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Die Erfolgsbilanz von Infant Industry Maßnahmen in Entwicklungsländern

Titre: Die Erfolgsbilanz von Infant Industry Maßnahmen in Entwicklungsländern

Dossier / Travail , 2014 , 17 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Robin Wagner (Auteur)

Economie politique - Théorie et Polititque du commerce extérieur
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Nach dem zweiten Weltkrieg begannen die meisten Entwicklungsländer, bestimmte Wirtschaftssektoren gezielt von der Außenwelt abzuschotten, um diese zu fördern und international wettbewerbsfähig zu machen. Diese Industriepolitik wird als Infant Industry Politik bezeichnet. In dieser Arbeit soll das Infant Industry Argument unter der Fragestellung untersucht werden, unter welchen Bedingungen Protektionismus die Infant Industries in Entwicklungsländern stärkt beziehungsweise schwächt.

Zu diesem Zweck werden zwei Beispiele protektionistischer Industriepolitik, Brasilien und Südkorea, dargestellt und analysiert. Zur Validierung der aufgrund der Fallbeispiele vermuteten Zusammenhänge werden in der Analyse auch allgemeinere ökonometrische Studien einbezogen. In Kapitel 2 werden die theoretischen Hintergründe des Infant Industry Arguments zusammenfassend dargestellt. Kapitel 3 untersucht die Risiken protektionistischer Industriepolitik, zum einen durch die Analyse der Entwicklung der protektionistischen Bemühungen Brasiliens im Bereich der Mikrocomputer, zum anderen durch eine Übersicht der in der Theorie genannten Nachteile protektionistischer Maßnahmen. Kapitel 4 untersucht die Chancen protektionistischer Industriepolitik am Beispiel der Entwicklung Südkoreas und möglicher Erfolgsfaktoren für den Erfolg dieser Maßnahmen. Das letzte Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen für Entwicklungsländer ab.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Infant Industry Argument in der Theorie

3. Risiken protektionistischer Industriepolitik

3.1 Fallbeispiel: Brasilien

3.2 Effizienz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit

3.3 Unbeabsichtigte politische Konsequenzen

3.4 Entgangene komparative Vorteile

4. Chancen protektionistischer Industriepolitik

4.1 Fallbeispiel: Südkorea

4.2 Erfolgsfaktoren protektionistischer Maßnahmen in Südkorea

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das sogenannte Infant Industry Argument, um zu analysieren, unter welchen Bedingungen protektionistische Maßnahmen in Entwicklungsländern Industrien erfolgreich fördern oder diese schwächen. Dabei werden die theoretischen Grundlagen des Protektionismus mit empirischen Fallbeispielen aus Brasilien und Südkorea kontrastiert.

  • Theoretische Grundlagen des Infant Industry Arguments
  • Analyse protektionistischer Risiken anhand des brasilianischen Mikrocomputer-Sektors
  • Untersuchung der exportorientierten Industrialisierung in Südkorea
  • Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für Industriepolitik
  • Bewertung der Auswirkungen von Handelsbarrieren auf Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand

Auszug aus dem Buch

3.1 Fallbeispiel: Brasilien

1977 beschloss Brasilien im Sinne einer Infant Industry Politik, Handelsbarrieren für Mikrocomputer zu errichten. Erklärtes Ziel der Politik war es, das Wachstum im inländischen Informatiksektor zu unterstützen, um damit in diesem Bereich langfristig weltweit wettbewerbsfähig zu werden. Durch Zölle und Importquoten wurden ausländische multinationale Unternehmen quasi vom brasilianischen Markt ausgeschlossen. Gleichzeitig wurden brasilianische Hersteller durch sogenannte local content Vorgaben gezwungen, die wichtigsten Komponenten ebenfalls nur bei inländischen Herstellern zu beziehen. Exporte wurden nicht gefördert, sodass die brasilianischen Computerhersteller fast ausschließlich für den heimischen Markt produzierten. Diese Handelsbarrieren bestanden bis 1990 (vgl. Slaughter, 2004, S. 25).

Die brasilianische Computerindustrie gilt als klassisches Beispiel für das Scheitern einer Infant Industry Politik. In einer Studie betrachteten Luzio & Greenstein (1995) die ökonomische Leistung des brasilianischen Computer-Sektors im internationalen Vergleich in den Jahren 1984 bis 1988. Dabei stellten sie fest, dass obwohl das Preis/Leistungsverhältnis in Brasilien ähnliche Fortschritte wie im internationalen Markt verzeichnete, der brasilianische Sektor nie den Rückstand auf internationale Wettbewerber aufholen konnte.

Das Preisniveau für inländisch produzierte Computer in Brasilien war zwischen 70 und 100 % höher als in internationalen Märkten. Dadurch entstand jährlich eine zusätzliche Produzentenrente von circa 13 % des Gesamtumsatzes. Auch in der Zuliefererindustrie waren die Preise um 100 bis 400 % höher als im internationalen Vergleich (vgl. Luzio & Greenstein, 1995, S. 625). Trotz dieser enormen potenziellen Gewinnmarge für brasilianische Hersteller blieben die Produkte allerdings technologisch drei bis fünf Jahre hinter internationalen Entwicklungen zurück (vgl. Luzio & Greenstein, 1995, S. 622).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Infant Industry Politik ein und definiert die Forschungsfrage, ob und unter welchen Bedingungen Protektionismus die Industrie in Entwicklungsländern stärken kann.

2. Das Infant Industry Argument in der Theorie: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Begründung, warum junge Industrien durch temporären Schutz vor globalem Wettbewerb aufgebaut werden sollten, um Skaleneffekte zu erzielen.

3. Risiken protektionistischer Industriepolitik: Es werden die negativen Konsequenzen von Protektionismus beleuchtet, wobei das Beispiel Brasilien verdeutlicht, wie fehlender Wettbewerb zu technologischem Rückstand und Ineffizienz führt.

4. Chancen protektionistischer Industriepolitik: Am Beispiel Südkoreas wird aufgezeigt, wie durch eine gezielte exportorientierte Strategie und Leistungsstandards protektionistische Maßnahmen erfolgreich zur Industrialisierung beitragen können.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Protektionismus nicht per se zu Wohlstand führt, und leitet Erfolgsfaktoren für eine effektive Industriepolitik ab.

Schlüsselwörter

Infant Industry, Protektionismus, Industriepolitik, Entwicklungsländer, Handelspolitik, Brasilien, Südkorea, Wettbewerbsfähigkeit, Exportorientierung, Produktivität, Skaleneffekte, Schutzzölle, Importquoten, Wirtschaftswachstum, Industrielle Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Erfolgsbilanz von Infant Industry Maßnahmen in Entwicklungsländern und untersucht, ob protektionistische Eingriffe zur nachhaltigen Stärkung von Wirtschaftssektoren beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die ökonomische Theorie des Protektionismus, das Risiko ineffizienter Monopolbildungen sowie die Chancen, die durch gezielte, leistungsorientierte Industriepolitik entstehen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, unter welchen Bedingungen staatlicher Protektionismus Infant Industries in Entwicklungsländern tatsächlich stärkt oder schwächt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung mit einer komparativen Analyse zweier Fallbeispiele (Brasilien und Südkorea) und bezieht ökonometrische Studien zur Validierung ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Risiken protektionistischer Maßnahmen anhand Brasiliens (Kapitel 3) und stellt dem die Erfolgsfaktoren der südkoreanischen Industrialisierung gegenüber (Kapitel 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Infant Industry, Protektionismus, Exportorientierung, Skaleneffekte und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Warum scheiterte die brasilianische Computerindustrie trotz Protektionismus?

Der Mangel an internationalem Wettbewerb führte zu hohen Preisen, technologischer Stagnation und fehlender Eigendynamik, sodass die Firmen nach Wegfall der Schutzmaßnahmen nicht bestehen konnten.

Was unterscheidet die Strategie Südkoreas von anderen Ländern?

Südkorea verknüpfte Protektionismus mit strikten Leistungsstandards, insbesondere der Exporttätigkeit, und wählte eine transparente Kommunikation beim schrittweisen Abbau der Handelsschranken.

Welche Rolle spielt die Exportorientierung für den Erfolg?

Exporttätigkeiten fungierten als Leistungsindikator, der Unternehmen dazu zwang, international wettbewerbsfähig zu werden, um staatliche Unterstützung zu erhalten.

Ist Protektionismus laut der Arbeit grundsätzlich empfehlenswert?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Protektionismus nicht per se positiv wirkt; der Erfolg hängt massiv von der konkreten, disziplinierten Umsetzung und einer starken Regierung ab.

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Résumé des informations

Titre
Die Erfolgsbilanz von Infant Industry Maßnahmen in Entwicklungsländern
Université
Reutlingen University  (ESB Business School Reutlingen)
Note
1,0
Auteur
Robin Wagner (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
17
N° de catalogue
V284757
ISBN (ebook)
9783656849902
ISBN (Livre)
9783656849919
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklungsländer Infant Industry Erfolgsbilanz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Robin Wagner (Auteur), 2014, Die Erfolgsbilanz von Infant Industry Maßnahmen in Entwicklungsländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284757
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