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Stigmata oder veränderbar? Einstellungsänderung gegenüber Depressiven durch persuasive Fiktion

Title: Stigmata oder veränderbar? Einstellungsänderung gegenüber Depressiven durch persuasive Fiktion

Bachelor Thesis , 2013 , 61 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ghazal Shariat (Author)

Psychology - Media Psychology
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Summary Excerpt Details

Trotz der anhaltenden Forschung zur Einstellungsänderung herrscht ein Mangel an Studien über den Einfluss verschiedener Medien auf den Persuasionsprozess. Im Vergleich dazu zeigen viele Studien, wie stark der Einfluss der persuasiven Narration vom Grad der Transportation während des Lesens abhängt.

Diese Studie untersucht die Auswirkungen des Romans "Als meine Seele dunkel wurde" (Leonhardt, 2011) auf die Einstellung und Überzeugungen gegenüber Menschen mit Depressionen. Mittels einer Prä- und Post-Messung wurden die Ansichten der Befragten ermittelt. Annahme ist, dass der Leser im Anschluss an die Lektüre, in der die Protagonistin vorteilhaft dargestellt wird, aufgrund von starker Transportation positiv gegenüber der depressiven Protagonistin eingestellt ist. Die vorliegende Studie ist eine experimentelle Laborstudie, die aus zwei Gruppen, Buch und E-Book-Lesen, besteht (studentische Stichprobe N = 75). Die Gruppen wurden nach der Variablen „need for affect“ parallelisiert, die für die Motivation des Aufsuchens oder der Vermeidung von emotional induzierten Situationen und Aktivitäten steht. Folglich erleben Personen mit einem hohen Wert bei need for affect den Zustand der Transportation intensiv und die überzeugende Wirkung der Erzählung hat einen starken Einfluss auf ihre Haltung (Appel & Richter, 2010).

Die Einstellungsänderung wird durch drei Skalen operationalisiert: Wissen, stereotype Vorstellungen über Depressionen sowie soziale Distanz. Diese drei Skalen stellen die Komponenten dar, die Menschen bei bestimmten Gruppen wie den Depressiven im Kopf haben. Zudem wurde in dieser Studie diskutiert, welche Auswirkung die Art des Mediums (Bücher und E-Books) auf das Publikum hat.

Die Ergebnisse decken sich nicht mit den Hypothesen und werden nicht signifikant. Sowohl die Veränderung zum zweiten Messzeitpunkt als auch die Wechselbeziehungen zwischen den Variablen wurden erfasst.

Die Einbeziehung der Komponenten der Einstellungsänderung und der Typ des Mediums erlaubt eine Betrachtung der gleichen Frage aus klinischer sowie medienpsychologischer Perspektive und füllt so die Schnittstelle zwischen diesen beiden Disziplinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Theoretischer Hintergrund

1.1 Einleitung

1.2 Need for affect

1.3 Elaboration-Likelihood-Modell

1.4 Transportation-Imagery-Modell

1.5 Stereotyp

1.6 Soziale Distanz

1.7 Wissen

1.8 Medien und psychische Krankheiten

2 Empirische Hypothesen

3 Methoden

3.1 Rekrutierung der Versuchspersonen

3.2 Stichprobe

3.3 Auswahl des Mediums

3.4 Das Medium

3.5 Versuchsdesign

3.6 Materialien

3.6.1 Need for affect Skala

3.6.2 Transportation-Skala

3.6.3 Einstellung gegenüber Depressiven

3.6.3.1 Stereotype Einstellung

3.6.3.2 Soziale Distanz

3.6.3.3 Wissen

3.7 Vorgehen

3.8 Datenanalyse

3.8.1 Exploratorische Faktorenanalysen

3.8.2 Regressionen

4 Ergebnisse

4.1 Deskriptive Statistik zum Mediennutzungsverhalten

4.2 Faktoranalytische Untersuchung der Einstellungsskala

4.3 T-test für abhängige Stichproben

4.4 Modelltestungen

4.4.1 Modelltestung H1

4.4.2 Modelltestung H2

4.4.3 Modelltestung H3

4.4.4 Modelltestung H4

5 Diskussion

5.1 Die wichtigsten Ergebnisse

5.1.1 Exploratorische Faktorenanalysen

5.1.2 Hypothesen

5.2 Interpretation

5.3 Ausblick

A Pretest

B Posttest: Transportation-Skala

C Vortest: Skala zum Rezeptionserleben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen narrativer Texte auf Einstellungen gegenüber an Depression erkrankten Menschen. Das zentrale Ziel ist es zu ergründen, ob durch den Prozess der "Transportation" (das intensive Eintauchen in eine fiktionale Geschichte) Einstellungsänderungen bei Lesern induziert werden können und ob dabei der Medientyp (Buch vs. E-Book) eine moderierende Rolle spielt.

  • Einfluss von narrativer Fiktion auf die Stigmatisierung von Depressiven
  • Die Rolle von "Need for affect" als Motivationsfaktor bei der Rezeption
  • Validierung von Einstellungsskalen (Stereotype, soziale Distanz, Wissen)
  • Vergleich der persuasiven Wirkung von physischen Büchern und E-Books

Auszug aus dem Buch

1.4 Transportation-Imagery-Modell

In Untersuchungen aus dem Jahr 1997 konnten Prentice, Gerrig und Bailis zeigen, dass Überzeugungen sich in Richtung der Einstellung der Protagonisten veränderten, deren fiktionale Geschichte kurze Zeit vorher gelesen wurde. Aus Sicht der Zwei-Prozess-Modelle kann bei fiktionalen Texten, die der Unterhaltung dienen und eine geringe Elaboration mit sich ziehen, nur über die periphere Route eine schwache Einstellungsänderung erfolgen. Im Gegensatz zu pragmatischen Texten wie politischen Reden werden keine Argumente oder Fakten über bestimmte Themen in fiktionalen Texten verarbeitet, die eine hohe Elaboration benötigen. So stößt die Erklärungskraft der Zwei-Prozess-Modelle in Bezug auf Fiktionen an ihre Grenzen.

Doch wurde mit den ersten Experimenten zu fiktionalen Texten und Filmen (z. B. Green & Brock, 2002; Prentice & Gerrig, 1999) nach einer anderen theoretischen Alternative gesucht, die den Einfluss von Narrationen auf Einstellungsänderungen erklären kann. Green und Brock (2000, 2002) entwickelten ein Modell, das die intensive emotionale Wirkung von Narrationen mit einbezieht und so versucht, die Beeinflussung von Einstellungen zu erklären. Das Transportation-Imagery-Model (Green & Brock, 2002) ist begründet durch den Zustand der Transportation, der ausschließlich durch Narrationen entsteht. Wenn der Rezipient von einer Geschichte mitgerissen wird, dass er alles um sich herum vergisst und Teil der Geschichte wird, sprechen Green und Brock (2000) von Transportation. Es kommt nicht zu Überzeugungsänderungen durch eine Analyse der Argumente und auch nicht über die periphere Route, sondern über ein emotional involviertes Rezeptionserleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Persuasionsforschung, das Transportation-Imagery-Modell, das Konzept der sozialen Distanz sowie den aktuellen Forschungsstand zu Medien und psychischen Erkrankungen.

2 Empirische Hypothesen: Formuliert vier zentrale Hypothesen, die den Zusammenhang zwischen Transportation, Einstellungsänderung gegenüber Depressiven und dem Einfluss des Medientyps untersuchen.

3 Methoden: Beschreibt das methodische Vorgehen, die Rekrutierung der 75 Probanden, das experimentelle Versuchsdesign, die eingesetzten Skalen sowie die durchgeführten statistischen Analysen.

4 Ergebnisse: Präsentiert die deskriptiven Daten, die Ergebnisse der Faktorenanalysen zur Validierung der Einstellungsskalen sowie die Resultate der Modelltestungen mittels linearer Regressionen.

5 Diskussion: Reflektiert die nicht signifikanten Ergebnisse, interpretiert die Limitationen der Studie bezüglich der Stichprobenhomogenität und der Messinstrumente und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Transportation, Need for affect, Persuasive Fiktion, Einstellung, Depression, Stigmatisierung, Soziale Distanz, Medienpsychologie, Narration, Rezeptionserleben, Stereotype, E-Book-Reader, Elaboration-Likelihood-Modell, Einstellungsänderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob narrative Texte, konkret der Roman "Als meine Seele dunkel wurde", eine Einstellungsänderung gegenüber an Depression erkrankten Menschen bewirken können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die medienpsychologische Wirkungsforschung, die Stigmatisierung psychisch Kranker sowie die Rezeptionsprozesse bei fiktionalen Texten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu prüfen, ob ein hohes Maß an "Transportation" (Eintauchen in die Geschichte) zu einer positiveren Einstellung gegenüber Depressiven führt und ob die Art des Mediums (Buch oder E-Book) dabei eine Rolle spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine experimentelle Laborstudie mit einem Prä-Post-Messdesign, bei dem zwei Gruppen (Buch- und E-Book-Leser) hinsichtlich ihrer Einstellungsänderung verglichen wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Herleitung der Hypothesen, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Transportation, Stigmatisierung, Depression, Need for affect und Persuasive Fiktion.

Welche Rolle spielt die Variable "Need for affect" in dieser Untersuchung?

Diese Variable dient als Kontrollvariable, um die Motivation der Teilnehmer zum Aufsuchen oder Vermeiden emotionaler Situationen abzubilden und das Versuchsdesign zu parallelisieren.

Warum wurden die verwendeten Skalen für die Einstellungsmessung angepasst?

Da keine validierten Instrumente speziell für Einstellungen gegenüber Depressiven existierten, wurden existierende Skalen, die ursprünglich für Schizophrenie konzipiert waren, inhaltlich an das Störungsbild der Depression angepasst.

Was lässt sich aus den Ergebnissen für den Einsatz von E-Book-Readern ableiten?

Die Studie konnte keinen signifikanten Einfluss der Art des Mediums (Buch vs. E-Book) auf das Ausmaß der Transportation oder die Einstellungsänderung feststellen.

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Details

Title
Stigmata oder veränderbar? Einstellungsänderung gegenüber Depressiven durch persuasive Fiktion
College
University of Koblenz-Landau
Grade
1,7
Author
Ghazal Shariat (Author)
Publication Year
2013
Pages
61
Catalog Number
V281778
ISBN (eBook)
9783656757788
ISBN (Book)
9783656757795
Language
German
Tags
need for affect persuasion e-book transportation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ghazal Shariat (Author), 2013, Stigmata oder veränderbar? Einstellungsänderung gegenüber Depressiven durch persuasive Fiktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281778
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