Im Zeitalter der Globalisierung und im Zuge der Liberalisierung der Märkte verschärft sich der Wettbewerb und der damit zunehmende Druck sowohl auf die Unternehmen als auch auf die Länder immer mehr.
Russland sieht sich selbst insbesondere im Hinblick auf Energiefragen als eine unverzichtbare Macht an, da es über Ressourcen verfügt, welche für die Weltwirtschaft eine erhebliche Bedeutung besitzen. Speziell für Europa ist Russland von großer Wichtigkeit, da es größter Erdgaslieferant ist und bei der Deckung des gegenwärtigen und zukünftigen Erdgasbedarfs der EU eine strategische Rolle spielt.
In der vorliegenden Arbeit wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit eine auf Ressourcen aufbauende Volkswirtschaft Gefahren und auch Chancen birgt. Da Russland reich an Ressourcen wie Erdgas und Erdöl ist, orientieren sich die Ausführungen zur Beantwortung dieser Frage an diesem Land. Ziel ist es zu zeigen, welche Vorteile ein hohes Aufkommen an natürlichen Ressourcen für eine Volkswirtschaft haben kann und wo die Nachteile des Ressourcenreichtums liegen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Vorgehensweise
2. Allgemeines
2.1. Eckdaten zu Russland
2.2. Ressourcenvorkommen in Russland
2.3 Definition Ressourcenökonomie
3. Chancen und Risiken
3.1. Chancen und Möglichkeiten für Ressourcenökonomien
3.2.Gefahren eines ressourcenbasierten Wachstums
4. Praxisbeispiel- der Fall Russland
4.1. Anfälligkeit gegenüber exogenen Schocks
4.2. Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft und auf die Wirtschaft anderer Länder
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Chancen und Risiken, die sich für eine Volkswirtschaft ergeben, die stark auf den Export natürlicher Ressourcen angewiesen ist, wobei Russland als zentrales Praxisbeispiel dient.
- Wirtschaftliche Eckdaten und Ressourcenvorkommen Russlands
- Theoretische Grundlagen der Ressourcenökonomie
- Potenziale durch Rohstoffexporte und Renteneinnahmen
- Gefahren wie die "Holländische Krankheit" und Rent-seeking
- Anfälligkeit gegenüber exogenen Schocks am Beispiel der Finanzkrise
Auszug aus dem Buch
3.2. Gefahren eines ressourcenbasierten Wachstums
Trotz der beschriebenen Vorteile birgt eine Ressourcenökonomie auch Gefahren. Nach Bardt ist festzustellen, dass nicht alle ressourcenreichen Länder von Rohstoffexporten profitieren. Dies kann beispielsweise schon damit begründet werden, dass die durch den Rohstoffexport erzielten Erlöse seitens des Staates nicht zur Bildung von Human- oder Sachkapital eingesetzt werden, sondern für andere, nicht wohlstandsfördernde Investitionen. Ein hohes Rohstoffaufkommen allein scheint keine Garantie für Wachstums- oder Wohlstandssteigerung zu sein. Tatsächlich kann sogar das Gegenteil eintreten und das Ressourcenaufkommen sich eher als Nachteil für eine Volkswirtschaft erweisen.
Es existieren drei wesentliche Gefahren einer Ressourcenökonomie: 1. Rent-seeking, 2. Anfälligkeit gegenüber exogenen Schocks und 3. die Holländische Krankheit. Grundsätzlich ist die Förderung natürlicher Ressourcen mit einem vergleichsweise geringen Aufwand verbunden. Nach Bardt gilt dies speziell für Länder, die einen erheblichen Anteil der mit Rohstoffen erzielten Erlöse für den Staatshaushalt verwenden. Dies löst das Streben nach Renten (rent seeking) bei verschiedenen Interessengruppen aus: unterschiedliche Gruppen erheben Ansprüche an den Staat und haben einen Anreiz, auf diese Mittel zugreifen zu wollen. Konkret bedeutet dies, dass hohe Rohstoffgewinne zur Korrumpierung der Machthaber beitragen können. Eine mangelhafte Regierung, in der beispielsweise Verfügungsrechte nicht eindeutig geklärt sind oder in denen das Rechtssystem als unzuverlässig gilt, trägt letztendlich dazu bei, dass diese Interessengruppen den Staat vereinnahmen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des Ressourcenreichtums Russlands ein, definiert die Ziele der Arbeit und legt die methodische Vorgehensweise fest.
2. Allgemeines: Es werden die wirtschaftlichen Eckdaten Russlands, die vorhandenen Ressourcen und der theoretische Begriff der Ressourcenökonomie dargestellt.
3. Chancen und Risiken: Hier werden die positiven Aspekte einer Ressourcenökonomie sowie die Gefahren eines ressourcenbasierten Wachstums, wie Rent-seeking, analysiert.
4. Praxisbeispiel- der Fall Russland: Das Kapitel untersucht anhand des Fallbeispiels Russland die Anfälligkeit gegenüber Schocks und die Auswirkungen auf die nationale sowie internationale Wirtschaft.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die zukünftigen Aussichten für Russland im Kontext seines Ressourcenreichtums.
Schlüsselwörter
Russland, Ressourcenökonomie, Rohstoffexporte, Erdöl, Erdgas, BIP, Rent-seeking, Holländische Krankheit, Exogene Schocks, Wirtschaftswachstum, Finanzkrise, Fiskalpolitik, Stabilisierungsfonds, Ressourcenreichtum, Weltwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen des Ressourcenreichtums auf die Volkswirtschaft Russlands und beleuchtet dabei sowohl die Chancen als auch die systemischen Risiken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Ressourcenökonomie, der Analyse von Rohstoffvorkommen und den makroökonomischen Risiken, die mit einem ressourcenabhängigen Wachstum einhergehen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, welche Vorteile ein hohes Aufkommen an natürlichen Ressourcen bietet, aber gleichzeitig zu identifizieren, wo die kritischen Nachteile und Gefahren für die Volkswirtschaft liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller wirtschaftlicher Eckdaten und Statistiken zum russischen Rohstoffsektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Erörterung von ökonomischen Chancen und Gefahren sowie eine fallbezogene Untersuchung Russlands hinsichtlich dessen Anfälligkeit für externe Schocks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ressourcenökonomie, Rent-seeking, Holländische Krankheit, Rohstoffabhängigkeit und ökonomische Stabilität.
Warum wird die „Holländische Krankheit“ in der Arbeit als Risiko eingestuft?
Sie beschreibt eine Gefahr für ressourcenreiche Länder, bei der steigende Exporterlöse zu einer Aufwertung der Währung führen, was die Wettbewerbsfähigkeit anderer Wirtschaftssektoren schwächt.
Welche Rolle spielt der Stabilisierungsfonds für Russland?
Er dient als fiskalpolitisches Instrument, um das Land gegen die Volatilität der Rohstoffpreise abzusichern und langfristig eine nachhaltige ökonomische Entwicklung zu fördern.
Wie reagierte Russland auf die Herausforderungen der Weltwirtschaftskrise 2008?
Das Land reagierte durch umfassende Rettungsmaßnahmen, eine Anpassung der Zölle auf Rohstoffausfuhren und konnte so die Auswirkungen trotz negativer Wachstumsraten im Jahr 2009 abfedern.
- Quote paper
- Bachelor Oliver Paffrath (Author), 2012, Chancen und Risiken des Ressourcenreichtums für die russische Wirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281719