufe der Zeit ab, was der Autor auf eine weltweit zunehmend erschwinglichere Mobilität zurückführt.
Warum wird zwischen Immigration und Emigration in der USA unterschieden?
Die USA weist eine deutliche Diskrepanz zwischen hohen Immigrationszahlen und vergleichsweise geringen Emigrationszahlen auf, was die Untersuchung der Emigration als weniger bedeutsam für die US-Wirtschaft erscheinen lässt.
- Citar trabajo
- Gero Kassen (Autor), 2014, Determinanten von Migration am Beispiel der USA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281401