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Die Standardisierung der Kreolsprachen aus soziolinguistischer Perspektive

Titre: Die Standardisierung der Kreolsprachen aus soziolinguistischer Perspektive

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 15 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Christina Stojek (Auteur)

Philologie française - Linguistique
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Heutzugabe spielt die Schrift aufgrund neuer Medien wie bspw. dem Internet eine sehr große Rolle. Dies führt leicht dazu, dass rein mündlichen Sprachen voreilig der Status „Sprache“ aberkannt wird und ihre Existenz in Frage gestellt wird (vgl. Hazaël- Massieux 1999: 133). Da es sich dabei allerdings trotz aller Vorurteile um Sprachen handelt (vgl. Hazaël-Massieux 1999: 158), haben diese – und v.a. ihre Sprecher – ebenso ein Recht auf Verschriftlichung wie andere Sprachen auch (vgl. Hazaël- Massieux 1999: 136f.). Ziel dieser Arbeit ist es, eine Sensibilisierung für ein Thema zu erreichen, dessen schwerwiegende Konsequenzen viel zu selten behandelt und diskutiert werden. Einleitend soll deshalb zunächst der aktuelle Stand der Verschriftung der französischen Kreolsprachen skizziert werden. Im darauf folgenden Kapitel werden dann Gründe für die mangelnde Verschriftung und im Anschluss in Kapitel 4 deren Konsequenzen dargestellt. Danach sollen die bereits bestehenden Orthographiesysteme und ihre Vor- und Nachteile diskutiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz des Themas

2 Status Quo der Verschriftlichung

3 Gründe der mangelnden Standardisierung

3.1 Einstellung der Sprecher

3.2 Sprachpolitik

3.3 Wirtschaftliche Aspekte

4 Konsequenzen der mangelnden Verschriftung

5 Vorschläge für orthographische Systeme und deren Vor- und Nachteile

5.1 Etymologische Schreibweise

5.2 Phonologische Schreibweise

5.3 Neuere Ansätze

6 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die soziolinguistischen Herausforderungen und Hindernisse bei der Standardisierung und Verschriftlichung der französischen Kreolsprachen. Dabei wird analysiert, wie sich der Status dieser Sprachen durch mangelnde Orthographien im Spannungsfeld zwischen Identität, sozialem Prestige und dem Einfluss der französischen Sprache entwickelt.

  • Soziolinguistische Faktoren und die Einstellung der Sprecher gegenüber Kreolsprachen.
  • Die Rolle von Sprachpolitik und ökonomischen Aspekten bei der Standardisierungsdebatte.
  • Analyse und Vergleich verschiedener orthographischer Systeme (etymologisch vs. phonologisch).
  • Konsequenzen der fehlenden Verschriftung für den gesellschaftlichen und politischen Zugang.
  • Entwicklungsperspektiven zur Stärkung der Autonomie und Identität von Kreolsprachen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Einstellung der Sprecher

Vorschläge der Linguisten unterliegen grundsätzlich der Zensur der Sprecher, d.h. sie sind abhängig von deren Urteil und davon, ob sie das Orthographiesystem akzeptieren und anwenden (vgl. Hazaël-Massieux 1993: 17). Aus diesem Grund ist es wichtig, dass eine Orthographie zumindest teilweise deren Erwartungen erfüllt (vgl. Hazaël-Massieux (a): 2). Um Ziele definieren, Anforderungen und mögliche Reaktionen antizipieren zu können, sind tief greifende soziolinguistische Studien erforderlich, deren Ergebnisse anschließend bei der Erarbeitung eines Systems berücksichtigt werden (vgl. Chaudenson 1979: 156.). Die Sprecher des créole haben grundsätzlich zunächst eine negative Einstellung zur Verschriftung der Kreolsprachen, da sie es nicht gewohnt sind in ihrer Muttersprache zu schreiben und Vorurteile haben (vgl. Hazaël-Massieux 1999: 159): « Un sentiment commun à la plupart des créolophones, avant toute réflexion sur le sujet, est que le créole ne peut pas s’écrire » (Hazaël-Massieux 1993: 11). Außerdem vertreten viele die Auffassung, dass eine Sprache entweder gesprochen oder geschrieben ist (vgl. Hazaël-Massieux (a): 1).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Relevanz des Themas: Einleitung in die Bedeutung der Verschriftlichung für oral geprägte Sprachen angesichts moderner Kommunikationsmittel.

2 Status Quo der Verschriftlichung: Überblick über die historische Entwicklung und die gegenwärtige Problematik der fehlenden Standardisierung.

3 Gründe der mangelnden Standardisierung: Analyse der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Widerstände gegen eine einheitliche Orthographie.

4 Konsequenzen der mangelnden Verschriftung: Darstellung der Auswirkungen auf politische Teilhabe und den sozialen Status der Sprecher.

5 Vorschläge für orthographische Systeme und deren Vor- und Nachteile: Bewertung verschiedener Ansätze, von der etymologischen bis zur phonologischen Schreibweise.

6 Ausblick: Fazit zur notwendigen Aufwertung des Status der Kreolsprachen und politischer Unterstützung.

Schlüsselwörter

Französische Kreolsprachen, Standardisierung, Orthographie, Soziolinguistik, Verschriftlichung, Sprachpolitik, Diglossie, Phonologische Schreibweise, Etymologische Schreibweise, Identität, Dekreolisierung, Sprachplanung, Akrolekt, Basilekt, Sprachstatus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Problematik der Verschriftlichung und Standardisierung der französischen Kreolsprachen aus einer soziolinguistischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Einstellung der Sprecher, der Einfluss der Sprachpolitik, ökonomische Faktoren sowie die Vor- und Nachteile konkurrierender Schriftsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine Sensibilisierung für die schwerwiegenden Konsequenzen der fehlenden Standardisierung zu schaffen und die komplexen Hürden bei der Etablierung einer Schriftsprache aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse soziolinguistischer Studien und vergleicht existierende orthographische Ansätze sowie deren theoretische Fundierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Gründe für die mangelnde Standardisierung, die Folgen für die Bevölkerung sowie eine detaillierte Diskussion verschiedener Schreibmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreolsprachen, Sprachstatus, Standardisierung, Diglossie und Sprachidentität geprägt.

Warum wird die etymologische Schreibweise oft kritisiert?

Sie wird kritisiert, da sie den Status des Kreolischen als bloßen Dialekt des Französischen zementiert und den Lernaufwand für nicht französischsprachige Sprecher erhöht.

Welche Rolle spielt die "Académie Créole" in der Debatte?

Sie wird als Instanz diskutiert, die bei Uneinigkeiten über Schreibweisen entscheiden und eine allgemein akzeptierte Leitvarietät definieren soll.

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Résumé des informations

Titre
Die Standardisierung der Kreolsprachen aus soziolinguistischer Perspektive
Université
University of Mannheim  (Romanisches Seminar)
Cours
HS: Die französischen Kreolsprachen
Note
1,3
Auteur
Christina Stojek (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
15
N° de catalogue
V28414
ISBN (ebook)
9783638302005
ISBN (Livre)
9783656560951
Langue
allemand
mots-clé
Standardisierung Kreolsprachen Perspektive Kreolsprachen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christina Stojek (Auteur), 2004, Die Standardisierung der Kreolsprachen aus soziolinguistischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28414
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Extrait de  15  pages
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