Die sogenannten „sozialen Netzwerke“ gehören zu den weltweit genutzten Websites, denen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie bezeichnen einen Ort des Informationsaustauschs und der Kommunikationsmöglichkeit im Internet. In Deutschland sind fast drei Viertel der Internetnutzer in mindestens einem sozialen Netzwerkplattform, wie etwa Facebook oder Xing, angemeldet. Betrachtet man die Zeit, die die Nutzer für die Beschäftigung mit sozialen Netzwerken aufwenden, lässt sich feststellen, dass diese zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden sind. Besonders Jugendliche sind täglich über mehrere Stunden in sozialen Netzwerken aktiv. Demzufolge können sich die meisten Jugendlichen ein Leben ohne die sozialen Netzwerke nicht mehr vorstellen.
Was aber sind die wesentlichen Motive der Nutzer für den Eintritt in die sozialen Netzwerke?
Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, die Motivation hierfür am Beispiel von Facebook zu analysieren. Die Arbeit soll aufzeigen, welche Motive für eine Mitgliedschaft in den sozialen Netzwerken vorliegen.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in 5 Kapitel und wird mit Abbildungen ergänzt. Kapitel 2 gibt eine Erläuterung der sozialen Netzwerke. Dazu werden allgemeine Definitionsansätze der sozialen Netzwerke aufgegriffen und die Entstehungsgeschichte rekapituliert. Anschließend folgt eine Charakterisierung der sozialen Netzwerke; dabei wird dieser Abschnitt untergliedert in „Small-World-Phänomen“, „Stärke der Bindungen“ sowie „Arten und Kategorisierung“ der sozialen Netzwerke. In Kapitel 3 sollen die Merkmale, Daten und Fakten des größten sozialen Netzwerks „Facebook“ vorgestellt werden. Dafür wird zunächst die Entstehungsgeschichte dargestellt; im Anschluss werden die wesentlichen Merkmale und Funktionen von Facebook sowie die Motivation für (potenzielle) Mitglieder vorgestellt. Der Abschnitt „Motivation für (potenzielle) Mitglieder“ wird gegliedert in einen theoretischen Ansatz zur Klärung des Phänomens (Maslowsche Bedürfnispyramide) und die Motive zur Nutzung von Facebook. Auf der Grundlage des theoretischen Teils wird in Kapitel 4 eine empirische Analyse sowie eine Auswertung vorgestellt. Diese empirische Auswertung umfasst die Analyse der Nutzung sozialer Netzwerke, der Motive zur Nutzung sowie die Gründe für die Nicht-Nutzung. Abschließend werden die Ergebnisse der Analyse vorgestellt. Den Abschluss der Arbeit bildet das 5. Kapitel mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Netzwerke
2.1 Allgemeine Definitionsansätze
2.2 Entstehungsgeschichte der sozialen Netzwerke
2.3 Charakterisierung der Sozialen Netzwerke
2.3.1 „Small-World-Phänomen“
2.3.2 Stärke der Bindungen
2.3.3 Kategorisierung und Arten
3. Merkmale, Daten und Fakten des größten sozialen Netzwerks „Facebook“
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Merkmale und Funktionen von Facebook
3.3 Motivation für (potenzielle) Mitglieder
3.3.1 Theoretischer Ansatz zur Klärung des Phänomens – Maslowsche Bedürfnispyramide
3.3.2 Motive zur Nutzung von Facebook
4. Empirische Analyse/Auswertung
4.1 Untersuchungsleitende Fragestellung
4.2 Analyse der Nutzung sozialer Netzwerke
4.3 Analyse der Motive zur Nutzung
4.4 Analyse der Gründe für die Nicht-Nutzung
4.5 Ergebnisse
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Identifikation der zentralen Motive, die Menschen dazu bewegen, Mitglied in sozialen Netzwerken zu werden, wobei das soziale Netzwerk Facebook als zentrales Beispiel dient.
- Grundlagen und Definition sozialer Netzwerke
- Entstehungsgeschichte und Merkmale von Facebook
- Theoretische Fundierung durch die Maslowsche Bedürfnispyramide
- Empirische Untersuchung von Nutzungsmotiven
- Analyse der Beweggründe für die Nicht-Nutzung sozialer Netzwerke
Auszug aus dem Buch
2.3.1 „Small-World-Phänomen“
Dass die Welt viel kleiner ist als man denkt und dass es durchaus möglich sein kann, jederzeit und überall einen Freund bzw. Bekannten zu treffen, belegte die Wissenschaft mit der Argumentation, dass das Netz der menschlichen Beziehungen sehr dicht geknüpft ist (www.zeit.de, 30.04.2013). Spiegel Online bezeichnete in einem Artikel die Welt als „Dorf“, und die Netzwerktheoretiker sprechen in diesem Sinne vom „Small-World-Phänomen“ (www.spiegel.de, 30.04.2013).
So untersuchten Stanley Milgram und Jeffrey Travers (1967) in einem Experiment die Funktionsweise sozialer Netzwerke. Dabei ging es darum, herauszufinden, ob ein Brief über die Zufallspersonen die Zielperson erreichen kann. Dazu beauftragten sie zufällig ausgewählte Personen, insgesamt 296 Briefe über Umwege an den Empfänger weiterzuleiten. Festgestellt wurde, dass der Übertragungsweg überraschend kurz ist. Im Ergebnis gelangten von 296 nur 64 Briefe im Durchschnitt über 6 Personen an den tatsächlichen Empfänger (Milgram, Travers, 1969, S. 425ff.). Der US-amerikanische Sozialpsychologe Stanley Milgram stellte 1967 die These auf, dass jeder Mensch mit jedem anderen Menschen über sechs Ecken auf irgendeine Weise verbunden sei. Dieses Phänomen bezeichnete er als das „Small-World Phänomen“. Das Small-World-Phänomen ist außerdem bekannt unter „Six Degrees of Seperation“ (vgl. Kleinberg, 2004; Heidemann, 2010, S. 265).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz sozialer Netzwerke ein und definiert das Forschungsziel, die Beweggründe für eine Mitgliedschaft, insbesondere am Beispiel von Facebook, zu analysieren.
2. Soziale Netzwerke: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen und technologischen Grundlagen, die Geschichte sowie die Charakteristika, wie das Small-World-Phänomen und die Stärke von Bindungen, in digitalen Netzwerken.
3. Merkmale, Daten und Fakten des größten sozialen Netzwerks „Facebook“: Hier wird die Historie und die Funktionsweise von Facebook detailliert dargestellt sowie die Nutzungsmotivation anhand der Maslowschen Bedürfnispyramide theoretisch hergeleitet.
4. Empirische Analyse/Auswertung: Dieser Abschnitt präsentiert die methodischen Grundlagen und die Auswertung von Statistiken zu Nutzungshäufigkeiten, Motiven und Barrieren bei der Teilnahme an sozialen Online-Netzwerken.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und diskutiert abschließend, ob die intensive Nutzung sozialer Netzwerke zu einer Abhängigkeit führen kann.
Schlüsselwörter
Soziale Netzwerke, Facebook, Online Social Networks, Nutzungsmotive, Bedürfnispyramide, Maslow, Small-World-Phänomen, Strength of Weak Ties, Privatsphäre, Nutzerzahlen, Digitale Kommunikation, Internetnutzung, Selbstdarstellung, Informationsbeschaffung, Empirische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die zentralen Motivationen von Menschen, sozialen Netzwerken beizutreten, unter spezieller Betrachtung der Plattform Facebook.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben der Definition und Geschichte sozialer Netzwerke fokussiert sich die Arbeit auf die theoretische Einordnung der Nutzungsmotive (Maslowsche Bedürfnispyramide) sowie die Analyse von Daten zu Nutzungsverhalten und Ablehnungsgründen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Beweggründe für eine Mitgliedschaft sowie die Barrieren (wie Datenschutzbedenken) für Nicht-Nutzer empirisch zu erfassen und zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer deskriptiven Auswertung vorhandener empirischer Statistiken und Studien zur Nutzung sozialer Netzwerke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu sozialen Netzwerken und deren Mechanismen sowie eine empirische Auswertung, die Motive für das Eintreten und Gründe für die Nicht-Nutzung gegenüberstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Netzwerke, Facebook, Nutzungsmotive, Maslowsche Bedürfnispyramide, Privatsphäre und Digitale Kommunikation.
Warum ist das „Small-World-Phänomen“ für die Arbeit relevant?
Es erklärt die Dichte und Vernetzung in sozialen Netzwerken und belegt, dass Nutzer über wenige Kontakte weltweit miteinander verbunden sind, was die Attraktivität der Plattformen steigert.
Welche Rolle spielt die Privatsphäre als Ausschlusskriterium?
Die Analyse zeigt, dass die Sorge um den Schutz privater Informationen einer der Hauptgründe ist, warum sich Menschen gegen eine Anmeldung in sozialen Netzwerken entscheiden.
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- Güler Ay (Author), 2013, Die Motivation für die Nutzung Sozialer Netzwerke: Facebook, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284599