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Corporate Social Responsibility im Kontext der Rohstoffgewinnung aus ethnologischer Perspektive

Titre: Corporate Social Responsibility im Kontext der Rohstoffgewinnung aus ethnologischer Perspektive

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2014 , 34 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Martina Schöb (Auteur)

Gestion d'entreprise - Ethique commerciale, Ethique économique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Globale Privatunternehmen in der extraktiven Industrie fokussieren sich auf risikoreiche Projekte, die staateigene Unternehmen in ressourcenreichen Ländern nicht ohne sie realisieren können. Bei den privaten Unternehmen handelt es sich um solche, die ein enormes Kapitalvolumen, Spitzentechnologie sowie spezielle Projektmanagementfähigkeiten besitzen. Viele dieser Projekte befinden sich in dünn besiedelten Gebieten; dort wo Indigene, Stammesgruppen und Minderheiten leben. Die Regierungen sprechen diesen Gruppen Landansprüche oder Ansprüche auf natürliche Ressourcen in der Regel ab.

Bis um die Jahrtausendwende fanden Konflikte zwischen Minderheiten und nationalen Regierungen von den Privatunternehmen kaum Beachtung. Aufgrund immenser Kritik sozialer Bewegungen und der Weltöffentlichkeit, konnten die Unternehmen nicht mehr „heimlich“ und rücksichtslos die Ressourcen in rohstoffreichen Ländern ausbeuten, ohne etwas an die lokale Bevölkerung zurückzugeben. Daraus entwickelte sich die Corporate Social Responsibility-Industrie.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 Fragestellung und Annahmen

1.2 Aufbau und Gliederung

1.3 Forschungsstand

2. ENTWICKLUNG SOZIALER VERANTWORTUNG IN DER UNTERNEHMENSWELT

2.1 Die Macht grosser Privatunternehmen

2.2 Die globalisierungskritische und antikapitalistische soziale Bewegung

2.3 Wie globale Unternehmen mit Kritik umgehen

2.4 Rechenschaftspflicht vs. (freiwillige) soziale Verantwortung

3. DAS PHÄNOMEN CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY

3.1 Die Aktualität von Corporate Social Responsibility

3.2 Die Gefahr von Ungleichheit durch Corporate Social Responsibility

3. 3 Corporate Social Responsibility in der extraktiven Industrie

3.4 Globales Engagement in der extraktiven Industrie

3.5 Globale Unternehmen und die lokale Bevölkerung

4. FALLBEISPIELE VON UNTERNEHMEN IN DER EXTRAKTIVEN INDUSTRIE

4.1 Anglo American in Rustenburg

4.1.1 Definition und Ziele der Corporate Social Responsibility-Strategie

4.1.2 Welchen Nutzen hat die lokale Bevölkerung von den CSR-Aktivitäten von Anglo American?

4.2 Royal Dutch Shell im Nigerdelta

4.2.1 Definition und Ziele der Corporate Social Responsibility-Strategie

4.2.2 Welchen Nutzen hat die lokale Bevölkerung von den CSR-Aktivitäten von Shell?

5. ZUSAMMENFÜHRUNG DER ERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert aus ethnologischer Perspektive, welche Ziele globale Unternehmen der extraktiven Industrie mit CSR-Strategien verfolgen und inwieweit lokale Bevölkerungsgruppen tatsächlich von diesen Aktivitäten profitieren. Es wird untersucht, ob CSR primär als strategisches Instrument zur Imagepflege und Konfliktbewältigung dient, das bestehende Machtungleichgewichte eher festigt als abbaut.

  • Wirkungsanalyse von CSR-Aktivitäten auf lokale Gemeinschaften
  • Kritische Untersuchung der CSR-Strategien von Anglo American und Royal Dutch Shell
  • Analyse der Beziehung zwischen globalen Konzernen und lokalen Akteuren
  • Verhältnis von freiwilliger sozialer Verantwortung versus gesetzlicher Rechenschaftspflicht
  • Untersuchung von Machtasymmetrien und Abhängigkeitsverhältnissen in der extraktiven Industrie

Auszug aus dem Buch

3. 3 Corporate Social Responsibility in der extraktiven Industrie

Die Aktivitäten der in der extraktiven Industrie tätigen Unternehmen haben oft direkte oder indirekte negative Auswirkungen auf die Umwelt und auf Menschenrechtsfragen (Smith 2003: 27f und 31). Dennoch sehen und inszenieren sich diese Unternehmen immer öfter als Motor nachhaltiger Entwicklung. Es wird betont, dass Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen werden. Allerdings wird die angepriesene Nachhaltigkeit meist rein wirtschaftlich und aus Eigeninteresse praktiziert. Nachhaltigkeit in diesem Sinne hat wenig mit sozialer Verantwortung oder dem gewissenhaften Umgang mit der Umwelt zu tun. Das Konzept der Nachhaltigkeit wird vielmehr strategisch für Marketing- oder Public Relationszwecke benutzt (Fauset 2006, 12; Kemp 2009, 199f; Benson & Kirsch 2010, 471-473; Prayogo 2013, 60; Corporate Watch).

Bevor soziale Verantwortung zur CSR-Industrie wurde, spendeten Unternehmen in der extraktiven Industrie sporadisch Gelder an Wohlfahrtsorganisationen. Durch diese einmaligen Gaben demonstrierten sie, dass sie ihrer sozialen Verantwortung nachkommen. Im Gegensatz dazu haben globale Unternehmen heute CSR-Teams, sozioökonomische Entwicklungsbudgets, wohlformulierte Strategien und veröffentlichen jährlich CSR- oder Nachhaltigkeitsreports (Rajak 2009, 213; Warnaars 2011, 225). Kritiker aber sind der Ansicht, dass wohlformulierte Policen oft nicht richtig implementiert werden können, weil diese in weit vom Geschehen entfernten Büros entwickelt und dann - ohne Rücksicht auf die historischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten der jeweiligen Region - lokal umgesetzt werden. Diese Kritik an den CSR-Strategien, die im Norden entwickelt und in den Süden exportiert werden, konnte Rajak in ihrer Forschung bei Anglo American in Südafrika erhärten (Rajak 2009, 214f; Kemp 2009, 202). Ausgerechnet Unternehmen der extraktiven Industrie, die als Inbegriff kapitalistischer Ausbeutung angesehen wurden, entwickelten sich zu Vorreitern der CSR-Industrie. Die Verlagerung vom Raubtierkapitalismus hin zu sozialer Verantwortung ist allerdings weniger auf das schlechte Gewissen der Unternehmen zurückzuführen, als vielmehr auf verschiedene Skandale im 20. Jahrhundert, die an die Weltöffentlichkeit gelangten. Angeprangert wurden global tätige Unternehmen wie etwa Anglo American, BP, Rio Tinto oder Shell (Rajak 2011: 8f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der extraktiven Industrie und die zentrale Forschungsfrage nach den Zielen und Auswirkungen von CSR-Strategien.

2. ENTWICKLUNG SOZIALER VERANTWORTUNG IN DER UNTERNEHMENSWELT: Historische Herleitung der Macht privater Grossunternehmen und die Entstehung globalisierungskritischer Bewegungen, die CSR als Antwort auf öffentliche Kritik hervorbrachten.

3. DAS PHÄNOMEN CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY: Theoretische Auseinandersetzung mit CSR als dynamischem, oft strategischem Konzept in der extraktiven Industrie und deren Auswirkungen auf lokale Machtstrukturen.

4. FALLBEISPIELE VON UNTERNEHMEN IN DER EXTRAKTIVEN INDUSTRIE: Analyse der CSR-Strategien und deren lokaler Folgen anhand der Beispiele von Anglo American in Südafrika und Shell im Nigerdelta.

5. ZUSAMMENFÜHRUNG DER ERGEBNISSE: Synthese der Erkenntnisse, die auf eine Gefahr von Ungleichheit durch asymmetrische Abhängigkeitsverhältnisse in CSR-Projekten hindeutet.

Schlüsselwörter

Corporate Social Responsibility, CSR, extraktive Industrie, Anglo American, Royal Dutch Shell, Nachhaltige Entwicklung, soziale Verantwortung, lokale Bevölkerung, Machtungleichgewicht, Rohstoffgewinnung, Ethnologie, CSR-Strategien, Konfliktmanagement, Reziprozität, Unternehmensethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Corporate Social Responsibility (CSR) bei globalen Unternehmen in der extraktiven Industrie, also Unternehmen, die Rohstoffe abbauen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Bergbau- und Ölkonzernen auf lokale Gemeinschaften, die Strategien dieser Unternehmen zur Imageverbesserung sowie die Analyse von Machtasymmetrien zwischen Konzernen und der Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Ziele Unternehmen mit CSR-Strategien verfolgen und welche Bevölkerungsgruppen tatsächlich von diesen Aktivitäten profitieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ethnologische Analyse, die auf der Auswertung von Fallbeispielen, Feldstudien und vorhandener Literatur zur Unternehmensethik und CSR basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen von CSR erläutert und anschliessend die konkreten Fallbeispiele Anglo American in Rustenburg und Royal Dutch Shell im Nigerdelta im Hinblick auf ihr CSR-Management und deren reale Auswirkungen vor Ort analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie CSR, soziale Verantwortung, extraktive Industrie, Machtungleichgewicht, lokale Bevölkerung und die kritische Hinterfragung von Nachhaltigkeitsversprechen.

Welche Rolle spielt die "Logik der Gabe" nach Mauss in der Argumentation der Autorin?

Die Autorin nutzt das Konzept von Marcel Mauss, um zu zeigen, dass CSR-Aktivitäten als eine Form des "Geschenks" fungieren, das Empfänger in eine soziale Schuld und Abhängigkeit bringt, was die Autonomie der lokalen Bevölkerung untergräbt.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der CSR-Strategien von Shell im Nigerdelta?

Das Fazit lautet, dass Shells CSR-Strategien dort eher bestehende Konflikte verschärfen und Gewalt fördern, anstatt sie zu lösen, da die Unterstützung oft nur auf bestimmte, strategisch wichtige Gruppen fokussiert ist.

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Résumé des informations

Titre
Corporate Social Responsibility im Kontext der Rohstoffgewinnung aus ethnologischer Perspektive
Université
University of Luzern  (KSF)
Cours
Rohstoffgewinnung: ökonomische und sozio-kulturelle Folgen
Note
1.0
Auteur
Martina Schöb (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
34
N° de catalogue
V284217
ISBN (ebook)
9783656842866
ISBN (Livre)
9783656842873
Langue
allemand
mots-clé
Corporate Social Responsibility Rohstoffgewinnung Ethnologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martina Schöb (Auteur), 2014, Corporate Social Responsibility im Kontext der Rohstoffgewinnung aus ethnologischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284217
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Extrait de  34  pages
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