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Chancengleichheit im Bildungssystem? Jugendliche mit Migrationshintergrund zwischen Schule und Arbeitsmarkt

Titre: Chancengleichheit im Bildungssystem? Jugendliche mit Migrationshintergrund zwischen Schule und Arbeitsmarkt

Thèse de Bachelor , 2010 , 37 Pages , Note: 2,4

Autor:in: Ludwig von Düsterlohe (Auteur)

Pédagogie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Christiane Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), forderte Ende März 2010 den anonymisierten Lebenslauf in Bewerbungsverfahren. „Ich
möchte Lebensläufe, auf denen weder ein Foto zu sehen ist, noch Name, Adresse, Geburtsdatum oder Familienstand erkennbar sind. So erreichen wir mehr Chancengleichheit in Bewerbungsverfahren“, sagte Lüders. Unternehmen bereichern
zeitgleich die Vielfalt ihrer Belegschaft durch verschiedene Talente.
Hintergrund dieser Forderung ist die offensichtliche Benachteiligung vom Menschen mit Migrationshintergrund bei Bewerbungsverfahren. Wer ausländisch klingende Namen oder ein ausländisches Aussehen hat, wird ungeachtet jeglicher Qualifikation vielfach erst gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch geladen.
Es ist skandalös, schreibt die Süddeutsche. Und so fordert Lüders zu Recht den anonymisierten Lebenslauf, der bspw. in Frankreich in einigen Unternehmen, ein Jahr nach den Unruhen in französischen Vorstädten 2005, eingeführt wurde (Schubert 2010).
Allgemeingültige Praxis ist dies nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um Versuche, zu denen allerdings Ergebnisse, die den Erfolg oder Misserfolg dieser Idee wiedergeben könnten, nicht vorhanden sind, da es in Frankreich verboten ist, Daten im
Zusammenhang mit Personen und ihrer Herkunft zu sammeln (vgl. Schubert 2010).
Der anonymisierte Lebenslauf, eine gute Idee. Die wirkliche Praktikabilität dieses Verfahrens bleibt dennoch fraglich. Zwar wird eine anonyme Vorauswahl getroffen, spätestens beim Vorstellungsgespräch offenbaren sich jedoch alle Tatsachen. Und ein Kandidat, der zwar über die geforderte Qualifikation verfügt, einem Personaler aber bspw. nur unsympathisch erscheint, bekommt den Job nicht, auch wenn er ihn noch so
dringend braucht. Und so lange auf den Entscheidungsstühlen Menschen sitzen, so lange lassen sich auch Vorurteile nicht abbauen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Begriffsklärung

1.1. Migration

1.2. Migrationshintergrund

1.3. Jugendliche

2. Gesellschaftliche Wertigkeiten von Bildung und Arbeit

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Chancengleichheit in Deutschland

4. Historische Entwicklung und Ursachen für Migration in Deutschland

5. Migrantenanteil in der deutschen Bevölkerung

6. Das deutsches Bildungssystem

6.1. Übergangstufen im deutschen Bildungssystem

6.1.1. Primarstufe

6.1.2. Übergang vom Primärbereich in die Sekundarstufe I

6.1.3. Übergang vom Sekundarbereich I in den Sekundarbereich II

7. Anteile von Migrantenkindern im Deutschen Schulsystem

8. Die allgemeine Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

9. PISA – Kompetenzunterschiede zwischen Migranten und Nicht-Emigranten?

10. Besondere Bildungsvoraussetzungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

11. Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

12. Berufliche Integration von Migrantenkindern - Schulabschluss und dann? Migranten- und Nicht-Migrantenkinder an der Schnittstelle zwischen Schule und Ausbildung

13. Abschließende Betrachtungen – Ungleichheit statt Chancengleichheit?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Problem der mangelnden Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und deren Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt. Dabei wird analysiert, inwieweit strukturelle Barrieren, institutionelle Diskriminierung und sozio-ökonomische Faktoren den Bildungserfolg und die berufliche Integration nachhaltig beeinflussen.

  • Strukturelle Mängel und Selektionsmechanismen im deutschen Schulwesen
  • Die Rolle der sozialen Herkunft und des Migrationshintergrunds beim Bildungserfolg
  • Herausforderungen beim Übergang vom Schulabschluss zur beruflichen Ausbildung
  • Systematische Benachteiligung durch institutionelle Diskriminierung und Vorurteile
  • Evaluation bestehender integrationsfördernder Maßnahmen und notwendige politische Reformen

Auszug aus dem Buch

Die allgemeine Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

Die allgemeine Situation von Schülern mit Migrationshintergrund ist innerhalb des deutschen Bildungssystems durch Selektion und Segregation gekennzeichnet. Dies Manifestiert sich bereits vor Schuleintritt und zieht sich durch die gesamte Schulbesuchszeit, d.h. auch an den entscheidenden Übergängen der Stufen, wie Sekundarstufe I und II, fort.

Besonders häufig werden Migrantenkinder als nicht schulreif bewertet und somit bereits vor dem ersten Schulbesuch zurückgestellt. Überdurchschnittlich häufig sind Migrantenkinder bei ausbleibendem Kompetenzerfolg vom Sitzenbleiben betroffen und dies bereits in der Primarstufe (Konsortium Bildungsberichterstattung 2006:55). Demnach bleiben Migrantenkinder gar viermal so häufig sitzen, wie Kinder ohne Migrationshintergrund. Als Hauptursache dieses Dilemmas werden mangelnde Deutschkenntnisse angebracht (vgl. Tillmann 2005:5).

Schüler mit Migrationshintergrund sind ebenfalls von Abstufungen besonders häufig betroffen. Nach zweimaligem Nichterreichen der Leistungsziele der Primarstufe folgt somit die Abstufung auf die Sonderschule für Migrantenkinder auffällig oft (Tillmann 2005:6).

Im Übergang zwischen Primarbereich und Sekundarbereich I äußern sich erste Ungleichheiten, sowohl bezüglich der sozialen Herkunft der Schüler, aber auch bezüglich ihrer Kompetenzen. Schüler mit Migrationshintergrund werden vergleichsweise selten an Realschulen oder Gymnasien, sondern hauptsächlich an Hauptschulen verwiesen. Hier erfolgt eine erste Segregation nach Leistung und sozialer Herkunft. Jedes vierte Kind mit Migrationshintergrund befindet sich demnach auf einer Hauptschule. Der Migrantenanteil an Hauptschulen beträgt mindestens 50 Prozent.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund bei Bewerbungsverfahren und führt in das zentrale Thema der Bildungschancen und beruflichen Integration ein.

1. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Migration, Migrationshintergrund und Jugendliche, um den wissenschaftlichen Rahmen für die weitere Untersuchung zu setzen.

2. Gesellschaftliche Wertigkeiten von Bildung und Arbeit: Hier wird der hohe Stellenwert von Bildung und Erwerbsarbeit in modernen Gesellschaften sowie deren Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe erläutert.

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Chancengleichheit in Deutschland: Das Kapitel gibt einen Überblick über die rechtliche Lage in der Bundesrepublik, einschließlich Grundgesetz und Gleichbehandlungsgesetz.

4. Historische Entwicklung und Ursachen für Migration in Deutschland: Es wird die Geschichte der Arbeitsmigration seit den 1950er Jahren und die damit verbundene politische Entwicklung in Deutschland beleuchtet.

5. Migrantenanteil in der deutschen Bevölkerung: Dieses Kapitel stellt statistische Daten zur demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik dar.

6. Das deutsches Bildungssystem: Eine Darstellung der föderalistischen Struktur des deutschen Schulwesens und der Bildungsstandards.

7. Anteile von Migrantenkindern im Deutschen Schulsystem: Hier werden statistische Verteilungen von Schülern mit Migrationshintergrund auf die verschiedenen Schulformen analysiert.

8. Die allgemeine Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Das Kapitel beschreibt die durch Selektion und Segregation geprägte Schulsituation für Kinder aus Migrantenfamilien.

9. PISA – Kompetenzunterschiede zwischen Migranten und Nicht-Emigranten?: Eine Analyse der PISA-Studien-Ergebnisse und der nachgewiesenen Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen.

10. Besondere Bildungsvoraussetzungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen wie Mehrsprachigkeit, Pendeln zwischen Kulturen und sozio-ökonomische Ausgangslagen.

11. Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Darstellung schulischer und politischer Fördermaßnahmen sowie deren Grenzen und potenzieller diskriminierender Wirkungen.

12. Berufliche Integration von Migrantenkindern - Schulabschluss und dann? Migranten- und Nicht-Migrantenkinder an der Schnittstelle zwischen Schule und Ausbildung: Analyse der Schwierigkeiten und Hürden beim Übergang in das duale Ausbildungssystem.

13. Abschließende Betrachtungen – Ungleichheit statt Chancengleichheit?: Fazit der Untersuchung, das ein kritisches Urteil über die tatsächliche Umsetzung der Chancengleichheit im Bildungssystem zieht.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Bildungssystem, Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, berufliche Integration, Selektion, Segregation, PISA, Institutionelle Diskriminierung, Übergang Schule-Beruf, Ausbildungsmarkt, Sprachkompetenz, soziale Herkunft, Bildungsstandards, Integrationspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Frage, inwieweit im deutschen Bildungssystem Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund herrscht und welche Hürden diese beim Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt erfahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die Struktur des deutschen Bildungssystems, die Auswirkungen von Selektionsmechanismen, die Bedeutung der sozio-ökonomischen Herkunft, die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien wie PISA sowie die Herausforderungen beim Zugang zum dualen Ausbildungssystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass trotz formaler gesetzlicher Rahmenbedingungen für Chancengleichheit in der Realität eine Benachteiligung stattfindet und die berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch systemische Barrieren behindert wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Der Autor führt eine theoretische Auseinandersetzung anhand der Auswertung aktueller Studien der Bundesregierung, des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie vorhandener statistischer Daten und pädagogischer Fachliteratur durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Migration, eine detaillierte Betrachtung des Bildungssystems, eine Analyse der Segregationsprozesse im Schulalltag sowie eine Untersuchung der Schnittstelle zwischen Schulabschluss und beruflicher Ausbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Chancengleichheit, Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Segregation, Bildungsbeteiligung und die berufliche Integration im dualen System.

Welche Rolle spielt der Begriff der institutionellen Diskriminierung in der Arbeit?

Die Arbeit identifiziert institutionelle Diskriminierung als einen wesentlichen Faktor, der sich etwa in ungerechten Lehrerempfehlungen für weiterführende Schulen und in einseitigen Vorurteilen bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen äußert.

Warum schneiden Migrantenkinder laut der Studie häufig schlechter ab?

Die Arbeit zeigt, dass Leistungsunterschiede oft nicht allein durch individuelle Kompetenzen begründet sind, sondern durch ein selektives Schulsystem, Sprachbarrieren, geringeren sozialen Status der Eltern und die stigmatisierende Wirkung von Vorurteilen entstehen.

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Résumé des informations

Titre
Chancengleichheit im Bildungssystem? Jugendliche mit Migrationshintergrund zwischen Schule und Arbeitsmarkt
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Uni)
Note
2,4
Auteur
Ludwig von Düsterlohe (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
37
N° de catalogue
V286362
ISBN (ebook)
9783656866411
ISBN (Livre)
9783656866428
Langue
allemand
mots-clé
chancengleichheit bildungssystem jugendliche migrationshintergrund schule arbeitsmarkt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ludwig von Düsterlohe (Auteur), 2010, Chancengleichheit im Bildungssystem? Jugendliche mit Migrationshintergrund zwischen Schule und Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286362
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Extrait de  37  pages
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