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TARGET2. Kritische Diskussion der Risiken

Título: TARGET2. Kritische Diskussion der Risiken

Tesis (Bachelor) , 2009 , 42 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Ulrich Kineke (Autor)

Economía - Finanzas
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Im Februar 2011 veröffentlichte Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, München, in der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ einen Artikel mit der Überschrift „Neue Abgründe“. Mit diesem Artikel betrat ein brisantes Thema erstmals die öffentliche Bühne. Sinn vertrat darin die These, dass durch das Interbanken-Überweisungssystem TARGET2 der Europäischen Zentralbank (EZB) die Deutsche Bundesbank zwangsweise Target-Kredite enormen Ausmaßes an Krisenländer wie Griechenland, Irland, Portugal und Spanien, sog. GIPS-Staaten, vergeben musste.
Seitdem ist eine hitzige Debatte entbrannt. In der deutschen Öffentlichkeit diskutierten insbesondere die Frankfurter Allgemeinen Zeitung und das Handelsblatt über das Thema. Als Reaktion des Beitrags von Sinn entstand auf internationaler Ebene eine fachliche Auseinandersetzung, aus der besonders Buiter , Bindseil und Whelan als Kritiker der Position von Sinn hervorzuheben sind.
Um die derzeitige Situation zu verstehen, muss noch vor die Anfänge des Euros zurück gegriffen werden. Denn die dortigen Entscheidungen führten zu den jetzigen Divergenzen im Euroraum. Zunächst litt Deutschland am deutsch-deutschen Wiedervereinigungsschock durch das hohe Lohnniveau Ostdeutschlands. Die niedrige Wettbewerbsfähigkeit und die stark real aufwertende Deutsche Mark (DM) führten Deutschland in eine Rezession. Aus diesem Grunde wurde ab 1995 versucht, die Staatsfinanzendefizite und die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Öffentliche Löhne sowie die Löhne im privaten Sektor stiegen nur noch gering. Der schlechten Wirtschaftslage geschuldet wurden Investitionen in deutsche Güter nur noch wenig getätigt.
Die anderen Länder der EU sahen für sich keine Notwendigkeit, die Lohnstückkosten nach unten anzupassen. In Deutschland hingegen stieg die Produktivität langsam wieder an, doch die Löhne wurden relativ konstant gehalten. So kam es dazu, dass im Vergleich mit den anderen Ländern der EU die Lohn-kosten in Deutschland sanken. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Funktionsweise des TARGET2-Systems

3 Diskussionsfelder der laufenden Debatte um TARGET2

3.1 Risikofaktor TARGET2 für Deutschland

3.2 „Interne“ Staatsfinanzierung durch TARGET2

3.3 Kreditverlagerung in der Eurozone

4 Ansätze zur Lösung des Problems

4.1 Höchstgrenze für TARGET-Salden

4.2 Besicherung von TARGET2

4.3 Übernahme des amerikanischen Systems

4.4 Eurobonds

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die kritische Debatte um die TARGET2-Salden des Europäischen Systems der Zentralbanken. Ziel ist es, die Thesen von Prof. Hans-Werner Sinn, wonach das TARGET2-System eine verdeckte Finanzierung von Krisenstaaten durch die Bundesbank darstellt, in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen, kritisch zu hinterfragen und die Argumente der Gegenseite gegenüberzustellen.

  • Funktionsweise des TARGET2-Systems im Euro-Zahlungsverkehr
  • Analyse der Risiken für die Deutsche Bundesbank bei einem potenziellen Austritt von Krisenländern
  • Untersuchung der These der „internen“ Staatsfinanzierung durch TARGET2
  • Diskussion von Lösungsansätzen wie Salden-Deckelung, Besicherung oder Systemreformen nach US-Vorbild

Auszug aus dem Buch

3.1 Risikofaktor TARGET2 für Deutschland

Schon im ersten Punkt der von Sinn angestoßenen Debatte, ob ein unmittelbares Risiko von den TARGET2-Salden für Deutschland ausgeht, ist sich die Fachwelt uneinig. Ursprünglich sollten auf diesen Konten nur geringe Abrechnungsdifferenzen existieren, sodass keine Höchstbeträge für die Konten eingeführt wurden. Seit 2007 schossen jedoch die Salden der Notenbanken in die Höhe. Dies war in der konsolidierten Bilanz des Eurosystems nicht sichtbar und wurde erst in den verschiedenen NZB-Bilanzen aufgedeckt. Bis Ende 2011 sammelten sich so Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB in Höhe von 436 Mrd. Euro an.

Die Werte der Abbildung 4 zeigen, dass nicht nur Deutschland hohe Forderungen besitzt, sondern, dass auch die Niederlande, Luxemburg und Finnland erwähnenswerte Forderungen angesammelt haben. Auf der anderen Seite ist Italien als neuer größter Schuldner aufgetreten. Deswegen kann jetzt von den GIIPS-Staaten gesprochen werden. Das einzige Land, das seine Verbindlichkeiten verringert hat ist Irland und mit einem erwähnenswerten Schuldenbetrag ist Frankreich neu zu den Problemstaaten gekommen.

Sinn bemerkte, dass sich die Wichtigkeit dieser Salden auch an ihrer Größe erkennen lässt. Sie sind in ihrem Wert mehr als dreimal so hoch, wie das gesamte Ankaufprogramm der EZB für Staatsanleihen der GIPS und stellen den größten Aktivposten der Bilanz der Bundesbank unter dem Punkt 9.4 dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der TARGET2-Salden ein und stellt die von Prof. Hans-Werner Sinn angestoßene Kontroverse über Risiken für Deutschland dar.

2 Funktionsweise des TARGET2-Systems: Es werden die technischen Grundlagen des Zahlungsverrechnungssystems der Eurozone erläutert, um ein Verständnis für die Entstehung der Salden zu schaffen.

3 Diskussionsfelder der laufenden Debatte um TARGET2: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Hypothesen zum Risikogehalt der Salden, die Finanzierungsthese sowie das Phänomen der Kreditverlagerung.

4 Ansätze zur Lösung des Problems: Es werden verschiedene politische und ökonomische Reformvorschläge, wie die Deckelung der Salden oder die Einführung von Eurobonds, kritisch geprüft.

5 Fazit: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die Schuld an der Krise primär in den Refinanzierungsoperationen und den Leistungsbilanzdefiziten, nicht allein im TARGET2-System liegt.

Schlüsselwörter

TARGET2, EZB, Deutsche Bundesbank, Eurosystem, GIPS-Staaten, Leistungsbilanzdefizit, Kapitalflucht, Zahlungsbilanz, Kreditverlagerung, Staatsfinanzierung, Währungsunion, Risikoanalyse, Finanzkrise, Eurobonds, Interdistrict Settlement Accounts

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die kontroverse wissenschaftliche und öffentliche Debatte über die TARGET2-Salden im Eurosystem und deren Bedeutung als potenzielles Risiko für Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Entstehung der TARGET2-Verbindlichkeiten, die Frage der verdeckten Staatsfinanzierung für Krisenstaaten sowie die Auswirkungen auf die deutsche Geldpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Thesen von Prof. Hans-Werner Sinn kritisch zu hinterfragen und die Argumente der Fachwelt gegenüberzustellen, um eine vielseitige Einsicht zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Gegenüberstellung unterschiedlicher ökonomischer Positionen, gestützt durch Datenanalysen von Bilanzen und Leistungsbilanzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erklärung der Systemfunktion, die Diskussion der Risikofelder, der Kreditverlagerung und der verschiedenen Lösungsansätze für die Euro-Krise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen TARGET2, Eurosystem, Leistungsbilanzdefizit, Kapitalflucht, GIPS-Staaten und Staatsfinanzierung.

Was bedeutet der Begriff „Euro-Tango“ in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt die achsensymmetrische Entwicklung der Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands und der Defizite der Krisenländer, was auf einen kausalen Zusammenhang hindeutet.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung von Eurobonds?

Die Arbeit stellt fest, dass Eurobonds zwar eine kurzfristige Entspannung bringen könnten, aber das Problem des „Moral Hazard“ verstärken und Krisenländer nicht zu notwendigen Reformen zwingen.

Wie steht die Arbeit zur These der „tickenden Zeitbombe“?

Die Arbeit reflektiert diese Warnung von Sinn kritisch und verweist darauf, dass bei einem Ausfall primär der Marktwert der hinterlegten Sicherheiten über das tatsächliche Risiko entscheidet.

Was ist das Fazit der Arbeit zu den Lösungsvorschlägen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sowohl eine Deckelung als auch eine Besicherung der Salden schwierig umsetzbar sind und eher die Kapitalflucht weiter anheizen könnten.

Final del extracto de 42 páginas  - subir

Detalles

Título
TARGET2. Kritische Diskussion der Risiken
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Lehrstuhl für Finanzierung und Kreditwirtschaft)
Calificación
1,7
Autor
Ulrich Kineke (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
42
No. de catálogo
V281935
ISBN (Ebook)
9783656822509
ISBN (Libro)
9783656822530
Idioma
Alemán
Etiqueta
target2 kritische diskussion risiken
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ulrich Kineke (Autor), 2009, TARGET2. Kritische Diskussion der Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281935
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