Sprache ist das zentrale Kommunikationsmittel des Menschen. Doch wie geht man damit um, wenn körperliche und/oder geistige Einschränkungen die Möglichkeiten des Erwerbs und der Anwendung von Sprache erschweren?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden im folgendem die Grundlagen des Spracherwerbs dargestellt. Dabei werden die drei wichtigsten Ebenen des Spracherwerbs sowie biologische Voraussetzungen und soziale Einflüsse erläutert.
Des Weiteren wird eine Form der körperlich- und geistigen Einschränkung, die des Down-Syndroms, beschrieben, welche eine inhaltliche Grundlage für das weitere Verständnis dieser Arbeit schafft.
Beeinträchtigungen sowie deren Folgen im Sprachentwicklungsprozess, welche mit dem Down-Syndrom einhergehen können, werden in den im Anschluss beschriebenen Förderprogrammen berücksichtigt.
Im Zuge des Inklusionsgedanken ist das Ziel dieser Arbeit theoretisches Hintergrundwissen über die Besonderheit der Sprachförderung bei Kindern mit Down Syndrom zu erlangen, um dies als Grundlage für ein zukünftiges Projekt in diesem Bereich zu nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Spracherwerb
2.1 Die Stufen kindlicher Sprachentwicklung
2.1.1 Die prosodisch-phonologische Ebene
2.1.1.1 Die phonologische Bewusstheit
2.1.2 Die semantisch-lexikalische Ebene
2.1.3 Die morphologisch-syntaktische Ebene
2.2 Voraussetzungen und Einflussfaktoren des Spracherwerbs
2.2.1 Biologische Voraussetzungen
2.2.2 Der Einfluss der sozialen Interaktion
3 Förderung von Kindern mit Down Syndrom
3.1 Das Down Syndrom
3.1.1 Sprachentwicklung beim Down Syndrom
3.1.2 Orofaziale Beeinträchtigungen
3.1.3 Sprachstörungen
3.2 Förderansätze
3.2.1 Gebärdenunterstützende Kommunikation
3.2.2 Psychomotorische Sprachentwicklungsförderung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, theoretisches Hintergrundwissen über die Besonderheiten der Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom zu erlangen, um dieses als fundierte Basis für ein zukünftiges pädagogisches Praxisprojekt zu nutzen.
- Grundlagen des kindlichen Spracherwerbs
- Medizinische und entwicklungspsychologische Aspekte des Down-Syndroms
- Analyse orofazialer Beeinträchtigungen und deren Einfluss auf die Sprachentwicklung
- Vorstellung und Bewertung von Förderansätzen wie der gebärdenunterstützenden Kommunikation
- Bedeutung der psychomotorischen Sprachentwicklungsförderung
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Sprachstörungen
Durch die in Punkt 3.1.2 genannten orofazialen Beeinträchtigungen, können sich Sprachstörungen entwickeln, wie zum Beispiel eine Störung der Artikulation, welche zu einer schlechten Verständlichkeit ihrer Sprache führt. Vor allem bei Konsonanten, welche einen verstärkten Zungen- Gaumen- Kontakt erforderlich ist, treten häufig Probleme auf. Vokale werden oft sehr kurz gesprochen oder Ersatzlaute werden gebildet. Wilken beschreibt, dass bei dieser Störung oftmals nicht das Problem im Sprechen des einzelnen Wortes liegt, sondern erst in Verbindung zu ganzen Sätzen Schwierigkeiten bereitet und schließlich unverständlich wird (vgl. Wilken, 2000, S. 79). Die Förderung macht besonders im Vor- und Grundschulalter Sinn, da bis zu diesem Zeitpunkt die phonlogische Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.
Eine weitere Sprachstörung kann sich außerdem im Bereich Syntax und Pragmatik ergeben. Da Kinder mit Down Syndrom auf Grund des geringen Wortschatzes vorwiegend in Ein-Wort-Sätzen oder in wenig gegliederten Mehr-Wort-Sätzen sprechen, ist es generell schwer einen Satzbau zu vermuten. Häufig werden Hilfswörter für differenzierte Tätigkeiten o.ä. verwendet, oftmals auch Wörter ganz ausgelassen. Insbesondere beeinträchtigt ist das „Verständnis längerer Aussagen und schwieriger grammatischer Strukturen“ (Wilken, 2000, S. 81). Eine weitere Überforderung kann die direkte Ansprache darstellen, da die Absicht häufig nicht erkannt wird. Aus diesem Grund erlebt man in der Praxis z.B. häufig, dass Fragen anstatt beantwortet, wiederholt werden. Bei der Förderung sollte unbedingt beachtet werden, dass Sprachverständnis und das Sprechen als solches sehr weit auseinander liegen können, sodass die eigentliche Sprachkompetenz sehr differenziert erfasst werden muss. Im Bereich Pragmatik ist auffällig, dass Kinder mit Down Syndrom, welche über keinen großen Wortschatz verfügen, trotzdem gut kommunizieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert Sprache als zentrales Kommunikationsmittel und umreißt das Ziel, theoretisches Wissen zur Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom als Basis für Inklusionsprojekte zu schaffen.
2 Der Spracherwerb: Dieses Kapitel erläutert die drei Hauptebenen der Sprachentwicklung sowie die biologischen und sozialen Rahmenbedingungen, die für den erfolgreichen Erwerb einer Sprache notwendig sind.
3 Förderung von Kindern mit Down Syndrom: Hier werden das Down-Syndrom, die spezifischen orofazialen Hindernisse für die Lautsprache und konkrete Förderansätze wie die gebärdenunterstützende Kommunikation sowie psychomotorische Ansätze detailliert behandelt.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ganzheitliche Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom unter Einbeziehung verschiedener Fachkräfte und Bezugspersonen essentiell ist, wobei die vorgestellten Programme eine geeignete Grundlage bieten.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Down-Syndrom, Sprachförderung, Inklusion, Gebärdenunterstützende Kommunikation, GuK, Psychomotorik, Orofaziale Beeinträchtigungen, Artikulationsstörung, Sprachentwicklungsverzögerung, Lautsprache, Syntax, Pragmatik, kindliche Entwicklung, pädagogische Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Hintergründen der Sprachförderung speziell für Kinder mit Down-Syndrom, um diese als Grundlage für pädagogische Praxisprojekte zu nutzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die physiologischen Voraussetzungen des Spracherwerbs, die Besonderheiten des Down-Syndroms und spezifische Förderkonzepte wie GuK und psychomotorische Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein theoretisches Fundament zu schaffen, um die Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom im Kontext der Inklusion besser zu verstehen und in die Praxis umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Sprachentwicklung mit spezifischen Förderansätzen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des allgemeinen Spracherwerbs sowie die spezifischen Sprachstörungen und orofazialen Hindernisse, die bei Kindern mit Down-Syndrom auftreten können, gefolgt von praktischen Förderansätzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Down-Syndrom, Gebärdenunterstützende Kommunikation (GuK), Inklusion und ganzheitliche Sprachförderung.
Warum ist die Gebärdenunterstützende Kommunikation (GuK) für diese Kinder besonders sinnvoll?
GuK bietet einen visuellen Zugang zur Kommunikation, der leichter erlernbar ist als die Lautsprache und es den Kindern ermöglicht, sich bereits frühzeitig mitzuteilen, bevor sie komplexe Sätze bilden können.
Welche Rolle spielt die Psychomotorik bei der Sprachförderung?
Die Psychomotorik verbindet Wahrnehmung, Bewegung und Sprache, um das Kind ganzheitlich durch Spiel und Spaß zur aktiven Sprachentwicklung zu motivieren.
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- Anonym (Autor), 2013, Sprachförderung im Bereich Semantik und Wortschatzbildung bei Kindern mit Down Syndrom, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282468