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Der Topos "Krankheit" im Roman Medea: Stimmen von Christa Wolf

Titel: Der Topos "Krankheit" im Roman Medea: Stimmen von Christa Wolf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 12 Seiten , Note: 3

Autor:in: Meropi Karpatsi (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Christa Wolf schreibt in ihrem Roman „Medea.Stimmen“ nicht über die Figur der Medea als eine Kindsmörderin, sondern als eine selbstbewusste und emanzipierte Frau, die auf der Suche zur (Selbst-)Erkenntnis mit Leiden konfrontiert wird.

Im Text wird deutlich, dass Medea als „Heilerin“ unter den Kolchern gilt und ihre Heilkünste werden auch von den Korinthern zu Anfang geschätzt und bevorzugt. Ihre Hochmut und ihr Stolz machen sie aber unbeliebt und sie zieht das Missfallen der Korinther auf sich. Als sie das Skelett der toten Iphinoe, der älteren Tochter des Königs Kreon und der Königin Merope, in einem geheimen Gang im Palast entdeckt, macht sie sich Akamas, den ersten Astronomen des Königs, zum Feind.

Mithilfe Medeas hat sich zwar Glaukes Zustand, der jüngeren Tochter des Königs, die krank ist, verbessert, doch ihr Einfluss auf Glauke wird zu gefährlich für Akamas. Obwohl Medea dieses Geheimnis für sich behalten will und ihre Nachforschungen dazu für ihre eigene Erkenntnis dienen, wurde sie vom Königshaus als Gefahr angesehen und ein Plan wurde erstellt um sie zu vernichten. Nach den Gerüchten, sie habe ihren Bruder ermordet, und einem Erdbeben, welches viele Tote und die Pest mit sich gebracht hat, wird die als „Hexe“ und „Zauberin“ beschuldigt. Diese und viele andere Beschuldigungen werden ihr zugeworfen und nach einer Gerichtsverhandlung wird sie schließlich aus Korinth verbannt.

An dieser Stelle bleiben jedoch wesentliche Fragen offen:

- Welche Erkenntnis hat Medea für sich erhofft?;
- Wie hat Medea Glaukes Krankheit geheilt?;
- Warum wurde sie als Zauberin beschuldigt nachdem die Pest ausgebrochen war?;

Diese Hausarbeit spricht einige der zahlreichen Aspekte an, die in „Medea.Stimmen“ von Christa Wolf zum Thema Krankheit aufkommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Krankheit“ und „Heilung“ im Roman

2.1. Medeas Krankheit

2.2. Medea als „Heilerin“

2.3. Glaukes Krankheit

2.4. Die Krankheit der Bürger – die Pest

3. Der medizinphilosophische Kontext

3.1 Die Philosophie der Krankheit

3.2. Der pragmatische und der initiatische Sinn des „Heilens“

3.3. Erinnern und Verdrängen

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Topos der „Krankheit“ in Christa Wolfs Roman „Medea.Stimmen“ und beleuchtet dabei sowohl die individuelle psychische Belastung der Charaktere als auch die metaphorische Bedeutung von Krankheit als Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Missstände.

  • Die psychologische Dimension von Medeas und Glaukes Leiden.
  • Medeas Rolle als „Heilerin“ im Spannungsfeld zwischen Mythos und moderner Medizin.
  • Die Funktion von Krankheit als Metapher für politische Machtstrukturen in Korinth.
  • Der medizinphilosophische Kontext von Heilung, Bewusstsein und Verdrängung.
  • Die Dekonstruktion von Schuldzuweisungen in Krisenzeiten (am Beispiel der Pest).

Auszug aus dem Buch

2.1 Medeas Krankheit

Im Roman wird mit vielen Beispielen Medeas Krankheit geschildert. Ihre Krankheit bezieht sich an manchen Stellen auf Fieberausbrüche, die sie an ihre Kindheit und an ihre Mutter erinnern, als sie noch in Kolchis gewesen ist. (vgl.1, S.18-19) Diese Fieberausbrüche sind jedoch das Ergebnis der Entdeckung der Leiche Iphinoes, die sie in einem geheimen Gang im Palast gefunden hat.

„Die Krankheit, der Schmerz, dem sich Medea ausliefern muss, ist erforderlicher Ausdruck des Schocks, der den vollständigen Erkenntnisprozess auslöst. Diese Selbsterkenntnis verläuft ohne Garantie von außen, ohne Schützende Systeme und wird für viele zur „Zone des Grauens“. (2)

In diesem Auszug von Julia Schoch ist zu beachten, dass Medea durch die Fieberausbrüche versucht den Schock, der Entdeckung der toten Iphinoe, zu verarbeiten. Der einzige Weg für Medea wieder gesund zu werden, ist durch ihre Krankheit zur eigenen Erkenntnis zu kommen.

Anhand ihres Gedankenflusses kann man sehen, dass Medea wegen dem Fieber halluziniert. Sie erinnert sich an Geschehnisse aus der Vergangenheit, die sie nicht sehr einfach von der Gegenwart unterscheiden kann: „Ruhig. Ganz ruhig, eins nach dem anderen. Besinn dich. Wo bist du. Ich bin in Korinth.“ (1, S.14)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Figur Medea als emanzipierte Frau dar und führt in das zentrale Thema der Krankheit ein, das im Kontext von Schuld und politischer Verfolgung steht.

2. „Krankheit“ und „Heilung“ im Roman: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Krankheitserscheinungen bei Medea, Glauke und der Bevölkerung von Korinth und deren jeweilige Deutung.

3. Der medizinphilosophische Kontext: Hier wird die Krankheit durch theoretische Ansätze zur Psychologie, Philosophie und Tiefenpsychologie interpretiert und auf die Charaktere angewendet.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Krankheit als notwendiger Weg zur Selbsterkenntnis und als Folge politischer Intrigen zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Medea.Stimmen, Christa Wolf, Krankheit, Heilung, Medizinphilosophie, Psychoanalyse, Verdrängung, Schuld, Korinth, Iphinoe, Selbsterkenntnis, Mythos, Pest, Symptomatik, Psychosomatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Topos der Krankheit in Christa Wolfs Roman „Medea.Stimmen“ und wie dieser zur Charakterisierung der Protagonistin und zur Kritik am Herrschaftssystem genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychischen Gesundheit der Figuren, der Bedeutung von Heilung, dem medizinphilosophischen Diskurs und dem Umgang mit verdrängten traumatischen Erinnerungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Medea ihre Rolle als Heilerin wahrnimmt und warum Krankheit im Roman sowohl als körperliches Leiden als auch als gesellschaftliches Konstrukt (z.B. durch die Pest) auftritt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die durch theoretische Konzepte der Medizinphilosophie (Dethlefsen/Dahlke) und Tiefenpsychologie (Erdheim) gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der individuellen Krankheitsverläufe von Medea und Glauke sowie die Analyse des medizinphilosophischen Kontextes und der Rolle des Erinnerns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medea, Krankheit, Heilung, Schuld, Verdrängung und das Spannungsfeld zwischen Mythos und gesellschaftlicher Macht.

Inwiefern spielt der Mord an Iphinoe eine Rolle für die Krankheit der Figuren?

Der Mord stellt ein verdrängtes Trauma dar, das bei Glauke als epileptische Anfälle und bei Medea als Fieber und Schockzustände psychophysische Symptome auslöst.

Warum wird Medea trotz ihrer Heilkunst als „Zauberin“ und „Hexe“ diffamiert?

Dies dient als politisches Instrument der korinthischen Herrschaft, um von eigenen Fehlern abzulenken und Medea als Sündenbock für Katastrophen wie das Erdbeben und die Pest zu stilisieren.

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Details

Titel
Der Topos "Krankheit" im Roman Medea: Stimmen von Christa Wolf
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki  (Deutsche Sprache und Philologie)
Veranstaltung
Christa Wolf
Note
3
Autor
Meropi Karpatsi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V285603
ISBN (eBook)
9783668420090
ISBN (Buch)
9783668420106
Sprache
Deutsch
Schlagworte
topos krankheit roman medea stimmen christa wolf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Meropi Karpatsi (Autor:in), 2009, Der Topos "Krankheit" im Roman Medea: Stimmen von Christa Wolf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285603
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Leseprobe aus  12  Seiten
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