Wir leben im Informationszeitalter. In dieser schnelllebigen Zeit gehören Firmennetzwerke nicht nur zum guten Ton, sie sind lebensnotwendig. Kein Unternehmen könnte heutzutage ohne Austausch von Daten und E-Mails über das Intra- oder Internet bestehen. In allen Unternehmen befindet sich aber neben dem Computernetzwerk noch ein zweites Netzwerk für die Telefonanlage. Der Grundgedanke von IP-Telefonie und der Voice-over-IP-Technologie (VoIP) ist es nun, bereits bestehende Rechnernetze sowie das entsprechende Protokoll IP auch für die Telekommunikation einzusetzen und damit diverse Vorteile der heutigen Informationstechnologie zu nutzen.
Die Erwartungen an VoIP sind seit Jahren sehr hoch, werden bis heute aber kaum erfüllt. Das liegt zum einen an den Abschreibungsfristen der bisherigen Telefonanlagen, die zum Teil bei zehn Jahren liegen und so einen schnellen Umstieg auf die neue Technik verhindern. Ein zweiter Punkt ist die, im Vergleich zu den TK-Anlagen, äußerst schnelle Entwicklung der VoIP-Technologie, die die Verantwortlichen für die TK-Struktur innerhalb des Unternehmens verunsichert, weil sie nicht wissen, wann sie umsteigen sollen.
Dazu kommt die Unsicherheit und die Skepsis gegenüber der neuen Technologie. Viele haben zwar schon von VoIP gehört, aber kaum jemand weiß wirklich, um was es bei der IP-Telefonie geht und was für Möglichkeiten sich bei deren Einsatz ergeben. Erst jetzt ist die Marktreife erreicht, so dass der Einführung nichts mehr im Wege steht.
In dieser Arbeit soll nun detailliert auf die Funktionsweise der VoIP-Technologie eingegangen und deren möglichen Nutzen für die Unternehmen aufgezeigt werden. Es werden grundlegende, technische Aspekte wie Netzwerktechnologie und Protokolle sowie Aspekte der notwendigen Hard- und Software erläutert. Sehr wichtig ist auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt dieser Arbeit. Es wird herausgearbeitet, welche Kosten bei der Einführung von IP-Telefoniesystemen anfallen und ob sich der Einstieg in VoIP für ein Unternehmen lohnt. Es werden die Vorgehensweisen für die Einführung von VoIPSystemen detailliert beschrieben und an drei unterschiedlichen Projekten verdeutlicht. Durch diese Projekte sollen die zuvor theoretisch erarbeiteten Grundlagen anhand realer Zahlen in einen praktischen Bezug gebracht und tatsächliche Einsparungspotenziale herausgestellt werden...
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Definition
1.2 Entwicklung
2 Technik
2.1 Netzwerke
2.1.1 ISO-OSI-Schichtenmodell
2.1.2 TCP/IP-Protokollfamilie
2.1.3 User Datagram Protocol
2.1.4 Herkömmliches Telefonieren
2.1.5 Telefonieren über IP
2.1.5.1 Paketorientierte Datenübertragung
2.1.5.2 Vorteile der Packet-Switching-Methode
2.1.5.3 Ablauf eines VoIP-Gespräches
2.1.6 Eignung verschiedener Netzwerke für VoIP
2.1.6.1 ISDN
2.1.6.2 DSL
2.1.6.3 LAN
2.1.6.4 Wireless LAN
2.2 Hardware
2.2.1 Endgeräte/Clients
2.2.2 Verkabelung, Router
2.2.3 Gateways
2.3 Software
2.3.1 Protokolle
2.3.1.1 H.323
2.3.1.2 Session Initiation Protocol
2.3.1.3 Vergleich zwischen H.323 und SIP
2.3.2 Codecs
2.3.3 Softphones
2.4 Andere Aspekte
2.4.1 Quality of Service
2.4.1.1 Faktoren für QoS
2.4.1.2 Anforderungen an Netzwerke
2.4.1.3 Lösungsansätze für QoS
2.4.2 Telephone Number Mapping
2.4.3 Interoperabilität
2.4.4 Sicherheit
3 Wirtschaftliche Aspekte
3.1 Kosten für die Anschaffung
3.2 Schulung und Wartung
3.3 Externe Leistungen
3.4 Einsparungseffekte
4 Organisatorisches
4.1 Vorgehensweise bei der Einführung von IP-Telefoniesystemen
4.1.1 Zielsetzung
4.1.2 Aufnahme des Ist-Zustandes
4.1.2.1 Analyse der Anwendungsfälle
4.1.2.2 Mehrwert durch Applikationen
4.1.3 Festlegung des Soll-Zustandes
4.1.3.1 Die neue IT-Struktur
4.1.3.2 Kostenplanung
4.1.3.3 Festlegung der Applikationen
4.1.4 Einführung / Implementation
4.1.5 Kontrolle / Wartung
4.2 Zeitpunkt für den Wechsel
4.3 Akzeptanz
5 Projekt IAP
5.1 Projektbeschreibung und Zielsetzung
5.2 Analyse des Ist-Zustandes
5.3 Planung des Soll-Zustandes
5.3.1 IT- und TK-Struktur
5.3.2 Hard- und Software
5.3.3 Kosten
6 Projekt StarCar
6.1 Projektbeschreibung und Zielsetzung
6.2 Analyse des Ist-Zustandes
6.3 Planung des Soll-Zustandes
6.3.1 Die Filialen
6.3.2 Die Zentrale
6.3.3 Kosten
6.3.3.1 Einmalige Kosten
6.3.3.2 Monatliche Kosten
6.4 Sonstiges
7 Projekt Bauhütte
7.1 Projektbeschreibung und Zielsetzung
7.2 Analyse des Ist-Zustandes
7.3 Planung des Soll-Zustandes
7.3.1 Aufbau des Netzwerkes
7.3.2 Kosten
7.3.2.1 Phase Eins
7.3.2.2 Phase Zwei
7.3.3 Vorteile für den Mieter
8 Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den Projekten
9 Chancen für Unternehmen in der VoIP-Branche
9.1 Anbieter von Hard- und Software
9.2 Dienstleister
9.2.1 Einrichtung und Wartung
9.2.2 Accounts
9.2.3 Gesprächsgebühren
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung von IP-Telefoniesystemen (VoIP) in Unternehmen, mit dem primären Ziel, Kostensenkungen bei der Telekommunikation zu erreichen und Arbeitsprozesse durch moderne Informationstechnologie effizienter zu gestalten.
- Grundlegende Funktionsweise und technische Anforderungen der VoIP-Technologie
- Analyse wirtschaftlicher Faktoren und Einsparungspotenziale
- Vorgehensmodelle für die organisatorische Planung und Umsetzung
- Fallstudien zur Implementierung von IP-Telefonie in realen Geschäftsumgebungen
- Marktchancen für Dienstleister und Anbieter in der wachsenden VoIP-Branche
Auszug aus dem Buch
2.1.5.3 Ablauf eines VoIP-Gespräches
Ein Telefongespräch über VoIP läuft nach folgendem Schema ab:
1. Der Anrufer nimmt den Hörer ab. Es wird automatisch ein Signal an das VoIP Gateway A (die Vermittlungsstelle) gesendet.
2. Sobald das Gateway A das Signal empfängt, sendet es das Freizeichen, um zu signalisieren, dass es bereit ist eine Rufnummer zu empfangen.
3. Der Anrufer gibt die Nummer ein, die temporär in diesem Gateway gespeichert wird.
4. Das Gateway A überprüft, ob die angegebene Telefonnummer ein gültiges Format hat und wem die Nummer gehört (mapping).
5. Die Nummer wird an die IP-Adresse eines anderen Gateways B (auch IP-Host genannt) gesendet, das mit der Empfangsstation verbunden ist. Dies kann sowohl ein anderes IP-Telefon als auch ein Computer sein.
6. Eine Session (vergleichbar des Circuit beim PSTN) wird zwischen den beiden Gateways etabliert. Das heißt, dass beide Systeme Datenpakete vom anderen System erwarten und sich vorher auf ein gemeinsames Protokoll geeinigt haben.
7. Beide Gateways öffnen zwei Kanäle zu den Endstationen (IP-Telefonen), je einen Kanal pro Richtung.
8. Während des Gespräches werden nun Datenpakete zwischen den beiden Gateways übertragen, allerdings nur, wenn es nötig ist. Die Verbindungen der Gateways zu den Endstationen bleiben, ähnlich dem klassischen Telefonsystem, die ganze Zeit erhalten.
9. Wird das Gespräch dadurch beendet, dass der Anrufer auflegt, wird die Verbindung zum Gateway A unterbrochen und die Leitung zwischen Gateway und der Endstation freigegeben.
10.Das Gateway A teilt dann dem Gateway B mit, dass die Session beendet werden kann. Beide Gateways schließen die Session.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Arbeit führt in die Grundlagen der IP-Telefonie ein und erläutert deren Bedeutung in der modernen Informationstechnologie sowie die Entwicklung der VoIP-Technik.
Technik: Dieser Abschnitt beschreibt die zugrundeliegenden Netzwerkprotokolle, Anforderungen an Hardware, Software-Codecs und wichtige Qualitätsaspekte wie Quality of Service.
Wirtschaftliche Aspekte: Hier werden die Anschaffungs- und Betriebskosten sowie die Einsparungspotenziale bei der Umstellung auf IP-basierte Systeme analysiert.
Organisatorisches: Das Kapitel erläutert den strukturierten Vorgehensplan bei der Einführung, von der Ist-Analyse bis zur Kontrolle.
Projekt IAP: Diese Fallstudie zeigt die Planung einer IP-Telefonie-Implementierung in einem Ingenieurbüro zur Kostensenkung.
Projekt StarCar: Anhand dieses Autovermietungsunternehmens wird die Einführung von VoIP zur Optimierung der Kommunikation zwischen mehreren Filialen untersucht.
Projekt Bauhütte: Dieses Beispiel betrachtet den Einsatz von VoIP in einem Studentenwohnheim zur Attraktivitätssteigerung durch kostengünstige Telefoniedienste.
Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den Projekten: Ein vergleichender Überblick über die Zielsetzungen und Herausforderungen der drei untersuchten Projekte.
Chancen für Unternehmen in der VoIP-Branche: Dieser Teil beleuchtet Marktpotenziale für Hard- und Softwareanbieter sowie Dienstleister.
Fazit: Abschließende Bewertung über den Erfolg und die Zukunftsaussichten von VoIP im Unternehmenssektor.
Schlüsselwörter
IP-Telefonie, VoIP, Netzwerke, TCP/IP, Protokolle, Gateway, Quality of Service, Kostenplanung, Wirtschaftlichkeit, Implementierung, Sprachqualität, Datenübertragung, Telefonanlage, Bandbreite, Kostensenkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einführung von IP-Telefoniesystemen (VoIP) in Unternehmen und untersucht deren technische Machbarkeit, wirtschaftliche Vorteile und organisatorische Vorgehensweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den technischen Grundlagen, den wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analysen für verschiedene Unternehmensstrukturen sowie den Implementierungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch die Umstellung auf VoIP ihre Telekommunikationskosten senken und die Effizienz ihrer betrieblichen Kommunikation steigern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung technischer und wirtschaftlicher Aspekte, die durch drei praxisnahe Projektbeispiele und detaillierte Kostenkalkulationen angewandt und validiert wird.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen (Protokolle, Netzwerke, QoS), wirtschaftliche Betrachtungen (Investitionen, Einsparungen) und organisatorische Aspekte der Einführung sowie drei konkrete Fallstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?
Zentrale Begriffe sind VoIP, IP-Telefonie, Kostensenkung, Netzwerktechnik, Quality of Service, Hardware, Software-Implementierung und Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Warum ist die Wahl zwischen "harter" und "sanfter" Migration so entscheidend?
Die Art der Migration beeinflusst die Ausfallsicherheit und die Kosten. Eine "sanfte" Migration bietet durch Parallelbetrieb mehr Sicherheit für Unternehmen, während eine "harte" Migration bei Neuaufbauten effizienter planbar ist.
Welche Rolle spielen Gateways bei der Integration in bestehende Netze?
Gateways fungieren als unverzichtbare Schnittstellen, die die Kommunikation zwischen dem IP-Netzwerk und dem klassischen Telefonnetz (PSTN) ermöglichen und die notwendige Kodierung bzw. Dekodierung übernehmen.
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- Peter Klauss (Author), 2004, Einführung von IP-Telefoniesystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28286