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Produktions- und handlungsorientierter Literaturunterricht

Mit unterichtspraktischem Beispiel

Titre: Produktions- und handlungsorientierter Literaturunterricht

Epreuve d'examen , 2013 , 88 Pages , Note: 2

Autor:in: Christoph Pohl (Auteur)

Didactique - Philologie Allemande
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Kinder und Jugendliche lernen am besten, wenn sie selbst sich mit dem Lerngegenstand oder -inhalt aktiv auseinandersetzen können.
Da aber der Unterricht v.a. am Gymnasium meist eher erklärend erfolgt und die Schüler sich die meiste Zeit einfach „berieseln“ lassen können, werden Lerninhalte oft nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert, zur Prüfung abgerufen und dann wieder vergessen. Einige Schüler nehmen sich sogar komplett aus dem Unterricht heraus, beschäftigen sich vor Langeweile selbst und versagen dann in den Prüfungen, beziehungsweise müssen sich zuhause eigenständig noch einmal den Lernstoff in teuer bezahlten Nachhilfestunden aneignen. Das ist weder sonderlich motivierend noch zielführend, wenn man als Ziel einen ganzheitlich ausgebildeten jungen Menschen sieht, der sich nach der Schule in der „Erwachsenenwelt“ selbstständig zurechtfinden kann.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht einen Weg gibt, es den Schülern leichter zu machen, die Lerninhalte langfristig zu speichern und zu verstehen.
Eine Möglichkeit, die in den letzten Jahren immer mehr in die Diskussion kommt, stellt hier die Handlungs- und Produktionsorientierung im Unterricht dar. Versprochen wird sich davon, dass die Schüler durch die Beteiligung am Unterricht die Lerninhalte besser verstehen lernen.
Interessant ist diese Art von Unterricht bestimmt für alle Fächer. Im Rahmen der vorliegenden Veröffentlichung soll sie allerdings ausschließlich in Bezug auf das Fach Deutsch untersucht werden.
Hierbei werden nun die Grundlagen des HPL aufgezeigt und die gängigsten Theorien und didaktischen Methoden erläutert.
Was bedeutet HPL? Wogegen grenzt er sich ab? Woraus entstand er, was war davor? Woher kommt das Ideengut und wer sind die Ideengeber gewesen? Was bietet er?
Der letzte Teil der Untersuchung befasst sich mit der praktischen Umsetzung des HPL. Anhand einer Lektüresequenz für die 6. Jahrgangsstufe am Gymnasium werden Möglichkeiten dieses Unterrichtens aufgezeigt. Inhaltlich soll sich diese Sequenz mit dem Kinderroman „Despereaux. Von einem der auszog, das Fürchten zu verlernen“ der Amerikanerin Kate DiCamillo, auseinandersetzen. Dazu wird eine Einführungsstunde detailliert ausgearbeitet und auch der weitere Ablauf der Sequenz kurz angerissen.
Abschließen wird der Text mit einer reflektierenden Schlussbetrachtung, sowie einem Ausblick auf Fragestellungen, die im Anschluss an die Arbeit entstehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Kinder von heute - aktive Lerner?

2. Was ist handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht?

2.1. Begriffsklärung

2.2. Abgrenzung zu anderen Formen des Deutschunterrichts

3. Entwicklung des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtskonzepts

4. Theoretische Vorüberlegungen

4.1. Literaturtheoretische Vorüberlegungen

4.1.1. Der literarische Text

4.1.2. Der literarische Autor

4.1.3. Der literarische Leser

4.2. Notwendigkeit produktiver Verfahren

4.2.1. Leitbegriffe nach Spinner

4.2.2. Weitere Gründe für Produktionsorientierung

4.3. Einteilung von produktiven Verfahren

4.4. Didaktisches Phasenmodell des produktiven Unterrichts

4.4.1. Vorphase: Spielhafte Einstimmung in literarische Texte

4.4.2. I. Phase : Lesen und Aufnehmen literarischer Texte

4.4.3. II. Phase: Konkretisierende subjektive Aneignung literarischer Texte

4.4.4. III. Phase: Textuelles Erarbeiten literarischer Texte

4.4.5. IV. Phase: Textüberschreitende Auseinandersetzung mit lit. Texten

4.5. Das Phasenmodell Waldmanns in der Praxis

5. Der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht auf dem Prüfstand

5.1. Gefahren im Umgang mit produktiven Verfahren

5.2. Empirische Erforschung von Literaturunterrichtsmethoden

5.3. Schlussfolgerung

6. Ein exemplarisches Unterrichtsmodell: "Despereaux, von einem der auszog das Fürchten zu verlernen"

6.1. Sachanalyse

6.1.1. Autorin

6.1.2. Der Jugendroman Despereaux

6.2. Didaktische Analyse

6.3. Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe

6.4. Pädagogisch - Psychologische Überlegungen

6.5. Einbettung in den Lehrplan

6.6. Methodische Gesamtkonzeption

6.7. Die Einführungsstunde: Despereaux, eine besondere Maus

6.7.1. Der Verlaufsplan

6.7.2. Tafelanschrift

6.7.3. Begründung des Verlaufsplans

7. Schlussbetrachtung

7.1. Zusammenfassung

7.2. Ausblick und offene Fragen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts im Fach Deutsch, insbesondere am Gymnasium. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Unterrichtskonzepts zu beleuchten, die didaktischen Methoden anhand eines Phasenmodells darzustellen sowie die Effektivität dieses Ansatzes kritisch auf den Prüfstand zu stellen und in einem praxisorientierten Unterrichtsbeispiel zur Lektüre "Despereaux" anzuwenden.

  • Grundlagen und Definition der Handlungs- und Produktionsorientierung
  • Geschichtliche Entwicklung und Einflüsse auf das Unterrichtskonzept
  • Didaktisches Phasenmodell nach Waldmann zur Strukturierung des Literaturunterrichts
  • Kritische Reflexion und Wirksamkeitsforschung durch empirische Studien
  • Praktische Umsetzung: Unterrichtssequenz und Einführungsstunde zum Jugendroman "Despereaux"

Auszug aus dem Buch

4.1.1. DER LITERARISCHE TEXT

Der Begriff „der literarische Text" meint einen Text, der sich in verschiedenen Merkmalen von den Alltagstexten, beziehungsweise der Alltagssprache abgrenzt. Laut WALDMANN unterscheidet sich der literarische Text von ihnen sowohl sprachlich als auch textuell. Er beruft sich dabei auf Sklovskij, der bereits im Jahre 1925 die Unterschiede der Texte und vor allem ihrer Funktionen beschrieb. Nach ihm wurden in literarischen Texten, anders als in Alltagstexten, sogenannte „Kunstgriffe" (ebd.) eingesetzt, um die Leser auf den Text aufmerksam zu machen und die Zeit, in der sich ein Leser mit dem Text auseinandersetzen muss, zu verlängern.

WALDMANN fasst dies wie folgt zusammen: „Literatur verändert Art und Form der Darstellung von Wirklichkeit, um deren - oft flüchtige und automatisierte - Wahrnehmung zu hemmen und so intensiver und nachhaltiger zu machen." (ebd.)

Dies gelingt vor allem durch die Verwendung der lyrischen Sprache, die im Gegensatz zur Alltagssprache weder vereinfacht, noch verallgemeinert oder schematisiert, sondern vielmehr absichtlich Variationen wählt, Sätze komplizierter anlegt und in der Sprache differenziert. Im Gegensatz zur Alltagssprache, die das Leben vereinfachen und vom Empfänger schnell verstanden werden soll, will die lyrische Sprache also aufhorchen lassen und erreichen, dass der Empfänger sich genügend Zeit nimmt, sich mit dem Text intensiv auseinanderzusetzen. Hiermit wird erreicht, dass der Leser ein besonderes Verhältnis zu dem Text aufbaut und dieser somit abgegrenzt zu anderen Texten steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Kinder von heute - aktive Lerner?: Es wird die Frage aufgeworfen, wie Kinder motiviert und aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligt werden können, um ein tieferes Verständnis von Lerninhalten zu erzielen.

2. Was ist handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht?: Dieser Abschnitt klärt den Begriff und die Zusammensetzung des Konzepts aus Handlungs- und Produktionsorientierung, das individuelle Lernwege fördern soll.

3. Entwicklung des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtskonzepts: Die historische Entwicklung, von den "Urvätern" der Pädagogik bis hin zu modernen Reformschulen und didaktischen Ansätzen, wird chronologisch nachgezeichnet.

4. Theoretische Vorüberlegungen: Hier werden die Rollen von Text, Autor und Leser analysiert sowie notwendige produktive Verfahren und ein didaktisches Phasenmodell für den Unterricht vorgestellt.

5. Der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht auf dem Prüfstand: Kritische Gegenargumente werden beleuchtet, die Wirksamkeit durch empirische Studien hinterfragt und der Stellenwert des Konzepts diskutiert.

6. Ein exemplarisches Unterrichtsmodell: "Despereaux, von einem der auszog das Fürchten zu verlernen": Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Unterrichtssequenz für eine 6. Klasse, inklusive Sach- und didaktischer Analyse sowie Verlaufsplänen.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse, stellt die Bedeutung der Methodenvielfalt heraus und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und offene Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Literaturunterricht, Didaktik, Lesemotivation, Phasenmodell, Waldmann, Despereaux, Lektüresequenz, Schülerzentrierung, kreatives Schreiben, Szenisches Spiel, Textverständnis, Unterrichtsplanung, Reformpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und praktischen Anwendung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, vornehmlich am Beispiel des gymnasialen Deutschunterrichts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Begriffsdefinition, die geschichtliche Genese des Ansatzes, theoretische Begründungen für den Einsatz produktiver Verfahren sowie deren konkrete Implementierung im Unterrichtsalltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Nutzen handlungs- und produktionsorientierter Verfahren darzulegen, ihre Wirksamkeit kritisch zu reflektieren und Lehrkräften durch ein praxisnahes Modell eine konkrete Umsetzungshilfe an die Hand zu geben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse didaktischer Konzepte und berücksichtigt empirische Ergebnisse aus fachdidaktischen Studien zur Unterrichtsgestaltung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erarbeitet theoretische Grundlagen, stellt das Phasenmodell von Waldmann vor, beleuchtet kritische Perspektiven auf das Konzept und führt ein konkretes Unterrichtsbeispiel zur Lektüre von Kate DiCamillos "Despereaux" aus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Literaturdidaktik, Schülermotivation, Phasenmodell, kreative Lernverfahren und Kompetenzentwicklung geprägt.

Warum wird gerade der Roman "Despereaux" für das Unterrichtsmodell gewählt?

Die Wahl fiel auf "Despereaux", da der Roman durch seine fiktive, aber dennoch lebensnahe Handlung viele Anknüpfungspunkte für produktive Verfahren bietet und sowohl Jungen als auch Mädchen durch abenteuerliche und märchenhafte Elemente gleichermaßen anspricht.

Wie begegnet die Arbeit der Kritik am handlungs- und produktionsorientierten Unterricht?

Die Arbeit setzt sich fair mit der Kritik auseinander, stellt Studien gegenüber, die Zweifel an der pauschalen Überlegenheit des Konzepts äußern, und plädiert abschließend für eine sinnvolle, abwechslungsreiche Kombination aus analytischen und produktiven Methoden.

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Résumé des informations

Titre
Produktions- und handlungsorientierter Literaturunterricht
Sous-titre
Mit unterichtspraktischem Beispiel
Université
University of Passau
Cours
Zulassungsarbeit
Note
2
Auteur
Christoph Pohl (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
88
N° de catalogue
V284886
ISBN (ebook)
9783656845133
ISBN (Livre)
9783656845140
Langue
allemand
mots-clé
Handlungsorientierung Produktionsorientierung Zulassungsarbeit Deutsch Didaktik Lektüre 6. Klasse Gymnasium Unterrichtspraxis Handlungs- und Produktionsorientierung Literaturunterricht HPL Despereux Unterrichtsmodell aktives Lernen Schüleraktivität moderner Literaturunterricht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Pohl (Auteur), 2013, Produktions- und handlungsorientierter Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284886
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Extrait de  88  pages
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