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Die Betrachtung der Radikal Demokratie

Eine diskurstheoretische Analyse

Título: Die Betrachtung der Radikal Demokratie

Trabajo , 2014 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Fabian Richter (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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Seit fast einem Jahrhundert kämpfen die Kurden in der Türkei. Der Kampf war zu beginn noch ein Kampf um Autonomie oder um einen eigenen kurdischen Nationalstaat. Natürlich war es auch immer ein Ziel die Diskriminierung und Leugnung der kurdischen Bevölkerung zu stoppen. Gerade seit den 70er und mit dem Aufkommen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), war das Bestreben nach einem kurdischen Nationalstaat zu einem gewaltsamen Konflikt geworden.

Die PKK orientierte sich hierbei ideologisch am Sozialismus und stand somit konträr zum westlichen Liberalismus, dem sich die Türkei angeschlossen hatte. Abdullah Öcalan, der ideologische und politische Anführer der PKK, entwickelte immer wieder neue Theorien zum Erreichen des ausgegebenen Zieles. In den 90er Jahren wechselte die Stimmung jedoch. Noch vor der Festnahme Öcalans durch türkische Sicherheitskräfte, bekannte sich eben dieser zu einem Verbleib der Kurden innerhalb der Grenzen der Türkei. Diese Forderung wurde jedoch an die Bedingung einer Demokratisierung der Türkei geknüpft und Öcalan entwickelte die Theorie der radikalen Demokratie.

Erstmals erwähnte er diese in einem, im Jahr 2000 auf deutsch veröffentlichten Buch „Zur Lösung der kurdischen Frage“ als Verteidigungsschrift bei seiner Anklage. Dieses Buch bildet das Fundament seiner Theorie zur Radikal Demokratie. Seine weiteren Fortführungen sind allerdings noch nicht auf deutscher oder englischer Sprache verfügbar, weshalb sich in dieser Arbeit auf Sekundärliteratur bezogen werden wird. Die Theorie der Radikalen Demokratie besteht dabei im Wesentlichen aus drei Punkten. So kann man diese aufteilen in die Demokratisierung des Staates, die demokratische Konföderation sowie die demokratische Autonomie. Dieser Hausarbeit soll daher im ersten Schritt die Modelle der Konföderation und der Autonomie im Allgemeinen darstellen. Hierfür soll auf Werke von Murray Bookchin, sowie Thomas Sempf, für eine juristische Sichtweise der Konföderation, zurückgegriffen werden um einen ersten allgemeinen Überblick über die Konzepte zu erhalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konföderation und Autonomie

3. Der Wandel der kurdischen Bewegung in der Türkei

3.1. Die Idee der Radikal Demokratie

3.2. Radikal Demokratie in der Praxis - Der KCK

3.3. Radikal Demokratie in der Praxis - Der DTK

4. Diskurstheoretische Kritik der Radikal Demokratie

4.1. Das Projekt der Radikal Demokratie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der kurdischen Bewegung in der Türkei hin zu einer diskurstheoretisch fundierten Theorie der "Radikal Demokratie" und analysiert deren praktische Umsetzungsversuche durch Organisationen wie den KCK und den DTK unter Einbeziehung der Theorien von Murray Bookchin und Abdullah Öcalan.

  • Konzeptualisierung von Konföderalismus und autonomer Selbstverwaltung
  • Historische Entwicklung der kurdischen Nationalbewegung seit 1991
  • Strukturelle Analyse der Organisationen KCK und DTK als Träger der Radikal Demokratie
  • Diskurstheoretische Untersuchung des Demokratieverständnisses und der staatstheoretischen Implikationen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Idee der Radikal Demokratie

Genauso wenig wie der türkische Staat die kurdische Identität und ihre politische Expression durch den Versuch der Assimilation und Unterdrückung regeln konnte, konnte die PKK nicht das herrschende System durch ihre gewalttätigen Mechanismen umwerfen. Während in den 1970er Jahren die PKK zur Vernichtung jeglicher Form des Kolonialismus und für einen kurdischen Nationalstaat angetreten ist, haben sich führende PKK Mitglieder seit den 1990er Jahren immer wieder dafür ausgesprochen, sich weniger mit dem Staat als mit der politischen Vision auseinander zu setzen (Akkaya/Jongerden 2014: 186 / Gunter 2011: 65). Anders ausgedrückt, es handelt sich hierbei um die Anerkennung der Grenzen von Gewalt und einer Neuausrichtung in der philosophischen Vorgehensweise der Organisation. Wie bereits erwähnt, ist der Zeitpunkt dieser Wende mit der Festnahme Öcalans gleichzusetzen. In seiner Verteidigungsschrift transformiert Öcalan seine, zuvor bereits in Reden anklingenden, theoretischen Überlegungen in ein Konzept welches er Radikal Demokratie nennt. Radikal ist diese Theorie, da durch die Radikal Demokratie ein Versuch unternommen wird, Demokratie jenseits des Staates und der Nation zu praktizieren. Das Konzept gliedert sich dabei in drei Projekte: der demokratische Staat, der demokratische Konföderalismus und die demokratische Autonomie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den kurdisch-türkischen Konflikt ein und beschreibt den theoretischen Übergang der PKK von einem Kampf für den Nationalstaat hin zur Theorie der Radikalen Demokratie nach Abdullah Öcalan.

2. Konföderation und Autonomie: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Konföderation und Autonomie und erläutert Murray Bookchins Modell des Konföderalismus als Alternative zum zentralistischen Nationalstaat.

3. Der Wandel der kurdischen Bewegung in der Türkei: Hier wird der historische Wandel der PKK sowie die spezifischen Projekte der Radikalen Demokratie dargestellt.

3.1. Die Idee der Radikal Demokratie: Das Kapitel vertieft das theoretische Konzept, das Demokratie jenseits des Staates praktizieren will, unterteilt in die Projekte des demokratischen Staates, des Konföderalismus und der Autonomie.

3.2. Radikal Demokratie in der Praxis - Der KCK: Analyse der Union of Kurdistan Communities (KCK) als zivilgesellschaftliche Organisation, die versucht, das Bottom-Up-Prinzip durch lokale Versammlungen umzusetzen.

3.3. Radikal Demokratie in der Praxis - Der DTK: Untersuchung des Kongresses für eine demokratische Gesellschaft (DTK) als legales Pendant zum KCK, der innerhalb bestehender staatlicher Strukturen agiert.

4. Diskurstheoretische Kritik der Radikal Demokratie: Anwendung der Diskurstheorie nach Michel Foucault, um die institutionellen Regulierungen und die Aussagepraktiken innerhalb der Radikalen Demokratie kritisch zu hinterfragen.

4.1. Das Projekt der Radikal Demokratie: Eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Abkehr vom repräsentativen System und den damit verbundenen praktischen sowie theoretischen Inkonsistenzen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Theorie der Radikalen Demokratie zwar einen Wendepunkt im kurdischen Konflikt darstellt, jedoch in der Praxis durch widersprüchliche quasi-staatliche Strukturen und eine Abhängigkeit von Delegiertenkonzepten geprägt bleibt.

Schlüsselwörter

Radikale Demokratie, Kurdenkonflikt, Konföderalismus, Demokratische Autonomie, PKK, Abdullah Öcalan, Murray Bookchin, KCK, DTK, Bottom-Up-Prinzip, Diskurstheorie, Michel Foucault, Nationalstaat, Selbstverwaltung, Repräsentative Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den strategischen und ideologischen Wandel der kurdischen Bewegung in der Türkei von einem bewaffneten Kampf für einen Nationalstaat hin zum Konzept der "Radikal Demokratie" und untersucht dessen praktische Umsetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Konföderalismus und Autonomie, die Struktur der kurdischen Organisationen KCK und DTK sowie eine diskurstheoretische Kritik an ihrem Demokratieverständnis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die theoretischen Wurzeln der Radikalen Demokratie (insbesondere durch Murray Bookchin) zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diese Konzepte in der Praxis des KCK und des DTK angewendet werden und welche Widersprüche sich daraus ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen diskursanalytischen Ansatz nach Michel Foucault, um die sozialen und institutionellen Zusammenhänge der Radikalen Demokratie zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Konföderalismus), die Darstellung der Organisationen KCK und DTK sowie die kritische diskurstheoretische Reflexion über das Projekt der Radikalen Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Radikale Demokratie, Konföderalismus, Demokratische Autonomie, KCK, DTK und den Wandel der kurdischen Nationalbewegung charakterisiert.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen KCK und DTK?

Während der KCK versucht, sich als alternative Struktur absolut vom Staat loszusagen, nutzt der DTK eine Art Doppelstruktur und agiert eher als zivilgesellschaftlicher Akteur innerhalb des bestehenden türkischen Staates.

Warum sieht der Autor einen Widerspruch im Modell der Radikalen Demokratie?

Der Widerspruch liegt darin, dass das Modell zwar das repräsentative System als undemokratisch ablehnt, jedoch auf höheren Ebenen selbst wieder auf delegierte Strukturen und quasi-staatliche Apparate zurückgreift, anstatt den Staat vollständig zu überwinden.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Betrachtung der Radikal Demokratie
Subtítulo
Eine diskurstheoretische Analyse
Universidad
University of Erfurt  (Fakultät für Staatswissenschaften)
Curso
Strategischer Wandel bei der Suche nach einer Regelung des Kurdenproblems seit 1991
Calificación
1,3
Autor
Fabian Richter (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
22
No. de catálogo
V283805
ISBN (Ebook)
9783656839422
ISBN (Libro)
9783656839439
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kurden Öcalan Demokratie Transformation PKK KCK DTK Radikal Wandel Radikal Demokratie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fabian Richter (Autor), 2014, Die Betrachtung der Radikal Demokratie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283805
Leer eBook
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