“The starting point for improvement is to recognize the need.” (Imai, M. (1986), S. 9.)
Der Anfang aller Verbesserungen ist das Erkennen ihrer Notwendigkeit. Dieses Zitat von Masaaki Imai, der in den westlichen Industrienationen als Verbreiter des Kaizen gilt, sei der vorliegenden Arbeit vorangestellt. Es bildet den Ausgangspunkt für die Verbesserung von Geschäftsprozessen.
Die rasanten Veränderungen der Märkte, die die Rahmenbedingungen für Unternehmen heute laufend neu definieren, stellen Unternehmen vor die Herausforderung, ihre Leistungsfähigkeit permanent zu steigern. Unternehmen sind heute gezwungen sich kontinuierlich mit diesen Herausforderungen und ihrer eigenen Position im Wettbewerb auseinanderzusetzen sowie notwendige Verbesserungen an ihren Strategien und Prozessen abzuleiten. Die zunehmende Dynamik der Märkte und die Anforderungen, die Kunden an Produkte und Dienstleistungen stellen, verlangen von den Unternehmen verstärkte Bemühungen, Effektivität und Effizienz von Strategien und Prozessen zu steigern, um mit der Schnelligkeit der Märkte Schritt zu halten. Die abzuleitenden Verbesserungen betreffen neben der Strategie insbesondere die Abläufe, also die Prozesse in den Unternehmen. Die Beherrschung der Prozesse wird damit zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für Unternehmen.
Mit dem Erkennen der Erforderlichkeit von Prozessverbesserungen ist der erste Schritt in die richtige und heutzutage notwendige Richtung getan. Der zu beschreitende Weg im Sinne einer Methodenwahl ist damit jedoch keinesfalls vorgegeben.
Das Geschäftsprozessmanagement ist ein Feld, das sich dieses Problems annimmt. Als Managementdisziplin kennt es unzählige Methoden, die sich zur Verbesserung von Geschäftsprozessen eignen. Unternehmen, die die Notwendigkeit von Verbesserungen aufgrund von geänderten Rahmenbedingungen erkannt haben, sehen sich jedoch nicht nur mit dem Problem der Wahl einer geeigneten Methode konfrontiert, sondern müssen sich überdies den Umgang mit der gewählten Methode aneignen oder die Hilfe von Beratern in Anspruch nehmen.
Die vorliegende Arbeit erhebt den Anspruch, die Vorgehensweisen bei der Umsetzung von zwei möglichen Methoden, Kaizen und der Wertstrom-Methode, anhand zweier praktischer Beispiele zu veranschaulichen und ihre Wirksamkeit zu belegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Untersuchungsverlauf
2 Theoretische Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Geschäftsprozessmanagement
2.3 Prozessorientierung
2.4 Prozess vs. Geschäftsprozess
2.5 Prozessmodellierung
2.6 Zieldimensionen
2.7 Prozesskennzahlen
2.8 Ansätze zur Prozessoptimierung
2.8.1 Kaizen
2.8.1.1 Grundlagen und Ziele
2.8.1.2 Methoden und Werkzeuge
2.8.1.3 Implementierung von Kaizen
2.8.2 Wertstrom-Methode
2.8.2.1 Grundlagen und Ziele
2.8.2.2 Wertstromanalyse
2.8.2.3 Wertstromdesign
2.9 Exkurs: Grundzüge des Projektmanagements
3 Beispiel-Projekte aus der Praxis
3.1 Kaizen Projekt
3.1.1 Ausgangspunkt
3.1.2 Projektphasen und Methodeneinsatz
3.1.3 Abgeleitete Maßnahmen
3.1.4 Implementierungsaspekte
3.1.5 Projektergebnisse
3.2 Wertstrom-Projekt
3.2.1 Ausgangspunkt
3.2.2 Wertstromanalyse
3.2.3 Wertstromdesign
3.2.4 Projektergebnisse
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Umsetzung und Wirksamkeit der Methoden Kaizen und der Wertstrom-Methode zur Verbesserung von Geschäftsprozessen. Ziel ist es, theoretische Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements darzulegen und deren praktische Anwendbarkeit sowie die erzielbaren Wirksamkeitseffekte anhand von zwei konkreten Projekten bei einem mittelständischen Fertigungsunternehmen nachzuweisen.
- Theoretische Fundierung des Geschäftsprozessmanagements (Prozessorientierung, Modellierung, Kennzahlen).
- Detaillierte Analyse der Verbesserungsphilosophie und Werkzeuge von Kaizen.
- Systematische Darstellung der Wertstrom-Methode zur Prozessoptimierung.
- Empirische Untersuchung der Wirksamkeit durch ein Kaizen-Projekt zur Ausschussreduzierung.
- Empirische Untersuchung der Wirksamkeit durch ein Wertstrom-Projekt zur Durchlaufzeitenoptimierung.
Auszug aus dem Buch
2.8.1.1 Grundlagen und Ziele
Mit dem Wort Kaizen wird ein japanisches Konzept160 benannt, dass in der Literatur als besondere Geisteshaltung, Denkweise und Managementphilosophie beschrieben wird.161 Wörtlich übersetzt bedeuten die japanischen Schriftzeichen, die in Abbildung 13 noch einmal vergrößert abgebildet sind: 改(Kai) = ‚Veränderung‘ und 善(Zen)= ‚das Gute‘ bzw. ‚das Bessere‘.162 Der Begriff Kaizen kann schließlich übersetzt werden mit ‚Veränderung zum Besseren‘.163
Kaizen bezeichnet damit die Philosophie des unnachgiebigen Strebens nach Verbesserung.164 Im Wesentlichen beruht Kaizen auf der Überzeugung, dass inkrementelle, schrittweise Verbesserungen in ihrer Summe zu großen Erfolgen führen.165 Es handelt sich beim Kaizen jedoch ursprünglich nicht um eine Methode, die bei Bedarf angewandt wird, sondern charakterisierte vielmehr eine prozessorientierte Denkweise, „die gleichzeitig Ziel und grundlegende Verhaltensweise im Unternehmen darstellt“166. In der Kaizen Philosophie werden Probleme als wertvolle Schätze angesehen, weil sie das Potential für Verbesserungen und Fortschritte offenlegen.167 Die Botschaft von Kaizen lautet nach Koch: „Es darf kein Tag ohne eine Verbesserung im Unternehmen vergehen.“168 Jedes Produkt, jeder Prozess und jede Aktivität kann zu jeder Zeit weiter verbessert werden.169 Durch dieses Streben nach Verbesserung und Perfektion wird nach der Überzeugung des Kaizen die Qualität kontinuierlich gesteigert und damit, durch die Zufriedenstellung der Kunden, ein Wettbewerbsvorteil erlangt.170
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Prozessverbesserungen in einem dynamischen Marktumfeld und definiert die Forschungsziele der Arbeit unter Betrachtung der Ansätze Kaizen und der Wertstrom-Methode.
2 Theoretische Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe, Zieldimensionen, Messgrößen und die systematische Vorgehensweise bei der Optimierung von Prozessen.
3 Beispiel-Projekte aus der Praxis: Hier werden die praktische Umsetzung von Kaizen zur Ausschussreduzierung und die Anwendung der Wertstrom-Methode zur Durchlaufzeitenoptimierung bei der Firma Sondermaschinen- und Getriebebau GmbH analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die praktischen Ergebnisse der beiden Beispiel-Projekte zusammen und würdigt die Wirksamkeit der untersuchten Methoden im Unternehmensalltag.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Prozessorientierung, Kaizen, Wertstrom-Methode, Prozessoptimierung, Prozessmodellierung, Prozesskennzahlen, Ausschusskosten, Durchlaufzeit, Projektmanagement, PDCA-Zyklus, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Qualitätsmanagement, Unternehmensberatung, Prozessgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die praktische Anwendung und Wirksamkeit von Prozessmanagement-Methoden zur Verbesserung betrieblicher Abläufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Geschäftsprozessmanagement, die Kaizen-Philosophie sowie die Wertstrom-Methode als Werkzeuge zur Steigerung der Unternehmenseffizienz.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist der Nachweis der Wirksamkeit von Kaizen und der Wertstrom-Methode durch die Analyse konkreter Praxisbeispiele bei einem mittelständischen Fertigungsunternehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte theoretische Auseinandersetzung mit der Literatur, kombiniert mit einer empirischen Fallstudienanalyse anhand zweier konkreter Projekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Prozessmanagements und eine detaillierte empirische Auswertung von zwei Praxisprojekten zur Prozessoptimierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Geschäftsprozessmanagement, Kaizen, Wertstrom-Methode, Durchlaufzeiten, Prozessqualität und Prozesskosten.
Wie wurden im Kaizen-Projekt die Fehlerursachen identifiziert?
Dies geschah durch die Einbindung von Mitarbeitern in Workshops, die Anwendung der 5-Why-Methode und die Visualisierung mittels Ursache-Wirkungs-Diagrammen (Ishikawa).
Warum wurde im Wertstrom-Projekt eine Teilung des Wertstroms vorgenommen?
Die Analyse ergab, dass komplexe Neuaufträge den Durchlauf der Standard-Wiederholaufträge blockierten, weshalb eine Trennung in parallele Ströme zur Effizienzsteigerung erforderlich war.
Was war das Hauptergebnis des Wertstrom-Projekts?
Durch die optimierte Prozessgestaltung und die Beseitigung von Informationsstörungen konnten Kapazitäten um etwa 30 % freigesetzt werden, was eine Ausweitung des Auftragsvolumens ermöglichte.
- Citation du texte
- Daniel M. Wolański (Auteur), 2012, Methoden zur Verbesserung von Geschäftsprozessen und ihre Wirksamkeit am Beispiel von Kaizen und Wertstrom-Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286508