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Friedliche Demokratien?

Eine Analyse demokratischer Feindbilder mit Hilfe der Theorie des Demokratischen Friedens

Título: Friedliche Demokratien?

Trabajo Escrito , 2014 , 19 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Markus Glatzer (Autor)

Política - Tema: Paz y Conflictos, Seguridad
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“Jede uns bekannte moderne Gesellschaft trägt ein signifikantes Maß an Gewaltpotential in sich, auch die Demokratie“. Dieser Annahme folgend, scheint die Theorie des Demokratischen Friedens erst einmal fraglich. Deshalb ist es innerhalb der Theorie zu einer Differenzierung gekommen, in dem sich zwei Stränge herausgebildet haben. Zu hinterfragen ist an dieser Stelle, wie es dazu kommt, dass Demokratien eine nicht friedliche Außenpolitik gegenüber anderen Staaten etablieren können. Denn in einer grundbereitenden Schrift der Theorie des Demokratischen Friedens, Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“ finden sich, auf den ersten Blick, scheinbar gegensätzliche Annahmen. Er schreibt dort: Sind die Bürger einer Republik in der Lage über „die Drangsale des Krieges“ selbst zu entscheiden, so werden sie „sich sehr bedenken (...), ein so schlimmes Spiel anzufangen (...)“. Und dies aus zum großen Teil ökonomischen Gründen (Kosten des Krieges aus eigener Habe, Verwüstung und die Bedrohung durch immer neu entfachende Kriege...). Daraus würde folgen, dass ein demokratischer Staat, indem die Bürger durch freie Wahlen über Ihre Repräsentanten und damit auch über die Grundeinstellung zu kriegerischen Auseinandersetzungen entscheiden können tendenziell eher zu friedlichem Verhalten, als zu kriegerischen Auseinandersetzungen neigen müsste. Diese normativen Argumente lassen sich empirisch jedoch nicht ohne Weiteres erkennen. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein, indem Demokratien zahlreiche militärische Konflikte auch auf der Ebene von Kriegen austragen.
In Anlehnung an Kant muss also ein demokratisch organisierter Staat, besonders in einem heutigen wirtschaftlich wie politisch interdependenten und verrechtlichten internationalen System, eine nicht friedliche Außenpolitik mit besonderem Aufwand begründen und gegenüber „seinem“ Staatsvolk erklären, warum diese notwendig sein soll. Theoretisch hat Harald Müller (unter Anderen) versucht, dieses Phänomen zu erklären. Er prägte dafür die Begrifflichkeit der „Antinomie des Demokratischen Friedens“. Er will damit auf den Umstand verweisen, dass der demokratische Frieden nur in Verbindung mit dem demokratischen Krieg umfassend zur Erklärung des internationalen Systems beitragen kann. (...)

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Vorüberlegung

2. Die Theorie des Demokratischen Friedens

3. Die Friedfertigkeit von Demokratien

3.1 Pluralität und größtmögliche Mitbestimmung

3.2 Höchste Interdependenz auf internationaler Ebene

3.3 Pazifistische Einstellung

4. Die Aggressivität von Nicht-Demokratien: Der Irak vor der Invasion

4.1 Engstirnige Diktatur ohne aufgeklärte Bürger

4.2 Internationale Isolation und Unterstützung Terrorismus

4.3 Kriegsaffirmative Einstellung

5. Schlussbemerkungen: „Schurkenstaat“ vs. Ideale Demokratie?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie westliche Demokratien ihr nicht-friedliches außenpolitisches Verhalten gegenüber Nicht-Demokratien theoretisch rechtfertigen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie durch die Konstruktion von Feindbildern — exemplarisch dargestellt am Irakkrieg 2003 — eine militärische Intervention legitimiert wurde, wobei die Theorie des Demokratischen Friedens als Erklärungsrahmen dient.

  • Theorie des Demokratischen Friedens (monadischer vs. dyadischer Ansatz)
  • Konstruktion von Feindbildern in der Außenpolitik
  • Militärische Rechtfertigungsstrategien demokratischer Staaten
  • Analyse des Irakkrieges 2003 unter sicherheitspolitischen Aspekten
  • Verhältnis zwischen „Schurkenstaat“ und westlicher Demokratie

Auszug aus dem Buch

3. Die Friedfertigkeit von Demokratien

Die monadische Theorievariante des DF entwickelt die Behauptung der Friedfertigkeit von Demokratien anhand dreier Argumente (Czempiel 1996, S. 79ff. und 1998, S. 108 ff. und 147 ff.; Krell 2009, S. 191ff.): 1. Selbstbestimmte Bürger mit pluralen Möglichkeiten der Interessenäußerung tendieren zu friedlichem Verhalten und wirken auf „ihren Staat“ entsprechend ein (Punkt 3.1). 2. Die Einbindung in internationale Organisationen bewirkt die Ausbildung einer kollektiven Identität unter Demokratien und führt zu friedlicherem Verhalten (Punkt 3.2). Und 3., Demokratien hätten grundsätzlich eine Konfliktlösungsstrategie die auf Konsens-Suche und nicht auf gewaltvoller Austragung beruhe. Diese drei Faktoren würden zu einer generelleren Friedfertigkeit von Demokratien führen. Während die Punkte 1 und 2 eher rationalistisch argumentieren, fußt der Punkt 3 auf konstruktivistischen Argumentationslogiken, somit verbinden sich an dieser Stelle unterschiedliche Herangehensweisen in der Theorie des DF.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Vorüberlegung: Einführung in die Thematik der Theorie des Demokratischen Friedens und die Fragestellung, wie Demokratien eine unfriedliche Außenpolitik rechtfertigen.

2. Die Theorie des Demokratischen Friedens: Erläuterung der theoretischen Grundlagen sowie der Unterscheidung zwischen monadischem und dyadischem Ansatz innerhalb der liberalen Theorie der internationalen Beziehungen.

3. Die Friedfertigkeit von Demokratien: Detaillierte Darstellung der drei zentralen Argumente für die Friedfertigkeit von Demokratien (Mitbestimmung, Interdependenz, pazifistische Einstellung).

4. Die Aggressivität von Nicht-Demokratien: Der Irak vor der Invasion: Anwendung der zuvor erarbeiteten Theorie auf das Beispiel der US-Rhetorik gegenüber dem Irak vor 2003 zur Konstruktion eines Feindbildes.

5. Schlussbemerkungen: „Schurkenstaat“ vs. Ideale Demokratie?: Fazit der Arbeit, das die Grenzen des dyadischen Ansatzes aufzeigt und kritisch reflektiert, wie Feindbildkonstruktionen zu neuen Blockkonfrontationen führen können.

Schlüsselwörter

Demokratischer Frieden, Irakkrieg 2003, Feindbildkonstruktion, Außenpolitik, dyadischer Ansatz, monadischer Ansatz, Schurkenstaat, internationale Beziehungen, Intervention, Rechtfertigung, Sicherheitsdilemma, Liberalismus, Bush-Administration, Militärische Intervention, Terrorismusbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie demokratische Staaten, die eigentlich als friedfertig gelten, militärische Konflikte gegen Nicht-Demokratien rechtfertigen und dabei Feindbilder instrumentalisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Theorie des Demokratischen Friedens, die Dynamik von außenpolitischen Feindbildern sowie die Rhetorik und Begründungsmuster der US-Regierung vor dem Irakkrieg 2003.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie nicht-friedliches Verhalten von Demokratien gegenüber Nicht-Demokratien unter Rückgriff auf die Theorie des Demokratischen Friedens erklärt und durch Feindbildkonstruktionen legitimiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, indem sie bestehende Ansätze der internationalen Beziehungen auf das Fallbeispiel der US-Außenpolitik gegenüber dem Irak anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst die theoretischen Pfeiler der Friedfertigkeit von Demokratien und setzt diese anschließend in Kontrast zur Rhetorik der US-Administration, die den Irak als „Schurkenstaat“ und Bedrohung definierte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind „Demokratischer Frieden“, „Feindbildkonstruktion“, „dyadischer Ansatz“ sowie der konkrete Kontext des „Irakkrieges 2003“.

Warum wird im Irakkrieg 2003 ein Beispiel für Feindbildkonstruktion gesehen?

Die Arbeit zeigt auf, dass die US-Regierung den Irak systematisch mit dem internationalen Terrorismus in Verbindung brachte und als „Schurkenstaat“ etikettierte, um präventives militärisches Handeln gegenüber der eigenen Bevölkerung als legitim darzustellen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor über die Theorie des Demokratischen Friedens?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der dyadische Ansatz der Theorie überzeugender ist als der monadische, da er die Abhängigkeit der Friedfertigkeit vom Interaktionspartner besser erklären kann und die Gefahr einer neuen „Blockstaaten-Mentalität“ warnt.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Friedliche Demokratien?
Subtítulo
Eine Analyse demokratischer Feindbilder mit Hilfe der Theorie des Demokratischen Friedens
Universidad
University of Hagen  (Politikwissenschaft)
Curso
Modul Konflikt und Kooperation in den internationalen Beziehungen
Calificación
2,3
Autor
Markus Glatzer (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
19
No. de catálogo
V282743
ISBN (Ebook)
9783656818045
ISBN (Libro)
9783656818052
Idioma
Alemán
Etiqueta
friedliche demokratien eine analyse feindbilder hilfe theorie demokratischen friedens
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Markus Glatzer (Autor), 2014, Friedliche Demokratien?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282743
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