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Theoretischer Kontext des Persönlichen Budgets von Menschen mit Behinderung

Title: Theoretischer Kontext des Persönlichen Budgets von Menschen mit Behinderung

Academic Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: gut

Autor:in: Joachim Schmidt (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Beim Persönlichen Budget handelt es sich um eine Geldleistung, die ein behinderter Mensch anstatt der bisher üblichen durch einen anerkannten Träger der Wohlfahrtspflege erbrachten Sachleistung erhält. Mit dieser Geldleistung kann er sich dann eine entsprechende Unterstützungsleistung auf dem sozialen Dienstleistungsmarkt einkaufen oder auf andere Weise selbst organisieren. Der im SGB IX vollzogene Paradigmenwechsel von der Fürsorge zur Selbstbestimmung, so in einem Bericht der Bundesregierung, habe auch Ausdruck in der neu geschaffenen Möglichkeit gefunden, Leistungen zur Teilhabe in Form des Persönlichen Budgets zu erbringen.
Im dieser Arbeit werde ich mit Hilfe der Individualisierungstheorie von Ulrich Beck zunächst der Frage nach dem gesellschaftlichen Kontext des Persönlichen Budgets nachgehen. Anschließend werde ich dann den für die Lebenslage behinderter Menschen besonders wichtigen institutionellen Kontext des Wohlfahrtsstaates bzw. der Wohlfahrtsgesellschaft thematisieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE

2.1 INDIVIDUALISIERUNGSTHEORIE NACH BECK

2.1.1 Die Grundzüge der Individualisierungstheorie

2.1.2 Niveauverschiebungen

2.1.2.1 Einkommen

2.1.2.2 Sozialstaatliche Sicherungs- und Steuerungssysteme

2.1.2.3 Bildung

2.1.2.4 Sonstige Niveauverschiebungen

2.2 WOHLFAHRTSPLURALISMUS NACH EVERS/OLK

2.2.1 Die vier Sektoren der Wohlfahrtsproduktion

2.2.1.1 Markt-Sektor

2.2.1.2 Staats-Sektor

2.2.1.3 Informeller Sektor

2.2.1.4 Nonprofit-Sektor/Intermediärer Bereich

3 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen und institutionellen Kontext des Persönlichen Budgets für Menschen mit Behinderung, um zu klären, inwiefern dieses Instrument geeignet ist, Selbstbestimmungsmöglichkeiten zu erweitern und welche Chancen sowie Risiken für die Lebenslage behinderter Menschen damit verbunden sind.

  • Grundlagen der Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck
  • Anwendung individualisierungstheoretischer Aspekte auf Menschen mit Behinderung
  • Konzept des Wohlfahrtspluralismus nach Evers/Olk
  • Die vier Sektoren der Wohlfahrtsproduktion und deren Handlungslogiken
  • Sozialrechtlicher Rahmen der Behindertenhilfe

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Grundzüge der Individualisierungstheorie

Beck konzentriert sich auf die zunehmende gesellschaftliche Individualisierung in der Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit hat sich der Individualisierungsprozess in der Bundesrepublik nach Beck radikalisiert und universalisiert. Anders als „die ´(früh)bürgerliche` Individualisierung, die im wesentlichen auf Kapitalbesitz und -vermehrung beruhte und ihre soziale und politische Identität im Kampf gegen die feudale Herrschafts- und Rechtsordnung entwickelte“ handelt es sich bei diesem Individualisierungsprozess um „´Arbeitsmarkt-Individualisierung`, die die Bedingungen staatlich regulierter [Hervorhebung durch den Verfasser] Lohnarbeit voraussetzt und sich im Kreislauf von Erwerb, Anbietung und Anwendung von Arbeitskompetenzen entfaltet“ (Beck 1983: S. 45). Das, was früher nur wenigen Menschen zugemutet wurde, nämlich ein eigenes Leben zu führen, wird „nun mehr und mehr Menschen, im Grenzfall allen abverlangt“ (Beck/Beck-Gernsheim 1994: S. 21). Die Grundbedingungen der Gesellschaft wie Arbeitsmarkt, Mobilitäts- und Ausbildungsanforderungen, Arbeits- und Sozialrecht, Rentenrecht etc. begünstigen bzw. erzwingen Individualisierung und führen zu einer zunehmenden Demokratisierung von Individualisierungsprozessen (Beck/Beck-Gernsheim 1994: S. 21).

Entscheidend dabei ist: Dieser zweite, den ersten überlagernden und modifizierenden Individualisierungsprozess, kann erst dann und genau in dem Maße greifen, wie „die Bedingungen der Klassenformierung durch materielle Verelendung, wie sie Marx vorhergesagt hat, überwunden werden“ (Beck 1983: S. 48). Erst unter den Bedingungen relativer sozialer Sicherheit und allgemeiner wirtschaftlicher Prosperität kann sich die Dynamik von arbeitsmarktbezogenen Mobilitäts- und Vereinzelungsprozessen in Richtung Individualisierung entwickeln. Der gesellschaftliche Individualisierungsprozess ist also an komplexe, gesamtgesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche, rechtliche und politische Rahmenbedingungen gebunden, die nur in Ländern in einer sehr späten Phase wohlfahrtsstaatlicher Entwicklung vorliegen (Beck 1983: S. 48).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema des Persönlichen Budgets als Innovation in der Behindertenhilfe und Erläuterung des zugrunde liegenden Paradigmenwechsels von Fürsorge zu Selbstbestimmung.

2 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Theoretische Auseinandersetzung mit Individualisierungsprozessen und wohlfahrtspluralistischen Arrangements als Rahmen für das Persönliche Budget.

2.1 INDIVIDUALISIERUNGSTHEORIE NACH BECK: Darstellung der soziologischen Individualisierungstheorie und deren Übertragbarkeit auf die Lebenslagen von Menschen mit Behinderung sowie Analyse spezifischer Niveauverschiebungen.

2.2 WOHLFAHRTSPLURALISMUS NACH EVERS/OLK: Analyse des institutionellen Kontextes der Wohlfahrtsproduktion unter Einbezug von vier Sektoren, um die strukturellen Auswirkungen des Persönlichen Budgets zu beleuchten.

3 FAZIT: Zusammenführung der theoretischen Modelle als Grundlage für eine vertiefte Diskussion des Instruments Persönliches Budget.

Schlüsselwörter

Persönliches Budget, Behindertenhilfe, Selbstbestimmung, Individualisierungstheorie, Wohlfahrtspluralismus, Sozialgesetzbuch IX, SGB IX, Behindertenpolitik, Lebenslage, soziale Sicherung, Eingliederungshilfe, Autonomie, Paradigmenwechsel, Teilhabe, wohlfahrtsstaatliche Arrangements.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den gesellschaftlichen und institutionellen Kontext des Persönlichen Budgets für Menschen mit Behinderung.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themenfelder sind Individualisierungsprozesse in der modernen Gesellschaft und die wohlfahrtspluralistische Struktur der Wohlfahrtsproduktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob das Persönliche Budget geeignet ist, Selbstbestimmungschancen zu erhöhen, und welche institutionellen Bedingungen dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer Modelle, insbesondere der Individualisierungstheorie von Ulrich Beck und des Wohlfahrtspluralismus-Konzepts von Evers/Olk.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Grundzügen der Individualisierungstheorie spezifische Niveauverschiebungen (Einkommen, Bildung, Sozialstaat) sowie die vier Sektoren der Wohlfahrtsproduktion detailliert erörtert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Persönliches Budget, Selbstbestimmung, Behindertenhilfe, Individualisierung und Wohlfahrtspluralismus beschreiben.

Inwiefern beeinflusst das SGB IX die hier diskutierten Ansätze?

Das SGB IX wird als rechtliche Basis des Paradigmenwechsels von der „fremdbestimmten Fürsorge“ hin zur „Selbstbestimmung“ durch das Persönliche Budget betrachtet.

Welche Rolle spielt das Bielefelder Modellprojekt in der Arbeit?

Das Bielefelder Modellprojekt wird als konkretes Fallbeispiel angeführt, um die Anwendung des Persönlichen Budgets im Bereich des ambulant betreuten Wohnens zu illustrieren.

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Details

Title
Theoretischer Kontext des Persönlichen Budgets von Menschen mit Behinderung
Grade
gut
Author
Joachim Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V283620
ISBN (eBook)
9783656833024
ISBN (Book)
9783668140226
Language
German
Tags
Theorie Persönliches Budget Menschen Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Schmidt (Author), 2006, Theoretischer Kontext des Persönlichen Budgets von Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283620
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