Die öffentliche Verwaltung befindet sich in einer Zeit des organisatorischen Umbruchs und der Neuorientierung. Resultierend aus dem ständigen Sparzwang und des weiter fortschreitenden demografischen Wandels, ergeben sich Herausforderungen, die mit der derzeitigen strukturellen Ausrichtung und der traditionellen Arbeitsweise nicht bewältigt werden können.
Nicht zuletzt die Umsetzung des Neuen Steuerungsmodells (NSM) seit ca. 1993, als Interpretation des „New Public Management“ in Deutschland, hat gezeigt, dass die Einführung und Umsetzung von betriebswirtschaftlichen Elementen in der öffentlichen Verwaltung sehr schwierig von statten geht.
Insbesondere im Bereich von Innovationsprojekten, wie z.B. der Einführung von Prozessmanagement, bei denen hinsichtlich der Einsparmöglichkeiten erhebliche Potentiale errechnet worden sind, gibt es wenig Bewegung innerhalb der (Kommunal-) Verwaltungen.
Diese Arbeit soll daher die Innovations- und Veränderungshindernisse hinterfragen sowie die besondere Rolle der Führungskräfte in Modernisierungsvorhaben beleuchten.
CD ist nicht im Lieferumfang enthalten!
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Aktualität
1.3 Methodik
1.4 Ziele der Arbeit
2 Grundlagen zu Innovationen und Innovationsmanagement
2.1 Innovation - eine Definition
2.2 Reform versus Innovation
2.3 Wann ist eine Verwaltung innovativ?
2.4 Warum muss eine Verwaltung innovativ sein?
2.5 Innovationswiderstände
2.5.1 Personelle Innovationswiderstände
2.5.2 Institutionelle Innovationswiderstände
3 Ausgewählte Beispiele von Reformprojekten seit 2005
3.1 Ausblick auf das Kapitel
3.2 Das Neue Steuerungsmodell
3.3 Wissensmanagement in öffentlichen Verwaltungen
3.4 IT-orientierte Verwaltungsentwicklung in unteren Bauaufsichtsbehörden
3.4.1 Veränderungsdruck, Veränderungsperspektiven und Erfolgsbedingungen
3.4.2 Steuerung der Verwaltungsentwicklung
3.4.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.4.4 Prägungen und Einstellungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
3.5 Modernisierung durch Digitalisierung von Verwaltungsprozessen
3.6 Die Hemmnisfaktoren im Überblick
4 Die Rolle der Führungskräfte in Veränderungsprozessen
4.1 Führungskräfte im Fokus
4.2 Einflüsse auf die Reformbereitschaft von Führungskräften
4.3 Der Regenmacher-Effekt
4.4 Führungskräfte als Promotoren von Veränderungsprojekten
4.4.1 Machtpromotor
4.4.2 Prozesspromotor
4.4.3 Fachpromotor
4.4.4 Beziehungspromotor
5 Methoden und Werkzeuge für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement
5.1 Das IOP-Führungskonzept für den öffentlichen Sektor
5.2 Innovationsmanagement-Methoden für den Wandel in Organisationen
5.2.1 Change Management in öffentlichen Verwaltungen
5.2.2 Change-Communication
5.2.3 Akzeptanzmanagement
5.2.4 Innovationsmanagement
6 Fazit
6.1 Innovationshemmnisse auf kommunaler Ebene
6.2 Kritische Erfolgsfaktoren und Innovationsstärken
6.3 Möglichkeiten der Innovationsförderung und Anreizinstrumente
6.4 Ausblick auf weitere Forschungsfelder
Zielsetzung & Themen
Diese Master-Thesis untersucht die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei Innovationsprojekten in der öffentlichen Verwaltung. Das Ziel ist es, ein Verständnis für Innovationswiderstände zu schaffen und Instrumente aus dem Change Management, Akzeptanzmanagement und Innovationsmanagement für Führungskräfte in Kommunalverwaltungen nutzbar zu machen.
- Analyse von Innovationshemmnissen in der öffentlichen Verwaltung
- Bedeutung der Führungskräfte als Promotoren für Veränderungsprozesse
- Einsatz von Change Management zur Unterstützung der Verwaltungsmodernisierung
- Integration von Wissensmanagement in Innovationsprojekte
- Entwicklung von Strategien zur Steigerung der Innovationsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Personelle Innovationswiderstände
Zu den personellen Innovationswiderständen gehören die individuellen Wissens-, Fähigkeits- und Willensbarrieren. Die in Abbildung 5 zusätzlich aufgeführten Normbarrieren sind beiden Gruppen, der personellen und der institutionellen Widerständen, zuzuordnen. Regelungen, Dienstanweisungen und zum Teil auch Gesetze werden von der Institution erlassen und beeinflussen das Handeln der Mitarbeiter. Da die Ursache für diese Barrieren in der Institution liegt, werden sie im Abschnitt 2.5.2 erläutert.
Im Folgenden werden die einzelnen Barrieren und Widerstände kurz vorgestellt.
„Wissensbarrieren kennzeichnen das "Nicht-Kennen" von Informationen, Abläufen oder Personen im Zusammenhang mit den vielfältigen Innovationsaufgaben. Eine umsichtige Informations- und Kommunikationspolitik und ihre praktische Umsetzung können diese Barrieren abbauen.“
Im Tagesgeschäft eines Sachbearbeiters ist bereits -bei der heutigen Personalsituation- kaum Freiraum, um über den Tellerrand hinaus zu blicken. Die eingelaufenen Pfade werden kaum noch verlassen und jedwede Veränderung bringt auch Zweifel am neuen Prozessablauf. Aktuelle Entwicklungen werden nicht mehr bewusst wahrgenommen.
Aber auch um Prozesse neu zu organisieren, bedarf es dem Wissen um die Tätigkeiten und der Abläufe in der Organisation: Wer macht eigentlich was und warum wird es so gemacht?
Die traditionelle Sichtweise aus der Perspektive der Hierarchie hat dazu geführt, dass jeder seinen Zuständigkeitsbereich kennt. Allerdings finden die Abläufe bei -am Prozess beteiligten- Kollegen und Organisationseinheiten kaum mehr Beachtung.
Die hierarchie- und funktionalbedingten Wissensinseln (s. Abbildung 4) müssen zur Beseitigung dieser Barriere überwunden werden. Wie im Zitat bereits bemerkt, helfen hier eine Informations- und Kommunikationskultur innerhalb der Behörden. Wenn hier von Innovationsprojekten gesprochen wird, dann empfiehlt sich die Einführung eine Wissensmanagementsystems.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung beschreibt den organisatorischen Umbruch der Verwaltung, stellt die Relevanz der Führungskräfte für den Erfolg von Innovationsprojekten dar und definiert das methodische Vorgehen.
2 Grundlagen zu Innovationen und Innovationsmanagement: Das Kapitel definiert den Innovationsbegriff, grenzt diesen von Reformen ab und analysiert systemische sowie personelle Innovationswiderstände.
3 Ausgewählte Beispiele von Reformprojekten seit 2005: Hier werden Fallstudien zu Reformprojekten wie dem Neuen Steuerungsmodell, Wissensmanagement und IT-orientierter Verwaltungsentwicklung analysiert, um spezifische Hemmnisse zu identifizieren.
4 Die Rolle der Führungskräfte in Veränderungsprozessen: Dieses Kapitel fokussiert auf die Motivation von Führungskräften und beschreibt ihre essenzielle Rolle als Promotoren für den Erfolg von Veränderungsprojekten.
5 Methoden und Werkzeuge für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement: Es werden praxisorientierte Managementansätze, darunter das IOP-Führungskonzept, Change Management und Akzeptanzmanagement, als Instrumente zur Innovationsunterstützung erläutert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die identifizierten Innovationshemmnisse zusammen, hebt kritische Erfolgsfaktoren hervor und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsfelder.
Schlüsselwörter
Innovation, Verwaltungsmodernisierung, Change Management, Führungskräfte, Innovationswiderstände, Prozessmanagement, Wissensmanagement, Akzeptanzmanagement, Public Management, Kommunalverwaltung, Organisationsentwicklung, Reformprojekte, Veränderungskommunikation, Systembarrieren, Innovationsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Umsetzung von Innovationen und Reformen in der öffentlichen Verwaltung, insbesondere auf kommunaler Ebene, und beleuchtet die entscheidende Rolle der Führungskräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Innovationswiderstände, Change Management, Akzeptanzmanagement, Wissensmanagement sowie die notwendige Entwicklung einer innovationsfördernden Organisationskultur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Innovationshemmnisse zu identifizieren und Führungskräften praxisnahe Instrumente an die Hand zu geben, um Veränderungsprojekte erfolgreicher zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sekundärempirischen Analyse vorhandener Studien zu Reform- und Innovationsprojekten in der öffentlichen Verwaltung aus der Zeit ab 2005.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, praktische Fallbeispiele, die Rolle von Führungskräften als Promotoren sowie spezifische Methoden und Werkzeuge des Veränderungsmanagements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Innovationsfähigkeit, Prozessmanagement, Change Management, Führungskräfte im öffentlichen Dienst und die Überwindung von institutionellen und personellen Widerständen.
Warum gelten Führungskräfte als kritischer Erfolgsfaktor?
Da sie eine zentrale Promotorenrolle einnehmen, legitimieren sie Projekte, stellen Ressourcen bereit und müssen Begeisterung sowie Akzeptanz bei den Mitarbeitern schaffen.
Welchen Einfluss haben juristische Vorkenntnisse auf die Reformbereitschaft?
Die Arbeit weist darauf hin, dass ein rechtswissenschaftliches Studium tendenziell mit einer skeptischeren Haltung gegenüber Reformen korreliert, da es stark auf bestehende Routinen und Normen fokussiert.
Was versteht man unter dem Regenmacher-Effekt?
Er beschreibt das Phänomen, dass Managementkonzepte zwar oft nicht direkt die versprochenen Ergebnisse liefern, aber Organisationen in Bewegung halten und den Zusammenhalt fördern.
- Quote paper
- Dirk Funke (Author), 2014, Innovationsprojekte in der öffentlichen Verwaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282028