Die tertiäre Bildung in Deutschland befindet sich in einem weitreichenden Wandel. Megatrends wie die Individualisierung, die Tertiarisierung, die Globalisierung, der technische Fortschritt und der Bevölkerungsrückgang führen zu einem gewandelten Fachkräfte und Qualifikationsbedarf.
Betroffen von diesem Anpassungsdruck haben Unternehmen längst die Bedeutung des Humankapitals als wesentlichen Faktor zur nachhaltigen Innovations- und Wohlstandssicherung erkannt und die Sach- und Methodenkompetenzen ihrer Tätigkeitsprofile erhöht. Für die Abiturienten hingegen bleibt oft nur wenig Spielraum, um auf die wachsenden Anforderungen zu reagieren. Das biographische Handeln, sprich„ … eigene Fähigkeiten und Interessen als auch strukturelle Bedingungen evaluieren und gegeneinander abwägen und dabei eine Reihe von Entscheidungen treffen, ohne die Folgen im Einzelnen absehen zu können.“, bleibt ihre größte Herausforderung.
Deshalb hat sich innerhalb von 40 Jahren mit dem dualen Studium für beide Seiten ein erfolgreiches Ausbildungsmodell etabliert, dass die Entscheidung zwischen Hochschulstudium und Berufsausbildung erleichtern und die höheren Ansprüche an die Ausbildung neuer Mitarbeiter bedienen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
2. Das Talent Management
2.1 Die Definition von Talent und Talent Management
2.2 Die Gründe und Ziele für ein Talent Management System
2.3 Der integrative Talent Management Ansatz
3. Das duale Studium
3.1 Die Entwicklung
3.2 Die Struktur
3.3 Die Eignung als Talent Management Instrument
4. Der integrative Talent Management Ansatz im dualen Studium der Assekuranz
4.1 Das Untersuchungsdesign
4.2 Der Status quo
4.3 Die Anforderungen an Talente
4.4 Die Charakteristika der Talente
4.5 Die Kritische Betrachtung der zentralen Untersuchungsergebnisse
5. Das Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das duale Studium in der deutschen Versicherungswirtschaft als ein Instrument des Talent Managements. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie sich dieses Ausbildungsmodell in die Prozesse des Talent Managements integrieren lässt und welche Handlungsoptionen für Unternehmen bestehen, um ihren Einsatz zu optimieren.
- Identifikation und Definition von Talenten und Talent Management.
- Analyse des dualen Studiums hinsichtlich seiner Struktur und Entwicklung.
- Untersuchung des Status quo und der Anforderungen an Talente in der Assekuranz.
- Kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Der integrative Talent Management Ansatz
Passend zu den aufgestellten Arbeitsdefinitionen, zu den Gründen und den Ziele eines TMS, wurde der integrative Talent Management Ansatz gewählt, weil dieser den Talent Management Prozess ganzheitlich und organisationsübergreifend als eine Verkettung der einzelnen Aktivitäten im Talent Management betrachtet.
Anstelle von verschiedenen Einzelmaßnahmen werden, wie in Abbildung 1 erkenntlich, die Instrumente und Maßnahmen des Talent Management Prozesses als Verkettung in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. Dieser Prozesskreislauf beinhaltet die Gewinnung, die Beurteilung, den Einsatz und die Erhaltung, die Entwicklung sowie den Abgang und die Kontakterhaltung von und mit Talenten. Außerdem ist er in die Steuerungs- und Querschnittsfunktionen und in den Führungsfunktionen eingebettet, sodass sich seine Ausrichtung, ähnlich wie die Definition von Talent und Talent Management, aus der strategischen Ausrichtung und Kultur des jeweiligen Unternehmens ergibt. Im Normalfall durchläuft jedes Talent diesen Kreislauf einmal.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Wandel in der tertiären Bildung und die zunehmende Bedeutung des dualen Studiums als strategisches Instrument für Unternehmen zur Sicherung ihres Humankapitals.
2. Das Talent Management: Dieses Kapitel definiert Talent sowie Talent Management und erörtert die Gründe und Ziele für die Implementierung solcher Systeme, wobei ein besonderer Fokus auf den integrativen Talent Management Ansatz gelegt wird.
3. Das duale Studium: Hier werden die historische Entwicklung und die verschiedenen Strukturmodelle des dualen Studiums dargestellt, um dessen Eignung als Instrument im Talent Management zu bewerten.
4. Der integrative Talent Management Ansatz im dualen Studium der Assekuranz: Dieses Hauptkapitel untersucht das Untersuchungsdesign, den aktuellen Status quo des dualen Studiums, die Anforderungen an Talente in der Versicherungswirtschaft sowie deren Charakteristika und reflektiert die Untersuchungsergebnisse kritisch.
5. Das Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf die zukünftigen Möglichkeiten des dualen Studiums innerhalb der Branche.
Schlüsselwörter
Talent Management, duales Studium, Versicherungswirtschaft, Personalentwicklung, Mitarbeiterbindung, Nachfolgeplanung, Personalauswahl, Kompetenzprofil, Demografischer Wandel, Arbeitgeberattraktivität, Humankapital, Prozessmanagement, Azubi, Personalmarketing, Fachkräftebedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit das duale Studium in der deutschen Versicherungswirtschaft als strategisches Instrument zur Gewinnung und Bindung von Talenten genutzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Talent Managements, die Struktur und Entwicklung des dualen Studiums sowie die Anforderungen, die Versicherer an diese Zielgruppe stellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Handlungsoptionen für Versicherungsunternehmen zu erarbeiten, um das duale Studium als Talent Management Instrument optimal in die Unternehmensprozesse zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer explorativen Studie, die mittels Online-Umfragen Daten von sowohl Studierenden als auch Unternehmensvertretern erhoben und statistisch ausgewertet hat.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 4) erfolgt eine detaillierte Untersuchung des Untersuchungsdesigns, des Status quo, der spezifischen Kompetenzanforderungen an Talente sowie eine kritische Würdigung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Konzepte sind der integrative Talent Management Ansatz, die Zielgruppenorientierung, der demografische Wandel und der Prozesskreislauf zur Talententwicklung.
Wie unterscheidet sich der Status quo des dualen Studiums in der Assekuranz vom Branchendurchschnitt?
Die Arbeit zeigt, dass fast alle untersuchten Versicherer duale Studiengänge anbieten, wobei ein besonderer Fokus auf der Fachrichtung Versicherungswirtschaft und der Ausbildung von Nachwuchskräften im Innen- und Außendienst liegt.
Welche Rolle spielt die Bindung von Talenten nach dem dualen Studium?
Die Bindung wird als kritisch eingestuft; während ein Großteil der Unternehmen eine hohe Übernahmequote anstrebt, besteht bei der individuellen Gestaltung von Karrierewegen und der emotionalen Bindung noch erhebliches Optimierungspotenzial.
- Quote paper
- Richard Heinke (Author), 2014, Untersuchung des dualen Studiums in der deutschen Versicherungsbranche als Talent Management Instrument, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283683