Einleitung
Das Ziel der Hausarbeit ist die Darlegung der unterschiedlichen Interpretationen zur Verteilung des geschaffenen gesellschaftlichen Reichtums bei den bürgerlichen Ökonomen und die gegensätzliche Kritik von Karl Marx, sowie die Ausführungen zu den Bestimmungsgründen der Mehrwertrate. Es wird nicht im einzelnen, detaliert auf die unterschiedlichen Theorien (Nachfragetheorie der Tauschbeziehungen, Ricardos Profittheorie, das kaynianische System, semimathematische Wachtumsmodelle u.a.) eingegangen, sondern nur die Gesamtheit ihrer Darlegungen im Zusammenhang mit der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums aus marxistischer Sicht dargelegt. Ausgangspunkt der bürgerlichen Ökonomen und auch für K. Marx waren die Untersuchungen der sozioökonomischen Bedingungen, die die Klassenbeziehungen in einer Gesellschaft formten. Die Gesetze der Produktion wurden von vielen bürgerlichen Ökonomen als natürlich und allgemeingültig angesehen, die Gesetze der Distribution dagegen aus menschlichen Anordnungen hervorgegangen. Festgestellt werden muß, dass man keinen klaren Unterschied zwischen der Ökonomie als reine Theorie und als Version der ökonomischen Prozesse machen kann, da stets in den theoretischen Arbeiten die konkreten Verhältnisse der Wirtschaft und der Gesellschaft einflossen.
Die aktuelle Lage des Kapitalismus real darzustellen ist „ gegenwärtig um so wichtiger, als die tiefe Krise, die der Sozialismus durchlebt, als geschichtlicher Etappensieg des Kapitalismus verstanden wird .... Das Scheitern der Alternative die offenkundigen Mängel des Kapitalismus behoben hätte. Tatsächlich aber entwickelt sich in den Ländern der Dritten Welt nichts außer Armut und Perpektivlosigkeit , in den Industrieländern ist der Kapitalismus nicht fähig, seine Möglichkeiten allgemein wohlstandsmehrend zu nutzen, die Lösung der Umweltfragen wird zögernd und mit wenig Energie in Angriff genommen. Unverändert also genügend Stoff, um auf die Grundprobleme des Kapitalismus aufmerksam zu machen und dafür zu werben, allgemeine Lösungen für die Fragen zu suchen – in einem modifizierten Kapitalismus oder in seiner Überwindung“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Verhältnis der Verteilungstheorien der politischen Ökonomen und die Kritik von Karl Marx
3. Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise
4. Die ökonomische Konsequenz aus der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums
5. praktische–politische Konsequenzen aus der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtum
6. Schlußbemerkungen
Zielsetzung und Themen
Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, unterschiedliche bürgerliche ökonomische Theorien zur Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums der Kritik von Karl Marx gegenüberzustellen und insbesondere die Bestimmungsgründe für die Mehrwertrate marxistisch zu analysieren.
- Gegenüberstellung bürgerlicher Verteilungstheorien und marxistischer Kritik
- Analyse der Bestimmungsgründe der Mehrwertrate
- Untersuchung der Klassenbeziehungen innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise
- Kritische Betrachtung aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen und deren Folgen
Auszug aus dem Buch
3. Karl Marx bewies, dass „die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten nicht gelegentlich und zufällig aus Einzelsituationen heraus entstand, sondern sich aus der eigenen Logik des kapitalistischen Systems ergab, unvermeidlich und ganz unabhängig von den Absichten des Einzelnen.“ (1)
Marx definierte die Arbeit als konkrete Ware, die die Arbeiter an den Kapitalisten verkaufen und dafür einen Lohn erhalten, der dem Wert entspricht, der gebraucht wird zur Ernährung, Kleidung und Unterbringung des Arbeiters. Zwischen den beiden Werten Lohn und dem aus dem Verkauf der Produkte zu einem konkreten Preis besteht eine Differenz – das ist der Mehrwert.
Am Anfang des Arbeitsprozesses haben wir eine Rohstoff c gleich konstantes Kapital, diesem Rohstoff wird variables Kapital v (Arbeit) zugefügt. Das heißt der Rohstoff wird bearbeitet. Marx versteht unter Arbeit die verkaufte Arbeitskraft der Arbeiter für diese bestimmte Zeit gemessen in Stunden. Der Wert der Arbeitskraft bemißt sich bei Marx danach wie viel Lebensmittel der Arbeiter für sich und seine Familie braucht und wie viel er noch für Bildung ausgeben muß um die erforderlichen Aufgaben im Arbeitsprozeß erfüllen zu können. Es entsteht ein Produkt mit einem gestiegenen Wert W (z.B. Wert eines Hauses) Die Wertsteigerung ist dann der Mehrwert m . Der Mehrwert m + dem variablen Kapital v = der Neuwert W = c + v + m
Neuwert = v + m
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Ziel der Arbeit, die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums aus marxistischer Sicht den bürgerlichen Theorien gegenüberzustellen.
2. Das Verhältnis der Verteilungstheorien der politischen Ökonomen und die Kritik von Karl Marx: Hier werden ausgewählte Theorien von Smith, Malthus und Ricardo vorgestellt und die marxistische Sichtweise darauf eingeführt.
3. Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die theoretische Herleitung von Mehrwert, konstanter und variabler Kapitalbildung sowie die Konsequenzen der organischen Zusammensetzung des Kapitals.
4. Die ökonomische Konsequenz aus der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums: Der Fokus liegt auf der Analyse aktueller Tendenzen wie Unternehmensverlagerungen, Lohnentwicklung und deren Auswirkungen auf die Kaufkraft und den Inlandabsatz.
5. praktische–politische Konsequenzen aus der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtum: Hier werden politische Maßnahmen wie Privatisierungen und Arbeitsmarktreformen kritisch hinterfragt.
6. Schlußbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der untersuchten Problematiken.
Schlüsselwörter
Mehrwertrate, Kapitalismus, Marxismus, Verteilung, Mehrwert, Arbeitswerttheorie, konstantes Kapital, variables Kapital, Kapitalakkumulation, Ausbeutung, Lohnarbeit, Profit, Produktionsweise, Klassengesellschaft, Wirtschaftskrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums unter kapitalistischen Bedingungen und stellt bürgerliche ökonomische Theorien der kritischen Perspektive von Karl Marx gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Bestimmungsgründe für die Mehrwertrate, die Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise sowie die Auswirkungen auf die Klassenbeziehungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Mehrwert und dessen Aneignung durch Kapitalisten theoretisch zu begründen und die Konsequenzen für die Arbeiterschaft im Kontext aktueller ökonomischer Entwicklungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine marxistische Analyseperspektive und wertet dazu zentrale theoretische Schriften des Marxismus aus.
Was wird im Hauptteil der Hausarbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Mehrwert, Kapitalzusammensetzung, Akkumulation sowie der kritischen Würdigung zeitgenössischer wirtschaftspolitischer Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Mehrwertrate, Ausbeutung, Kapitalismus, Lohnarbeit und die Dialektik der Produktionsverhältnisse.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Marx von der der bürgerlichen Ökonomen hinsichtlich der Produktion?
Während viele bürgerliche Ökonomen die Gesetze der Produktion als natürlich und allgemeingültig betrachteten, verstand Marx die Produktionsprozesse als sozioökonomische Bedingungen, die Klassenbeziehungen formen.
Welche Rolle spielt die "organische Zusammensetzung des Kapitals" nach Marx in der Arbeit?
Sie dient zur Darstellung der Beziehung zwischen konstantem und variablem Kapital und erklärt, wie technischer Fortschritt zur relativen Überbevölkerung bzw. Arbeitslosigkeit führen kann.
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- Sven Wilke (Author), 2003, Bestimmungsgründe für die Mehrwertrate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28343