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Psychologie der sozialen Rolle. Warum wir alle Theater spielen

Titre: Psychologie der sozialen Rolle. Warum wir alle Theater spielen

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 27 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Alexander Löwen (Auteur)

Théâtrologie, Danse
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Der Soziologe Erving Goffman war einer der ersten Theoretiker, der theaterwissenschaftliche Begriffe für die "Bühne des Lebens" gefunden hat. Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel diese "Bühne des Lebens" genauer zu betrachten und ihre sozialen Rollen unter sozialpsychologischen Gesichtspunkten zu hinterfragen. Warum und wie handelt der Mensch gemäß einer an ihn gesellschaftlich gestellten Erwartungshaltung und wie vereint er mehrere solcher Erwartungshaltungen? Dabei ergibt sich die für diese Arbeit wichtigste Fragestellung: Welche Problemfelder ergeben sich in Anbetracht aufeinander treffender sozialer Rollen? Durch die Vermengung von Theaterwissenschaft und Sozialpsychologie ergibt sich ein spannender, interdisziplinärer Ansatz, der verständliche Erkenntnisse für den Alltag und Raum zur Diskussion liefert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zum Unterschied zwischen Soziologie, Psychologie und ihr Bezug zur Theaterwissenschaft

III. Die soziale Rolle und ihre psychologischen Mechanismen

1. Der Begriff der sozialen Rolle

2. Die soziale Rolle auf der Bühne des Lebens

2.1. Darstellung

2.2. Dramatische Gestaltung

2.3. Vorder- und Hinterbühne

Exkurs: Warum Selbstdarstellung funktioniert

2.4. Das Bühnenbild

2.5. Regie

2.6. Sonderrollen

IV. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die "Bühne des Lebens" aus einer sozialpsychologischen Perspektive. Dabei wird hinterfragt, warum Menschen gesellschaftlichen Erwartungshaltungen folgen, wie sie diese in ihrem Alltag integrieren und welche Spannungsfelder entstehen, wenn unterschiedliche soziale Rollen aufeinandertreffen.

  • Analyse der sozialen Rolle unter Einbeziehung theaterwissenschaftlicher und sozialpsychologischer Ansätze.
  • Untersuchung des "sozialen Schauspiels" und der Konstruktion von Fassaden im Alltag.
  • Die Bedeutung von Vorder- und Hinterbühne für die psychische Entlastung und Identitätsarbeit.
  • Die Rolle der Regie und des Ensembles bei der Ausbildung und Durchsetzung von Rollennormen.
  • Auseinandersetzung mit der Problematik von "Sonderrollen" und Stigmatisierungsprozessen.

Auszug aus dem Buch

2.3. Vorder- und Hinterbühne

Auch die Bühne des Lebens besitzt eine Vorder- und Hinterregion, Goffman nennt es Vorder- und Hinterbühne, auf die ihre Figuren auf und ab gehen. Die Bühnenabschnitte sind häufig räumlich voneinander getrennt und durch eine jeweils angepasste Darstellung des Akteurs gekennzeichnet. Mit anderen Worten: „Die Hinterbühne kann definiert werden als der zu einer Vorstellung gehörige Ort, an dem der durch die Darstellung hervorgerufene Eindruck bewusst und selbstverständlich widerlegt wird.“ Interessant ist, dass die Hinterbühne also eine gegenteilige Darstellung in Relation zur derjenigen der Vorderbühne ermöglicht. Sie ist damit Schutz- und Ruheraum, in dem sich der Darsteller von der Anstrengung des Fassadenerhalts erholen kann.

Psychologisch betrachtet ist die Hinterbühne jedoch weit mehr. Sie ist ein Ort, bei dem Unterdrücktes zu Tage kommt und dies aus folgenden Gründen: Auf der Vorderbühne, d.h. an jenem Ort, an dem das Publikum wachsam den Darsteller beobachtet und bei Fehlern im Schauspiel rasch hinter die Fassade blicken kann, versucht der Darsteller jegliche Verhaltensweisen zu unterdrücken, die einen solchen Fehler verursachen könnten. In Bezug darauf spricht die Sozialpsychologie von Impression-Management – ein Prozess, bei dem „bewusst oder unbewusst eine der Situation [der Vorderbühne – Anmerkung Löwen) angepasste Selbstpräsentation zusammengestellt wird, die dazu dient, einen bestimmten Eindruck zu erwecken“.

Die logische Konsequenz ist, dass bei diesem Prozess Handlungsimpulse verdrängt werden, die der Selbstpräsentation nicht dienlich sind. Der Darsteller ist einer permanenten Selbstkontrolle unterworfen, denn in der Tat dürfte „[k]örperliche Kontrolle und Kontrolle der leiblichen Regungen – Affektkontrolle nennt Norbert Elias das – […] eines der wichtigsten Phänomene des sozialen Lebens sein.“ Die Hinterbühne ist nun eine willkommene Möglichkeit, diese verdrängten und unterdrückten Handlungen auszuleben. Sie liefert damit eine Kompensationsfunktion, denn hier ist der Darsteller frei von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen, sowie anderweitigen Rollenzwängen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die performative Natur des Theaters ein und überträgt das Konzept der "Bühne" auf den menschlichen Alltag, um die Forschungsfrage zur sozialen Rolle zu motivieren.

II. Zum Unterschied zwischen Soziologie, Psychologie und ihr Bezug zur Theaterwissenschaft: Das Kapitel differenziert die methodischen Ansätze von Soziologie und Psychologie und begründet, warum eine sozialpsychologische Perspektive für die theaterwissenschaftliche Untersuchung von Rollen ideal ist.

III. Die soziale Rolle und ihre psychologischen Mechanismen: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Konzepte wie das Rollenverhalten, die Bühnensituation, impression management und die Dynamik innerhalb von Ensembles.

IV. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass das Leben als Bühne zu begreifen ist, auf der Menschen als Darsteller agieren, wobei ein bewusstes Verständnis der eigenen Rollen zu einem psychisch gesünderen Leben beitragen kann.

Schlüsselwörter

Soziale Rolle, Sozialpsychologie, Theaterwissenschaft, Performativität, Erving Goffman, Bühnenbild, Selbstdarstellung, Vorderbühne, Hinterbühne, Impression-Management, Konformität, Ensemble, Regie, Sonderrollen, Stigmatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Mechanismen hinter dem sozialen Verhalten und zeigt Parallelen zwischen theatralen Aufführungen und dem menschlichen Alltag auf.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion sozialer Identität, der Funktion von Rollen im Alltag, der Bedeutung von Bühne und Kulisse sowie der Macht von Gruppenprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die "Bühne des Lebens" zu hinterfragen und zu verstehen, wie Menschen soziale Erwartungen handhaben und welche Konflikte bei Rollendivergenzen entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der theaterwissenschaftliche Begriffe (insb. von Erving Goffman) mit sozialpsychologischen Theorien zur Identität und Konformität verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Begriff der sozialen Rolle, die Unterscheidung von Vorder- und Hinterbühne, die dramatische Gestaltung sowie die Rolle von Regie- und Ensemblestrukturen in sozialen Gruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziale Rolle, Selbstdarstellung, Fassade, Impression-Management, Konformität und die Etablierte-Außenseiter-Figuration.

Was bedeutet der Begriff "Fassadenbruch" in diesem Kontext?

Ein Fassadenbruch beschreibt eine Situation, in der die Kohärenz zwischen der dargestellten Rolle und dem Bühnenbild bricht, was oft zu sozialen Sanktionen und Ent-täuschung beim Publikum führt.

Was ist die Rolle der "Unperson" nach Goffman?

Eine Unperson ist jemand, der während einer Interaktion anwesend ist, aber weder als Darsteller noch als Zuschauer gilt und somit ignoriert wird, obwohl er Zugang zu oft sensiblen Informationen erhält.

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Résumé des informations

Titre
Psychologie der sozialen Rolle. Warum wir alle Theater spielen
Université
University of Bayreuth
Cours
Theatertheorie
Note
2,3
Auteur
Alexander Löwen (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
27
N° de catalogue
V283483
ISBN (ebook)
9783656835547
ISBN (Livre)
9783656835554
Langue
allemand
mots-clé
Goffman Theatertheorie Psychologie soziale Rolle Sozialpsychologie Theaterwissenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Löwen (Auteur), 2014, Psychologie der sozialen Rolle. Warum wir alle Theater spielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283483
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Extrait de  27  pages
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