Nach der Erläuterung der Grundüberlegungen konzentriert sich diese Arbeit auf die Verrechnungspreisgestaltungen im Zusammenhang mit der Verwertung von immateriellen Wirtschaftsgütern. Im Rahmen der Einzelabrechnung, wird in Kap. 3.1 und 3.2 die Verrechnungspreisermittlung bei der Übertragung und Nutzungsüberlassung von immateriellen Wirtschaftsgütern zwischen den Divisionen eines Unternehmens und zwischen verbundenen Unternehmen dargestellt. Bei den beiden Verwertungsmöglichkeiten werden in Kap. 3.1.1- 3.1.4 und 3.2.1- 3.2.4 die rechtliche Zulässigkeit der Verwertungsalternative im Fall von immateriellen Wirtschaftsgütern, die Einflussfaktoren und Problemfelder der Verrechnungspreisermittlung sowie die geeigneten Verrechnungspreismethoden und ihre rechtliche Anwendbarkeit angesprochen. Anschließend werden in Kap. 3.3 die empirischen Informationen zur Anwendung von Verrechnungspreismethoden für immaterielle Wirtschaftsgüter bei der Einzelverrechnung angegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Generelle Überlegungen zum Einsatz von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter
2.1 Immaterielle Wirtschaftsgüter
2.1.1 Definition und Bedeutung der immateriellen Wirtschaftsgüter
2.1.2 Klassifizierung der immateriellen Wirtschaftsgüter
2.1.2.1. In der wissenschaftlichen Literatur
2.1.2.2. Im deutschen Immaterialgüterrecht
2.1.2.3. Im Handels- und Steuerrecht
2.1.3 Entstehungsmöglichkeiten sowie Eigennutzung, Einzelabrechnung und Umlagevertrag als Verwertungsalternativen von immateriellen Wirtschaftsgütern
3. Ermittlung und Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter bei Einzelabrechnung
3.1 Verrechnungspreise für immaterielle Wirtschaftsgüter bei der Eigentumsübertragung
3.1.1 Rechtliche Beurteilung einer Eigentumsübertragung
3.1.2 Einflussfaktoren und Problembereiche der Ermittlung von Verrechnungspreisen
3.1.3 Allgemeine Überlegungen zur Anwendung von Verrechnungspreisbildungsmethoden
3.1.4 Rechtliche Anwendbarkeit von Verrechnungspreismethoden
3.2 Verrechnungspreise für immaterielle Wirtschaftsgüter bei Nutzungsüberlassung
3.2.1 Rechtliche Beurteilung einer Nutzungsüberlassung
3.2.2 Einflussfaktoren und Problembereiche der Ermittlung von Verrechnungspreisen
3.2.3 Allgemeine Überlegungen zur Anwendung von Verrechnungspreismethoden
3.2.4 Rechtliche Anwendbarkeit von Verrechnungspreismethoden
3.3 Empirische Erkenntnisse zur Anwendung von Verrechnungspreismethoden für immaterielle Wirtschaftsgüter
4. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die praktischen Herausforderungen bei der Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter im Kontext der Einzelabrechnung. Dabei wird analysiert, wie Unternehmen in divisionalen Organisationen oder internationalen Unternehmensverbünden diese Werte steuerlich und betriebswirtschaftlich korrekt bewerten und verrechnen können.
- Steuerliche und betriebswirtschaftliche Bewertung immaterieller Wirtschaftsgüter
- Klassifizierung immaterieller Werte nach verschiedenen Rechtsnormen
- Ermittlung von Verrechnungspreisen bei Eigentumsübertragung und Nutzungsüberlassung
- Anwendbarkeit verschiedener Verrechnungspreismethoden in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Einflussfaktoren und Problembereiche der Ermittlung von Verrechnungspreisen
Die Höhe des Verrechnungspreises für das immaterielle Wirtschaftsgut wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Nach ENGLER sind dies: mögliche Erträge des Erwerbers des immateriellen Wirtschaftsguts, Art des immateriellen Wirtschaftsguts, Schutz und Schutzdauer durch gewerbliche Schutzrechte, Verhältnisse des Marktes, Potenzial für internationale Ausdehnung, Diversifikation und Merchandising und Kosten alternativer Eigenforschung, Lizenznahme oder Schadenersatz.
Die OECD-Verrechnungspreisgrundsätze nennen u. a. folgende Einflussfaktoren: erwarteter Vorteil, Exportbeschränkungen für die mit Einsatz des immateriellen Wirtschafschuftsguts hergestellten Güter, Kapitalinvestitionen und Anlaufkosten.
Die erheblichen Problemfelder bei der Verrechnungspreisermittlung stellen die kombinierten Veräußerungen und die mangelnde Vorhersehbarkeit der Erträge aus der Nutzung von immateriellen Wirtschaftsgütern dar.
Die immateriellen Wirtschaftsgüter werden häufig zusammen mit materiellen Wirtschaftsgütern oder Dienstleistungen veräußert. Unter Nutzung von immateriellen Wirtschaftsgütern hergestellte Waren sind dabei nicht als gleichzeitiger Verkauf von immateriellen Wirtschaftsgütern zu verstehen. In einem multinational verbundenen Unternehmen muss nach OECD-Verrechnungspreisgrundsätzen ein gesonderter Verrechnungspreis für die einzelnen Bestandteile einer kombinierten Veräußerung nur dann ermittelt werden, wenn der Gesamtpreis dem Fremdvergleich nicht standhält. Nach den deutschen Vorschriften können die materiellen Wirtschaftsgüter, die mit immateriellen Wirtschaftsgütern eine Einheit bilden, den immateriellen Wirtschaftsgütern zugerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass der geistige Gehalt im Vordergrund steht. Die kombinierte Veräußerung mit der Dienstleistung kann als eine Einheit angesehen werden, falls die Dienstleistungen die größtenteils bedeutungslosen Nebenleistungen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter ein und definiert das Ziel, theoretische Grundlagen für deren Gestaltung zu liefern.
2. Generelle Überlegungen zum Einsatz von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert immaterielle Wirtschaftsgüter und beleuchtet deren Verwertung durch Eigenforschung, Auftragsforschung oder Umlageverträge.
3. Ermittlung und Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter bei Einzelabrechnung: Der Hauptteil analysiert detailliert die rechtlichen und methodischen Aspekte der Preisbildung bei Eigentumsübertragungen und Nutzungsüberlassungen.
4. Resümee und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Bereich der internationalen Verrechnungspreisgestaltung.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Immaterielle Wirtschaftsgüter, Einzelabrechnung, Nutzungsüberlassung, Eigentumsübertragung, OECD-Verrechnungspreisgrundsätze, Lizenzgebühren, Bewertungsmethoden, Gewinnaufteilungsmethode, Konzernumlagen, Steuerrecht, Betriebswirtschaft, immaterieller Vermögensgegenstand, Forschung und Entwicklung, Gewinnverlagerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter, insbesondere im Rahmen der Einzelabrechnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Klassifizierung immaterieller Werte sowie deren steuerliche und betriebswirtschaftliche Behandlung bei Übertragung und Nutzungsüberlassung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines umfassenden Überblicks über theoretische Prinzipien und praktische Möglichkeiten zur Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, ergänzt durch eine Auswertung empirischer Erkenntnisse zur Anwendung von Verrechnungspreismethoden in der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rechtliche Beurteilung, Einflussfaktoren und die Anwendbarkeit spezifischer Verrechnungspreismethoden sowohl bei der Eigentumsübertragung als auch bei der Nutzungsüberlassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verrechnungspreise, Immaterielle Wirtschaftsgüter, Einzelabrechnung, Nutzungsüberlassung, Gewinnaufteilungsmethode und OECD-Grundsätze charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Eigentumsübertragung von der Nutzungsüberlassung in der Arbeit?
Die Arbeit differenziert zwischen beiden Verwertungsformen hinsichtlich ihrer rechtlichen Zulässigkeit, der Kostenrückflussmechanismen und der steuerlichen Implikationen.
Welche Rolle spielt die Knoppe-Formel in der Untersuchung?
Die Knoppe-Formel wird als ein Instrument der Finanzverwaltung zur Angemessenheitsprüfung von Lizenzgebühren diskutiert, wobei die Arbeit auch die kritische Sicht in der Literatur darstellt.
Warum sind immaterielle Wirtschaftsgüter für Verrechnungspreissysteme so schwierig zu bewerten?
Die Schwierigkeit ergibt sich aus ihrer Einzigartigkeit, dem Mangel an vergleichbaren Marktdaten sowie der oft asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Unternehmen und Steuerbehörden.
- Citation du texte
- Anna Yaropolov (Auteur), 2007, Die Verrechnungspreise für immaterielle Wirtschaftsgüter im Fall der Einzelabrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286300