Der Begriff Gerechtigkeit ist als idealer Zustand des menschlichen sozialen Miteinanders zu verstehen. Dieser ist gekennzeichnet durch einen unparteiischen, angemessenen und einforderbaren Ausgleich in der Verteilung von Gütern, Chancen und den Interessen der beteiligten Individuen (Schwemmer, 1995). Gerechtigkeit beinhaltet demzufolge Handlungs- und Rechtsnormen des menschlichen Zusammenlebens. Übereinstimmend wird die Gerechtigkeit auf der Welt als Grundnorm verstanden. Es berufen sich nicht nur die Gesetzgebungen und Rechtsprechungen auf die Gerechtigkeit. Sondern stellt auch das zentrale Thema der Moraltheologie, Rechts- und Sozialphilosophie und der Ethik in der Erforschung moralisch rechtlicher Maßstäbe für eine objektive Bewertung sozialer Beziehungen dar.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Das Lerntagebuch gibt die Möglichkeit einer gerechten Leistungsbewertung durch eine Benotung
1 Gerechtigkeit
2 Leistungsbewertung im Sportunterricht
2.1 Leisten und Leistung im Sportunterricht
2.2 Bewertung durch Zensuren
3 Das Lerntagebuch
4 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern eine gerechte Leistungsbewertung im Sportunterricht durch Noten möglich ist, wenn dabei individuelle Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz eines Lerntagebuchs berücksichtigt werden.
- Analyse der Problematik von subjektiver Leistungsbewertung und Benotung im Sportunterricht.
- Untersuchung des Begriffs der Gerechtigkeit im schulischen Kontext.
- Differenzierung zwischen motorischer Leistung und schulsportlicher Leistung.
- Vorstellung des Lerntagebuchs als Instrument zur individuellen Leistungsdokumentation.
- Bewertung der Förderung von Chancengleichheit durch lerntagebuchgestützte Benotung.
Auszug aus dem Buch
3 Das Lerntagebuch
Wie aus den beiden Beispielen in der Einleitung ersichtlich wurde, ist Bewertung im Sportunterricht oft subjektiv. Die individuellen Voraussetzungen, Verbesserungen, Leistungssteigerungen, der Ehrgeiz und die Anstrengung der SchülerInnen werden dabei meist nicht beachtet. Im folgenden wird eine Variante vorgestellt, die genau das ermöglichen soll und allen SchülerInnen die gleiche Chance gibt, eine bessere, objektive Note zu bekommen.
Das Tagebuch wird im Normalfall mit den Begriffen Alltagsorientierung, Kontinuität, Reflexion und Gedächtnisstütze assoziiert. Es ist ein persönliches und individuelles Dokument der Person, die es geschrieben hat. Es dokumentiert Gedanken, Erlebtes, Erreichtes und Gefühle. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, ein Tagebuch in Form eines Lerntagebuchs im Unterricht zu integrieren. In diesem werden Entwicklungsverläufe des Kindes festgehalten (Gläser-Zikunda & Hascher, 2007, S.10).
Bezogen auf den Sportunterricht werden beispielsweise erreichte Werte, die gefühlte Belastungsintensität (z.b. durch eine Borg-Skala) oder erlernte Sporttechniken festgehalten und dokumentiert. Zum besseren Verständnis folgt ein Beispiel:
Im Lehrplan der Sekundarschulen Sachsen-Anhalts ist vorgeschrieben, dass die Klassenstufen fünf und sechs im Bewegungsfeld Laufen, Springen, Werfen 15 Minuten ausdauernd und in einem gleichmäßigen Tempo laufen sollen (Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, 2012, S.15). Dieses Lernziel eignet sich hervorragend, um mittels eines Lerntagebuchs beschrieben zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Lerntagebuch gibt die Möglichkeit einer gerechten Leistungsbewertung durch eine Benotung: Die Einleitung schildert anhand von Praxisbeispielen die Probleme subjektiver Notengebung im Schulsport und führt in die Fragestellung ein.
1 Gerechtigkeit: Dieses Kapitel erläutert den philosophischen und gesellschaftlichen Begriff der Gerechtigkeit und leitet daraus die Notwendigkeit von Chancengleichheit in der Schule ab.
2 Leistungsbewertung im Sportunterricht: Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Kritik am Schulsport, der Definition von Leistung sowie der Problematik von Zensuren als Bewertungsinstrument.
2.1 Leisten und Leistung im Sportunterricht: Dieses Unterkapitel definiert physikalische und pädagogische Leistungsbegriffe und erläutert die Bedeutung von Gütemaßstäben.
2.2 Bewertung durch Zensuren: Die Problematik klassischer Notengebung und der Konkurrenzdruck für Schülerinnen und Schüler werden hier kritisch analysiert.
3 Das Lerntagebuch: Das Kapitel stellt das Lerntagebuch als Methode vor, um individuelle Lernfortschritte sichtbar zu machen und eine objektivere, chancengerechtere Bewertung zu ermöglichen.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass durch Lerntagebücher die intraindividuelle Plastizität berücksichtigt werden kann und somit eine gerechtere Notengebung möglich ist.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Leistungsbewertung, Benotung, Lerntagebuch, Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Schulsport, individuelle Leistung, pädagogische Perspektiven, Intraindividuelle Plastizität, Leistungsentwicklung, Bewegungsfeld, Motivation, Differenzierung, Notengebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie eine gerechtere Leistungsbewertung im Fach Sport erreicht werden kann, indem die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler durch Lerntagebücher stärker in die Benotung einbezogen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Gerechtigkeit im Schulwesen, die Definition von Leistung im Sport, die Problematik klassischer Zensuren sowie die praktische Anwendung von Lerntagebüchern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, ob eine gerechte Leistungsbewertung durch eine Benotung mit Hilfe eines Lerntagebuchs möglich ist, um so Chancengleichheit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sportdidaktischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Literatur zum Leistungsbegriff sowie einer Übertragung dieser Erkenntnisse auf die Unterrichtspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Leistung, einer kritischen Betrachtung bestehender Notensysteme und der detaillierten Vorstellung und Analyse des Lerntagebuchs als Instrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Sportunterricht, Leistungsbewertung, Gerechtigkeit, Chancengleichheit, individuelle Leistungsentwicklung und das Lerntagebuch.
Warum wird speziell das Bewegungsfeld "Laufen, Springen, Werfen" als Beispiel herangezogen?
Dieses Feld wurde gewählt, da hier objektive Messwerte wie Zeiten oder Weiten häufig zu Frustration bei leistungsschwächeren Schülern führen, wodurch der Bedarf für ein alternatives Bewertungsinstrument besonders deutlich wird.
Wie wirkt sich ein Lerntagebuch konkret auf die Motivation aus?
Durch die Dokumentation der persönlichen Entwicklung und der eigenen Lernfortschritte können Schüler ihre eigenen Erfolge besser erkennen, was die Motivation unabhängig von reinem Leistungsvergleich steigert.
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- Robert Oehlert (Author), 2014, Gerechte Leistungsbewertung im Sport. Das Lerntagebuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284232