Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Systemtherapeutische Zugänge in Erziehungsberatungsstellen für die Arbeit in Familien mit verhaltensauffälligen Kindern

Title: Systemtherapeutische Zugänge in Erziehungsberatungsstellen für die Arbeit in Familien mit verhaltensauffälligen Kindern

Diploma Thesis , 2003 , 143 Pages , Grade: 1

Autor:in: Yvonne Popp (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit systemtherapeutischen Ansätzen und deren Relevanz für die Arbeit in Erziehungsberatungsstellen (EB-Stellen) auseinander. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung von Familien, in denen ein Kind eine Verhaltensauffälligkeit aufweist. Mein persönliches Interesse gilt den systemtherapeutischen Ansätzen, da mich die Beschäftigung mit diesen sehr fasziniert hat, nicht zuletzt deshalb, weil sich dadurch eine Änderung meiner Gedanken bezüglich der Genese symptomatischen Verhaltens vollzogen hat.

In der systemischen Therapie gibt es viele verschiedene Ansätze. Es würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen, ginge ich auf jeden Ansatz ein. Ich beschränke mich deshalb auf die wichtigsten Ansätze, um den Leser ein grundlegendes Verständnis des systemischen Gedankenguts zu vermitteln und werde deren Konzepte und Methoden darstellen, die für den weiteren Verlauf meiner Arbeit von Bedeutung sein werden.

Die Arbeit soll wichtige Konzepte und Techniken darstellen, die aus verschiedenen systemischen Schulen stammen und die schulenübergreifend in der EB-Stelle angewandt werden können.

Meiner Arbeit liegt die Fragestellung zugrunde, wie systemische Ansätze in EB-Stellen angewandt werden können und ob diese dazu beitragen können, gerade ein Kind, das eine Verhaltensauffälligkeit aufweist zu entlasten, indem sein Verhalten als logisch in dem Kontext, in dem es auftritt interpretiert wird. Gerade Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten haben in unserer Gesellschaft einen schlechten Stand. Sie ernten oft nur negative Reaktionen, werden verurteilt oder für ihr Verhalten bestraft (vgl. Vernooij 2000, S. 32), ohne dass die Hintergründe, warum diese Kinder verhaltensauffällig werden, in Betracht gezogen werden.

Ich werde mich in meiner Arbeit mit dem System Familie auseinandersetzen, da dies meines Erachtens für die meisten Menschen das wohl wichtigste und somit einflussreichste System darstellt, gleichwohl ich nicht leugnen möchte, dass auch andere Systeme einen wichtigen Einfluss auf das Individuum haben und auch in der systemischen Therapie behandelt werden (vgl. Schweitzer 1995, S. 18). Da ich selbst in einer EB-Stelle hospitiert habe, habe ich erlebt, dass es in den meisten Fällen Familien waren, die die Beratung in Anspruch nahmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Entwicklung der systemischen Therapie

3. Grundlagen der Systemtheorie

3.1. Morphogenese und Morphostase

3.2. Homöostase und Kalibrierung

3.3. Strukturen

3.4. Regeln

3.5. Hierarchie

3.6. Autopoiese

4. Grundannahmen, Ziele und Voraussetzungen des systemtherapeutischen Ansatzes

4.1. Ressourcenorientiertheit

4.2. Aufgaben des Therapeuten und Ziele der Therapie

4.3. Die Verantwortung der Familie

5. Bedeutende Schulen in der systemischen Therapie und Weiterentwicklungen

5.1. Der strukturelle Ansatz nach Minuchin

5.1.1. Theoretische Aspekte

5.1.2. Praxisrelevante Aspekte

5.2. Der strategische Ansatz nach Selvini-Palazzoli [u. a.]

5.2.1. Theoretische Aspekte

5.2.2. Praxisrelevante Aspekte

5.3. Der entwicklungsorientierte Ansatz nach Satir

5.3.1. Theoretische Aspekte

5.3.2. Praxisrelevante Aspekte

5.4. Der psychoanalytisch orientierte Ansatz nach Stierlin

5.4.1. Theoretische Aspekte

5.4.2. Praxisrelevante Aspekte

5.5. Lösungsorientierte Kurztherapie (de Shazer [u. a.])

5.6. Das Reflecting Team (Andersen)

5.7. Narrative Ansätze (Anderson / Goolishian / White)

5.8. Die Familienaufstellung (Hellinger)

6. Verhaltensauffälligkeit

6.1. Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten

6.2. Institutionen

7. Die Erziehungsberatung

7.1. Aufgaben und Arbeit einer EB-Stelle (Erziehungsberatungsstelle)

7.2. Geschichte der Erziehungsberatung

7.3. Rahmenbedingungen und gesetzliche Regelungen für EB-Stellen

7.3.1. Ausbildung der Mitarbeiter einer EB-Stelle (Erziehungsberatungsstelle)

7.3.2. Zugang zu den EB-Stellen

7.3.3. Die Finanzierung der EB-Stellen

7.3.4. Personalplanung der EB-Stellen

7.3.5. Der zeitliche Rahmen der Beratungen

7.3.6. Ausstattung der Räumlichkeiten der EB-Stelle

7.4. Auftragsbestimmung in der EB-Stelle

7.5. Konzepte in EB-Stellen

7.6. Erstkontakt und Erstgespräch in der EB-Stelle

8. Der systemische Ansatz in der EB-Stelle

8.1. Die Behandlungseinheit im systemischen Ansatz

8.2. Die Anzahl der Berater / Therapeuten

8.3. Die Abstände zwischen den Sitzungen

9. Anwendung systemischer Methoden und Techniken in der Praxis der EB-Stelle

9.1. Neutralität

9.2. Zirkularität

9.3. Hypothetisieren

9.4. Joining

9.5. Fokussieren

9.6. Die eigene Veränderung bewirken

9.7. Das Formulieren positiver klarer Ziele

9.8. Das Problem nach außen verlagern (Externalisierung)

9.9. Kommunikationstraining

9.10. Systemisches Fragen

9.10.1. Zirkuläres Fragen

9.10.2. Hypothetisches Fragen

9.10.3. Die Wunderfrage

9.10.4. Fragen nach Ausnahmen

9.10.5. Fragen danach, was so bleiben soll, wie es ist

9.10.6. Verschlimmerungsfragen

9.11. Die Realitätssicht relativieren

9.12. Refraiming (einen neuen Rahmen geben)

9.13. Aufgaben

9.13.1. Symptomverschreibung

9.13.2. Die Verschreibung von Ritualen

9.14. Arbeit an den Grenzen

9.15. Mehrgenerationenperspektive

9.16. Geschichten und Metaphern

9.16.1. Geschichten erzählen

9.16.2. Der Gebrauch von therapeutischen Metaphern

9.16.3. Familienskulptur

9.17. Elterliche Präsenz

10. Schlusswort

11. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung systemtherapeutischer Ansätze in Erziehungsberatungsstellen, insbesondere bei Familien mit verhaltensauffälligen Kindern. Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, wie diese Ansätze dazu beitragen können, das Kind durch eine Kontextualisierung seines Verhaltens zu entlasten und die Familie zu befähigen, dysfunktionale Muster zu durchbrechen.

  • Systemische Grundlagen und Metatheorie
  • Bedeutende systemische Schulen und Weiterentwicklungen
  • Definition und systemisches Verständnis von Verhaltensauffälligkeit
  • Rahmenbedingungen und Konzepte der Erziehungsberatung
  • Systemische Methoden und Interventionstechniken in der Praxis

Auszug aus dem Buch

Die bezogene Individuation

Menschen haben das Bedürfnis, individuell zu sein, aber zum anderen brauchen sie auch die Beziehung zu anderen Menschen, das Gefühl zugehörig zu sein. Beide Seiten müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Ist dies nicht der Fall, kann es zum einen zu einer Überindividuation kommen, die Grenzen innerhalb der Familie sind in diesem Fall zu starr. Dies führt letztendlich zur Isolation. Im anderen Falle kann es zu einer Unterindividuation kommen. Dann sind die Grenzen in der Familie diffus. Der Mensch kann dann keine klaren Grenzen zwischen seinen Gefühlen, Ideen und Erwartungen und den Gefühlen, Ideen und Erwartungen anderer Menschen ziehen (vgl. Stierlin 1984, S. 237). Die Abgrenzung zu anderen Menschen ist aber wichtig um sich zu einem eigenständigen Individuum zu entwickeln. In beiden Fällen kann es zum Entstehens eines Symptoms kommen. Der Begriff „bezogene Individuation“ meint die Ausgewogenheit zwischen beiden Bedürfnissen. Ein Mensch fühlt sich gleichzeitig mit anderen Menschen verbunden, büßt aber seine Individualität nicht ein (vgl. von Schlippe 1986, S. 44f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der systemtherapeutischen Arbeit in Erziehungsberatungsstellen ein und verdeutlicht das Interesse an der Dynamik zwischen Kind, Familie und Symptomentstehung.

2. Geschichtliche Entwicklung der systemischen Therapie: Das Kapitel zeichnet den Wandel von der individuumzentrierten zur systemzentrierten Psychotherapie nach und beleuchtet Einflüsse aus der Psychoanalyse, der Schizophrenieforschung und der Kybernetik.

3. Grundlagen der Systemtheorie: Hier werden zentrale systemtheoretische Konzepte wie Morphogenese, Homöostase, Hierarchie und Autopoiese definiert und deren Übertragbarkeit auf soziale Systeme erläutert.

4. Grundannahmen, Ziele und Voraussetzungen des systemtherapeutischen Ansatzes: Dieses Kapitel expliziert die Prämissen des systemischen Denkens, insbesondere die soziale Konstruktion von Wirklichkeit und das Prinzip zirkulärer Kausalität.

5. Bedeutende Schulen in der systemischen Therapie und Weiterentwicklungen: Eine Darstellung der wichtigsten systemischen Modelle, darunter strukturelle, strategische, entwicklungsorientierte und psychoanalytisch orientierte Ansätze sowie modernere Verfahren wie das Reflecting Team.

6. Verhaltensauffälligkeit: Der Begriff der Verhaltensauffälligkeit wird als soziales Konstrukt im Kontext gesellschaftlicher Normen definiert, wobei der systemische Erklärungsansatz als Symptom einer Beziehungsstörung hervorgehoben wird.

7. Die Erziehungsberatung: Dieses Kapitel behandelt die Aufgaben, die historische Entwicklung und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Erziehungsberatungsstellen unter Berücksichtigung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.

8. Der systemische Ansatz in der EB-Stelle: Es wird erörtert, wie systemische Arbeit in der Erziehungsberatung praktisch umgesetzt wird, welche Rolle die Behandlungseinheit spielt und wie sich die Anzahl der Berater und zeitliche Abstände auswirken.

9. Anwendung systemischer Methoden und Techniken in der Praxis der EB-Stelle: Ein praxisorientierter Teil, der spezifische Techniken wie zirkuläres Fragen, Refraiming, Externalisierung und die Arbeit mit Familienskulpturen und Metaphern anhand von Beispielen vorstellt.

10. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont den Nutzen systemischer Interventionen für eine neue Sichtweise auf verhaltensauffällige Kinder und ihre Familien.

11. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Verbreitung systemischer Ansätze in der Beratungslandschaft und plädiert für eine engere Vernetzung der beteiligten Institutionen.

Schlüsselwörter

Systemische Therapie, Erziehungsberatung, Familien, Verhaltensauffälligkeit, systemische Methoden, Familiensystem, Kommunikation, Symptomträger, Zirkularität, Interaktionsmuster, Autopoiese, Familienskulptur, Refraiming, Ressourcenorientiertheit, Sozialer Konstruktivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendung systemtherapeutischer Ansätze in Erziehungsberatungsstellen bei der Arbeit mit Familien, die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie, wichtige therapeutische Schulen, die Definition von Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Kontext sowie spezifische systemische Interventionsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie systemische Ansätze helfen können, das Verhalten eines Kindes als logische Reaktion auf sein Familiensystem zu verstehen und somit das Kind als Symptomträger zu entlasten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und die Analyse systemtherapeutischer Theorien, ergänzt durch praktische Erfahrungen aus ihrer Hospitation in einer Erziehungsberatungsstelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung systemischer Konzepte und eine detaillierte praxisorientierte Darstellung von Methoden wie dem zirkulären Fragen, der Externalisierung und der Arbeit mit Familienskulpturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind systemische Therapie, Erziehungsberatung, Familiensystem, Ressourcenorientiertheit und Verhaltensauffälligkeit.

Wie unterscheidet sich die systemische Sichtweise von traditionellen Ansätzen?

Im Gegensatz zur traditionellen Betrachtung, die das Problem im Individuum sucht, fokussiert die systemische Therapie auf die Beziehungen und Kommunikationsmuster innerhalb des gesamten Familiensystems.

Welche Rolle spielt das "Reflecting Team" in der Beratung?

Das Reflecting Team ermöglicht es der Familie, die Reflexionen des therapeutischen Teams direkt mitzuhören, was neue Perspektiven eröffnet und die Klienten aus der unmittelbaren Betroffenheit löst.

Excerpt out of 143 pages  - scroll top

Details

Title
Systemtherapeutische Zugänge in Erziehungsberatungsstellen für die Arbeit in Familien mit verhaltensauffälligen Kindern
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen)
Grade
1
Author
Yvonne Popp (Author)
Publication Year
2003
Pages
143
Catalog Number
V28507
ISBN (eBook)
9783638302661
Language
German
Tags
Systemtherapeutische Zugänge Erziehungsberatungsstellen Arbeit Familien Kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Popp (Author), 2003, Systemtherapeutische Zugänge in Erziehungsberatungsstellen für die Arbeit in Familien mit verhaltensauffälligen Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28507
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  143  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint