In dieser Hausarbeit wird es darum gehen, aufzuzeigen, wie Entscheidungen von Menschen gefällt werden.
Zu diesem Zweck wird es eine Einführung in die Entscheidungstheorie geben, die sich auf die zwei Ansätze normativ und deskriptiv beschränken wird.
Es werden drei verhaltensorientierte Entscheidungstheorien erläutert und kritisch hinterfragt. Vor allem geht es in diesen um die Frage, wie rational ist ein Mensch wirklich.
Die Verhaltensorientierten Entscheidungstheorien im Bereich der Betriebswirtschaft haben allerdings nicht das Ziel, den Menschen als solchen zu analysieren.
Dies sollte in den Bereichen der Sozialforschung geschehen. Die Betriebswirtschaftliche Entscheidungstheorie, wird dann auf die Erkenntnisse dieser Forschungen aufbauen und neue Theorien entwickeln.
Als Grundlage dieser Hausarbeit werden nicht nur aktuelle Quellen angeführt, sondern vor allem auch ältere. Hauptaugenmerk wird in dieser Hausarbeit auf die „garbage can model of organisational choice“ gelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Verhaltensorientierten Entscheidungstheorien
3. Vorstellung einiger theoretischer Ansätze
3.1 bounded rationality
3.2 behavioral theory of the firm
4. Das „garbage can model of organisational choice“
4.1 Theorie
4.2 Die Universität als Beispiel
5. Vergleiche und Kritiken
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Entscheidungsprozesse in Organisationen unter besonderer Berücksichtigung verhaltensorientierter Theorien, um die Diskrepanz zwischen idealisierter Rationalität und realem Entscheidungsverhalten aufzuzeigen.
- Grundlagen der normativen versus deskriptiven Entscheidungstheorie
- Analyse der Konzepte "bounded rationality" und "behavioral theory of the firm"
- Detaillierte Untersuchung des "garbage can model of organisational choice"
- Die Organisation als "organisierte Anarchie" am Beispiel der Universität
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und Grenzen theoretischer Entscheidungsmodelle
Auszug aus dem Buch
4.1 Theorie
Nachfolgend wird das „garbage can model of organisational choice“ theoretisch beschrieben.
Eine Organisation wird Cohen, March und Olsen nach wie folgt definiert: „Eine Organisation ist eine Ansammlung von Entscheidungen, die nach Problemen Ausschau halten, eine Ansammlung von Sachverhalten und Gefühlen, die nach Entscheidungssituationen Ausschau halten, in denen sie zutage treten könnten, als eine Ansammlung von Lösungen, die nach Sachverhalten Ausschau halten, zu deren Beantwortung sie dienen könnten und als eine Ansammlung von Entscheidungsträgern, die nach Arbeit Ausschau halten“ (Cohen et al. 1990: S. 332)11
Dies bedeutet, dass eine Organisation eine Ansammlung von den verschiedensten Einflüssen ist. Diese Einflüsse wurden versucht von Cohen March und Olsen in einer neuen Theorie zu verarbeiten. Diese Theorie wurde 1972 im Administrative Science Quarterly veröffentlicht. Das „garbage can model of organisational choice“ ist eine verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie. Sie beschreibt, dass ähnlich wie in einem Papierkorb, Entscheidungen, Teilnehmer, Probleme und Lösungen eher zufällig, aber nicht regellos aufeinandertreffen. Das „garbage can model of organisational choice“ fortlaufend Papierkorb Modell genannt, beschreibt einen Zustand organisierter Anarchie. Entstanden ist sie, als versucht wurde, die Vorgänge, die an einer Universität zu einer Entscheidung führen, zu erklären.12
Eine organisierte Anarchie ist eine Organisation, die mindestens eine der drei folgenden Eigenschaften besitzt: 1. Problematische Präferenzen: Oftmals lassen sich in organisierten Anarchien keine klaren Präferenzen zuteilen, da eine unklare Zielmehrdeutigkeit vorherrscht. Es kann passieren das Entscheidungsträger Probleme lösen, ohne bewusst eine rationale und präferenzgesteuerte Entscheidung getroffen zu haben.13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die rationalen Grenzen menschlicher Entscheidungen anhand verhaltensorientierter Ansätze zu hinterfragen.
2. Die Verhaltensorientierten Entscheidungstheorien: Dieses Kapitel differenziert zwischen präskriptiven Ansätzen, die den Menschen als rationalen Homo oeconomicus sehen, und deskriptiven Ansätzen, die reales, begrenztes Verhalten untersuchen.
3. Vorstellung einiger theoretischer Ansätze: Hier werden die Konzepte "bounded rationality" von Simon und die "behavioral theory of the firm" von Cyert und March als Gegenentwürfe zur vollkommenen Rationalität erläutert.
4. Das „garbage can model of organisational choice“: Das Kernkapitel beschreibt das Modell der organisierten Anarchie, in dem Probleme, Lösungen und Entscheidungsträger in einem komplexen und teils zufälligen Prozess aufeinandertreffen.
5. Vergleiche und Kritiken: Dieses Kapitel setzt das Papierkorb-Modell zu klassischen Lehren in Bezug und reflektiert die Schwachstellen sowie die inhaltliche Abgrenzung der Theorie.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz verhaltensorientierter Modelle für moderne Organisationen zusammen und bestätigt die anhaltende Aktualität des Papierkorb-Modells.
Schlüsselwörter
Entscheidungstheorie, Verhaltensorientierung, Bounded Rationality, Garbage Can Model, Organisierte Anarchie, Homo Oeconomicus, Organisation, Entscheidungsprozesse, Deskriptive Theorie, Präskriptive Theorie, Rationalität, Management, Problemlösung, March, Cohen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der verhaltensorientierten Entscheidungstheorie und untersucht, wie Entscheidungen in Organisationen tatsächlich getroffen werden, abseits von idealisierten, rein rationalen Annahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Unterscheidung zwischen normativen und deskriptiven Ansätzen sowie die eingehende Analyse des "Garbage Can"-Modells im Kontext komplexer Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das reale Entscheidungsverhalten von Menschen und Organisationen aufzuzeigen und dabei theoretische Konzepte wie das Papierkorb-Modell kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturarbeit, ergänzt durch Praxisbeispiele aus universitären Gremien zur Illustration der Thematik.
Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der beschränkten Rationalität insbesondere das "Garbage Can Model of Organisational Choice" und dessen Anwendung auf universitäre Strukturen detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "organisierte Anarchie", "beschränkte Rationalität", "Entscheidungsgelegenheiten" und "Zielmehrdeutigkeit" charakterisiert.
Warum wird eine Universität als Beispiel für das Papierkorb-Modell herangezogen?
Die Universität dient als Beispiel, weil hier Ziele oft mehrdeutig sind, Teilnehmer fluktuieren und Entscheidungen häufig unter unklaren Technologien und zeitlichem Druck zustande kommen.
Was bedeutet der Begriff "organisierte Anarchie" in diesem Kontext?
Er beschreibt einen Zustand in Organisationen, der durch problematische Präferenzen, unklare Technologien und fluktuierende Partizipation der Entscheider gekennzeichnet ist.
Welche Rolle spielt der Zufall bei Entscheidungen im Papierkorb-Modell?
Zufall spielt eine wesentliche Rolle, da Probleme, Lösungen und Akteure in diesem Modell nicht zielgerichtet zueinanderfinden, sondern durch das zeitliche Aufeinandertreffen in "Entscheidungsgelegenheiten" zusammengebracht werden.
- Citar trabajo
- Sebastian Borchers (Autor), 2014, Verhaltensorientierte Entscheidungstheorie in der Betriebswirtschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286938