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Brücken in den Beruf. Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche

Titre: Brücken in den Beruf. Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche

Mémoire (de fin d'études) , 2011 , 94 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jessica Weinem (Auteur)

Pédagogie - Education de la profession, Formation professionnelle
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Die deutsche Bildungslandschaft beschäftigt sich seit Jahren mit der desaströsen Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt. In diesem Zusammenhang sind Begrifflichkeiten wie „Benachteiligte Jugendliche“ und „Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“ nicht außer Acht zu lassen.
Die Notwendigkeit zur Förderung benachteiligter Jugendlicher hat seit Mitte der 1970er Jahre stark zugenommen und ist inzwischen zu einer gesellschaftlich notwendigen Daueraufgabe geworden, da es einer Vielzahl junger Menschen erschwert gelingt, existentiell notwendige Lebensaufgaben positiv zu bewältigen (vgl. Molzberger/Dehnbostel 2009, S. 12).
Der Übergang an der Ersten Schwelle stellt für eine Vielzahl der von Benachteiligung betroffenen Jugendlichen eine große Herausforderung und eine fast unüberwindbare Hürde dar. Jene sind hinsichtlich ihrer Berufswahl von Orientierungslosigkeit und Überforderung betroffen. Auch der erreichte Schulabschluss ist heutzutage mehr denn je für den weiteren beruflichen Werdegang und die künftige Lebensgestaltung junger Menschen zur gesellschaftlichen und sozialen Sicherung entscheidend. De facto haben Jugendliche mit besseren schulischen und sozialen Prämissen bessere Voraussetzungen beim Eintritt in die Berufsausbildung (vgl. ebd.).
Der Übergang in die Erwerbstätigkeit gestaltet sich als ein immer schwieriger, langwieriger und ungewisser werdender Prozess. Somit sind Jugendarbeitslosigkeit nach Verlassen der allgemeinbildenden Schulen für eine Vielzahl junger Menschen keine Seltenheit. Es handelt sich hierbei um dringend zu behandelnde soziale und wirtschaftliche Probleme, da Arbeitslose als gesellschaftlich Randständige betrachtet werden und keine erfolgreiche Berufssozialisation erfahren (vgl. ebd.). Bereits kurze Phasen der Erwerbslosigkeit im Jugendalter sind prägend und sehr entscheidend für die weitere Lebensgestaltung junger Menschen, da gerade diese nach
Beendigung der allgemeinbildenden Schulen noch keinerlei Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln konnten. Selbstzweifel, Resignation und Ängste versagt zu haben, hinterlassen ihre Spuren bei jungen Erwachsenen. Die Einschränkung der eigenen Persönlichkeitsentwicklung und der aktiven Teilnahme an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens sind als drohende Folgen zu prognostizieren.
Gerade aufgrund dieser benachteiligten Jugendlichen stehen Staat und Gesellschaft vor der Aufgabe, entsprechende Unterstützungsangebote und Integrationsmaßnahmen zu initiieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Benachteiligte Jugendliche

2.1 Bergriffserklärung „Benachteiligung“

2.2 Faktoren von Benachteiligung

2.3 Auswirkungen von Benachteiligung auf die Lebenswelten Jugendlicher

2.4 Benachteiligtenförderung

3 Bildungslandschaft in Deutschland

3.1 Entwicklung der Schulausbildung

3.2 Ausbildung im „Dualen System“

3.2.1 Problematiken des Ausbildungsstellenmarktes

3.2.1.1 Marktbenachteiligung

3.2.1.2 Altbewerber und Altersstruktur

3.2.1.3 Ausbildungsreife

3.2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Ausbildungsmarkt

4 Das „Deutsche Übergangssystem“

4.1 Begrifflichkeit und Bedeutung des Übergangssystems

4.2 Institutionen im Übergangssystem

4.3 Fördermaßnahmen des Übergangssystems

4.3.1 Berufsvorbereitungsjahr BVJ

4.3.2 Berufsgrundbildungsjahr BGJ

4.3.3 Einstiegsqualifizierung Jugendlicher EQJ

4.3.4 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme BvB

5 Daten und Fakten zum gegenwärtigen Umbruch des Berufsbildungssystems

5.1 Übersicht der Schulabgängerzahlen der letzten Jahre

5.2 Abbau des Dualen Ausbildungssystems

5.3 Ausdehnung des beruflichen Übergangssystems

5.4 Quoten und Gründe für die Abbrecherproblematik in Maßnahmen des Übergangssystems

6 Effektivität und Effizienz von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems

6.1 Abbrüche als formales Maßnahmequalitätskriterium?

6.1.1 Sichtweisen von Fachpersonal auf vorzeitige Maßnahmeabbrüche

6.1.2 Qualitätskriterien der Integrationsförderung im Übergangssystem

6.1.3 Fazit und Konsequenzen für die pädagogische Arbeit in den Übergangsmaßnahmen

6.2 Wirkungsanalyse von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems

6.2.1 Wirkungsanalyse schulischer Berufsvorbereitungsmaßnahmen

6.2.2 Wirkungsanalyse der EQJ

6.2.3 Wirkungsanalyse der BvB

6.2.4 Anzahl der erreichten höherwertigen Abschlüsse während und nach Beendigung einer Übergangsmaßnahme

6.2.5 Dauer des Übergangs in eine vollqualifizierte Berufsausbildung

6.2.6 Determinanten für einen raschen Übergang in eine vollqualifizierte Ausbildung

6.3 Evaluation von Maßnahmen des Übergangssystems

6.3.1 Kritikpunkte an den Maßnahmen des Übergangssystems

6.3.2 Verbesserungspotentiale zur vorberuflichen Chancenverbesserung für benachteiligte Jugendliche

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche und untersucht, inwiefern dieses System tatsächlich als Brücke in den Beruf fungieren kann oder kritisch als Warteschleife zu betrachten ist.

  • Strukturanalyse des deutschen Übergangssystems und seiner Fördermaßnahmen
  • Einfluss von Benachteiligungsfaktoren auf den Bildungsweg Jugendlicher
  • Bewertung von Effektivität und Effizienz der Integrationsmaßnahmen
  • Untersuchung des Übergangs vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt
  • Kritische Evaluation der aktuellen Reformansätze

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Problematiken des Ausbildungsstellenmarktes

Werden die Bildungsverläufe beim Übergang an der Ersten Schwelle betrachtet, werden gravierende Probleme sichtbar. Wohingegen 1970 noch circa 80 % der Auszubildenden im Dualen System Hauptschulabsolventen waren, konnten 2005 nur 37,5 % der Auszubildenden als Hauptschüler verzeichnet werden (vgl. Bosch u.a. 2010, S. 9). Dies bedeutet, dass fast zwei Drittel der aufgenommen auszubildenden Jugendlichen über einen mittleren Bildungsabschluss oder die Allgemeine Hochschulreife verfügten. Was aber sind die Ursachen für eine derartige Entwicklung? Die Ursachen sind vielseitig: Die Struktur des deutschen Schulsystems ist vorerst zu nennen, da eine Teilung zwischen den einzelnen Schultypen besteht.

Die Schulabgänger der verschiedenen Schulformen stehen jedoch auf dem Ausbildungsmarkt in Konkurrenz zueinander, da es sowohl Hauptschüler, als auch Schulabgänger mittleren Bildungsabschlusses, sowie Abiturienten gibt, die sich um die gleichen Lehrstellen bewerben. In diesem Wettbewerb sind die Hauptschüler, die als geringqualifiziert und leistungsschwach gelten, die eindeutigen Bildungsverlierer (vgl. ebd.).

Jugendliche, die nur einen weniger qualifizierten Schulabschluss nachweisen, signalisieren in den Augen der Betriebe eine geringe Produktivität. Sie verursachen allerdings durch die gesetzlichen und tarifvertraglichen Vorgaben identische Vergütungskosten wie Schulabgänger mit höheren Abschlüssen (vgl. Neumann 2010, S. 20). Aus dieser Motivation heraus bevorzugen es Unternehmen Schulabgänger mit höheren Bildungsabschlüssen in Form eines Ausbildungsverhältnisses zu beschäftigten. Aufgrund der großen Kohortenstärke, die in den letzten Jahren auf den Ausbildungsmarkt drängte und für eine erhöhte Nachfrage an Ausbildungsplätzen sorgte, entstehen gerade für leistungsschwache Ausbildungsbewerber Schwierigkeiten (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik benachteiligter Jugendlicher am Ausbildungsmarkt und Herleitung der zentralen Fragestellung.

2 Benachteiligte Jugendliche: Definition des Benachteiligtenbegriffs sowie Analyse der Faktoren und Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen.

3 Bildungslandschaft in Deutschland: Darstellung des deutschen Berufsbildungssystems und der Herausforderungen beim Übergang von der Schule in den Beruf.

4 Das „Deutsche Übergangssystem“: Detaillierte Beschreibung der Institutionen und der spezifischen Fördermaßnahmen zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher.

5 Daten und Fakten zum gegenwärtigen Umbruch des Berufsbildungssystems: Empirische Analyse der Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt und der Expansion des Übergangssystems.

6 Effektivität und Effizienz von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems: Evaluation der Wirksamkeit der Maßnahmen und Analyse der Abbrecherproblematik aus verschiedenen Perspektiven.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Übergangssystems und Ausblick auf notwendige strukturelle Anpassungen.

Schlüsselwörter

Übergangssystem, Benachteiligte Jugendliche, Duales System, Ausbildungsreife, Berufsberatung, Arbeitsmarkt, Integrationsmaßnahmen, Bildungsbenachteiligung, Schulabgänger, Berufsvorbereitung, Ausbildungsstellenmarkt, Chancengleichheit, Fachkräftemangel, Evaluation, Bildungswege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation benachteiligter Jugendlicher am deutschen Ausbildungsmarkt und der Rolle des sogenannten Übergangssystems, das diese bei der Eingliederung in Ausbildung und Beruf unterstützen soll.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben den Definitionen von Benachteiligung und den strukturellen Problemen der deutschen Bildungslandschaft liegt ein Fokus auf der Analyse verschiedener Fördermaßnahmen wie BVJ, BGJ, EQJ und BvB.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern das deutsche Übergangssystem tatsächlich eine effektive Brücke in den Beruf für benachteiligte Jugendliche darstellt oder ob es eher eine problembehaftete Warteschleife bildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung vorhandener wissenschaftlicher Literatur, Daten und Statistiken, um die Effektivität und Effizienz der aktuellen Maßnahmen zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Benachteiligung, eine detaillierte Erläuterung des Übergangssystems sowie eine empirische Analyse der Wirkungsweisen dieser Maßnahmen anhand aktueller Statistiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Übergangssystem, Ausbildungsreife, berufliche Integration, Benachteiligung, Schulabgänger und Bildungsberichterstattung.

Was sind die Hauptursachen für Probleme beim Übergang in den Beruf laut der Autorin?

Die Autorin benennt unter anderem die steigenden Anforderungen der Wirtschaft, das wachsende Bildungsgefälle, die mangelnde Ausbildungsreife vieler Neuzugänge sowie strukturelle Schwächen des Schulsystems als wesentliche Treiber.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Erfolg des Übergangssystems?

Während das System prinzipiell als notwendige Chance gesehen wird, kritisiert die Autorin die mangelnde Transparenz, die unzureichende individuelle Förderung und die Gefahr von Maßnahmekarrieren, die das eigentliche Ziel der Vermittlung in Arbeit gefährden.

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Résumé des informations

Titre
Brücken in den Beruf. Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche
Université
University of Trier
Note
2,0
Auteur
Jessica Weinem (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
94
N° de catalogue
V286644
ISBN (ebook)
9783656869795
ISBN (Livre)
9783656869801
Langue
allemand
mots-clé
brücken beruf strukturen problematiken übergangssystems jugendliche
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jessica Weinem (Auteur), 2011, Brücken in den Beruf. Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286644
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