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Die Reform der Vergütung im öffentlichen Dienst. Verdrängung von eigener Motivation durch leistungsorientierte Bezahlung?

Title: Die Reform der Vergütung im öffentlichen Dienst. Verdrängung von eigener Motivation durch leistungsorientierte Bezahlung?

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Elisa Callsen (Author)

Organisation and administration - Miscellaneous
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Die Reform der öffentlichen Verwaltung im Rahmen des Neuen Steuerungsmodells bedingte eine stärkere Ausrichtung der Verwaltung an Kriterien der Effizienz und Effektivität. Eines der Kernziele der Reform richtete sich auf die Erhöhung des Leistungspotenzials und der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Eine wirksame Ausrichtung des Personals an Leistungsprinzipien erforderte gleichzeitig eine stärkere Orientierung der Bezahlung an Funktion und Leistung. In diesem Zusammenhang trat im Oktober 2005 der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zur Reformierung des Entgeltsystems von Angestellten und Arbeitern in Kraft.

Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt eine Untersuchung der Fragestellung, inwiefern die Reform des Tarifrechts des öffentlichen Dienstes Leistungsminderung und Verdrängung intrinsischer Motivation auf kommunaler Ebene begünstigt. Da die Detailregelung der Leistungsbewertung auf kommunaler Ebene nicht im TVöD vorgenommen wird, sondern ihre Ausarbeitung im Rahmen von Betriebs- und Dienstvereinbarungen vorgesehen ist, erfolgt exemplarisch eine Analyse der Dienstvereinbarung der Stadt Nürnberg für die Stadtverwaltung.

Mithilfe der Motivation Crowding Theorie werden Indikatoren identifiziert, die einen Verdrängungseffekt und Leistungsminderung bewirken. Auf Basis dieser Indikatoren erfolgt eine Analyse des TVöD sowie der Dienstvereinbarung der Stadt Nürnberg. Abschließend wird diskutiert, welchen Beitrag die Motivation Crowding Theorie zu einer effektiveren Gestaltung von Anreizsystemen im öffentlichen Dienst leisten kann und wie auf dieser Basis ein Steuerungssystem für den öffentlichen Dienst gestaltet sein könnte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Bezug

2.1 Motivation und deren Bedeutung für die Gestaltung von Anreizsystemen

2.2 Motivation Crowding Theorie

3. Indikatorenbestimmung

4. Reformanalyse

4.1 TVöD

4.2 Dienstvereinbarung zum Leistungsentgelt der Stadt Nürnberg

4.3 Analyse

4.4 Zwischenfazit und Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung leistungsbezogener Vergütungskomponenten im öffentlichen Dienst – am Beispiel des TVöD und der Dienstvereinbarung der Stadt Nürnberg – zu einer Verdrängung intrinsischer Motivation (Crowding-Out-Effekt) führt und damit die Gesamtleistung der Beschäftigten negativ beeinflussen könnte.

  • Motivationstheoretische Grundlagen und die Motivation Crowding Theorie
  • Anreizsysteme in der öffentlichen Verwaltung
  • Analyse des TVöD hinsichtlich leistungsbezogener Vergütung
  • Einfluss von Dienstvereinbarungen auf die Arbeitsmotivation
  • Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für effektive Anreizsysteme

Auszug aus dem Buch

Motivation Crowding Theorie

Im Rahmen der Motivation Crowding Theorie versuchen Frey und Jegen die Erkenntnisse der psychologischen Theorien in standardökonomische Ansätze einzubinden. Sowohl extrinsische als auch intrinsische Anreize sind den Autoren zufolge entscheidend für die Motivation von Individuen und infolge dessen von Bedeutung für eine optimale Gestaltung von Anreizsystemen.

Die Motivation Crowding Theorie beruht auf zwei Grundannahmen (Frey, Jegen 2001: 592):

1) Sowohl monetäre Anreize als auch Sanktionen beeinflussen die intrinsische Motivation.

2) Externe Eingriffe mindern intrinsische Motivation (Crowding-Out), steigern intrinsische Motivation (Crowding-In) oder beeinflussen diese nicht.

In Anlehnung aus Deci et al. führen Frey und Jegen die Beeinflussung der intrinsischen Motivation durch den externen Anreiz auf folgende psychische Prozesse zurück (Frey, Jegen 2001: 594):

1) Verminderte Selbstbestimmung: Die intrinsische Motivation wird durch externe Kontrolle ersetzt.

2) Vermindertes Selbstbewusstsein: Die Kontrolle löst auf Seiten des Arbeitnehmers eine Geringschätzung seiner Arbeit und Eigeninitiative aus und bedingt eine Verringerung seiner Leistung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Reform der öffentlichen Verwaltung und die Fragestellung ein, ob leistungsbezogene Bezahlung zu einer Verdrängung intrinsischer Motivation führt.

2. Theoretischer Bezug: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen und ökonomischen Grundlagen von Motivation sowie die Mechanismen der Motivation Crowding Theorie.

3. Indikatorenbestimmung: Hier werden auf theoretischer Basis Kriterien definiert, die einen Crowding-Out-Effekt durch Anreizsysteme begünstigen können.

4. Reformanalyse: Das Kapitel analysiert den TVöD und die Nürnberger Dienstvereinbarung kritisch hinsichtlich des Preiseffekts, des Differenzierungsgrads und der Fairness der Leistungsbewertung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet Empfehlungen für eine individualisierte Gestaltung von Anreizsystemen im öffentlichen Dienst ab.

Schlüsselwörter

Öffentlicher Dienst, TVöD, Leistungsentgelt, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Motivation Crowding Theorie, Crowding-Out-Effekt, Anreizsysteme, Verwaltungsmodernisierung, Dienstvereinbarung, Leistungsbewertung, Preis-Effekt, Zielvereinbarungen, Arbeitsperformanz, öffentliche Verwaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen leistungsbezogener Vergütungsmodelle im öffentlichen Dienst auf die Arbeitsmotivation der Beschäftigten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Motivationstheorie, der Gestaltung von Anreizsystemen und der kritischen Analyse des TVöD sowie spezifischer Dienstvereinbarungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Einführung monetärer Leistungsanreize im öffentlichen Dienst zu einer Verdrängung der intrinsischen Motivation der Mitarbeiter führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung durchgeführt, die auf den Indikatoren der Motivation Crowding Theorie basiert, um den TVöD und die Dienstvereinbarung der Stadt Nürnberg zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Motivation, die Herleitung von Indikatoren für den Crowding-Out-Effekt sowie die empirische Analyse der vorliegenden Tarif- und Dienstvereinbarungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Motivation Crowding Theorie, TVöD, Leistungsentgelt, intrinsische Motivation und öffentlicher Dienst.

Warum wurde gerade die Dienstvereinbarung der Stadt Nürnberg für die Analyse herangezogen?

Die Stadt Nürnberg gilt als Vorreiter in der Verwaltungsmodernisierung und bietet mit ihrer spezifischen Dienstvereinbarung ein praxisnahes Beispiel für die Umsetzung von Leistungsanreizen.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Preiseffekt" in der Argumentation der Autorin?

Der Preiseffekt beschreibt den Anreiz durch materielle Belohnung; die Autorin argumentiert, dass dieser im öffentlichen Dienst oft zu gering ist, um negative Effekte auf die intrinsische Motivation auszugleichen.

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Details

Title
Die Reform der Vergütung im öffentlichen Dienst. Verdrängung von eigener Motivation durch leistungsorientierte Bezahlung?
College
University of Bamberg  (Social Sciences / Political Sciences)
Course
Verwaltungsmodernisierung
Grade
1,3
Author
Elisa Callsen (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V286553
ISBN (eBook)
9783656868347
ISBN (Book)
9783656868354
Language
German
Tags
öffentlicher Dienst Beamte Reform Vergütung Leistungsorientierte Bezahlung Motivation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisa Callsen (Author), 2013, Die Reform der Vergütung im öffentlichen Dienst. Verdrängung von eigener Motivation durch leistungsorientierte Bezahlung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286553
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