Dieses Buch ist sowohl Aufforderung als auch Herausforderung. Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich hierbei um keinen zusammenhängenden Text, der ein bestimmtes Thema mit all seinen Facetten bis zur Gänze durchleuchten, ausleuchten und beleuchten soll, sondern um mehrere Essays mit verschiedenen, zunächst vollkommen unabhängigen Themen. Eines haben jedoch alle Texte gemeinsam: Sie beinhalten Philosophie.
Einerseits soll den wahrhaft interessierten Laien ein unmittelbarer Einstieg in die Philosophie ohne langweilige und langwierige Theorie angeboten werden, andererseits soll den studierten Philosophen in der Methode des kritischen und bedächtigen Vorgehens entsprochen werden, ohne deshalb riesige Luftschlösser zu konstruieren oder übertriebene Wortakrobatik zu betreiben.
Letztlich soll dieses Buch sowohl für den Amateur als auch für den Akademiker lediglich eine Inspiration sein. Die Gedankengänge sollen überprüft, auseinandergenommen, korrigiert, zitiert, weitergezogen werden. Da es sich stets um relativ kurze Denkschriften handelt, liegt es mir fern, einen Anspruch auf Vollkommenheit zu reklamieren. Wie es der Titel des Buches offenbart, lade ich alle Leser dazu ein, die dargebotenen Ideen, Theorien und Definitionen zu hinterfragen, sie nachzudenken, über sie nachzudenken und sie bei Interesse sogar weiterzudenken. Auf jeden Fall muss mitgedacht werden.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Philosophie - Die Kunst des Denkens
Gedanken zu Bildung und Ausbildung
Über Abtreibung
Der Mensch und sein Körper
Erster Text über Wahrheit: Nihilismus, Erkenntnisoptimismus und Ignoranz
Zweiter Text über Wahrheit: Zum Diskurs über Wahrheit und Wissen
Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus
Umgangssprachlicher Idealismus
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Buches ist es, dem interessierten Laien einen unmittelbaren Einstieg in die Philosophie zu ermöglichen, ohne ihn mit langwieriger Theorie zu überfordern, und gleichzeitig durch eine strukturierte, methodisch bedächtige Herangehensweise einen intellektuellen Mehrwert zu schaffen, der zur Selbstreflexion und zum Weiterdenken anregt.
- Die Philosophie als Kunstform und ihre methodische Anwendung im Alltag.
- Differenzierung zwischen Bildung als Selbstentwicklung und Ausbildung als fremdbestimmtes Qualifizierungssystem.
- Moralphilosophische Auseinandersetzung mit der ethischen Legitimität von Schwangerschaftsabbrüchen.
- Die ambivalenten Auswirkungen des modernen Körperkults auf das Individuum und die Gesellschaft.
- Untersuchung erkenntnistheoretischer Grundfragen zwischen Nihilismus, Erkenntnisoptimismus und Ignoranz.
Auszug aus dem Buch
Philosophie - Die Kunst des Denkens
Die Definition des Kunstbegriffs ist generell schwierig zu fassen und in aktueller Zeit ist es schwieriger denn je. Doch stets, und daran gibt es kaum Zweifel, war Kunst etwas Wertvolles in der Menschheitsgeschichte. Sie faszinierte, sie weckte Gefühle sie inspirierte und animierte die Menschen zu neuen Handlungen und Gedanken. Immer offenbarte sich Kunst in verschiedenen Formen: bildnerisch, musikalisch, plastisch, lyrisch, tänzerisch, theatralisch, architektonisch und – dies möchte ich behaupten – auch philosophisch.
Kunst ist etwas, das nicht selbstverständlich ist. Nicht jeder macht Kunst, wenn er malt, nicht jede macht Kunst, wenn sie singt und genauso macht nicht jeder Kunst, wenn er denkt.
Hinter jedem Kunstwerk steckt ein Gedanke oder ein Gefühl, vielleicht sogar ein kompletter Gedanken- und Gefühlskomplex.
Kunst scheint zudem nur wenigen zugänglich. Viele verstehen Kunst nicht, können oder wollen ihren Wert nicht anerkennen. Dies gilt ebenso für die Philosophie. Allesamt, sowohl die traditionellen Künste (Malerei, Musik, Theater, Tanz usw.) als auch die Philosophie, haben sich im Lauf der Menschheitsgeschichte und vor allem seit der Moderne stark verändert. Dennoch gibt es markante Unterschiede zwischen den traditionellen Künsten und der Philosophie.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Der Autor legt seine Motivation dar, Laien den Zugang zur Philosophie durch essaysistische, eigenständige Texte zu erleichtern.
Philosophie - Die Kunst des Denkens: Es wird untersucht, inwiefern Philosophie als Kunstform betrachtet werden kann und welche Verbindung zwischen Denken und ästhetischem Ausdruck besteht.
Gedanken zu Bildung und Ausbildung: Der Text differenziert kritisch zwischen einem intrinsisch motivierten Bildungsprozess und der ökonomisch getriebenen, fremdbestimmten Ausbildung.
Über Abtreibung: Eine moralphilosophische Untersuchung, die verschiedene ethische Positionen im Kontext der Schwangerschaftsabbruch-Thematik kritisch beleuchtet.
Der Mensch und sein Körper: Der Autor analysiert die Ambivalenz des modernen Körperkults und plädiert für eine symbiotische Balance zwischen Geist und Körper.
Erster Text über Wahrheit: Nihilismus, Erkenntnisoptimismus und Ignoranz: Es wird erörtert, wie mit der Unbegreiflichkeit der Welt umgegangen werden kann und welche philosophischen Haltungen hieraus resultieren.
Zweiter Text über Wahrheit: Zum Diskurs über Wahrheit und Wissen: Der Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen innerem und äußerem Kosmos sowie der sozialen Konstruktion von Wissen durch Konsens.
Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus: Eine kritische Analyse der Sartreschen Position zur menschlichen Freiheit und Verantwortung unter Einbeziehung existenzialistischer Grundannahmen.
Umgangssprachlicher Idealismus: Der Text beleuchtet die Verwendung des Begriffs "Idealismus" im Alltag und setzt ihn in Bezug zur praktischen Philosophie.
Schlüsselwörter
Philosophie, Denken, Bildung, Ausbildung, Abtreibung, Moralphilosophie, Körperkult, Erkenntnistheorie, Wahrheit, Nihilismus, Existenzialismus, Idealismus, Verantwortung, Freiheit, Rationalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?
Das Buch versammelt philosophische Essays, die verschiedene Themen beleuchten und den Leser dazu anregen sollen, eigene Gedanken zu hinterfragen und weiterzudenken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab, von Bildungsfragen und ethischen Dilemmata bei Abtreibungen bis hin zu erkenntnistheoretischen Analysen über Wahrheit und die menschliche Körperlichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, auch Laien einen inspirierenden Zugang zur Philosophie zu bieten und zu zeigen, dass seriöse philosophische Auseinandersetzung nicht nur Akademikern vorbehalten ist.
Welche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wählt einen essayistischen Ansatz, der durch logische Analysen und den Vergleich philosophischer Konzepte (z.B. durch allegorische Darstellungen) geprägt ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene, inhaltlich eigenständige Essays, die von der Definition der Philosophie bis hin zu komplexen Fragen über Moral, Existenz und Wahrheit reichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind die Unterscheidung von Bildung und Ausbildung, das Verhältnis von Geist und Körper, der Umgang mit Wahrheitsansprüchen und die philosophische Bewertung von Idealismus.
Warum wird der "Körperkult" im Buch so kritisch beleuchtet?
Der Autor warnt vor der Tendenz, den Körper zu einem reinen Konkurrenzobjekt zu degradieren, da dies die Psyche belasten und die grundlegende Symbiose von Körper und Geist stören kann.
Wie bewertet der Autor die existenzialistische Angst?
Sartre sieht in der Angst einen Antrieb; der Autor hinterfragt diese Sichtweise kritisch und prüft, inwiefern sie für das alltägliche Handeln kontraproduktiv sein könnte.
- Citar trabajo
- Samuel Tscharner (Autor), 2014, Gedanken zum Nach- und Weiterdenken. Philosophische Essays eines Autodidakten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284890