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Der Technologietransfer Deutschland. USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel Windkanalanlage

Title: Der Technologietransfer Deutschland. USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel Windkanalanlage

Thesis (M.A.) , 2004 , 167 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Sebastian Klapdor (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Kaum ein Thema der neuesten Geschichte ist so intensiv journalistisch aufgearbeitet
worden wie die Entwicklung der Raketenwaffen in Peenemünde. Betrachtet man die
Sekundärliteratur, so kann man den Eindruck bekommen, dass der Gegenstand unter allen
wesentlichen Gesichtspunkten dargestellt worden ist - von der Faszination technischer
Entwicklungen in Adalbert Bärwolfs „Es begann in Peenemünde“ über den Vorwurf einer
unmoralischen Verschwörung in Linda Hunts „Secret Agenda“ bis zur These einer
Hetzjagd in Franz Kurowskis „Unternehmen Paperclip, Alliierte Jagd auf deutsche
Wissenschaftler“.
Der Technologietransfer, der als eine Voraussetzung für alle späteren Entwicklungen der
Raketentechnik gelten kann, ist bei diesen Darstellungen allerdings immer in den
Hintergrund getreten. Zwischen Technik und Moral steht Organisation, ein oft nicht
beachtetes Bindeglied menschlichen Handelns. Die Organisation bestimmt, wie mit
Mensch und Maschine verfahren wird, ob die Technologie im Sinne der zivilen Forschung,
z.B. der Weltraumfahrt, oder der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, z.B. der
Atomraketen, eingesetzt wird.
Die Organisation eines Transfers von Mensch, Gedankengut und Material darzustellen, ist
der leitende Gedanke der vorliegenden Arbeit.
Die Grundidee für die Arbeit entstand im Jahre 2001 während eines Aufenthaltes am
Amerikanischen Nationalarchiv. Bei einem Praktikum für das Magisterhauptfach
Bibliothekswissenschaften kam der Autor in Berührung mit den sog. Technical
Intelligence Reports der alliierten Streitkräfte. Diese Berichte waren verfasst worden, um
einen übergreifenden Eindruck vom Fortschritt der deutschen Rüstungsforschung während
des zweiten Weltkrieges zu gewinnen. Ohne Zweifel dienten sie auch der Beantwortung
der Frage, ob sich das eroberte Material bei einer Übernahme in die eigene Forschung als
nützlich erweisen könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorwort

1.2 Einordnung des Themas

1.3 Forschungsstand

1.4 Quellenlage

1.5 Fragestellung und Struktur

2 Die Ursprünge des Kochel-Windkanals

2.1 Chronologische Entwicklung der Windkanäle in Deutschland

2.2 Das Aerodynamische Institut der Heeresversuchsstelle Peenemünde

2.2.1 Organisatorische Gliederung des Personals des AI an der HVP

2.2.2 Der Luftangriff der RAF vom 17. – 18. August 1943

2.2.3 Die Verlagerung des AI nach Kochel

3 Die Vorbereitungen der USA auf die Technischen Missionen

3.1 Die Entstehung von CIOS

3.2 Die Entstehung von FIAT

3.3 Die Naval Technical Mission in Europe (NavTechMisEu)

4 Das Eintreffen der Amerikaner Mai 1945

4.1 Schutz der Dokumente

4.2 Die Übergabe der WVA

4.3 Sicherung der Anlage und Eintreffen der Spezialisten

4.4 Technischer Entwicklungsstand der Windkanalanlagen 1945

4.4.1 Die 40 x 40 cm-Messstrecken

4.4.2 Die 18 x 18 cm-Messstrecke

4.4.3 Projekt „A“

4.5 Beurteilung durch die amerikanischen Dienststellen

5 Transfer und Weiterführung der Projekte in den USA

5.2 Die Verlagerung der Anlage

5.3 Ausnutzung des Archivs

6 Anwendungsbeispiele in der Amerikanischen Rüstung nach 1945

6.1 Naval Ordnance Laboratory in White Oak, Maryland

6.2 Das Arnold Engineering and Development Center

7 Zusammenfassung und Beurteilung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Technologietransfer von Deutschland in die USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel-Windkanalanlage. Das primäre Ziel ist es, den Werdegang dieses spezifischen Forschungsprojektes – von der Entstehung und kriegsbedingten Verlagerung über die alliierte Eroberung bis zur Integration in die amerikanische Rüstungsforschung – exemplarisch darzustellen und die Effizienz sowie Rechtfertigung dieses Transfers zu analysieren.

  • Strukturelle Organisation des Technologietransfers (Mensch, Material und Wissen).
  • Die Rolle der verschiedenen technischen Aufklärungsmissionen (CIOS, FIAT, NavTechMisEu).
  • Das Schicksal und die wissenschaftliche Bedeutung der Kocheler Windkanäle.
  • Einfluss der deutschen Forschung auf die amerikanische Luft- und Raumfahrt sowie Waffenentwicklung.

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Die 40 x 40 cm-Messstrecken

Der schrittweise Umzug der beiden Windkanäle hat fast zu einer Verdopplung des Vakuumkesselvolumens geführt. Während die Stahlsphäre von 1000 m³ Volumen sowie ein Pumpensatz erst in der zweiten Hälfte des Umzugs nach Kochen verbracht wurden, konnte der Betrieb vor Ort mit einem Vakuumkessel von 750 m³ Fassungsvermögen und zwei Pumpensätzen begonnen werden. Bei Eintreffen der Amerikaner waren Kessel und Kugel fertig montiert und an die drei Pumpensätze durch ein mehrfach verschaltetes Leitungssystem angeschlossen worden. Kurz nach der Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass die originale Maschinenanlage der Firma DEMAG für eine Bewältigung dieses Fassungsvermögens zu klein geworden war. Eines der letzten Projekte stellte somit die Erhöhung der Leistung der Verdichter dar mit dem Ziel, die Auspumpzeiten der Vakuumbehälter für eine effizientere Nutzung der Anlage zu verringern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Forschungsstandes und der methodischen Herangehensweise an den Technologietransfer.

2 Die Ursprünge des Kochel-Windkanals: Detaillierte Betrachtung der aerodynamischen Forschung in Peenemünde und der späteren Verlagerung nach Kochel.

3 Die Vorbereitungen der USA auf die Technischen Missionen: Analyse der alliierten Organisationen und Geheimdienststrukturen zur Erfassung deutscher Technologie.

4 Das Eintreffen der Amerikaner Mai 1945: Schilderung der Eroberung Kochels, der Sicherung der Anlagen und der Begutachtung durch US-Spezialisten.

5 Transfer und Weiterführung der Projekte in den USA: Beschreibung des wissenschaftlichen Personalaustauschs, des Abbaus der Anlagen und der Aktenauswertung.

6 Anwendungsbeispiele in der Amerikanischen Rüstung nach 1945: Darstellung des Einflusses der deutschen Forschung auf Labore wie das NOL in White Oak und das AEDC.

7 Zusammenfassung und Beurteilung: Reflektion über die Effizienz und die weitreichenden Folgen des Technologietransfers.

Schlüsselwörter

Technologietransfer, Kochel-Windkanalanlage, Peenemünde, Aerodynamik, Project Paperclip, CIOS, FIAT, Naval Technical Mission in Europe, Überschallforschung, Raketenentwicklung, Wasserfall, V-2, Naval Ordnance Laboratory, Arnold Engineering and Development Center, Grundlagenforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den komplexen Technologietransfer von Deutschland in die USA nach 1945, fokussiert auf die Verlagerung und Integration der Kocheler Windkanalanlage und des dazugehörigen Personals.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der deutschen Aerodynamik, die Logistik der alliierten technischen Aufklärung und die strategische Einbindung deutscher Wissenschaftler in die US-Rüstungsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den gesamten Transferprozess – von der initialen deutschen Grundlagenforschung bis zur operativen Nutzung in amerikanischen Laboratorien – nachzuvollziehen und dessen Effizienz kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine empirische Quellenanalyse, basierend auf freigegebenen Aktenbeständen des US-Nationalarchivs, Archivmaterialien der University of Alabama in Huntsville und Zeitzeugenaussagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursprünge in Peenemünde, die Vorbereitungen und Durchführung der alliierten Aufklärung, den physischen Transfer der Anlagen sowie die Anwendung der Technologie in US-Einrichtungen wie dem NOL und AEDC.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Technologietransfer, Project Paperclip, Wasserbau-Versuchsanstalt (WVA), Überschallwindkanäle und Aerodynamik.

Warum war das Walchenseekraftwerk für die Kocheler Anlage entscheidend?

Das Kraftwerk lieferte die für den Betrieb des Hochleistungs-Superschall-Windkanals erforderliche installierte Leistung von 57.000 kW, eine technische Voraussetzung, die in Kochel durch das 100m Gefälle ideal gegeben war.

Welchen Einfluss hatte der "Zwicky Report" auf den Transfer?

Fritz Zwickys Bericht war maßgeblich für die Entscheidung der Amerikaner, nicht nur Dokumente, sondern das gesamte Kocheler Experten-Team und die Anlagen in die USA zu transferieren, da er den einzigartigen Wert dieses Wissensstandes erkannte.

Excerpt out of 167 pages  - scroll top

Details

Title
Der Technologietransfer Deutschland. USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel Windkanalanlage
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Geschichte)
Grade
Gut
Author
Sebastian Klapdor (Author)
Publication Year
2004
Pages
167
Catalog Number
V28223
ISBN (eBook)
9783638300698
ISBN (Book)
9783638702720
Language
German
Tags
Technologietransfer Deutschland Zweiten Weltkrieg Beispiel Kochel Windkanalanlage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Klapdor (Author), 2004, Der Technologietransfer Deutschland. USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel Windkanalanlage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28223
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